Ein wiederholt auftretendes Kribbeln der Extremitäten mit Taubheitsgefühl in den Fingern und Zehen ist eine Miss- oder Fehlempfindung. Diese Kribbel-Parästhesie, medizinisch korrekt als “Akroparästhesie“ bezeichnet, wird zu den Sensibilitäts-Störungen gezählt. Das unangenehme Symptom kann relativ harmlos sein, doch können sich dahinter auch ernste Erkrankungen verbergen. Entweder liegt ein Problem mit der Durchblutung vor oder eine Störung im Bereich der Nerven.

Akroparästhesien durch neurologische Syndrome

Oft sind mechanische Einflüsse auf periphere Nerven die Ursache der landläufig auch “Ameisenkrabbeln“ genannten Beschwerden. Die Nervenfunktion ist dann durch Druck auf die Leitungsbahnen beeinträchtigt. Manchmal betrifft dies die Austrittsbereiche der Nerven an der Wirbelsäule, wenn Knochenverschleiß oder Bandscheibenvorfälle die Fasern einklemmen. Die Halswirbelsäule macht sich dann im Vorfeld der Beschwerden an Extremitäten durch Nackenschmerzen bemerkbar. Die Akroparästhesie der Füße ist oft mit Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (Lumbalgie) vergesellschaftet sind.

Bei den Beschwerden in Beinen und Händen können Gelenkveränderungen sowie Verletzungen die anatomischen Verhältnisse so verändern, dass die Nerven nicht mehr genug Platz haben. Arthritis, Gicht und Rheuma sind solche Erkrankungen, die letztlich zu den Missempfindungen führen. Zu den möglichen Ursachen zählt auch eine Sehnenscheidenentzündung, die, wie auch die Knochenabnutzung, durch chronische Überbeanspruchung entsteht.

Beim Karpaltunnel-Syndrom ist es der mittlere Armnerv (Nervus medianus), der unter einem Band der Handwurzel (Retinaculum flexorum) eingeklemmt ist. Neben dem Kribbeln in den Fingern bemerkt der Patient nächtliche Schmerzen in den ersten drei Fingern. Diese Schmerzen können dann in den Arm ausstrahlen und später einen Muskelverlust des Daumenballens mit einer Schwäche in der betroffenen Hand verursachen. Außer dem Karpaltunnel-Syndrom kommen einige sehr ähnliche Erkrankungen vor wie das Loge-de-Guyon-, Sulcus-ulnaris- und das seltene Wartenberg-Syndrom.

Zu den Ursachen, die eine Nervenschädigung herbeiführen, gehören auch physiologische und chemische Faktoren. Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus haben nach jahrelangem Verlauf Polyneuropathien zur Folge, ebenso wie Alkoholmissbrauch, Fehl- und Mangelernährung. Insbesondere die Unterversorgung mit den Vitaminen B1, B6 und B12 beeinträchtigt die Nervenzellen, die dann ihre Aufgabe nicht mehr optimal erfüllen können. Die Schilddrüsenunterfunktion zählt zu ebenfalls zu den Stoffwechsel-Problemen, die das Kribbeln in Händen und Füßen auslösen können.

Auch neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose können für die Akroparästhesie verantwortlich sein.

Nervenzellen reagieren auch sehr empfindlich auf Schwankungen im Säure-Base-Haushalt. Eine Übersäuerung (Azidose) oder Überalkalisierung (Alkalose) des Blutes beeinflusst die Nerventätigkeit, weil die Membran-Carrier der Zellen unter diesen Bedingungen unzureichend arbeiten. Ursache kann daneben eine Unterversorgung mit Mineralien sein, die Nervenzellen zur Funktion brauchen. Vor allem ein Calcium-Mangel kommt bei Akroparästhesien infrage.

Auch die Nebenwirkung von Medikamenten zieht der Arzt in Betracht, wenn andere Ursachen nicht gefunden werden. Zu diesen hier verdächtigen Pharmaka zählen einige Antibiotika, Virostatika, Antidepressiva, Antiepileptika und Antirheumatika sowie Chemotherapeutika. Möglicherweise liegen auch Intoxikationen mit Schwermetallen wie Quecksilber oder organischen Chemikalien wie Insektiziden vor.

Durchblutungsstörungen

Vor allem Akroparästhesien in den Füßen werden oft von Durchblutungsstörungen verursacht. Dabei sind es besonders arterielle Durchblutungsstörungen, die durch den Verschluss von Gefäßen ausgelöst werden. Die Arterien-Verstopfung betrifft dann die Bauchschlagader (Aorta abdominalis), die Schlagader des Beckens (Arteria iliaca), des Oberschenkels (Arteria femoralis) oder des Knies (Arteria poplitea). Nur in 10 % aller Fälle von Akroparästhesien sind die Arterien der Arme und Finger verengt. Dann handelt es sich um einen Verschluss der Unterschlüsselbein-Arterie (Arteria subclavia) oder der Achsel-Arterie (Arteria axillaris). Das Problem kann aber auch von Hand-Arterien ausgehen (Arteriae digitales).

