Yoga - Mehr als nur Entspannung oder Bewegung
von: René Gräber,
Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Eine der sechs klassischen indischen Philosophien, die auf den Veden beruhen, ist das Yoga. Es beinhaltet eine
Reihe von körperlichen und geistigen Übungen, deren Ziel es ist die Vereinigung von Körper und Seele zu befördern,
und deren Aufgehen in der kosmischen universellen Seele vorzubereiten.
Die verschiedenen Yoga Schulen unterscheiden sich in ihren verschiedenen theoretischen Grundlagen und
praktischen Übungen teilweise erheblich.

Yoga Geschichte und Schulen
Bereits in den zwischen 700-200 v.u.Z. niedergeschriebenen indischen Upanishaden, den berühmten philosophischen
Schriften des Hinduismus, war der Begriff Yoga enthalten und einige seiner bedeutendsten Bestandteile
beschrieben.
Laut dem in Versen verfassten indischen Epos Mahabharata, spielte Yoga schon vor über 2000 Jahren eine
wichtige gesellschaftliche Rolle. Als Begründer des Yoga gilt mit ziemlicher Sicherheit Kapila, dessen Wissen
jedoch später noch einmal von dem jüngeren Patanjali zusammengefasst wurde und heute als wichtigster Quelltext des
Yoga gilt.
Da Yoga in der westlichen Welt außerhalb des Hinduismus und Buddhismus nicht als Religion angesehen wird, konnte
sich hier in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein ganz neuer Typus herausbilden.
Unabhängig von den einzelnen Schulen wird hierbei eine Form gelehrt, die ohne den Rekurs auf religiöse und
weltanschauliche Hintergründe entweder einen meditativen oder einen körperbetonten Ansatz verfolgt.
Zielstellung dabei ist die Nutzung der positiven Wirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit. Die
einzelnen Übungen trainieren nicht nur Flexibilität und Kraft, sondern auch die Ausdauer und den
Gleichgewichtssinn.
Die auf regelmäßige Yogaübungen zurückzuführenden Ergebnisse reichen von körperlicher Gesundheit, über
Wohlbefinden und innere Harmonie, bis hin zur Entwicklung angelegter Fähigkeiten und der Erweiterung des
Bewusstseins.
Wissenschaftliche Bestätigung des Yoga
Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten positive Auswirkungen des Yoga bei Durchblutungs- und
Schlafstörungen, Migräne und Rückenschmerzen. Neuere Studien haben gezeigt, dass bereits nach dreimonatigem
Training das Stresshormon Kortisol im Blut wesentlich geringer und der Serotoninspiegel gestiegen ist, der für
Wohlbefinden steht.
Die deutschen Krankenkassen unterstützen die Anwendung von Yoga im Rahmen der Prophylaxe gegen stressbedingte
Krankheiten.
Wirkungsweise, Arbeitsansatz und Hintergrund des Yoga
Yoga geht von einem engen Zusammenhang von Körper, Seele und Geist aus und fördert in diesem Sinne
Körperbewusstsein wie auch die Wahrnehmung innerer Prozesse. Die Prävention steht deutlich im Vordergrund.
Dies wird vor allem durch bewusste Körperstellungen (Asanas), Atemübungen (Pranayamas) sowie Konzentrations-
(Meditations-) und Entspannungsübungen erreicht. Diese Übungen werden von den Teilnehmer/-innen selbst aktiv
ausgeführt (unter verbaler Anleitung durch den Yogalehrer). Sie verbessern die Körperhaltung, die Beweglichkeit und
Kraft und stärken die geistigen Fähigkeiten.
Erfahrungen haben gezeigt, dass Yoga eine Stärkung des Hormonsystems und Nervensystems (siehe auch: Stoffwechselprobleme) und der Verdauung bewirkt. Im weiteren wirkt Yoga stressabbauend
(siehe auch: Stress) und konzentrationssteigernd, zudem vorbeugend gegen Osteoporose und Arthrose.
Yoga beeinflusst Asthmakranke wie auch an Rücken- und Kopfschmerzen Leidende positiv, aktiviert den
Stoffwechsel, den Kreislauf und das Immunsystem.
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