Bevor wir zu möglichen Hausmitteln bei Durchfall kommen, zuerst einiges „Wissenswertes“ zum Thema:
Mediziner definieren Durchfall (Diarrhoe) durch folgende Kriterien: Ein Wassergehalt von über 80 Prozent und vermehrte tägliche Ausscheidungen (mehr als drei) mit Mengen oberhalb von 250 Gramm.
Der veränderte Stuhl entsteht durch eine Störung der Resorptionsfähigkeit (Aufnahme) von Dünndarm und Kolon und zeigt sich im Rahmen vieler unterschiedlicher Erkrankungen. Der Stuhl kann dabei wässrig, breiig, blutig oder fettreich sein, übel riechen und verschiedene Farben aufweisen (z.B. sehr hell oder mit Farben unverdauter Nahrungsbestandteile).
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung leidet mindestens einmal pro Jahr an Durchfall.
Mögliche Ursachen
Diarrhoen können nahrungsmittelinduziert sein, zum Beispiel als Folge einer Laktoseintoleranz, bei Allergien oder Unverträglichkeiten von Fetten oder Kohlenhydraten. Menschen mit Adipositas (starke Fettleibigkeit) zeigen auch öfter Durchfälle als Normalgewichtige.
Zu den intoxikationsvermittelten Ursachen (Vergiftung) zählen der Bakterienbefall mit Staphylokokkus aureus, Alkohol, Schwermetallvergiftungen (z.B. Blei) und verschiedene Medikamente (Antibiotika, Diuretika, Digitalis, Zytostatika).
Eine missbräuchliche Anwendung von Abführmitteln (Laxantienabusus) führt ebenfalls zu starken Diarrhoen.
In den letzten Jahren ist auch eine Durchfallzunahme durch den übermäßigen Genuss von Zuckeraustauschstoffen (z.B. Aspartam) zu beobachten.
Zu den schwerwiegenden Erkrankungen, die mit Diarrhoen einhergehen, zählen unter anderem AIDS, die ausgeprägte Divertikulitis, die Pankreatitis, die Hyperthyreose, tumoröse Entartungen im Bereich des Darms (Adenom, Karzinom, Lymphom), Kollagenosen, mesenteriale Durchblutungsstörungen oder auch Diabetes mellitus im Spätstadium.
Symptome
Die Symptome richten sich nach dem Auslöser, bzw. einer zugrunde liegenden Erkrankung. Dabei können die Durchfälle akut (plötzlich) oder wiederkehrend (chronisch, z.B. bei Colitis ulcerosa) auftreten.
Begleitend zeigen sich verschieden stark ausgeprägte Bauchschmerzen, zum Teil kolikartige Krämpfe, Blähungen sowie Übelkeit, Völlegefühl und Brechreiz. In seltenen Fällen entwickeln sich erhöhte Körpertemperaturen. Anhaltende Durchfälle schwächen den gesamten Organismus.
Betroffene fühlen sich schlapp und müde, zusätzlich steigt die Gefahr einer Austrocknung (Exsikkose) sowie die einer Elektrolytverschiebung durch den hohen Flüssigkeitsverlust.
Neben der Anamnese (Abklärung eines Auslandsaufenthalts, z.B. in den Tropen) und Inspektion (Untersuchung) bieten sich zur gesicherten Diagnose in der Schulmedizin weitere Untersuchungsmethoden an. Dazu zählen der Stuhltest (Hämoccult-Test), die Laborauswertung, eine Darm- oder Magenspiegelung, die Sonographie des Abdomens und unter Umständen eine CT.
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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Durchfall in Frage kommen können.
Akute Durchfälle lassen sich häufig durch geeignete Hausmittel, wie z.B. beruhigende Tees, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (natriumreich), Schonkost und Ruhe behandeln.
Schmerzen oder Krämpfe können medikamentös gelindert werden. Die Einnahme von Durchfallpräparaten ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll und sollte nur bei drohenden Komplikationen (z.B. Exsikkose) zur Anwendung kommen.
Schwere Erkrankungen mit einhergehenden Durchfällen erfordern weiterführende Maßnahmen. Hier ist ein stationärer Aufenthalt zum Teil sinnvoll, um drohende Komplikationen zeitnah abwenden zu können.
In den meisten Fällen sind akute Durchfallerscheinungen nach einer Woche vollständig abgeklungen.
Naturheilkundliche Betrachtung
Ein kurzer, heftiger Durchfall ist das beste Entgiftungsmittel Ihres Körpers.