Auch Durchblutungsstörungen im Zentral-Nerven-System können Akroparästhesien auslösen. Die verengten Gefäße, die das Gehirn versorgen, führen dann zu Nährstoff- und Sauerstoffmangel (Hypoxie) in den Neuronen. Die schlimmste Form der zerebralen Mangeldurchblutung ist der Schlaganfall. Daher ist besonders bei einseitigem Kribbeln in Händen oder Füßen der Notarzt zu informieren.

Die Ursache der Durchblutungsstörungen kann auf einer erblichen Veranlagung beruhen. Infrage kommen dabei Störungen des Fett- und Cholesterin-Stoffwechsels sowie Bluthochdruck, oft spielt aber der Lebensstil eine große Rolle. Vor allem das Rauchen und Bewegungsmangel wirken sich ungünstig auf den Kreislauf aus. Manchmal sind die Ursachen von gefäßbedingten Akroparästhesien nicht zu ergründen. Das gilt beispielsweise für das Raynaud-Syndrom, bei dem Finger und Zehen scharf abgegrenzte, weiße, rote und blaue Flecken aufweisen.

Die Grunderkrankung bestimmt die Behandlung

Die therapeutischen Ansätze sind in Anbetracht all dieser vielfältigen Ursachen der Akroparästhesien naturgemäß sehr unterschiedlich. Im Falle orthopädischer Erkrankungen sind zunächst physiotherapeutische Maßnahmen angezeigt, aber auch operative Eingriffe. Auch den akuten Gefäßverschluss kann oft nur der Chirurg beseitigen, wobei eine frühzeitige Änderung der Lebensgewohnheiten dies möglicherweise hätte verhindern können. Stoffwechselstörungen bedürfen der Einhaltung einer Diät und einer unterstützenden Medikation.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die gegen Kribbeln in den Händen in Frage kommen.

Die tägliche Kost muss Nerven und Kreislauf unterstützen und sollte daher vitalstoffreich ausgerichtet sein. Naturbelassene Lebensmittel, vor allem Gemüse und Obst sind daher zuträglich.

Zur Vermeidung von Arteriosklerose ist Wert zu legen auf gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren, die besonders in Pflanzenölen (Lein, Oliven, Walnuss, Kokos) enthalten sind. Geflügel ist rotem Fleisch (Schwein, Rind) vorzuziehen, eher jedoch sollte Fisch den Speiseplan bereichern.

Kohlenhydrate dürfen nicht in übertriebenen Mengen verzehrt werden, wobei Zucker am besten ganz gestrichen wird. Dies gilt besonders dann, wenn eine diabetische Neuropathie die Ursache der Akroparästhesie ist.

Die Vitamine B1, B6 und B12 sowie Folsäure unterstützen die Nerven und sollten supplementiert werden.

Präparate mit Calcium und Magnesium können die Nerventätigkeit optimieren. Eisen ist bei hypoxischen Zuständen sinnvoll.

Bei Akroparästhesie helfen Heilpflanzen mit Wirkstoffen, die die Gefäße erweitern und die Blutgerinnungsneigung herabsetzen. Dazu zählen Sellerie, Mäusedorn, Weidenrinde, Brennnessel, Mädesüß, Ingwer, Gingko, und Aronia (Apfelbeere). Lindenblütentee und Rosskastanien-Extrakt unterstützten speziell die Arterien.

Die Regeneration geschädigter Nerven wird durch Mutterkraut unterstützt.

Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum Fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. Lässt das Kribbeln nach, wenn Sie die Hände in die Luft strecken, handelt es sich um einen Energiestau. Müssen Sie jedoch die Hände aus dem Bett hängen lassen, ist es vermutlich eine Energieleere. Lassen Sie das von einem APM-Therapeuten abklären.

Fehlstellungen im Bereich der Halswirbelsäule können auch zu Kribbeln in Händen und Fingern führen.

Eine Massage der Armmuskulatur, speziell im Bereich der Handgelenke, setzt den Energie-Fluss wieder in Gang. Dies ist eine wichtige Maßnahme beim Karpaltunnelsyndrom!

Bei Arteriosklerose werden Ammi visnaga und Allium ursinum empfohlen.

Arterielle Durchblutungsstörungen sind die Indikation für Espeletia und Cactus.

Secale cornutum ist speziell beim Raynaud-Syndrom empfehlenswert.

Bei Kribbeln mit Schmerzen und Jucken nehme man Kreosotum.

Abrotanum ist das Mittel der Wahl bei Kapillar-Schäden.

Bei zusätzlicher Herzkreislaufschwäche hinzu hilft Tabacum.

Beschwerden in den Unterschenkeln ist die Indikation für Cuprum arsenicosum.

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" spielt bei Akroparästhesien oft eine Rolle.

Abgestorbene Zähne (Zähne mit Wurzelfüllungen) oder solche, die mit Granulomen oder Zysten behaftet sind, müssen behandelt werden. Daneben sollten Amalgam-Füllungen entfernt werden, weil die Legierung neurotoxische Metalle enthält. Anschließend ist eine Schwermetallentgiftung sinnvoll.

Die Die Zilgrei-Methode kann zur Heilung beitragen. kann zur Heilung beitragen.

Sonstiges

Physiotherapeutische Maßnahmen sind bei allen Formen der Akroparästhesien hilfreich, vor allem aber in den orthopädisch gelagerten Fällen.

Genussgifte sollten begrenzt (Koffein) oder weggelassen werden (Nikotin).


Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 14.07.2011 aktualisiert.

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