Neuraltherapie
Neuraltherapie - eine Methode der alternativen Schmerzbehandlung
Bei der sogenannten Neuraltherapie handelt es sich um eine Methode zur Schmerzbehandlung aus dem Bereich der alternativen Medizin. Sie setzt
dort an, wo die Schulmedizin oft schon aufgegeben hat.
Das Ziel der Neuraltherapie ist es, Störungen des Organismus zu beseitigen und durch Impulsunterbrechungen zu reharmonisieren. Denn Störungen
im vegetativen Regulationsmechanismus sind, nach Schiffter, die Ursachen für jede Form von Erkrankung. Zu den sogenannten Störfelderkrankungen
zählen, neben Durchblutungsstörungen, Migräne und Allergie, auch Tinnitus, Bronchialasthma,
Herzrythmusstörungen, chronische Darmentzündungen und Hauterkrankungen.
Durch die Verwendung des Lokalanästhektikums Procain wird das vegetative Nervensystem blockiert. Dadurch können Störung ausgeglichen werden
und das System kann seiner biologischen Aufgabe folgen, welche darin besteht, die momentanen IST- Werte der Organfunktionen auf die biologisch
vorprogrammierten SOLL- Werte anzugleichen.
Entwickelt wurde das Konzept von den Ärzte- Brüdern Huneke in den Jahren 1925 bis 1960. Ausgangspunkt war die Entdeckung sogenannter
Störfelder, also chronischer Entzündungsstellen,oft am Kopf oder an Narben, die den gesamten Organismus energetisch schwächen und dadurch
Beschwerden, wie etwa Migräne und Gelenkbeschwerden, hervorrufen können. Aus dieser
Theorie entwickelten sie die sogenannte Störfeldtherapie.
Dazu muss das Störfeld durch ausführliche Untersuchung und Befragung erst einmal lokalisiert werden. Im nächsten Schritt wird das
Lokalanästhetikum intravinös verabreicht, um die Störwirkung zu unterbrechen.
Dabei beginnt man damit, Spritzen im Beschwerdebereich zu setzen und weitet die Behandlung dann später auch auf weiter entfernte Regionen des
Körpers aus. Wo die nächste Spritze verabreicht wird, hängt von der Reaktion des Organismus des Patienten auf die letzte Spritze ab. Ist das
Störfeld gefunden, trifft das Sekundenphänomen auf: Die Beschwerden lassen innerhalb weniger Sekunden für eine Dauer von etwa 20 Stunden
nach.
Eine andere Methode der Neuraltherape, die Segmenttherapie, wird chronologisch vor der
Störfeldtherapie angewandt. Schlägt sie fehl, so beginnt man mit der Suche nach den Störfeldern. Bei der Segmenttherapie wird das
Lokalanästhektikum direkt in die Headschen Zonen der inneren Organe injiziert.
Direkt am Schmerzort wird das Verfahren der Quaddelung angewendet: Das Procain wird unter die Haut gespritzt, denn es ist bekannt, das
Krankheiten der inneren Organe Wechselwirkungen mit den darüber befindlichen Hautoberflächen erzeugen. Dadurch soll eine Beschwerdeminderung
erreicht werden.
In der Internationalen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke e.V. wurden zahlreiche Studien zu diesem Thema veröffentlicht, so
über den Einsatz in der medizinischen Grundbetreuung, die Behandlung tiefen Kreuzschmerzes und von Migräne bei Frauen und über die Anwendung der
Neuraltherapie bei Entzündungen des Kiefers.
Diese vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten verdankt die Neuraltherapie der Möglichkeit der Beeinflussung aller Regelkreise des Organismus und
daher könnte sie ein alternatives Heilmittel für viele chronische Erkrankungen darstellen.
Eine weitere (nicht ganz klassische Variante) der Neuraltherapie ist die lokale Infiltration in sog. Triggerpunkte oder Myogelosen. Dadurch kann eine sehr schnelle und auch dauerhafte
Schmerzausschaltung erfolgen, was natürlich keine Ursachenbehandlung ist. Manifeste Triggerpunkte, die schon sehr lange bestehen müssen aber für
eine effektive Schmerztherapie beseitigt werden.
Dies kann unter anderem auch durch Akupunktur oder durch klassische Massage erfolgen. Akupunktur dauert aber länger, ebenso wie die Massage,
die zudem relativ schmerzhaft sein kann. Chronische Schmerzpatienten tolerieren zudem meist keine Massage mehr, weil diese die Beschwerden
zumeist verstärkt. Dies trifft vor allem auf Patienten mit Weichteilrheuma oder sog. Muskelrheuma (Fibromyalgie)
und für Patienten mit Migräne zu.
|