Er stößt, was ihn plagt, sofort wieder ab. Erst wenn das Problem nach 2-3 Tagen nicht nachlässt, muss man vorsichtig werden. Vor allem, wenn im Stuhl Blut, Schleim oder Eiter sich zeigt, ist sofort ein Arzt aufzusuchen, der die Ursache abklärt.
Durchfall ist an sich keine Krankheit, sondern ein Symptom das anzeigt, dass im Verdauungssystem eine Störung vorliegt. Oft wird der Durchfall auch von Erbrechen begleitet.
Ein chronischer Durchfall ist ebenso gefährlich, wie eine chronische Verstopfung. Beides muss unbedingt behoben werden. Eventuell ist hier eine Darmsanierung angezeigt.
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Cola und Salzstangen gelten als gute Hausmittel – ich halte diese aber nicht für geeignet. Trinken Sie reichlich Wasser und Essen Sie möglichst wenig und nur leichte Kost. Wie so etwas aussehen kann beschreibe ich ausführlicher im Beitrag zur Schonkost.
Bevorzugen Sie pektinreiche Lebensmittel wie Blaubeeren, Äpfel und Bananen, sowie Reis und Karotten. Bananen liefern auch Kalium. Blaubeeren besitzen die Eigenschaft Durchfall zu stoppen; außerdem enthalten diese reichlich Natrium. Wer meint für den Elektrolythaushalt mehr tun zu müssen, gebe auf einen Liter Wasser (still) 1/4 Teelöffel Salz, 1/4 Teelöffel Backpulver oder Basenpulver, 4 Teelöffel Honig und eine frisch gepresste Orange oder ein wenig der oben angeführten Früchte (püriert).
Als Klassikerder Durchfall-Essen präsentiert sich die Möhrensuppe, die aus gekochten und anschließend pürierten Möhren,Salz und etwas Traubenzucker hergestellt wird. Die in dem Gemüse enthaltenen Wirkstoffe binden Giftstoffe im Darm und regen diese anschließend zur Ausscheidung an.
Auch ein geriebener Apfel wirkt effektiv gegen Durchfall. Die enthaltenen Pektine quellen im Darm auf und saugen die überschüssige Flüssigkeit, die sich im Darm während einer Durchfallerkrankung bildet, auf. Sehr sanft wirken überdies die Wirkstoffe in der Heilerde, die in Wasser eingerührt wird und überschüssige Flüssigkeit im Darm bindet.
Die Therapie des Durchfalls kann zusätzlich mit einem Heidelbeertee unterstützt werden, die in den getrockneten Beeren enthaltenen Gerbstoffe beruhigen den überaktiven Darm und wirken Entzündungen entgegen. Vorsicht! Keinesfalls frische Beeren für die Bereitung des Teegetränks verwenden, die einen gegenteiligen Effekt auslösen.
Bei einer Durchfallerkrankung ist immer auch zu berücksichtigen, dass die Beschwerden mit einem erhöhten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust einhergehen. Insbesondere Kinder und Senioren sollten dann für einen entsprechenden Ausgleich sorgen. Fertige Elektrolytlösungen, die den Organismus mit lebenswichtigen Salzen versorgen, ergeben in reichlich Wasser angerührt optimale Durchfallgetränke.
eher bei chronischem Durchfall und Schmierstuhl: Probiotika, Bierhefe, Colostrum. Das bekannte Perenterol(Wirkstoff Saccharomyces boulardii)kann Durchfallerkrankungen verkürzen.
Wenn sie unter wässrigem und schleimigem Durchfall leiden, nehmen sie Natrium chloratum. Bei Durchfall nach dem Frühstück nehmen sie Natrium sulfuricum. Enthält ihr Druchfall immernoch Speisereste, verwenden sie Ferrum phosphoricum. Riecht der Durchfall sauer, dann nehmen sie Natrium phosphoricum. Haben sie Krämpfe und lassen dann einen wässrigen Durchfall, dann nehmen sie Magnesium phosphoricum.
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema „Übersäuerung“ kann bei chronischem Durchfall eine Rolle spielen.
Sonstiges
Aus der Volksmedizin stammt dieses Rezept: Als erste Maßnahme entleeren Sie den Darm wie folgt: 1 EL Rizinusöl mit Zitronensaft, dadurch wird der Verdauungstrakt von Krankheitserregern, Fäulnis- und Gärungsstoffen befreit. Dann trinken Sie ungesüßten Schwarztee mit etwas Muskatnusspulver.
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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina
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