Sauerstoffarmut und Sauerstoffmangel in Blut und Gewebe

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ein Sauerstoffmangel des Körpers (Hypoxie) ist definiert als Abfall des Sauerstoff-Partialdruckes (pO2) im Blut, Lymphe, der Gewebsflüssigkeit, den Geweben und in den Körperzellen.

Dabei kann der gesamte Körper oder Teile davon betroffen sein. Von Hypoxie spricht der Arzt, wenn der pO2 unterhalb des Normwertes abfällt. Dieser liegt in Abhängigkeit vom Alter und der allgemeinen Konstitution zwischen 9,6 und 13,1 kPa (Kilopascal). Eine totale Abwesenheit von Sauerstoff nennt man Apoxie. In der Praxis am besten zu diagnostizieren ist der pO2 des Blutes. Dieses O2-Defizit hat immer auch eine Unterversorgung der Gewebe und Körperzellen zur Folge.

Daraus resultieren die vielfältigen Schädigungen. Zellen sterben ab und mit ihnen die Gewebe und Körperteile. So kann oft nur eine Amputation von Gliedmaßen das Leben retten. Im Zentral-Nerven-System gehen ganze Areale zugrunde und eine Demenz (Neurologische Erkrankungen) entwickelt sich.    

Symptome von Sauerstoffmangel

Eine Hypoxie zeigt sich durch eine bläuliche Verfärbung der Haut und Schleimhaut und wird als Zyanose bezeichnet. Die Blaufärbung entsteht durch den Blutfarbstoff Hämoglobin, der normalerweise rot gefärbt ist.

Hämoglobin ist der eisenhaltige, rote Blutfarbstoff der Erythrozyten. Er fungiert als Sauerstoff-Transportsystem.
Die Farbe des Hämoglobins ist abhängig vom Sauerstoffgehalt. Sauerstoffreich (oxygeniert) weist es eine hellrote Farbe auf, bei Mangel an Sauerstoff (desoxygeniert) wechselt die Farbe nach violett-blau.

Bedingt durch unterschiedliche Faktoren unterscheidet man periphere und zentrale Zyanosen, die sich an typischen Stellen durch besondere Merkmale zeigen.

Die periphere Zyanose zeigt sich durch eine Blaufärbung der vom Rumpf entfernten Bereiche (Extremitäten). Hierbei kommt es zu einem verlangsamten Blutfluss durch eine Verengung, Verlegung oder Verstopfung von Gefäßen (z.B. Thrombose, Schaufensterkrankheit).

Die zentrale Zyanose (bedingt durch Lungenerkrankungen = pulmonale Zyanose, Herzerkrankungen = kardiale Zyanose) macht sich besonders im Bereich der Mundschleimhäute, der Zunge und der Lippen bemerkbar.

Neben der äußerlich schnell auf Hypoxie hindeutenden Zyanose leiden Betroffene unter Benommenheit, Atemnot, Agitiertheit und Angst. Herzrasen tritt hinzu bis Bewusstlosigkeit und schließlich ein Koma eintritt. 

Formen des Sauerstoffmangels

Sauerstoffmangel betrifft verschiedene Organe und Kompartimente und hat sehr verschiedene Ursachen. Hier spielen ökologische und pathologische Faktoren eine Rolle. Die Therapien sind entsprechend der Vielfalt der Erscheinungsformen ebenfalls breitgefächert.

Ischämische Hypoxie

Die ischämische Hypoxie ist die häufigste Form eines Sauerstoffmangels, der zunächst im Blut nachweisbar ist und sich vom stagnierenden O2-Transport auf die Zielorte der Organe und Gewebe fortsetzt. Diese Variante des Sauerstoffmangels ist die Folge von Durchblutungsstörungen durch verschiedene Ursachen.

Eine Stenose ist eine Verengung der Gefäße und tritt meist bei Arteriosklerose auf. Dabei verringert sich der Querschnitt des Arterien-Lumens durch Ablagerungen, deren Entstehung nicht genau geklärt ist. Neben genetischen Faktoren ist höchstwahrscheinlich die Hypercholesterinämie verantwortlich. Hier verstärkt sich die negative Wirkung eines ausschweifenden Ernährungsverhaltens mit den Stoffwechselstörungen der Steroide und Fette und auch der Glucose.

Denn Diabetes-mellitus ist ebenfalls ein erhebliches Risiko für die Arteriosklerose. Auch übergewichtige Menschen neigen vermehrt zu verengten Arterien und Genussgifte wie Alkohol und Nikotin wirken verstärkend. Dies geschieht schon deswegen, weil hier eine Hypertonie als weiterer Risiko-Faktor droht. Wer zudem körperliche Aktivität vermeidet und den Blutkreislauf nicht trainiert, steigert die Gefahr einer Erkrankung ganz besonders.

Eine Durchblutungsstörung kann auch das Resultat einer Embolie sein. Dabei entsteht die Engstelle im Gefäß hauptsächlich durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), deren Ursache eine Koagulations-Störung sein kann.

Auch Herzrhythmusstörungen (besonders Vorhofflimmern) triggern die Blutgerinnung und produzieren Thromben. Operationen oder Verletzungen sind ebenfalls ein Auslöser für die Verklumpung der Blutplättchen (Thrombozyten).

