Neuraltherapie - eine Methode der alternativen Schmerzbehandlung
von: René Gräber,
Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Bei der sogenannten Neuraltherapie handelt es sich um eine Methode zur Schmerzbehandlung aus dem Bereich der
alternativen Medizin. Sie setzt dort an, wo die Schulmedizin oft schon aufgegeben hat.
Das Ziel der Neuraltherapie ist es, Störungen des Organismus zu beseitigen und durch Impulsunterbrechungen zu
reharmonisieren. Denn Störungen im vegetativen Regulationsmechanismus sind, nach Schiffter, die Ursachen für jede
Form von Erkrankung. Zu den sogenannten Störfelderkrankungen zählen, neben Durchblutungsstörungen, Migräne und Allergie, auch Tinnitus, Bronchialasthma, Herzrythmusstörungen, chronische Darmentzündungen und Hauterkrankungen.
Durch die Verwendung des Lokalanästhektikums Procain wird das vegetative Nervensystem blockiert. Dadurch können
Störung ausgeglichen werden und das System kann seiner biologischen Aufgabe folgen, welche darin besteht, die
momentanen IST- Werte der Organfunktionen auf die biologisch vorprogrammierten SOLL- Werte anzugleichen.

Entwickelt wurde das Konzept von den Ärzte- Brüdern Huneke in den Jahren 1925 bis 1960. Ausgangspunkt war die
Entdeckung sogenannter Störfelder, also chronischer Entzündungsstellen,oft am Kopf oder an Narben, die den gesamten
Organismus energetisch schwächen und dadurch Beschwerden, wie etwa Migräne und
Gelenkbeschwerden, hervorrufen können. Aus dieser Theorie entwickelten sie die
sogenannte Störfeldtherapie.
Dazu muss das Störfeld durch ausführliche Untersuchung und Befragung erst einmal lokalisiert werden. Im nächsten
Schritt wird das Lokalanästhetikum intravinös verabreicht, um die Störwirkung zu unterbrechen.
Dabei beginnt man damit, Spritzen im Beschwerdebereich zu setzen und weitet die Behandlung dann später auch auf
weiter entfernte Regionen des Körpers aus. Wo die nächste Spritze verabreicht wird, hängt von der Reaktion des
Organismus des Patienten auf die letzte Spritze ab. Ist das Störfeld gefunden, trifft das Sekundenphänomen auf: Die
Beschwerden lassen innerhalb weniger Sekunden für eine Dauer von etwa 20 Stunden nach.
Eine andere Methode der Neuraltherape, die Segmenttherapie, wird
chronologisch vor der Störfeldtherapie angewandt. Schlägt sie fehl, so beginnt man mit der Suche nach den
Störfeldern. Bei der Segmenttherapie wird das Lokalanästhektikum direkt in die Headschen Zonen der inneren Organe
injiziert.
Direkt am Schmerzort wird das Verfahren der Quaddelung angewendet: Das Procain wird unter die Haut gespritzt,
denn es ist bekannt, das Krankheiten der inneren Organe Wechselwirkungen mit den darüber befindlichen
Hautoberflächen erzeugen. Dadurch soll eine Beschwerdeminderung erreicht werden.
In der Internationalen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke e.V. wurden zahlreiche Studien zu
diesem Thema veröffentlicht, so über den Einsatz in der medizinischen Grundbetreuung, die Behandlung tiefen
Kreuzschmerzes und von Migräne bei Frauen und über die Anwendung der Neuraltherapie bei Entzündungen des
Kiefers.
Diese vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten verdankt die Neuraltherapie der Möglichkeit der Beeinflussung aller
Regelkreise des Organismus und daher könnte sie ein alternatives Heilmittel für viele chronische Erkrankungen
darstellen.
Eine weitere (nicht ganz klassische Variante) der Neuraltherapie ist die lokale Infiltration in sog. Triggerpunkte oder Myogelosen. Dadurch kann eine sehr
schnelle und auch dauerhafte Schmerzausschaltung erfolgen, was natürlich keine Ursachenbehandlung ist. Manifeste
Triggerpunkte, die schon sehr lange bestehen müssen aber für eine effektive Schmerztherapie beseitigt werden.
Dies kann unter anderem auch durch Akupunktur oder durch klassische Massage erfolgen. Akupunktur dauert aber
länger, ebenso wie die Massage, die zudem relativ schmerzhaft sein kann. Chronische Schmerzpatienten tolerieren
zudem meist keine Massage mehr, weil diese die Beschwerden zumeist verstärkt. Dies trifft vor allem auf Patienten
mit Weichteilrheuma oder sog. Muskelrheuma (Fibromyalgie) und für Patienten mit
Migräne zu.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.08.2012 aktualisiert

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