Rödern – Mandeln behandeln statt entfernen [Mandeln absaugen]
Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Heilverfahren, Altes Heilwissen
Die Naturheilkunde betrachtet den Menschen nicht als Ansammlung einzelner Symptome, sondern als funktionelles Ganzes. Organe, Psyche, Stoffwechsel und Immunsystem stehen in Wechselwirkung. Entzündungen werden daher nicht ausschließlich als lokales Geschehen verstanden, sondern als Ausdruck einer gestörten Regulation.
Die Mandeln im ganzheitlichen Verständnis
Die Mandeln (Tonsillen) sind Teil des lymphatischen Systems und gehören zur ersten Abwehrlinie im Rachenraum. Sie kommen frühzeitig mit Keimen in Kontakt und sind immunologisch aktiv. In der Erfahrungsheilkunde galten sie zudem als Ausscheidungs und Filterorgan, das bei chronischer Überlastung selbst zum Entzündungsherd werden kann.
Ergänzend existieren in der Naturheilkunde symbolische Deutungen. Redewendungen wie „den Hals voll haben“ oder „etwas nicht mehr schlucken können“ werden hier nicht als Ursache, sondern als begleitender Ausdruck innerer Konflikte verstanden. Diese Sichtweise ersetzt keine medizinische Diagnose, erweitert jedoch den Blick auf mögliche Zusammenhänge.
Historischer Hintergrund des Röderns
Die sogenannte Rödermethode geht auf den Arzt und Naturheilkundler Heinrich Röder zurück. Sie entstand Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts – in einer Zeit, in der die operative Entfernung der Mandeln zunehmend propagiert, aber auch kritisch diskutiert wurde.
Röder gehörte zu jenen Ärzten, die einen organerhaltenden Ansatz verfolgten. Seine zentrale Überzeugung lautete, dass ein Organ nur dann entfernt werden dürfe, wenn es irreversibel funktionslos sei. Die Mandeln betrachtete er als funktionell bedeutsam für das lymphatische System und den Gesamtorganismus.
Das Verfahren des Röderns
Beim Rödern wird mithilfe einer Glasglocke oder spezieller Metallinstrumente ein Unterdruck erzeugt, hier eine Abbildung dazu:
Dadurch sollen die Mandeloberflächen mechanisch gereizt, durchblutet und „ausmassiert“ werden. Ziel war es, Sekrete aus den Krypten zu mobilisieren, die lokale Durchblutung zu verbessern und den Lymphabfluss anzuregen.
In der damaligen Vorstellung sollten eitrige Beläge und Detritus entfernt werden, um den Organismus zu entlasten. Teilweise wurde angenommen, dass verschluckte Ausscheidungen eine Art Reiz und Reinformation des Immunsystems bewirken könnten – ein Gedankengang, der typisch für die Reiz und Umstimmungstherapien jener Zeit ist.
Mandeln als mögliche Herdquelle
Chronisch entzündete Mandeln können aus naturheilkundlicher Sicht als Störherd wirken. Sie stehen im Verdacht, Entzündungsprozesse in andere Körperregionen zu unterhalten. Häufig beobachtet werden Zusammenhänge mit wiederkehrenden Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenbeschwerden oder auch Gelenkproblemen. Auch rheumatische Beschwerden werden in der Erfahrungsheilkunde mit chronischen Tonsillenherden in Verbindung gebracht.
Wirkung und Einordnung
Das Rödern zählt zu den ausleitenden Reiztherapien. Beschrieben werden unter anderem:
- eine Aktivierung des Lymphflusses
- eine Verbesserung der lokalen Durchblutung
- eine Anregung des Stoffwechsels im Bindegewebe
- eine immunmodulierende Wirkung
In vielen Fällen kann durch diese lymphatische Umstimmung eine operative Entfernung der Mandeln vermieden oder zumindest hinausgezögert werden.
Anwendungsgebiete
Erfahrungsmedizinisch wird das Rödern eingesetzt bei:
- rezidivierenden Halsentzündungen
- chronisch vergrößerten Mandeln
- wiederkehrenden Mittelohrentzündungen
- bestimmten Gelenkbeschwerden
- unreinem Hautbild, etwa bei Akne
Gerade bei Patienten mit einer lymphatischen Abwehrschwäche und einem Wechsel zwischen akuten und chronischen Entzündungsphasen kann das Verfahren sinnvoll sein.
Verträglichkeit und Praxis
Das Rödern ist in der Regel nicht schmerzhaft, wird jedoch als unangenehm empfunden. Ein Würgereiz kann auftreten, insbesondere bei sensiblen Patienten. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten. Entscheidend ist die Erfahrung des Therapeuten und eine sorgfältige Indikationsstellung.
Fazit
Das Rödern ist ein klassisches naturheilkundliches Verfahren mit langer Tradition. Es steht exemplarisch für einen Ansatz, der Erhaltung vor Entfernung stellt und Regulation vor radikalem Eingriff. Richtig angewendet kann es eine wertvolle Option sein – nicht als Ersatz moderner Medizin, sondern als ergänzende Therapie im Sinne einer funktionellen Ganzheitsmedizin.
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Beitragsbild: 123rf.com – iakovenko
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.5.2025 aktualisiert.
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