Der Name Moringa steht für eine Pflanzenfamilie, die nur eine Gattung hat und 13 Arten – eine für Pflanzen ungewöhnlich kleine Familie. Im Mittelpunkt des Interesses steht vor allem Moringa oleifera oder „Meerrettichbaum“.
Herausstechend bei dieser Pflanze sind die hohen Nährstoffanteile. Moringa oleifera enthält dreimal so viel Vitamin A wie Karotten, siebenmal mehr Vitamin C als Orangen, dreieinhalb mal mehr Calcium als Kuhmilch, dreimal mehr Kalium als Bananen und das Doppelte an Proteinen im Vergleich zu Kuhmilch.
Die Pflanze/Baum kommt ursprünglich aus der Himalaya-Region im Nordwesten von Indien. Inzwischen wird die Pflanze in Afrika, Südostasien und auf den karibischen Inseln kultiviert. In Indien ist Moringa integraler Bestandteil der traditionellen Medizin. Sie dient als Blutdrucksenker, wird gegen Entzündungsprozesse eingesetzt, und die Wurzeln kommen als anti-rheumatische Medikation zum Einsatz. Die Wurzeln werden auch als natürliches Antibiotikum genommen.
Es steht natürlich zu erwarten, dass Moringa als Naturprodukt kein besonderes Ansehen bei der Schulmedizin genießt, was auch die Tatsache nicht ändert, dass die Pflanze ihr Können schon seit Jahrhunderten in der traditionellen Naturheilkunde unter Beweis hat stellen können. Daher gilt es, einmal einen Blick auf die etwas mehr „evidenzbasierte“ Wissenschaft zu werfen und zu schauen, ob die etwas Erhellendes zu Moringa zu bieten hat.
Moringa – „wissenschaftliche Studien“
Das Erste, was bei der Suche nach wissenschaftlichen Artikeln zu Moringa auffällt ist, dass es etliche Artikel gibt, die aus diesem oder letztem (2013) Jahr stammen. Insgesamt gibt es in PubMed 452 Artikel, wovon die meisten jüngeren Datums sind. Es gibt sogar schon eine Publikation, die die wesentlichen Merkmale der Pflanze zusammenfasst: Health Benefits of Moringa oleifera.
Dieser Artikel bringt zum Ausdruck, dass Moringa inzwischen weltweit in der alternativen Medizin zum Einsatz kommt. Grund dafür ist die inzwischen gewonnene Erkenntnis, dass Moringa zahlreiche medizinische Vorteile besitzt, die bis in die Ernährung hineinreichen. Moringa enthält essentielle Aminosäuren, Carotinoide in den Blättern und Substanzen mit nutrazeutischen Eigenschaften, was diese Pflanze zu einem idealen Nahrungsergänzungsmittel werden lässt. Moringa hat ein breites Spektrum an Antioxidantien, natürlich antibiotisch wirksamen Substanzen und Vitamine und Mineralien. Fast alle Bestandteile von Moringa können genutzt werden als Quelle von verschiedenen Nährstoffen.
In dieser Arbeit wurde an Ratten das anti-oxidative Potential von Moringa untersucht. Es wurden vier Gruppen von Ratten gebildet, wovon die Gruppe 1 ein Plazebo bekam, Gruppe 2 mit einer Blei-Lösung belastet wurde, Gruppe 3 Blei-Lösung plus Moringa erhielt und Gruppe 4 Blei-Lösung plus DMSA, ein Mittel zur Schwermetallentgiftung, erhielt. Untersucht wurden eine Reihe von Organen der Tiere nach Beendigung der Beobachtungszeit: Gehirn, aufgeteilt in seine anatomischen Bestandteile, Leber, Nieren und Blut. In Gruppe 2, der „Blei-Gruppe“, zeigte sich ein hohes Maß an oxidativem Stress, Peroxidation von Lipiden in Zellmembranen und ein erhöhter Bleigehalt in den entsprechenden Geweben im Vergleich zur Plazebogruppe. Die Gruppe mit Moringa zeigte dagegen Werte, die denen der Plazebogruppe entsprachen und die besser ausfielen als die der DMSA-Gruppe.
