Naturheilkunde und Alternativmedizin

Was sind Schüssler-Salze?

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Der Oldenburger Homöopath Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898) wählte aus der umfangreichen Liste homöopathischer Ursubstanzen zwölf spezifische Mineralsalz-Verbindungen, die sich auch in der Asche verbrannter Körper nachweisen lassen, zur Bekämpfung organischer Erkrankungen aus.

Die so genannte „Biochemie nach Schüßler“, eine auf zwölf Substanzen und zwei Potenzstufen überschaubar begrenzte Homöopathie, gehört zu den Basiserkenntnissen alternativer Medizin.

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Oft wird gefragt, was denn der Unterschied zwischen den Schüßler Salzen und der Homöopathie sei. Dr. Schüßler antwortete darauf:

Der Grundsatz, nach welchem ein Mittel gewählt wird, drückt diesem sein Gepräge auf. – Ein nach dem Aehnlichkeitsprinzip gewähltes Mittel ist ein homöopathisches, ein Mittel aber, welches den Mineralstoffen des Organismus homogen ist, und dessen Anwendung sich auf die physiologische Chemie gründet, ist ein biochemisches. – Ein Homöopath, welcher Silicea anwendet, verfährt unbewusst biochemisch. Die Silicea, kann in gesunden Personen keine Symptome erzeugen, auf deren Grund sie nach dem Aehnlichkeitsprinzip gegen Krankheiten angewandt werden könnte. Die Homöopathen wählen sie auf Grund empirisch gewonnener Heilsymptome. So verfahren sie auch bezüglich der anderen Zellensalze, die sie vor Begründung der Biochemie angewandt haben. (in: Schüssler: Eine abgekürzte Therapie, 1873)

Diese Heilmethode der Biochemie nach Dr. Schüßler (die wir heute einfach "Schüßler Salze nennen), geht von der Tatsache aus, dass im lebenden Organismus 12 besondere Mineralsalzverbindung enthalten sind. Ist es übrigens ein Zufall, dass der Körper auch 12 Energiebahnen (so genannte Meridiane) hat, wie diese in der Traditionellen Chinesischen Medizin beschrieben werden?

Schüßlers Lebensweg ist nicht ohne Pikanterie: Ohne bestandene Reifeprüfung studierte er seit 1852 Medizin an der Universität von Paris; bereits 1855 wurde ihm durch die Universität Gießen der Doktortitel verliehen, eine entsprechende Dissertation jedoch nie gefunden. Zur medizinischen Staatsprüfung wegen fehlender Studiennachweise nicht zugelassen, erlaubte man ihm aber die Eröffnung einer homöopathischen Praxis.

Schüßlers bis in der 1930er Jahre populäre "Biochemie" wurde über Oldenburg hinaus durch das gezielte Wirken der Biochemischen Gesundheitsvereine bekannt.

Das griechische Wort "Bio" heißt Leben und "Chemie" bezeichnet den Zweig der Naturwissenschaft, der sich mit der Zusammensetzung und der Umwandlung der Stoffe und ihrer Verbindungen befasst. Biochemie ist demzufolge die "Chemie des Lebens".

Nachdem es um Schüßler nach dem Jahr 1946 recht ruhig geworden war, griffen die 1980er Jahre seine Erkenntnisse begeistert wieder auf.

Schüßlers zwölf Mineralsalz-Verbindungen gliedern sich in:

All diese Funktionsmittel in den verdünnenden Potenzen D6 bzw. D12 sollten das Potential zur Therapie nahezu aller Erkrankungen besitzen, wobei jedem Mineralsalz bestimmte Krankheitsbilder zugeordnet werden: So senkt zum Beispiel das homöopathisch aufbereitete Magnesiumphospat einen erhöhten Cholesterinspiegel, Natriumchlorid wirkt gegen Wurmerkrankungen, Eisenphospat bei Blasenentzündung und Kaliumchlorid z.B. bei Asthma und Rheumatismus.

Hinsichtlich der Potenzierung hebt sich Schüßlers Lehre vom übrigen homöopathischen Ansatz ab, denn er war nicht überzeugt, dass man dem Patienten die entsprechende, bei Gesunden exakt jene Krankheit auslösende Substanz in gesteigerter Dosierung (Potenzierung, Dynamisierung)verabreichen müsse.

Schüßler sah die Ursache aller Krankheiten in einem Mangel an bestimmten Mineralsalzen; einmal dem Körper zugeführt, setzte im Zuge einer Reaktivierung der im Körper bereits vorhandenen entsprechenden Salze mit der notwendigen Zahl an Molekülen ein direkter Heilungsprozess ein - so jedenfalls seine Vorstellung und Begründung.

Jede Zelle hat ihren spezifischen Aufgabenbereich. Die eine ist zuständig für die Blutbildung, die andere für den Knochenaufbau, wieder eine andere für die Übermittlung oder Informationsspeicherung. Insgesamt wird die Summe aller Zellen des menschlichen Körpers auf etwa 60 Billionen (60'000'000'000'000) geschätzt. Die Zelle selbst ist aber noch lange nicht die kleinste Einheit in unserem Körper.

Sie ist Ausdruck noch kleinerer Elemente, nämlich der Moleküle. In diesem molekularen Bereich finden die Prozesse statt, die chemischen oder biochemischen, die für das zelluläre Funktionieren lebenswichtig sind. Hier ist der medikamentöse Ansatz, die Schlüsselstelle und die Entwicklungsebene. Aber auch die Moleküle sind nicht die kleinste Substanz. Sie sind Produkt der sich verbindenden Atome.

Doch auch diese setzen sich aus weiteren Elementarteilchen (Protonen, Neuronen und Elektronen) zusammen. Und auch diese wiederum bestehen, wie man heute weiss, aus noch kleineren Elementen wie Hadronen, Photonen, Präonen, Neutrinos usw. Hier wird unsere menschliche Vorstellungskraft überfordert. Diese Teilchen sind eben keine Teilchen mehr, sondern Energie. Ist das die selbe Energie, die in unseren Meridianen fließt?

Können Sie sich das vorstellen: 60 Billionen Zellen, die aus Molekülen bestehen, die wiederum aus Atomen bestehen, die wiederum aus Protonen etc. bestehen, die wiederum aus Photonen, Hadronen etc.  und diese vermutlich aus noch kleineren Teilchen bestehen? Wer sagt nun, der menschliche Organismus sei erforscht?

Klar: die Theorien von Schüßler rufen seine Kritiker auf den Plan. Allen voran u.a. Prof. Edzard Ernst. In meinem Beitrag: "Wenn der "unzarte" Edzard den Schüssler versalzt..." gehe ich näher darauf ein.

Einnahme der Schüßler Salze

Dr. Schüßlers Mineralsalze werden in der Regel in einer D4, D6 oder D12 Potenz eingenommen. Lassen Sie die kleinen Tabletten, die zum größten Teil aus Milchzucker bestehen, langsam im Mund (unter der Zunge) zergehen, damit die Mundschleimhaut die Salze aufnehmen kann.

"Kurmässig" nimmt man zwei Tabletten um 9.00 Uhr und um 16.00 Uhr ein. Wenn mehr als ein Schüssler Salz erforderlich ist, kann man sie wechselweise nehmen. In akuten Fällen kann man auch mehr und in kürzeren Zeitabständen einnehmen.

Die so genannten "Heisse Sieben" betrifft das Mittel Magnesium phosphoricum Nr. 7. Davon werden 10 Tabletten in heissem Wasser aufgelöst und, nach Absinken des Milchzuckers, schluckweise so heiss als möglich getrunken.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.08.2012 aktualisiert

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