Hyperaktivität (ADS / ADHS) bei Kindern: Die Therapie-Katastrophe

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

In diesem Beitrag möchte ich verschiedenen Fragestellungen nachgehen:

Was bezeichnet die Schulmedizin als ADS/ADHS?

Was ist der Unterschied zwischen ADS und ADHS?

Was sind die wirklichen Ursachen der Hyperaktivität?

Die entscheidende Frage aber ist:

Würden Sie Ihrem Kind ein Medikament geben, dessen langfristige Wirkungen nicht bekannt sind, dessen Nutzen nicht bewiesen ist und das gravierende Nebenwirkungen hat und das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt?

Falls Ihre Antwort: "Nein", oder "nur im äußersten Notfall" lautet, dann lesen Sie bitte weiter.

hyperaktive Kinder
Abb.1: schreiende, hyperaktive Kinder. Viele Eltern kennen das. Aber was tun? Viele Mütter, Väter und auch Lehrer fühlen sich davon überfordert... Bild: fotolia - HaywireMedia

Hyperaktivität, ADS, ADHS - was soll das eigentlich sein?

Als Aufmerksamkeitsdefizitstörung bzw. Hyperaktivitätsstörung (kurz: ADHS) wird in der Schulmedizin eine im Kindesalter beginnende psychische Störung bezeichnet, die sich durch eine geringe Konzentrationsfähigkeit, leichte Ablenkbarkeit, Impulsivität und häufig auch Hyperaktivität (Unruhe, großer Bewegungsdrang) auszeichnet.

Bei der ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) steht ein unaufmerksames, impulsives Verhalten ohne die motorische Überaktivität im Vordergrund.

Ungefähr 3 – 10 % der Kinder in Deutschland weisen Symptome dieser sogenannten „Störungen“ auf. Jungen sollen insgesamt häufiger betroffen zu sein als Mädchen. In den USA sollen 11 % der Kinder betroffen sein.

Einige Symptome können in unterschiedlicher Ausprägung auch bis ins Erwachsenendasein bestehen (siehe auch ADHS bei Erwachsenen). Dann können auch andere psychische Störungen, wie Depressionen, Angstzustände oder Essstörungen, hinzukommen. Dazu gesellen sich eventuell eine erhöhte Herzfrequenz und Schlafprobleme. Soweit die Beschreibung der Krankheit aus schulmedizinischer Sicht.

Exkurs: Symptome sind noch keine Krankheiten

Die Symptome (Beschwerden) veranlassen den Menschen zum Arztbesuch. Der Mediziner versucht dann, mit verschiedenen technischen Mitteln, die Krankheit und die dazugehörende Ursache festzustellen. Manchmal kann der Arzt allerdings keine Krankheit erkennen, weil alle Parameter und bildgebenden Verfahren auf keine Ursachen hindeuten. Demzufolge ist der Patient gesund, obwohl er Symptome zeigt. So hat nicht jeder eine Magenkrankheit, bloß weil er/sie Bauchschmerzen hat.

Vielleicht hat sich der Patient nur den Magen verdorben.
Wäre der Arzt wie ein Psychiater vorgegangen, hätte er womöglich nur aufgrund der Symptome eine Magenerkrankung diagnostiziert. Denn die Fachärzte, die sich mit psychischen Krankheiten befassen, sind auf die Symptome alleine für die Diagnose-Stellung angewiesen. Denn die meisten psychiatrischen Krankheiten sind mit anderen diagnostischen Methoden nicht nachzuweisen. Das bedeutet nicht, dass diese Erkrankungen keine Ursachen haben, sie sind nur entweder gar nicht oder nur schwer herauszufinden. Eine echte Depression kann eine Grunderkrankung sein oder eine vorübergehende Reaktion auf widrige Lebensumstände.

Der Trend zur Über-Diagnose

Die Zunahme psychischer Erkrankungen liegt nicht an einer kränker werdenden Menschheit, sondern an einer geänderten Sichtweise. Dies äußert sich in verschärften Diagnose-Kriterien, die Beschwerden vorschnell zu einer Krankheit erklären. Treibfeder des Trends sind nach Meinung von Prof. Dr. Jerome Kagan ökonomische Motive. Der renommierte Begründer der Entwicklungspsychologie nennt als Urheber dieser systematischen Kunstfehler die Pharmaindustrie und ihre Kooperation mit der  Ärzteschaft (Jerome Kagan: Psychology's Ghost: The Crisis in the Profession and the Way Back. März 2012, New Haven, CT, US: Yale University Press).

