8 von 10 Frauen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren leiden unter Hitzewallungen. Obwohl die Hormonersatztherapie verlockend klingt, rate ich dringend davon ab. Es geht nämlich auch anders.

Ganz werden die Hitzewallungen in den meisten Fällen nicht verschwinden. Aber mit naturheilkundlichen Methoden und allgemeinen Maßnahmen ist es möglich, deren Dauer, Intensität und Häufigkeit deutlich zu reduzieren.

Mehr Informationen zu Therapieverfahren finden Sie vor allem auch in meinem Beitrag zu den Wechseljahresbeschwerden.

Hitzewallung

Stress vermeiden

Stress verstärkt die Hitzewallungen. (Nicht nur) deshalb ist es von großer Bedeutung, Stress im Leben zu reduzieren. Natürlich können stressige Situationen nicht immer komplett vermieden werden. Umso wichtiger sind Entspannungsmethoden wie Yoga, Autogenes Training oder Meditation, die helfen, Stress abzubauen und stressige Situationen gut zu durchleben.

An einer positiven Einstellung arbeiten

Der Eintritt in die Menopause wird von vielen Frauen auch deshalb als belastend empfunden, weil sie als deutliches Zeichen des Alterns verstanden wird. Viele Studien zeigen aber auf, dass die Symptome der Wechseljahre umso weniger belastend sind, je positiver die Frau dieser neuen Lebensphase gegenübersteht. Eine positive, optimistische und bejahende Einstellung zu den Wechseljahren hilft also gleichzeitig, diese auch körperlich als angenehmer zu empfinden.

Die Schlafumgebung vorbereiten

Besonders nächtliche Hitzewallungen können lästig sein, weil sie den Schlaf stören. Wenn Sie Ihr Schlafzimmer dementsprechend vorbereiten, halten Sie die Störung möglichst gering. Lüften Sie Ihr Schlafzimmer vor dem Zubettgehen noch einmal gründlich und achten Sie auf eine Raumtemperatur von 17 bis 18 Grad Celsius. Tragen Sie zum Schlafen Shirts oder Nachthemden aus Baumwolle und legen Sie zwei bis drei Wechsel-Shirts direkt am Bett bereit. So müssen Sie nicht aufstehen, um sich umzuziehen. Schlafen Sie außerdem zwischen zwei Laken und legen auch Laken zum Wechseln bereit. Diese können Sie schnell und unproblematisch wechseln, wenn sie verschwitzt sein sollten.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:

Anderweitig ins Schwitzen kommen

Viele Frauen machen die Erfahrung, dass die Hitzewallungen deutlich nachlassen oder sogar ganz verschwinden, wenn sie regelmäßig Sport treiben und dabei ordentlich ins Schwitzen geraten. Auch Saunagänge oder Dampfbadbesuche helfen dabei, die Hitzewallungen zu reduzieren. Gleichzeitig halten Sport und Saunagänge insgesamt gesund und fördern das Schlafverhalten, sodass Sie davon nur profitieren können. Wenn Sie bisher keinen Sport getrieben haben, sollten Sie es allerdings langsam angehen lassen und sich gut beraten lassen.

Wechselduschen nutzen

Wenn Sie morgens warm und kalt im Wechsel duschen und am Abend wechselnde Fußbäder durchführen, kann das die Hitzewallungen deutlich senken. Wenn das nicht ausreicht, können Sie tagsüber immer wieder kaltes und warmes Wasser über die Oberarme laufen lassen. Wichtig: Immer mit einer kalten Anwendung enden.

Auslöser identifizieren und vermeiden

Manchmal sind es bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelzusätze, die die Hitzewallungen auslösen. Achten Sie darauf, ob diese verstärkt nach dem Genuss von Alkohol, Kaffee, Nikotin, Milchprodukten, Schokolade, scharfen Gewürzen oder anderen Speisen bzw. Genussmitteln auftauchen. Im Zweifel hilft das Führen eines Ernährungstagebuchs, um die Auslöser ausfindig zu machen.

Der Übersäuerung entgegenwirken

Ein zu saures Milieu im Körper begünstigt die Entstehung von Hitzewallungen. Gerade Frauen in der Menopause haben verstärkt mit Übersäuerung zu tun, denn bisher konnte der Körper über die Monatsblutung Säuren ausscheiden, die er jetzt nicht mehr so einfach loswird. Auch falsche Ernährung und zu wenig Bewegung trägt zu starker Übersäuerung bei, Übergewicht ebenso. Maßnahmen zur Entsäuerung sind eine gesunde, basische Ernährung, basische Nahrungsergänzungsmittel und Heilfasten. Wer gleichzeitig Übergewicht reduziert, erhöht die Chancen, von den Hitzewallungen in Zukunft verschont zu bleiben.

Heilpflanzen

Verschiedene Heilpflanzen können gut bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden. Salbei ist natürlich bewährt und bekannt. Salbeitee beispielsweise wirkt schweißhemmend und nervenberuhigend. Granatapfelkerne und Rotklee enthalten Isoflavone, die von ihrem Aufbau her den weiblichen Östrogenen sehr ähnlich sind und dadurch Hitzewallungen und andere Beschwerden in der Menopause lindern können.

Akupunktur

Akupunktur kann dabei helfen, die Häufigkeit und die Intensität von Hitzewallungen bei Frauen während der Menopause zu senken. Das berichtet das monatlich erscheinende Magazin “Menopause” in seiner Ausgabe 01/2014 (Menopause, 2014; 1; doi: 10.1097/GME.0000000000000260). So sei eine dementsprechende Therapie eine effektive Alternative zu Medikamenten, bestätigte ein Wissenschaftler der Studie der “North American Menopause Society”.

Der positive Effekt kann dabei umgehend festgestellt werden, was bedeutet, dass die Häufigkeit, die Art und die Dauer der Akkupunkturanwendungen auf die festgestellte positive Wirkung einen weniger großen Einfluss haben. Ebenso wie die “echte” Akupunktur habe auch deren “Placebo-Variante” eine Verbesserung der Leiden gezeigt, wovon Frauen rund um den Globus profitieren könnten. Diese positiven Ergebnisse wurden über einen Zeitraum von drei Monaten aufgezeichnet und stellen meines Erachtens eine durchaus lohnenswerte Option dar.

Homöopathie

In Frage kommen einige Mittel: Glonoinum, LachesisPulsatillaRhus toxicodendron oder Sanguinaria. Wie immer in der Homöopathie kommt es darauf an, die Patientin mit ihrer ganzen Geschichte zu betrachten, um das richtige Mittel zu finden. Das passende Mittel sollte sofort wirken. Üblich ist, mit einer Potenz von D12 zu beginnen und zwei- bis dreimal täglich je vier Globuli zu geben – vor allem wenn das Mittel eher symptomatisch ausgewählt wurde. Ich rate aber generell dazu einen klassisch arbeitenden Homöopathen aufzusuchen um das Mittel “herauszufinden”.

Diese naturheilkundlichen Therapien sind der Hormonersatz-Therapie auf jeden Fall vorzuziehen. Denn diese Medikationen reduzieren die Lebenserwartung, weil sie zu Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall führen können. Einige solcher Untersuchungen mussten deswegen abgebrochen werden, beziehungsweise die Frauen weigerten sich irgendwann, die Pharmaka einzunehmen.

Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 8.5.2021 aktualisiert.

Bitte teilen Sie diesen Beitrag

Das könnte Sie auch interessieren: