Nierenprobleme - Und was Sie selbst tun können

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

In diesem Beitrag gehe ich relativ "allgemein" auf das Thema Nierenprobleme ein. Dazu versuche ich erst einmal mögliche Ursachen, Erkrankungen und Symptome zu beschreiben, um dann im zweiten Teil auf die Naturheilkunde, sowie mögliche Hausmittel einzugehen.

Zuerst einmal etwas zu den Nieren und den bekannten Nierenerkrankungen:

Es gibt zwei Nieren. Die Nieren sind wichtige Ausscheidungs- und Entgiftungsorgane des Körpers. Sie können von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein.

Es kann unter anderem zu Entzündungen des Nierengewebes kommen. Dabei unterscheidet man nicht-bakterielle Entzündungen (Glomerulonephritis), bakterielle Entzündungen des Nierenbeckens und des Nierengewebes (Pyelonephritis), und die chronischen Entzündungen des Nierengewebes (z.B. chronische interstitielle Nephritis, chronische Pyelonephritis).

Nierensteine (Nephrolithiasis) können sich im Nierengewebe oder im Nierenkelchsystem bilden und werden meist erst durch kolikartige Schmerzen symptomatisch, wenn sie durch den Harnleiter abgehen.

Einige "Systemerkrankungen" (Erkrankungen des gesamten Körpers), können Einfluss auf die Nieren haben:

Diabetes mellitus kann eine diabetische Nephropathie verursachen, bei der vor allem bei falscher Blutzuckereinstellung über Jahre die Nierengefäße geschädigt werden.

Ein langjähriger unbehandelter Bluthochdruck kann zu einer hypertensiven Nephropathie führen.

Auch Gefäßerkrankungen (z.B. Nierenarterienverengung, Kollagenosen, Gefäßentzündungen) können die Nieren schädigen.

Nierenzysten sind häufig Zufallsbefunde, die keine Symptome machen. Treten mehrere Zysten in einer Nieren auf (multizystische oder polyzystische Nierendysplasie) kann es zum Ausfall der betroffenen Niere kommen.

Außerdem können an den Nieren angeborene Fehlbildungen und gutartige sowie bösartige Geschwulste (Tumore) auftreten.

Im Verlauf von Nierenerkrankungen kann es zu einem Nierenversagen (akute oder chronische Niereninsuffizienz) kommen.

Was passiert in der Niere?

Im Retroperitonealraum (hinter der Bauchhöhle) gelegen ist die Niere paarig in Bohnenform angelegt, weist eine ungefähre Länge von 10 bis 12 cm und eine Breite von 5 bis 6 cm auf mit einem Gewicht von ca. 150 g. Sie besteht aus Kapsel (Capsula fibrosa), Rinde (Cortex renalis) und Mark (Medulla renalis).

Die Niere (Ren) dient als Ausscheidungsorgan für Stoffwechselprodukte und Giftstoffe. Sie reguliert den Wasser-und Elektrolythaushalt, den Säure-Basen-Haushalt, den Blutdruck und die Blutbildung durch Erythropoetin (EPO).

Das zur Reinigung bestimmte Blut gelangt durch die Blutgefässe zur Niere. Etwa 1 Liter Blut fliesst pro Minute durch diese Organ, das sind 1440 Liter am Tag... Eine gesunde Niere scheidet täglich etwa 1 ½ Liter Urin aus.

Das Blut fliesst durch winzige Blutgefässe, die gerade mal ein Blutkörperchen nach dem anderen durchlassen. Alles, was zur Zeit nicht gebraucht wird, wird ausgeschieden.

Es ist aber nicht nur Abfall was da Richtung Nierenbecken fliesst, sondern können auch Mineralsalze und Vitamine sein, die zur Zeit im Überfluss vorhanden sind. Deshalb ist ja Urin nicht Abfallstoff, sondern zugleich auch Heilmittel. Von diesen 1 ½ Litern Urin sind bis zu 70 g feste Harnsalze (Chloride, Phosphate, Urate usw) enthalten.

Wer zu wenig trinkt behält einen Teil dieser Stoffe im Körper, wo sie die Nieren schädigen können. Ein Indiz für genügende Trinkmenge (Wasser oder Tee, alles andere zählt zur Nahrung) ist ein farbloser bzw. schwach gefärbter Urin.

Trüber oder stark gefärbter Harn, häufiger Harndrang, geschwollene Augen und Finger sowie Ödembildung können Hinweise auf eine Niereninsuffizienz sein.

Was der Körper bildet, kann er auch wieder abbauen, denken Sie daran, wenn man Sie aufschneiden will.