ADS und ADHS: nur eine Erfindung der Pharma-Konzerne?

ADS/ADHS ist nach Meinung von Kagan und vieler seiner Fachkollegen eine erfundene Krankheit. Wie bei anderen Problemen innerhalb der Psychiatrie auch sind keine handfesten Ursachen bestimmbar (was nicht heißen soll, dass alle psychiatrischen Krankheiten erfunden sind). So weicht beispielsweise der Dopamin-Spiegel von angeblich an ADS/ADHS erkrankten Kindern nicht von dem gesunder Altersgenossen ab.

Die angebliche Krankheit fußt also nur auf den Symptomen, die wahrscheinlich gar keine Krankheitszeichen darstellen. Laut Kagan gehören die Kinder, die an ADS/ADHS leiden sollen nur einem anderen Temperament-Typ an. Seinen Forschungen zufolge sind 20 % aller Babys naturgegeben hochreaktiv, aber damit nicht automatisch krank. Hier kommt zum Ausdruck, dass Menschen eben unterschiedlich sind. Sicher haben unruhige Kinder oft Lernschwierigkeiten, die jedoch niemals die Medikation von Psychopharmaka rechtfertigen!

Über die Therapie mit Ritalin

Seit Jahrzehnten behandeln Psychiater die angebliche Krankheit mit Methylphenidat, das Apotheken unter dem bekannteren Handelsnamen „Ritalin“ anbieten. Das Sympathomimetikum intensiviert die Tätigkeit des Sympathikus. Der Hirnnerv steigert die Stoffwechsel-Aktivität wie Blutdruck und Puls. Die Dämpfung des Sympathikus durch Ritalin ist bei ADHS-Patienten eine paradoxe Wirkung. Und die nutzen Ärzte für die Behandlung, wenn sie ADHS/ADS diagnostiziert haben.

Ritalin gilt als das "Wundermittel" gegen ADHS bzw. ADS und Hyperaktivität bei Kindern. Es kann aber erhebliche Nebenwirkungen haben: Hemmung des Wachstums, Krampfanfälle, visuelle Störungen, Nervosität, Schlafprobleme, Magersucht und Psychosen. Die Persönlichkeitsveränderungen, die der Wirkstoff hervorruft, können sogar  einen Suizid zur Folge haben. 

Ritalin gehört zur einer Gruppe von Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie zum Beispiel auch: Morphium und Amphetamine - also alles Medikamente mit einem hohen Missbrauchs- und Abhänigkeitspotential.

Ritalin - eigentlich ein Aufputschmittel

Dabei ist Ritalin eigentlich ein Aufputschmittel, dessen Wirkung auf die so bezeichneten „ADS-/ADHS-Kinder“ genau umgekehrt wirkt, wie ich oben bereits erwähnte. Dabei gibt es keine stichhaltigen Studien, dass Ritalin wirkt und erst recht keine Studien über die Sicherheit von Ritalin - auch nicht nach 15 Jahren der Anwendungsbeobachtung im "Feldversuch" mit "wirklichen" Kindern.

Verschreibung ohne jeglichen "Test"

Untersuchungen bei über 400 Kinderärzten in den USA zeigten, dass bei über der Hälfte der Kinder (bei denen ADS diagnostiziert wurde), KEINERLEI pädagogische oder psychologische Tests gemacht wurden. Dabei gehört nach gängigen Standards des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) der USA zur Behandlung der Verhaltensstörung psychologische Tests und eine Psychotherapie zwingend dazu. Doch nur bei rund der Hälfte der US-amerikanischen Patienten ist dies tatsächlich der Fall.

Es scheint gar nicht so wichtig zu sein, welche Probleme auffällige Kinder haben und wie sie sozial unterstützt werden können. Hauptsache, es wird eine Krankheit diagnostiziert und die heißt dann eben „ADS/ADHS“.   Wie vorschnell dies geschieht, hat eine Untersuchung der UNO gezeigt (British Medical Journal, 1996, 312: 657). Deswegen vermuten viele Wissenschaftler eine fatale Über-Diagnostizierung der sogenannten „Erkrankung“ sogar nach den Kriterien der Schulmedizin, die ADS/ADHS als Syndrom propagiert.  Die Medikation mit Ritalin ist demnach doppelt und dreifach nutzlos und schädlich.