Bei dieser Arbeit wurde das anti-mikrobielle beziehungsweise anti-bakterielle Potential von Moringa untersucht. Die Autoren arbeiteten hier mit verschiedenen Extrakten aus der Rinde von Moringa. Untersucht wurden vier Bakterienarten, Staphylococcus aureus, Citrobacter freundii, Bacillus megaterium und Pseudomonas fluorescens. Als Kontrolle für die anti-bakterielle Wirkung wurde Erythromycin eingesetzt.
Die Ergebnisse zeigten, dass alle Extrakte in verschiedenen Konzentrationen das Wachstum aller Test-Organismen in verschiedenen Ausmaßen hemmte. Der Ethylacetat-Extrakt zeigte die stärkste Aktivität gegen alle Bakterienstämme, gefolgt vom Chloroform-Extrakt, dann Methanol-Extrakt und als schwächster Extrakt der Wasser-Extrakt. Die Aktivität der Extrakte nahm mit der Abnahme der Konzentrationen auch ab. Staphylococcus aureus war der empfindlichste aller Bakterienarten in Bezug auf die verschiedenen Moringa-Extrakte. Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass Moringa oleifera das Potential für ein natürliches Antibiotikum hat und sogar gegen resistente Stämme wirksam sein kann.
Es zeigte sich, dass es bei den so behandelten Ratten zu einer Normalisierung des Blutzuckerspiegels kam, begleitet von einer Normalisierung von Cholesterin, Triglyceriden, Malondialdehyd (ein Marker für oxidativem Stress) und einer normalisierten Aktivität der mRNA für Pyruvatcarboxylase, einem Enzym, das in der Leber die Gluconeogenese einleitet. Die Autoren stellten bei den Ratten eine Zunahme des Körpergewichts fest und eine Normalisierung der reduzierten mRNA-Aktivität für die Fettsäure-Synthase in der Leber der Tiere. Zudem bewirkte die Gabe von Moringa-Extrakt eine Restaurierung von Pankreas- und Lebergewebe, das durch die Gabe von Alloxan geschädigt worden war.
Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilpflanzen-Newsletter dazu an. Darin geht es im Wesentlichen um Heilpflanzen, aber auch um Bachblüten oder Homöopathische Mittel:
Arsen war ein „beliebtes“ und potentes Gift für Giftmörder und Hitchcock-Thriller. Heute sind Grundwasserareale in den USA, China, Argentinien, Mongolei, Thailand, Indien, Bangladesh und so weiter mit erhöhten Arsenwerten belastet. Teile der Reisproduktion in Asien erfolgt auf Feldern, deren Wasser erhöhte Werte hat und damit auch den erzeugten Reis belastet. Es wird vermutet, dass diese Belastung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, wenn die Aufnahme dauerhaft ist. Eine mögliche Folge sind Krebserkrankungen.
Bei dieser Arbeit sollte in Erfahrung gebracht werden, inwieweit Moringa in der Lage ist, die toxischen Effekte von Arsen zu neutralisieren. Dazu wurden vier Gruppen von Mäusen gebildet. Die erste Gruppe blieb unbehandelt und diente als Kontrollgruppe. Gruppe 2 wurde mit Moringa-Blättern (50 mg/kg Körpergewicht pro Tag) behandelt. Gruppe 3 bekam Arsen, 10 mg/kg Körpergewicht, und Gruppe 4 bekam Moringa-Blätter und Arsen. Analysiert wurden die Funktionen von Herz, Leber und Nieren, um den protektiven Effekt von Moringa zu evaluieren.
Es zeigte sich, dass der Einsatz von Moringa die durch Arsen induzierte Erhöhung von Triglyceriden, Glukose, Harnstoff und Aktivitäten der alkalischen Phosphatase, Aspartat-Aminotransferase und Alanin-Aminotransferase im Serum rückgängig machte. Es zeigte sich weiter, dass unter der Gabe von Moringa Störungen des Cholesterin- und Lipoproteinhaushalts verhindert wurden.
Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass die Blätter von Moringa oleifera Nutzen bringen bei der Beseitigung und Verhinderung von toxischen Effekten einer Arsenvergiftung.
In dieser Arbeit wurden Extrakte von Moringa-Blättern alleine oder in Kombination mit Cisplatin bei malignen Pankreaszellen eingesetzt. Dabei zeigte sich, dass der Moringa-Extrakt das Wachstum bei verschiedenen malignen Zellkulturen hemmte. Die kombinierte Gabe zeigte einen synergistischen Effekt mit dem Chemotherapeutikum.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Blätter-Extrakt von Moringa anti-proliferative Effekte auf Pankreaskrebszellen hat und die Wirkung eines Zytostatikums, wie Cisplatin, synergistisch unterstützt.
