Baldrian: Entspannung ganz ohne Chemie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der getrocknete und zerkleinerte Wurzelstock des Baldrians (lat. Valeriana officinalis) ist eines der ältesten Heilmittel der Volksmedizin. Die Anwendungsgeschichte lässt sich bis 800 n. Chr. zurückverfolgen. Die mehrjährige, krautige Pflanze ist hauptsächlich in europäischen Walregionen, Nordamerika und den südamerikanischen Tropen verbreitet und findet auch Verwendung als anspruchslose, da standorttolerante Zierpflanze.

Die Wuchshöhe beträgt 50-100 cm, die doldenartigen Blütenstände des medizinisch verwendeten Baldrians sind weiß bis rosa. Die Blütezeit liegt zwischen Mai und September, während die medizinisch verwertbare Wurzel, welche einen charakteristischen Geruch aufweist, im September und Oktober geerntet wird.

Wirksame Inhaltsstoffe des Baldrians

Alle Baldrian-Arten enthalten Alkaloide, ätherische Öle und Valerensäure, die muskelrelaxierend wirkt.

Anwendung und Nebenwirkungen

Nach entsprechender Aufbereitung entfalten die Extrakte der Wurzel ihre sedative Wirkung, die bei der Heilung von

zur Anwendung kommen.

Entgegen landläufiger Meinung macht Baldrian nicht müde, sondern entspannt lediglich. Aufgrund seines hohen Wirkungsgrades und der Nebenwirkungsarmut ist Baldrian chemischen Schlafmitteln dennoch vorzuziehen.

Bei zu hoher Dosierung über einen längeren Zeitraum hinweg können allerdings Kopfschmerzen, Muskelzittern und Magenbeschwerden und Darmbeschwerden auftreten. Ein plötzliches Absetzen kann sich in Schlafstörungen äußern und ist daher nicht zu empfehlen. Auch ist zu beachten, dass das Reaktionsvermögen nach der Einnahme beeinträchtigt sein kann. Von der zeitnahen Teilnahme am Straßenverkehr ist daher abzusehen.

Wie sie Baldrian anwenden können

Die verbreitetsten Darreichungsformen sind Fertigpräparate wie

  • Tropfen (alkoholhaltig!)
  • Tabletten
  • Dragees

Die Einnahme ist aber auch als Tee möglich, wobei ein Teelöffel der getrockneten Wurzel mit 150ml Wasser überbrüht werden sollte. Etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte der abgeseihte Tee getrunken werden, damit sich seine einschlaffördernde Wirkung voll entfalten kann.

Um eine optimale Wirksamkeit zu erreichen, wird empfohlen, die Anwendung für mindestens 10 Tage beizubehalten. Um einem Gewöhnungseffekt entgegenzuwirken, sollte der Konsum aber nach spätestens vier Wochen schrittweise reduziert und dann wieder eingestellt werden.

Wer Nebenwirkungen gänzlich ausschließen will, kann 100g Baldrian, in zwei Litern Wasser gekocht und abgeseiht, nach viertelstündigem Ziehen als beruhigenden Badewasserzusatz verwenden.

Zu der Einnahme in der Schwangerschaft gibt es bislang leider keine gesicherten Erkenntnisse, weswegen vorsorglich davon abgeraten wird.

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Studien belegen Wirkprinzip des Baldrians

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Christa Müller vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Bonn hat 2002 nach jahrelanger Forschung die schlaffördernde Wirkung wässrig-alkoholischer Baldrianextrakte chemisch fundiert.

Baldrian enthält nach Ergebnissen dieser Studie ein hydrophiles Lignan, welches sich an den Adenosin-1-Rezeptor des Gehirns anbindet. Dieser Rezeptor gilt als eines der wichtigsten Steuerelemente des Schlaf-Wach-Rhythmus und bindet, bekanntermaßen mit gegenteiliger Wirkung, auch das Koffein.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.08.2012 aktualisiert