Noch mehr Präparate mit Nebenwirkungen: Adderall & Co.

Aber damit ist es noch nicht genug: Auf dem Markt sind ca. 20 Medikamente erhältlich, die die Auswirkungen von "ADHS", dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit zusätzlicher Hyperaktivität, bei Kindern minimieren sollen. Neben Ritalin ist Adderall eines der am häufigsten verschriebenen Präparate. Das Amphetamin macht schnell abhängig und steht im Verdacht, schwere Nebenwirkungen zu zeitigen. Dazu zählen Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Muskel-Zuckungen, Halluzinationen und Stimmungsschwankungen.

Jedoch wurden die langfristige Wirksamkeit, die Sicherheit und die möglichen Nebenwirkungen all dieser Mittel nie getestet, als sie auf dem Markt zugelassen wurden - und das, obwohl alleine in den USA ca. 11 % (=6,4 Millionen Kinder!) diese Medikamente regelmäßig einnehmen.

Als die Präparate auf den Markt gebracht wurden, gab es einige Probanden, die die Mittel "ausprobierten". Jedoch waren dies lediglich 75 Personen, die die Pillen über einen sehr kurzen Zeitraum von vier Wochen einnahmen. So ist es natürlich unmöglich, wirklich fundierte Aussagen zum Thema Sicherheit der Medikamente sagen zu können, besonders, da Kinder diese oftmals während ihrer ganzen Kindheit einnehmen müssen.

Niemals für den Einsatz bei ADHS gedacht gewesen... ADHS-Mittel hatten ursprünglich ganz andere Indikationen

Ein weiterer durchaus schockierender Punkt ist, dass sieben der 20 Mittel gar nicht für die Bekämpfung von "ADHS" gedacht sind, sondern andere Probleme wie z. B. Fettleibigkeit behandeln sollten. So lassen nicht nur Wissenschaftler vom "Boston Children´s Hospital" verlauten, dass sie sich viel höhere Messlatten für die Neueinführung solcher "Chemiekeulen" auf dem Markt wünschen würden, wie in "PLoS ONE" (2014; 9(7): e102249) erst kürzlich zu lesen war. Hier gibt es offensichtlich noch sehr großen Nachholbedarf.

Expertenstudie mit 12.000 Patienten: Ritalin hat nur "geringen" Nutzen

Und als ob das noch nicht reichen würde: Forscher äußern sich in einer im November 2015 erschienen Studie, die in der renommierten Cochrane Library erschien. Unter Federführung des dänischen Psychologen Ole Jakob Storebø überprüfte das Forscher-Team 185 Studien, die die Wirksamkeit von Ritalin belegen sollten. In all diesen Arbeiten zusammen sind die Daten von etwa 12.000 Patienten erfasst. Im Ergebnis stellten die Wissenschaftler fest, dass Ritalin zwar einen Nutzen bei ADHS habe, der allerdings sehr gering sei. Ob die dauerhafte Gabe des Medikamentes an Kinder vertretbar sei, müsse durch gründliche Langzeit-Studien untersucht werden.

Die Cochrane-Forscher hegen Zweifel am Bewertungsansatz der geprüften Studien. Um die Wirkung des Präparates zu messen, sollten Lehrer die Symptome ihrer ADHS-Schüler nach einer Punkte-Skala bewerten. Damit sollten die Pädagogen die Intensität der Agitiertheit von 0 – 72 Punkten beurteilen. Unter Ritalin-Einfluss stellte sich durchschnittlich eine Besserung von kaum 10 Punkten ein.

Aufgrund der Subjektivität der Mess-Methode müssen davon noch knapp 7 Punkte abgezogen werden. Für einen signifikanten Nachweis sei das sehr wenig, wie Storebø und seine Kollegen meinen. Ähnlich sieht es mit einer weiteren Mess-Skala aus, bei der die jugendlichen Patienten und die Eltern die Ritalin-Wirkung von 0 – 100 bewerteten. Hier kam im Mittel eine Linderung um 8 Punkte heraus, wobei zur Signifikanz-Bereinigung noch 7 Punkte herunter gerechnet werden müssen. In Anbetracht dessen kann nicht nur der Nutzen des Präparates angezweifelt werden, sondern auch die Existenz der Krankheit selber.