Weitere Nierenprobleme: Nierenschwäche - Nierenbeckenentzündung - Elektrolythaushalt

Sprache der Symptome

In der Sprache der Symptome werden Nierenprobleme im Zusammenhang mit Beziehungskonflikten gesehen, aber nicht unbedingt auf den Partner bezogen. Nierenprobleme können auch anzeigen, dass wir Geschehenes nicht akzeptieren können und immer noch an der Vergangenheit hängen. Nierenprobleme können aber auch von der Angst kommen.

Der Volksmund sagt ja: Das geht mir an die Nieren. Nierensteine entstehen immer dann, wenn sich die Beziehungsprobleme verhärten, konzentrieren, versteinern. Trinken wir genug, ist die Gefahr der Nierensteine gering. Trinken hat auch mit Geselligkeit zu tun, wir trinken uns zu. Geselligkeit hat mit Beziehungen zu tun. Und wenn wir gute Beziehungen haben, verringert sich die Gefahr zur Steinbildung.

Eine Nierenkolik ist der letzte Aufschrei dieses lebenswichtigen Organs. Nach chinesischer Auffassung ist die Niere auch Sitz unserer Lebensenergie.

Männer haben häufiger Nierensteine als Frauen, weil die Männer mehr Mühe mit der Harmonie bekunden als die Frauen. Diese wiederum neigen mehr zu Gallensteinen, weil für sie das Ausleben der Aggressionen schwieriger ist.

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Naturheilkunde und Alternative Medizin bei Nierenleiden

Akute oder chronische Nierenentzündungen können im äußersten Fall zum kompletten Nierenversagen führen. Bei dieser ESRD („End-Stage Renal Desease“, englisch für: „End-Stadium der Nierenerkrankung“) besteht Dialyse-Pflicht. Ich kenne genug Dialyse-Patienten, um ihnen versichern zu können: das möchten Sie nicht. Was mich vor allem immer wieder wundert ist, wie viel Zeit die Patienten auf einmal aufbringen für die Dialyse. Hätten Sie nur einen Teil davon bereits früher in ihre Gesundheit "investiert", sie hätten jetzt mehr Zeit und vor allem wesentlich mehr Lebensqualität.

Zwar kann eine Nieren-Transplantation einen Patient von der Dialyse befreien, aber die "Qualität" ist auch dann nicht wieder voll hergestellt. Das mit der Dialyse ist jetzt in diesem Beitrag nicht das Thema, sondern allgemein Nierenprobleme, deswegen komme ich jetzt erst einmal zu den hilfreichen Maßnahmen.

Ich rate dazu bereits bei beginnenden Nierenproblemen grundsätzlich auf die Naturheilkunde zu setzen. Vor allem bei allen Arten leichter entzündlicher Prozesse der Niere.

Helfen können hier völlig natürliche, biologische Wirkstoffe, die auch in Lebensmitteln vorkommen. So stehen Omega-3-Fettsäuren schon länger im Ruf, einen entzündungshemmenden Effekt zu haben. Den Nachweis führte nun eine Forschergruppe der University of Western Australia/Perth. Untersucht wurden 85 Patienten in 2 Gruppen: Ein Segment erhielt Ubichinon (Vitamin Q10) und Omega-3-Fettsäuren, das andere nur reines Olivenöl. Dabei testeten die Wissenschaftler die Wirkung der verabreichten Substanzen auf kardiovaskuläre Erkrankungen und auf die chronische Nierenentzündung. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten Dr. Emilie Mas und ihr Team im April 2015 im Clinical Nutrition Journal.

Den Rückgang der inflammatorischen Prozesse konnten die Forscher anhand dreier Entzündungs-Parameter nachweisen:

  • Die Aktivität der Cyclooxygenase 2 (COX-2) war um 90 % reduziert. Das Protein spielt in der anspringenden Reaktions-Kette der Entzündungs-Mechanismen eine wesentliche Rolle.
  • Die Konzentration der Lipid-Mediatoren war stark erhöht. Diese körpereigenen, hormonellen Wirkstoffe unterdrücken Entzündungen. Lipid-Mediatoren sind den Fettsäuren ähnlich und werden im Körper wahrscheinlich aus den Omega-3-Fettsäuren produziert.
  • Die Konzentration des C-reaktiven Proteins (CRP) ging zurück. CRP fördert die Immun-Antwort und die Entzündungs-Kaskade. Nachgewiesen ist auch, dass das Protein als Leit-Signal für Fresszellen dient. Fresszellen sind spezialisierte weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die sich wie Amöben fortbewegen und Eindringlinge bekämpfen oder abgestorbene Zellen abbauen.