Fazit
Moringa hat alle Voraussetzungen, bei verschiedenen Erkrankungen viel Gutes zu tun. Leider gibt es in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dieser Heilpflanze, wie bei den meisten anderen auch, keine Untersuchungen darüber, wie potent ein dauerhafter Verzehr der Pflanze entsprechend Krankheiten verhindern kann.
Aber, über den Daumen gepeilt, lässt sich vermuten, dass eine Heilpflanze, die Erkrankungen lindern oder heilen kann, auch in der Lage ist, diese per Prophylaxe zu verhindern. Von daher empfiehlt sich Moringa oleifera als eine weitere Zutat auf dem Speisezettel für einen vermehrten Konsum.
Beitragsbild: 123rf.com – Alexander-Raths
Rene Gräber:
Ihre Hilfe für die Naturheilkunde und eine menschliche Medizin! Dieser Blog ist vollkommen unabhängig, überparteilich und kostenfrei (keine Paywall). Ich (René Gräber) investiere allerdings viel Zeit, Geld und Arbeit, um ihnen Beiträge jenseits des "Medizin-Mainstreams" anbieten zu können. Ich freue mich daher über jede Unterstützung!
Helfen Sie bitte mit! Setzen Sie zum Beispiel einen Link zu diesem Beitrag oder unterstützen Sie diese Arbeit mit Geld. Für mehr Informationen klicken Sie bitte HIER.
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu
Wir können Cookies anfordern, die auf Ihrem Gerät eingestellt werden. Wir verwenden Cookies, um uns mitzuteilen, wenn Sie unsere Websites besuchen, wie Sie mit uns interagieren, Ihre Nutzererfahrung verbessern und Ihre Beziehung zu unserer Website anpassen.
Klicken Sie auf die verschiedenen Kategorienüberschriften, um mehr zu erfahren. Sie können auch einige Ihrer Einstellungen ändern. Beachten Sie, dass das Blockieren einiger Arten von Cookies Auswirkungen auf Ihre Erfahrung auf unseren Websites und auf die Dienste haben kann, die wir anbieten können.
Notwendige Website Cookies
Diese Cookies sind unbedingt erforderlich, um Ihnen die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen zur Verfügung zu stellen.
Da diese Cookies für die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen unbedingt erforderlich sind, hat die Ablehnung Auswirkungen auf die Funktionsweise unserer Webseite. Sie können Cookies jederzeit blockieren oder löschen, indem Sie Ihre Browsereinstellungen ändern und das Blockieren aller Cookies auf dieser Webseite erzwingen. Sie werden jedoch immer aufgefordert, Cookies zu akzeptieren / abzulehnen, wenn Sie unsere Website erneut besuchen.
Wir respektieren es voll und ganz, wenn Sie Cookies ablehnen möchten. Um zu vermeiden, dass Sie immer wieder nach Cookies gefragt werden, erlauben Sie uns bitte, einen Cookie für Ihre Einstellungen zu speichern. Sie können sich jederzeit abmelden oder andere Cookies zulassen, um unsere Dienste vollumfänglich nutzen zu können. Wenn Sie Cookies ablehnen, werden alle gesetzten Cookies auf unserer Domain entfernt.
Wir stellen Ihnen eine Liste der von Ihrem Computer auf unserer Domain gespeicherten Cookies zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen können wie Ihnen keine Cookies anzeigen, die von anderen Domains gespeichert werden. Diese können Sie in den Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers einsehen.
Andere externe Dienste
Wir nutzen auch verschiedene externe Dienste wie Google Webfonts, Google Maps und externe Videoanbieter. Da diese Anbieter möglicherweise personenbezogene Daten von Ihnen speichern, können Sie diese hier deaktivieren. Bitte beachten Sie, dass eine Deaktivierung dieser Cookies die Funktionalität und das Aussehen unserer Webseite erheblich beeinträchtigen kann. Die Änderungen werden nach einem Neuladen der Seite wirksam.
Google Webfont Einstellungen:
Google Maps Einstellungen:
Google reCaptcha Einstellungen:
Vimeo und YouTube Einstellungen:
Datenschutzrichtlinie
Sie können unsere Cookies und Datenschutzeinstellungen im Detail in unseren Datenschutzrichtlinie nachlesen.