Schöne Pharmawelt: Nutzen: 1% und es wird weiter verordnet...

Bleibt eine Verbesserung um 1 %. Schon der Laie fragt sich, wie man da von einer deutlichen Besserung sprechen kann.

Die Cochrane-Studie schied von Vornherein einige Hundert Ritalin-Studien aus, weil die Qualität im Ganzen zu schlecht war. Trotzdem fiel das Resultat zu Ungunsten des ADHS-Medikamentes aus. Warum die Studien trotzdem Ritalin als wirksam beurteilen, deutete die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel vom 25. November 2015 an: 72 der 185 Arbeiten sponserte die liebe "Pharmazeutische Industrie".

Mein Zwischenfazit:

Ich halte es für ein Unding Heranwachsenden stark wirkende Medikamente zu geben,
a) deren Nutzen nicht wirklich bewiesen ist, und die offensichtlich nicht wirken - wie ich aus der Praxis bestätigen kann.
b) die eine (von Ärzten) eingebildete Krankheit behandeln sollen,

c) deren langfristige Wirkungen nicht bekannt sind und
d) deren Nebenwirkungen und das Suchtpotential als hoch einzuschätzen sind.

Lesen Sie auch meinen "Skandal Artikel": Neuroleptika für Kinder?

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Ursachen für die Hyperaktivität

Die Schulmediziner verschiedene Ursachen für die Entstehung des ADHS und des ADS (bzw. dafür, warum Kinder übernervös sind). Und da geht auch schon wieder der "Expertenstreit" los...

Genetik

Zum einen wurde eine genetisch bedingte veränderte Signalverarbeitung im Gehirn von Betroffenen erkannt. Kagan sieht dies als bloße Variante unter den verschiedenen Temperament-Typen.

Reizüberflutung

Es wird auch eine Reizüberflutung durch die Gesellschaft diskutiert (z.B. durch Fernsehen, Videospiele). Mehr dazu weiter unten.

Erziehung und Entwicklung

Psychosoziale Faktoren, besonders der Erziehungsstil und die Wahrnehmung durch die Eltern, beeinflussen sehr stark die Entwicklung und weitere Ausprägung der Störung.

Impfungen

Eine weitere mögliche Ursache sind die Impfungen, die angeblich schützen sollen. Das Immunsystem ist derart durcheinander gebracht, dass die Kinder (unbewusst) nicht mehr ruhig sein können. Wenn man sich bewusst macht, dass einem Kind bis zur Einschulung über 40 Impfungen zugemutet werden (mit entsprechenden "Zusatzstoffen"), könnte an dieser These etwas dran sein.

Ernährung

Ebenso scheint als gesichert zu gelten, dass die Ernährung eine Rolle spielt. Vor allem die Zusatzstoffe in der Nahrung spielen dabei eine Rolle. In diesem Zusammenhang werden vor allem die sogenannten Azofarbstoffe diskutiert. Ich sage dazu nur: Das Essen von E-Nummern ist nicht natürlich.

Strahlung

Und da sind da noch die Themen Handy-Strahlung und Ultraschall in der Schwangerschaft. Hierzu muss ich (glaube ich), nichts weiter ausführen. Unter den Links finden Sie meine Ansicht und Ausarbeitung zum Thema.

Aus naturheilkundlicher Sicht gibt es für mich aber nicht DIE Ursache. Bei den meisten  Kindern, die unter ADS / ADHS leiden sollen und die ich sehe, spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Familie - Erziehung - Ernährung und Medienkonsum greifen ineinander.

Deswegen gibt es für eine naturheilkundliche Therapie auch verschiedene Ansatzpunkte.

