Unter Demineralisation versteht man die Entmineralisierung bestimmter Organe. Dieser Verlust anorganischer Ionen betrifft hauptsächlich Zähne und Knochen. Die Hartgewebe werden spröde und brüchig oder weich und elastisch. Die Folge können  Frakturen oder Knochenverformung sowie Zahnverfall sein.

Die extrazelluläre Matrix des Knochen besteht aus Proteinen (Kollagene), in denen Hydroxylapatit eingebettet ist. Dieses spezielle Calcium-Phosphat mit der Summenformel Ca5(OH)(PO4)3 sorgt für die Stabilität des Stützgewebes. Bei Demineralisation ist der Stoffwechsel rund um Phosphat und Calcium beeinträchtigt.

Die Mineralstoffe in den Hartgeweben werden im Zuge eines Gleichgewichtes abgebaut und auch wieder eingelagert (Remineralisation). Dadurch wird im gesunden Körper die erforderliche Konsistenz von Knochen und Zähnen gewährleistet. Wie hoch der Anteil der kristallinen Verbindungen (“Salze“) ist, richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen. Sind beispielsweise die Knochen durch körperliche Belastung stärker beansprucht, baut der Organismus auch mehr Mineralien in die Knochen ein, um eine höhere Festigkeit zu erzielen.

Ursachen der Demineralisation

Wenn der Anteil der Minerale in den Hartgeweben zu gering ist, können mehrere Ursachen zugrunde liegen. Im einfachsten Falle kommt es bei Fehlernährung oder beeinträchtigter Resorption im Dünndarm zu Mineralien-Mangel und damit zu der folgenreichen Entsalzung. Oft ist aber eine gestörte Regulation des Mineral-Haushaltes der Grund für die Demineralisation. Entweder baut der Körper dann zu viel Mineralien in Knochen und Zähnen ab oder es werden den Hartgeweben zu wenig davon zugeführt.

Die Knochenerweichung (Osteomalzie) beruht auf einem Mangel an Vitamin D, das im Calcium-Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt. Die Hypovitaminose ist besonders bei Kindern als Rachitis bekannt und führt zu schweren Wachstumsstörungen.

Nicht nur die zu geringe Aufnahme von Vitamin D ist dann die Ursache der Demineralisierung, sondern vielfach auch zu wenig Sonnenlicht. Unter der Wirkung von UV-Strahlen kann Vitamin D auch in der Haut vom Körper selber produziert werden. Zu diesem Thema mit der Sonne habe ich hier ausführlich berichtet: Böse Sonne, gute Sonne – Wichtige Erkenntnisse zum Vitamin D.

In nördlichen Regionen ist allerdings eine Fehlernährung ausschlaggebend oder Resoprtions-Störungen der Dünndarms. Grund dafür sind häufig entzündliche Darmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn. Die reduzierte Einlagerung von Calcium bei Osteomalzie beruht manchmal auch auf Beeinträchtigungen des Phosphat-Stoffwechsels, der mit dem Calcium-Haushalt zusammenhängt (Phopshat-Diabetes).

Daneben kommen Nierenerkrankungen infrage, bei denen Mineralien wie Calcium in zu hohem Maße verloren gehen.

Die Osteomalzie ist nur eine Form der verminderten Knochendichte (Osteopenie). Eine weit verbreitete Demineralisation ist die Osteoporose, die vor allem bei Frauen im vorgerückten Lebensalter auftritt, weil der weibliche Körper nach der Menopause weniger Östrogen produziert. Das Hormon ist am Calcium- und Phosphat-Haushalt beteiligt. Die Demineralisierung schreitet schneller voran, wenn Durchblutungsstörungen in Knochen die Versorgung mit Mineralen behindern. Dies ist häufig im Hüftgelenk der Fall, wodurch das Risiko eines Oberschenkelhalsbruches zunimmt. Bei Männern kann ein Testosteron-Mangel zum Abbau von Calcium in den Knochen führen.

Eine weitere Ursache für die Demineralisation ist die verstärkte Ausschüttung des Parathormons, das von der Nebenschilddrüse ausgeschüttet wird. Der Botenstoff führt im Regelkreis des Mineral-Stoffwechsels zur Mobilisierung von Calcium aus den Knochen. Die Konzentration des Erdalkali-Metalls ist dann im Blutserum erhöht. Worauf dieser primäre Hyperparathyreoidismus beruht, kann oft nicht geklärt werden.

Im Zuge der Zahnerkrankung Karies löst sich Calcium-Phosphat aus der Zahn-Substanz heraus. Mangelhafte Mund-Hygiene und besonders der Verzehr von Zucker bieten den Nährboden für Bakterien (Streptokokken), die organische Säuren ausscheiden. Dadurch erhöht sich die Löslichkeit der Mineralien und es kommt zunächst zu kleinen Läsionen im Zahnschmelz. Diese äußerste Schicht des Zahnes ist besonders widerstandsfähig, trotzdem erreicht die Demineralisation im weiteren Verlauf auch das Zahninnere (Dentin). Dann droht ein Verfall des Zahnes, wenn der Zahnarzt nicht interveniert.

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Diagnose der Demineralisation

Im Mittelpunkt der Diagnose steht der Zustand der Knochen. Dazu kann die Knochendichte mit verschiedenen Verfahren gemessen werden. Zum Einsatz kommen röntgenologische Techniken (Dual Energy X-ray Absorptiometry, DXA sowie die quantitative Computertomographie, QCT) und die Sonographie (quantitativer Ultraschall, QUS), die auch in manchen Apotheken durchgeführt werden kann. Besonders Frauen ab 50 Jahren sollten ihre Knochendichte einmal jährlich kontrollieren lassen.

Auch das Blutbild und andere Blutwerte liefern Hinweise auf deine Demineralisation. Im Vordergrund steht dabei die Konzentration von Calcium und Phosphat sowie Natrium im Blut-Serum. Zusätzlich werden einige Enzym-Werte bestimmt wie die alkalische Phosphatase und Leberwerte, hier speziell der Gamma-GT, der zugrundeliegende Leberstörungen offenbaren kann. Der Hormon-Status und die Nieren-Funktion werden ebenfalls überprüft.

Die Therapie bei Demineralisation

Zur Behandlung der Demineralisation gibt es eine Reihe von Medikamenten. Zunächst muss die Mineralien-Versorgung verbessert werden. Dazu dienen der Schulmedizin vor allem gerne die Fluoride und die Medikamente der “Biphosphonate”.

Von den Bisphosphonaten halte ich (fast) nichts. Mehr dazu in meinem Beitrag: Bisphosphonate: Mehr Wirkung oder mehr Nebenwirkung? Bezüglich der Fluoride sieht es nicht besser aus: Fluor, Fluorid, Fluoridierung – NEIN DANKE! Es stehen auch noch monoklonale Antikörper zur Verfügung, die den Mineral-Haushalt der Knochen optimieren sollen. Dazu sage ich lieber nichts. Prüfen Sie es bitte selbst.

Auf das Vitamin D3 zu schauen macht viel mehr Sinn! Eine andere Möglichkeit wäre noch die Gabe von Calcitonin. Das Schilddrüsen-Hormon regt die Einlagerung von Calcium in die Knochen an.

Auch die Funktion von Östrogen-Rezeptoren kann medikamentös unterstützt werden. In die gleiche Richtung wirken Östrogen-Präparate der Schulmedizin – ich würde da erst einmal nach Alternativen schauen…

Zur Prophylaxe von Karies und auch zur Heilung oberflächlicher Löcher im Zahnschmelz  ist eine Anregung der Speichelbildung hilfreich. Das Drüsen-Sekret enthält Mineralstoffe, die in die Zähne eingelagert werden und so der Demineralisierung entgegenwirken können. Etwas mehr auch in meinem Beitrag zur Karies.

Zum Weiterlesen: Unter Mineralsalze und eine Mineralstofftabelle finden Sie eine Auflistung zahlreicher Mineralien.

Aus dem Bereich der Ernährung kann viel getan werden. Hier spielt vor allem die "Vitalität" der Nahrung eine Rolle. Klar: die Mineralien müssen sein. Lesen Sie bitte auch die entsprechenden Ernährungstipps, die ich zu den einzelnen Beschwerden beschreibe.


Bei Osteoporose ist eine Mittelmeer-Diät sinnvoll. Das bedeutet viel naturbelassenes Obst, Nussfrüchte und Gemüse sowie Fisch, der Omega-3-Fettsäuren liefert. Daher sind auch wertvolle Pflanzenöle empfehlenswert wie von Lein, Kokos, Walnuss oder Oliven. Diese Kost ist geeignet, Entzündungen zu vermeiden und zu untertdrücken.

Hier denkt man natürlich an ein Multi-Mineral-Komplex, wie zum Beispiel Dolomit Burgerstein, Schindeles Mineralien oder die Neukönigsförder Mineraltabletten.
Eine Haarmineralanalyse kann Mangelzustände aufdecken.

Vitamin D3 fördert die Einlagerung von Calcium in den Knochen.

Calcium carbonicum D12 und Strontium carbonicum D12 sind die homöopathischen Basismittel bei Osteoporose. Ratsam ist auch das Präparat Hekla lava.


Hier kommen Silicea D6, Calcium fluoratum D12 und Calcium phosphoricum D12 infrage.

Akupunktur

Akupunktur kann über die Stimulation der Nerven sowie der Hormon-Ausschüttung helfen

Aus dem Bereich der Heilpflanzen kommen einige Pflanzen infrage: Bockshornklee, Alfa-Alfa, Dolomite, Blasentang, Johannisbrot, Meerfenchel, Bambou, Ackerschachtelhalm, Brennnessel, Beinwell, Frauenmantel, Salbei und Ringelblume..

Bei dem Punkt Ernährung hatte ich es bereits erwähnt: Der Säure-Basen-Haushalt spielt eine wichtige Rolle. Lesen Sie hierzu unbedingt auch meinen Beitrag: Basische ErnährungBasenpulver können auch kurzfristig helfen.

Zahnstörfelder wie  Zähne mit Wurzelfüllungen und Plomben mit  Amalgam müssen beseitigt werden. Die chronifizierte Intoxikation wird durch eine Schwermetallentgiftung unterbunden.

Sonstiges

Eine vorsichtige Beanspruchung der Knochen regt die Mineralisierung an, weil die Gewebsbildung gefördert wird. Besonders geeignet ist hier Tai Chi.

Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 21.09.2021 aktualisiert.

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