Gicht: Symptome, Behandlung und Hausmittel

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Gicht ist ein Sammelbegriff fürStörungen im Stoffwechsel, die zu einer Anhäufung bestimmter harnpflichtiger Substanzen (speziell der Harnsäure) führen und dabei vor allem zuGelenkbeschwerdenund Schmerzen an den Bändern von Gelenken führen.

Gicht - mit möglichen Auswirkungen in den Fingergelenken

Der häufig in gleichem Zusammenhang verwendete Begriff der Hyperurikämie beschreibt dabei den chronischen Verlauf mit Harnsäure-Werten oberhalb von 7,0 mg / dl Blut und weist auf eine klinisch manifeste Gicht hin.

Die Harnsäurewerte eines gesunden Organismus liegen zwischen 6,4 (beim Mann) und 5,4 mg /dl (bei der gebärfähigen Frau). Je höher der Harnsäurespiegel ansteigt, desto wahrscheinlicher ist die Ausbildung einer klinisch manifesten Gicht. Bei Werten um 6 mg / dl liegt das Risiko einer Erkrankung bei unter einem Prozent, bei Werten über 9 mg / dl steigt dieses auf über 90 Prozent.

Gicht entwickelt sich bei einem bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung. Eine Hyperurikämie lässt sich bei nahezu 15 Prozent nachweisen. Dabei sind hauptsächlich Männer betroffen, deren Erkrankungsschwerpunkt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr liegt. Neben der Geschlechtsspezifität lässt sich weltweit eine Abhängigkeit vom Entwicklungsstand des jeweiligen Landes feststellen. So findet sich die Gicht wesentlich häufiger in Gebieten mit hoher Lebensqualität, guten Ernährungsmöglichkeiten und ausgeprägter Industrie.

Unterschiedliche Formen der Gicht

Die Erkrankung wird in der Schulmedizin in zwei Formen unterschieden.

Bei der primären familiären Gicht kommt es durch Vererbung der Anlage in über 99 Prozent der Erkrankungsfälle zu einer Störung der renalen Harnsäuresekretion (Ausscheidung über die Niere), wodurch es zu einer Anhäufung im Körper kommt. In seltenen Fällen ist auch die Synthese (Produktion) betroffen, dies zeigt sich z.B. beim Lesch-Nyhan-Syndrom, einer bereits im Kindesalter auftretende Gicht-Form.

Die sekundäre Gicht wird auf verschiedene Ursachen und Erkrankungen zurückgeführt.

Eine vermehrte Harnsäurebildung entsteht demnach unter anderem durch:

Polyzythämie (maligne Erkrankung des Knochenmarks),

Glukose-6-Phosphatase-Mangel,

einseitige Ernährung (Verzehr von viel Fleisch oder Bohnen) sowie als

Folge von Bestrahlungen oder einer

Chemotherapie.

Eine verminderte renale Harnsäureausscheidung kann durch verschiedene:

Nierenprobleme,

Medikamente (z.B. Salizylate),

eine Ketoazidose (Überangebot an Azeton im Urin, häufig bei der Zuckerkrankheit),

eine Laktazidose (Übersäuerung des Organismus durch Anhäufung von Milchsäure),

Alkoholabusus oder auch durch

Fasten

entstehen.

Begünstigend wirken vor allem Überernährung, purinreiche Nahrung (Verbindungen aus Stickstoff und Kohlenstoff, die zu Harnsäure abgebaut werden), psychischer und physischer Stress sowie der längere Aufenthalt in großer Kälte.

"Normaler" Verlauf der Krankheit

Vielfach manifestiert sich die Krankheit erst nach Monaten bis Jahren, wobei 20 bis 30 Jahre keine Seltenheit sind.

Im Blut ist der Anstieg der Harnsäure bereits früh nachweisbar, während die Gelenke noch schmerzfrei sind (= asymptomatische Phase).

Durch einen permanenten Anstieg des Harnsäurespiegels kommt es dann plötzlich akut und ohne Vorwarnung zu einem Anfall, der typischerweise zuerst an den Großzehen der Füße auftritt. Hier entzündet sich das Gelenk, ist gerötet, geschwollen und reagiert bei jeder Berührung oder Bewegung mit starkem Schmerz. Der Anfall geht nach einiger Zeit genauso wie er gekommen ist und leitet eine meist mehrmonatige, schmerzfreie Phase ein (= interkritische Phase). Ein Anfall lässt sich zudem auch durch purinreiche Nahrung oder den Genuss von Alkohol provozieren.

Im Verlauf sind weitere Gelenke betroffen, die z.B. im Bereich der Finger zu starken Bewegungseinschränkungen führen. Ohne geeignete Therapie droht die chronische Ausbildung, die durch andauernde Schmerzen und Veränderungen der Gelenkstruktur gekennzeichnet ist. Zusätzlich bilden sich kleine Gichtknoten, die unter der Hautoberfläche liegen, keine Schmerzen verursachen und Speicher von Harnsäure darstellen.