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Naturheilkunde und Alternative Medizin

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Kindern, die unter Hyperaktivität bzw. ADHS oder ADS leiden, in Frage kommen können.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum Fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
Bachblüten Bachblüten können wirklich einen Versuch Wert sein bei der Hyperaktivität von Kindern. Lassen Sie sich von einem Therapeuten eine entsprechende Mischung empfehlen.
Ernährung

Bei der Ernährung der Kinder die unter Hyperaktivität leiden, spielen aus meiner Sicht im Wesentlichen folgende zwei Faktoren eine Rolle:

1. Zucker.
Süßigkeiten, Eis und andere Naschis sind definitiv Dinge, mit denen Sie ihrem Kind schaden. Wenn Sie EINEN vernünftigen Grund kennen, warum Ihr Kind Süßigkeiten braucht schreiben Sie mir bitte - ich möchte diesen Grund veröffentlichen. Lesen Sie bitte auch einmal meinen Beitrag zur Zuckersucht.

2. Zusatzstoffe in der Nahrung. Konservierungsstoffe, Farbstoffe (Azofarbstoffe) und viele andere Dinge, die der Körper Ihres Kindes mit Sicherheit nicht braucht und die ihm schaden. Der Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat und Nitrate haben bei Hyperaktivität eine äußerst negative Wirkung und sollten nicht konsumiert werden. Künstliche Süßstoffe wie Aspartam stehen ebenfalls im Verdacht, die Beschwerden zu verschlimmern. Daneben sollte auch auf Sojabohnen und deren Produkte verzichtet werden. Auch sollten die Patienten keine hydrolysierten Proteine oder Koffein zu sich nehmen

Gluten steht im Verdacht, Hyperaktivität zu fördern. Eine entsprechende Diät sollte deshalb unbedingt erprobt werden. Industriell verarbeitete Lebensmittel sollten Eltern ganz vom Speisezettel streichen und verstärkt traditionell fermentierte Lebensmittel anbieten. Milch-Produkte sollten vermieden werden. 

Probiotika Probiotika unterstützen eine optimale Zusammensetzung der Darmflora. So schützen sie auch vor negativen Einflüssen von Darmstörungen auf das Nerven-System. Darmkrankheiten im Kindesalter sind mit einem erhöhten Risiko für neurologische Erkrankungen verbunden, die ein Leben lang persistieren können. 
Heilpflanzen

Aber Heilpflanzen halte ich in der Therapie für Kinder für weniger geeignet. Dennoch könnten zum Beispiel infrage kommen: Kamille, Hopfen, Baldrian, Ginkgo und Ginseng kommen.

 Ätherische Öle

Neuere Erkenntnisse lassen hingegen darauf schließen, dass ätherische Öle bei Hyperaktivität sehr gute Erfolge erzielen können. Das wirkungsvollste ist wohl das Vetiver-Öl. Gewonnen wird es durch Kalt-Pressung oder Destillation. Die Wirkung des Öles ist sogar durch das EEG nachweisbar.

Weitere Ätherische Öle, die eine positive Wirkung bei Hyperaktivität haben sollen sind die von Rosmarin, Lavendel, Zeder, Bergamotte, Weihrauch, Eukalyptus und Ylang Ylang.

Die Anwendung der Ätherischen Öle kann auf verschiedene Arten erfolgen. Am einfachsten ist die direkte Inhalation aus der Flasche.

Effektiv ist auch die Dampf-Inhalation mittels eines Kochtopfes, aus dem der erwärmte Dampf eingeatmet wird (nur wenige Tropfen hinzufügen). Ein über den Kopf gehaltenes Handtuch verstärkt den Effekt. Daneben sind elektrische Diffusoren im Handel. Die topische Applikation erfolgt durch sparsames Auftragen auf die Handgelenke, den Nacken, hinter die Ohren oder auf die Fußsohlen.        
 

Homöopathie  Aus dem Bereich der Homöopathie sollte das "richtige" Mittel gefunden werden. Ich möchte hier keine Mittel aufzählen. Es wären zu Viele. Wer sich auf dem Gebiet der Homöopathie bei Hyperaktivität einen Namen gemacht hat, ist z.B. Dr. med. Heiner Frei. Auf seiner Seite www.heinerfrei.ch/ads-adhs/ finden Sie weitere Informationen, Fragebögen etc.
 
