Was ist Aromatherapie?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Sie kommen abends nach einem anstrengenden Tag nach Hause.

Sie öffnen die Tür und der Duft Ihres Lieblingsessens weht Ihnen entgegen.

Die Lungen füllen sich damit, der Speichel beginnt zu fließen, der Magensaft konzentriert sich …

… das ist (auch) Aroma-Therapie, ein Aspekt davon. Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten, Düfte und Aromen für die Gesundheit und das Wohlbefinden einzusetzen.

Die Naturheilkunde hat, nachdem sie jahrzehntelang belächelt worden ist, für sehr viele Patienten wichtige Elemente in die Therapie eingebracht. Viele bestehen heute darauf, nachdem immer häufiger enorme Schäden der chemischen Medizin bekannt werden (siehe auch Medikamentenskandale), ausschließlich mit natürlichen Heilmethoden behandelt zu werden. Nicht immer lassen sich schulmedizinische Verfahren und Medikamente vermeiden, aber in sehr vielen Fällen kann die Naturmedizin beeindruckende Erfolge vorweisen. Die Aroma-Therapie ist eine dieser sanften Methoden. Mit den passenden Düften zur richtigen Zeit können die unterschiedlichsten Beschwerden gebessert oder sogar behoben werden.

Aber es ist wie immer im Leben: Alles hat seine zwei Seiten. Auch die Naturheilkunde hat, hält man sich nicht an das richtige Maß, seine Nebenwirkungen. Bei der oralen Anwendung der Aromatherapie gilt das ganz besonders. Denken wir an Paracelsus’ Satz: „Alles ist Gift, nichts ist Gift, allein die Menge macht's.“ Essenzen aus der Aromatherapie können, werden sie nicht richtig angewendet, giftige Auswirkungen haben. Safran zum Beispiel, der in hohen Dosen genossen wird, kann zu übersteigerter Erregbarkeit des Gehirns und dadurch zu Krämpfen, Delirium und sogar zum Tod führen. Salbei-, Rosmarin- und Ysop-Essenzen können auch in niedrigen Dosierungen bei dafür empfindlichen Menschen epileptische Tendenzen verstärken. Oral dürfen Aromaöle nur unter fachlicher Anleitung eingenommen werden.

Zunächst aber zur grundsätzlichen Funktionsweise von Aromatherapie:

Was ist Aromatherapie?

Bei der Aromatherapie werden duftende Essenzen verwendet, die im Körper komplexe Wirkungsweisen anstoßen: Sie werden über die Nasenschleimhäute aufgenommen und lösen dort Impulse aus, die unter anderem in Regionen des Gehirns weitergeleitet werden, in denen Emotionen verarbeitet werden. Das ist einer der Gründe, warum Düfte uns aufmuntern oder beruhigen, anregen oder konzentrieren können.

Geraniol verstärkt die Wirkung des nervalen Botenstoffes Gammaminobuttersäure (GABA), der den Schlaf-Rhythmus reguliert. Deswegen ist der Duftstoff aus Geranien, Lorbeer und Koriander zur Entspannung vor der Nachtruhe hervorragend geeignet. Eukalyptus-Aromen erhöhen den Tonus des Nerven-Systems. Hier ist es der sekundäre Pflanzenstoff Cineol, der therapeutisch eingesetzt werden kann.

Dass Duftstoffe den Hormon-Stoffwechsel beeinflussen, hat Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt herausgefunden. Der Duftforscher ist Inhaber des Lehrstuhls für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum. Er und seine Arbeitsgruppe haben erstaunliche Entdeckungen gemacht. Sensationell war die Feststellung, dass Riech-Rezeptoren gar keine Besonderheit der Nasenschleimhaut sind. Die Proteine sind wahrscheinlich auch in den Zellmembranen aller Körperzellen vorhanden. So fanden die Forscher den Rezeptor OR2AT4 auf Hautzellen. Damit können die Zellen Sandelholzduft wahrnehmen und reagieren darauf mit einem Signal zur Teilung. Die Bochumer Wissenschaftler schlugen vor, dies zur schnelleren Heilung bei Haut-Läsionen zu nutzen. Dr. Hatt vermutet, dass alle 350 Riech-Rezeptoren auch in der Haut vorkommen. Den OR2AT4 fanden sie sogar in inneren Organen. Die Funktion des Rezeptors in Niere, Darm und Prostata muss erst noch erforscht werden.              