Andauernd zu hohe Harnsäurewerte birgt Risiken für das weitere Leben des Betroffenen. So können sich Kristalle ausbilden, die zum einen die ableitenden Harnwege verlagern und zum anderen über den Blutweg zu Verstopfungen der Blutbahnen führen. Hierdurch ist die Versorgung lebensnotwendiger Organe gefährdet, unter anderem droht das Nierenversagen.

Diagnose von Gicht

Neben der Anamnese und Inspektion dienen vor allem die Blutwerte der Diagnose. Hier lassen sich die erhöhten Harnsäurewerte erkennen. Zusätzlich kann das entzündete Grundglied der Zehen als Indikator gewertet werden. Bei einer fortgeschrittenen Gicht oder dem Verdacht einer Chronifizierung lassen sich zum einen Gichtknötchen (sog. Tophi)an prädestinierten Stellen (z.B. Ohr, Ellenbeuge) finden sowie Gelenkveränderungen im Röntgenbild darstellen.

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Therapie

Die schulmedizinische Therapie verfolgt mehrere Ziele.

Primär ist die Schulmedizin an einer Senkung des Harnsäurespiegels interessiert. Daneben sollen Schmerzen gelindert und Bewegungseinschränkungen durch Verminderung der Entzündung gebessert werden. Hierzu stehen nicht-steroidale Antirheumatika (z.B. Voltaren oder Ibuprofen), steroidale (enthalten Kortison) Glukokortikoide sowie Colchicin bei akuten Anfällen zur Verfügung. Colchicin ist übrigens ein Inhaltsstoff aus dem Samen der Herbstzeitlosen. Colchicin ist eigentlich ein Gift, das in zu hohen Dosen zu schweren Nebenwirkungen führt. In geringer Dosis hingegen wird es nutzbringend eingesetzt. Eigentlich ist Colchicin ein Mittel aus der Naturheilkunde.

Zusätzlich können kühlende Umschläge und eine Ruhigstellung der betroffenen Gelenke die Behandlung unterstützen.

Zur Senkung des Harnsäurespiegels werden in der Schulmedizin verschiedene Präparate angeboten, die zum einen die Harnsäure vermehrt austreiben oder die Bildung reduzieren. Beliebt und häufig gegeben wird das Allopurinol. Allopurinol mindert die körpereigene Harnsäureproduktion. Seit das Allopurinol auf dem Markt ist, sehe ich keine Patienten mehr, die zu mir wegen einer Gicht in die Praxis kommen...

Trotz Allopurinol gibt es zum Glück doch noch Ärzte, die vonihren Patienten eine Diät verlangen, die fett- und purinreiche Nahrung meidet, Alkohol verbietet und zur täglichen Aufnahme großer Flüssigkeitsmengen (z.B. Wasser) auffordert.

Bei strikter Durchführung der verschiedenen Maßnahmen kann ein normales Leben ohne Gichtanfall möglich sein. In vielen Fällen kommt es aber durch Inkonsequenz zu Rückfällen.

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Im folgenden finden Sie Hilfe und Hausmittel aus der Naturheilkunde und der Alternativmedizin, die bei einer Gicht in Frage kommen.

Ernährung

Kein Schweinefleisch, Süßigkeiten, Würste, wenig Salz, Kaffee, Schokolade, Leber. Dafür viel Kartoffeln (basenbildend) und 2 Liter Wasser pro Tag.

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Lassen Sie sich aus folgenden Urtinkturen eine Mischung herstellen:
Je 20 ml Löwenzahn, Weiden, Brennessel, Pappel und Goldruten-Tinktur.
Heilpflanzen

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor: Herbstzeitlosenblüten, Herbstzeitknollen, Herbstzeitlosensamen

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Ackerschachtelhalm, Brennnesselwurzel (siehe auch: Brennesselkur), Ebereschenbeeren, Edelgamanderkraut, Färberginsterblätter, Geißfußkraut, Preiselbeerblätter, Schwarznesselkraut;

Als Maßnahme zur Linderung helfen auch Heilerdewickel

Orthomolekular-Medizin Eine Studie der Boston University mit 47.000 Männern, die im Jahr 2009 veröffentlicht wurde zeigt, dass rund 500 mg Vitamin C pro Tag das Gichtrisiko um jeweils 17 % senkt.
Homöopathie

"blasses" Mittel: Acidum benzoicum D 4

"rotes" Mittel: Acidum Salicylicum D 4

destruktiv: Acidum oxalicum D 4

mit Schmerzen: Bryonia D 3

Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Spenglersan Kolloide  Spenglersan Kolloid R ist ein registriertes homöopathisches Mittel der Firma Meckel-Spenglersan GmbH. Der Zusatz "R" steht dabei für Rheuma, Rekonvaleszenz oder Reaktion. 
 

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 23.05.2016 aktualisiert.