Orthomolekular-Medizin

Aus dem Bereich der Vitalstoffe kommen zahlreiche Mittel in Frage:

Nachtkerzenöl wäre ebenfalls eine Überlegung wert, ebenso auf jeden Fall: Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren. Die Fettsäuren stabilisieren das Nerven-System und wirken entzündungshemmend.

Darüberhinaus: Vitamin B Komplex, wobei besonders Vitamin B6 eine wichtige Bedeutung hat, weil der Vitalstoff zur Synthese des Neurotransmitters Serotonin benötigt wird. Nachgewiesen ist auch ein Zusammenhang zwischen einem Mangel des Vitamins sowie Vitamin B2 und Folsäure bei Hyperaktivität.

Eine Besserung der Beschwerden bei Hyperaktivität kann auch Vitamin D herbeiführen. Deswegen würde ich auf jeden Fall danach schauen lassen, ob ein Mangel vorliegt.

Magnesium (250-500mg), Kalzium (500-1000mg), OPC. Sinnvoll sind auch Supplementationen mit Zink und Eisen. Hyperaktivität-Patienten leiden oft an einen Mangel an den beiden Mineralstoffen.  
 

Schüssler Salze

bei körperlicher und seelischer Unruhe: Kalium phosphoricum D6, mindestens drei Mal täglich. Nach spätestens zwei Wochen muss sich eine Besserung zeigen...

sonstiges aus der Naturheilkunde

1. Ihr Kind braucht Liebe und Nähe. In einigen Familien konnte ich beobachten, dass dies offensichtlich nicht der Fall ist. Kinder brauchen sehr viel "Kuschelzeit", vor allem wenn diese unter 10 Jahre alt sind.

Eine Verhaltensstörung gehört zuerst in die Hände eines spezialisierten Psychotherapeuten und sollte nicht von einem reinen Pillendoktor behandelt werden.

2. Fernsehen: Ein eigener Fernseher hat im Zimmer eines heranwachsenden NICHTS verloren. Meine Empfehlung: unter 16 Jahre gibt es keinen eigenen Fernseher. Fernsehsendungen sind kindgerecht zu gestalten. Manga, Actionfilme und ähnliches "Grobzeug" lassen Ihr Kind zudem "verblöden". Kinder die mehr als 30 Minuten täglich fernsehen, zeigen Studien zufolge bereits eine geringere Intelligenz. Meine Frage: wollen Sie ein "dummes" Kind? Ein weiterer Beitrag dazu von mir: Kinder und Jugendliche leiden unter hohem Fernsehkonsum.

3. Videospiele & Handys: neueren Studien zufolge erzeugen Videospiele ein Suchtverhalten, wie dies auch bei anderen Suchterkrankungen der Fall ist. Videospiele für unter 6-jährige halte ich persönlich bereits für Körperverletzung. Ein PC sollte bis zum Alter von mindestens 14 Jahren unter der Kontrolle der Eltern sein. Im Falle eines Internetanschlusses sollten Sie sich einen Fachmann holen, der entsprechende Filter und Programme installiert, sodass Ihr Kind nur auf bestimmte Inhalte zugreifen kann. Das gilt auch für das Handy. Im Grundschulalter haben Handys nichts zu suchen. Die "Reaktionen" mancher Eltern diesbezüglich, die meinen ihrem Kind da etwas "vorzuenthalten", sind meiner Meinung nach an Unwissenheit und mangelnder kognitiver Intelligenz nicht zu überbieten.

4. Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenbetreuung: Jerome Kagan weist darauf hin, dass die meisten sogenannten „ADS/ADHS-Kinder“ aufgrund von Schul- und Lern-Schwierigkeiten dem Arzt vorgestellt werden. Dies scheint demnach das Haupt-Problem zu sein. Daher ist zusätzliche Hilfe beim Lernen angezeigt.

Mein Rat an Eltern: Sie bringen Ihren Kindern das Fahrradfahren bei. Aber bringen Sie Ihnen auch das surfen im Internet bei? Ein Handy an weiterführenden Schulen lässt sich heute wohl in den meisten Fällen nicht mehr umgehen. Es sollten aber entsprechende "Filter" und Kontrollen durch die Eltern ausgeübt werden. Wichtig ist hier auch das Vorbild: Eltern die selbst ständig an der "Kiste" hocken, werden das kaum glaubhaft darstellen können.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 04.03.2019 aktualisiert.