Wir sehen also, dass Aroma nicht nur die Emotionen, auch der Körper selbst reagiert darauf: Erfahrungen von Heilpraktikern, Psychotherapeuten und sogar Krankenhäusern zeigen, dass die Aromatherapie bei den unterschiedlichsten Krankheiten hilfreich sein kann: Sie helfen schwer kranken oder dementen Menschen bei Verhaltensänderungen, unterstützen die Heilung, bekämpfen Entzündungen und wirken antioxidativ. Sie können die Wirkung von Antibiotika bei resistenten Keimen verstärken, helfen bei Hautkrankheiten und Migräne. 

Die Duftforscher aus dem Ruhrgebiet belegten in Versuchen mit Zellkulturen sogar, dass Krebszellen auf Duftstoffe reagieren.

Die Wissenschaftler konnten mit Aroma-Essenzen das Wachstum maligner Leukozyten hemmen und die weißen Blutkörperchen sogar abtöten. Die Experimente führte Dr. Hatt durch, nachdem er Duft-Rezeptoren auf den Blutzellen nachgewiesen hatte. Die Zelllinien bekam der Bochumer aus dem Labor der hämatologischen Klinik an der Universitäts-Klinik Essen. Deren ärztlicher Direktor, Prof. Dr. Dührsen, erhofft sich aufgrund der Ergebnisse neuartige Perspektiven für die Krebs-Therapie. Dr. Hatt konnte auch zeigen, dass Citronellol das Fortschreiten von Leberkrebs hemmt. Der Duftstoff ist in Zitronen und Zitronengras sowie Rosenblüten enthalten.

Der Duftforscher ist noch einer weiteren Anwendung auf der Spur: Derzeit erforscht er die Wirkung von Aprikosen- und Bananen-Aroma bei Asthma. Vermutlich gibt es im Bronchial-Epithel Rezeptoren, die auf den Reiz der Duftstoffe reagieren und ein Signal an die Muskulatur der Bronchien senden, die sich daraufhin entkrampfen.

Inhalation ist schon lange eine Anwendungs-Methode in der Aromotherapie. Benutzt werden die Essenzen hier in Duftlampen, als Einreibungen und im Badewasser. Doch auch die orale Einnahme ist eine gängige Art der Anwendung. Diese Applikationen bedürfen allerdings der Unterstützung eines erfahrenen Therapeuten. Die Konzentration muss präzise berechnet werden, weil Duftstoffe eine intensive Wirkung entfalten können.

Wichtig bei allen Anwendungen sind naturreine Essenzen aus biologischem Anbau. Sie sind zwar um einiges teurer als „naturidentische“ Düfte, aber an dieser Stelle sollten Sie nicht sparen: Die künstlich hergestellten Düfte sind zum einen nicht wirkungsvoll (jedenfalls nicht auf eine Art, die vorher einzuschätzen wäre), zum anderen können sie sogar Allergien auslösen.

Aromatherapie in der Duftlampe

Die einfachste Möglichkeit, um auch zu Hause die Aromatherapie auszuprobieren, sind handelsübliche Duftlampen. In ein Schälchen wird Wasser mit ein bis drei Tropfen Duftessenz gegeben. Diese Flüssigkeit wird dann mit einem Teelicht erhitzt, sodass der Duft sich im ganzen Raum verbreiten kann.

Aromatherapie zum Einreiben

Üblicherweise werden bis zu sieben Essenzen, davon je 1 – 4 Tropfen, in 20 – 30 ml Mandelöl oder Weizenkeimöl gemischt. Weizenkeimöl hat den Vorteil, dass es viel Vitamin E enthält und daher kaum ranzig wird. Von dieser Mischung werden wiederum sieben Tropfen morgens und abends auf dem Solarplexus einmassiert. Man kann auch ein paar Tropfen in der Ellenbeuge einreiben. Aromaessenzen dürfen nie unverdünnt angewendet werden, sondern müssen in einem neutralen Öl (zum Beispiel Jojoba, Weizenkeim, Mandel) gelöst werden.