Omega-3-Fettsäuren können also durchaus als Alternative zu konventionellen "harten" Entzündungshemmern angesehen werden! Und genau das wissen die wenigsten Ärzte! Deswegen erwähne ich das hier auch als Erstes und auch etwas ausführlicher!

Empfohlen wird die Gabe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Kombination mit Vitaminen und einigen Aminosäuren. Dies gilt speziell für Entzündungen im Anfangsstadium oder mit relativ mildem Verlauf. Omega-3-Fettsäuren könnten so auch zur Behandlung chronischer Nierenentzündungen beitragen. Damit wäre ein Weg offen, die Nebenwirkungen von Kortison-Derivaten zu vermeiden. Diese „Steroide“ können lebensgefährliche Überempfindlichkeits-Reaktionen hervorrufen und zum Abbau von Knochen- und Muskel-Substanz führen. Sogar Thrombosen provozieren diese Entzündungshemmer und viele weitere Nebenwirkungen.

Auch die sogenannten nicht-steroidale Medikamente für die Unterdrückung einer Entzündung (NSAIDs) sind keineswegs harmlos, wie ich das bereits mehrfach in anderen Artikeln darlegte: ASS (Handelsname u.a. Aspirin), kann beispielsweise zu Magenblutungen führen und Ibuprofen zu Hypertonie. Die beiden NSAIDs haben im Vergleich zu den Omega-3-Fettsäuren noch einen weiteren Nachteil: Sie sind keine COX-2-Hemmer und damit nur Mittel zur Bekämpfung der Symptome. Übrigens: Auch bei den pharmazeutischen Cox 2 Hemmern bin ich sehr kritisch! Mehr dazu habe ich im Beitrag zu Entzündungen angesprochen.

Aromatherapie Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden. Absud von Splintholz der wilden Linde kann Hilfe leisten.
Ernährung

Je nach schwere der Nierenerkrankung sollten Sie eine intensive Beratung durch entsprechend geschulte Berater erhalten. Hier einige allgemeine Punkte zur Ernährung für "Nierenkranke":

Eine eiweißarme Ernährung ist für alle Nierenpatienten hilfreich. Vielleicht nutzen Sie dies als Einstieg in eine vegetarische Ernährung? Auf JEDEN Fall rate ich dazu sofort Schweinefleisch in jeglicher Form zu meiden! Auch Wurst!

Die Milch ist auch ein Thema. Ich rate sowieso allen Patienten KEINE Milch zu trinken.

Fast alle Nierenpatienten sollten sich phosphatarm ernähren (Schmelzkäse, Kochkäse, Milchpulver, Kondensmilch u.a.).

Salz sollte möglichst durch andere Gewürze ersetzt werden.

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Folgende Mischung aus Urtinkturen kann hilfreich sein:
40 ml Goldruten, 30 ml Zinnkraut, 20 ml Brennnessel, 10 ml Kamille.
Homöopathie

zu Beginn eine "Säure": Acidum benozoicum D3 oder Acidum oxalicum D4
anschließend: Rubia tinctorum, Berberis vulgaris D3, Solidago virgaurea D3 (jedes Mittel jeweils vier Wochen 3mal täglich eine Tablette).

zusätzlich: Calculi biliarii D10 (1 mal täglich über eine lange Zeit)

Förderung des Steinabganges bei Schmerzen: Berberis vulgaris D3

Bei Schmerzen nach dem Steinabgang: Arnica D4

Weiter Mittel: Hernaria glabra D1
Coccus cacti D4
Sarsaparilla D4
Lycopodium D4

Heilpflanzen

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor: Birkenblätter, Brennnesselkraut, Eisenkraut, Gartenbohnenhülsen, Goldrutenkraut, Hauhechelkraut, Petersilienwurzel, Queckenwurzelstock, Schachtelhalmkraut, Schöllkraut

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Färberginsterblätter, Krappwurzel, Liebesstöckelwurzel, Preiselbeerblätter

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen. Bei Nierenproblemen muss man den Säure-Basen-Haushalt gut im Blick behalten. Ich rate dazu sich NICHT selbst mit Basenmitteln zu behandeln.

Wirbelsäulensegmente Der 10. und 11. Brustwirbel innerviert die Nieren. Lassen Sie eine mögliche Fehlstellung prüfen (Chiropraktiker, Manuelle Medizin).
Zahnstörfeld Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind bedenklich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 8.7.2015 aktualisiert.