Sie können Duftöle – mit Sahne oder Honig als Emulgator – ins Badewasser träufeln. Über spezielle Aromalampen läßt sich wohltuender Duft im ganzen Raum verteilen: Die Menschen fühlen sich beruhigt, entspannt oder auch angeregt.

Die Erklärung dafür: Der Geruchssinn ist eng mit den Bereichen des Gehirns verbunden, die für die Steuerung der Gefühle zuständig sind. Deshalb setzen einige Psychotherapeuten Aromaöle unterstützend ein, wenn sie einer Klientin oder einem Klienten helfen wollen, verdrängte Erinnerungen zurückzuholen. Manche Menschen wenden Aromatherapie an, weil sie glauben, dass sich über den Duft das Energiepotenzial der Pflanzen auf den Menschen überträgt – ein Gedanke, der aus dem Bereich der Esoterik stammt.

 

Aromatherapie zum Inhalieren

Zum Inhalieren nehmen Sie 2 – 4 Tropfen auf einen Liter heißes Wasser. Dann halten Sie das rechte Nasenloch zu, atmen durch das linke ein. Dann halten Sie das linke Nasenloch zu und atmen durch das rechte wieder aus. Sie halten das linke nach wie vor zu und atmen durch das rechte ein und erst dann wieder durch das linke ausatmen. Also: links ein – rechts aus – rechts ein – links aus – links ein usw.

Der Hintergrund dieser Atmung ist folgender:

Das rechte Nasenloch steht in Verbindung mit der linken (logischen) Gehirnhälfte, wird aber auch mit Sonne und Aktivität verbunden. Das linke Nasenloch gehört zum Mond, zur Passivität und zur rechten (emotionalen) Gehirnhälfte. Durch die wechselseitige Atmung sprechen Sie beide Aspekte gleichermaßen an und verstärken die Wirkung der Essenzen.

Inhalieren oder riechen Sie nie direkt von der Flasche. Wenn schon, dann von der Pipette oder vom Deckel.

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Indikationen für Aromatherapie

Aromatherapie ist geeignet für eine Vielzahl von Beschwerden.

Bei Kopfschmerzen, Angespanntheit oder einfacher Müdigkeit hilft zum Beispiel reines Pfefferminzöl oder Lavendelöl. Bei Kopfschmerzen massiert man dieses im Schläfenbereich ein. Bei stressbedingten Atembeschwerden helfen diese beiden Öle ebenfalls.

Gegen Schlafstörung helfen zum Beispiel Atlas-Zeder, Lavendel oder auch Benzoe Siam.

Das bekannte Teebaumöl, welches vor allem eine antibiotische und aseptische Wirkung besitzt, ist auch der Aromatherapie zuzuordnen.

Wenn Sie zu Hause beginnen wollen, die Wirkungsweise der Aromatherapie auszuprobieren, und keine schwerwiegenderen Diagnosen vorliegen, können Sie mit diesen Essenzen anfangen:

Lavendel ist bekannt für seine entspannende und beruhigende Wirkung. Er hilft deshalb bei Aufregung, bei Schlafstörungen und Stress. Auch Kinder reagieren oft gut auf Lavendelduft. Setzen Sie ihn hier aber nur sanft dosiert in einer Duftlampe oder als Zusatz im Badewasser ein. Achten Sie beim Kauf von Lavendelessenz darauf, dass Sie echten Lavendel (Lavendula officinalis) bekommen. Andere Kreuzungen werden zwar günstiger angeboten, sind aber nicht so wirksam und nicht so gut verträglich.

Bergamotte verströmt einen fruchtigen, zitronenähnlichen Geruch und ist gut dafür geeignet, die Stimmung zu heben. Bergamott-Essenz sollte allerdings nicht auf die Haut kommen, weil es die Lichtempfindlichkeit erhöhen kann. Verwenden Sie Bergamotte deshalb einfach auch in der Duftlampe oder im Badewasser.

Ebenfalls stimmungsaufhellend, aber auch angstlösend und beruhigend wirkt Neroliöl. Es wird aus Orangenblüten hergestellt und lässt sich ebenfalls gut bei Kindern einsetzen. Allerdings ist es aufgrund der aufwendigen Herstellung nicht ganz billig.

Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 23.11.2016 aktualisiert