Traumata (z.B. Unfälle) können Fett-Partikel aus dem Gewebe herauslösen, die ins Blut geraten und dort zu Verstopfungen führen. Selten treten Gas-Embolien auf, etwa bei der Taucherkrankheit oder Operationen. Daneben kommt es bei Entzündungen im Kreislauf-System zu Bakterien-Verklumpungen, die den Blutstrom bremsen können.

Der Blutfluss einer Arterie kann fast zum Erliegen kommen, wenn ein erhöhter Umgebungsdruck herrscht. Das kann von einem Tumor ausgehen oder von zu hohem Gewebedruck durch Einblutungen.

Der Kreislauf kann auch im venösen System gehemmt werden. So treten Embolien in den zum Herzen zurückführenden Gefäßen ebenfalls auf. Eine Venenschwäche hat eine Blutstauung zur Folge und wird besonders durch Fehlfunktionen der Venenklappen verursacht. Die biologischen Ventile verhindern den Rückfluss des Blutes und sichern die Kontinuität des Flüssigkeitsstromes.     

Eine ischämische Hypoxie entsteht auch bei einer Durchmischung des arteriösen mit dem venösen Blut. Das geschieht bei angeborenen Herzfehlern und arteriovenösen Fisteln.

Die Gefäßerweiterung (Vasodilatation) einerseits und die Gefäßverengung (Vasokonstriktion) anderseits regulieren die Fließgeschwindigkeit und damit das aktuell erforderliche Sauerstoffangebot, das dem Bedarf angepasst sein muss. Bei Störungen dieses Gleichgewichts können Medikamente helfen, bei Fehleinstellungen aber auch Durchblutungsstörungen verstärken. Vasodilatation und –konstriktion gehören aber auch zu Nebenwirkungen von Pharmaka, die gar nicht auf das Indikationsgebiet „Kreislauf“ gerichtet sind.

Arteriosklerotische Durchblutungsstörungen der Arterien führen oft zu vermindertem Durchfluss in den Kapillaren. Daneben können die feinsten Äderchen durch entzündliche Prozesse geschädigt werden, wodurch es zu Krämpfen in den kleinen Gefäßen kommt. Hier zählen die Autoimmunerkrankungen wie das Raynaud-Syndrom zu den Verursachern.

Alle Formen des Schocks führen ebenfalls zu einem Abfall des Blutdruckes in den Kapillaren und damit zur Hypoxie.

Sauerstoffunterversorgung durch Abquetschung der kleinen Haargefäße ist übrigens auch die Ursache für das Wundliegen (=Dekubitus, Wundlieggeschwür).

Hypoxämische Hypoxie

Diesen Begriff müssen "medizinische Laien" vielleicht zwei mal lesen... Aber worum geht es dabei?

Etwa 99 % des Luftsauerstoffs nimmt der Mensch über die Lungen auf. Die Hautatmung und die Resorption des Gases im Darm spielen eine zu vernachlässigende Rolle. Die erste Voraussetzung für die Lungenatmung ist ein ausreichender O2-Partial-Druck in der Umgebungsluft.

Bei zu niedrigem Gesamtluftdruck ist auch die Verfügbarkeit des lebenswichtigen Gases reduziert und führt zur Hypoxie, wenn eine gesteigerte Atem-Frequenz den Mangel nicht ausgleichen kann. In großen Höhen ist das der Fall. So kann die Höhenkrankheit bereits ab 2.500 m ü. NN auftreten. Doch auch bei normalem Luftdruck kann der Sauerstoff-Partialdruck für eine optimale Atmung zu niedrig sein. Besonders gravierend ist dies bei der Anreicherung der Luft mit Grubengas in unterirdischen Örtlichkeiten. Sicher ist der Luftsauerstoffgehalt am Meer oder im Wald etwas höher als in der Stadt. Herrscht hier Smog vor, ist nicht nur der O2-Partialdruck reduziert, sondern Schadstoffe belasten Lunge und Blut zusätzlich, was das Risiko einer Hypoxie erhöht.

Allerdings ist die Störung der Sauerstoffaufnahme in der Lunge in den meisten Fällen die Folge einer Lungenkrankheit. Die funktionale Einheit des Gasaustausches sind die Alveolen. Diese kleinen, von Kapillaren umschlossenen Lungenbläschen müssen in ausreichender Zahl vorhanden sein und sie müssen optimal durchlüftet und durchblutet werden.

Beim Lungen-Emphysem sind diese Voraussetzungen nicht gegeben. Die feinsten Bronchien sind verengt, wodurch zu wenig Luft an den Zielort gelangt und ein Teil der Alveolen abgestorben ist. Selten ist die Entstehung des Lungen-Emphysems genetisch bedingt, meistens handelt es sich um einen durch Rauchen und sonstige Luftverschmutzung erworbenen Defekt. Infektionen können ebenfalls ein Lungen-Emphysem verursachen. Im Extremfall gipfelt der Verlauf des Lungen-Emphysems in der Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD). Medikamentöse Behandlungen seitens der Schulmedizin und Physiotherapie können zwar helfen, doch oft bleibt in fortgeschrittenen Stadien nur die lebenslange Nutzung einer Sauerstoffgabe mit dem Atemgerät. Aus dem bereich der Naturheilkunde und der Alternativmedizin kann man einiges machen. Hier gilt aber: Je früher die Patienten kommen, desto besser - denn: Was kaputt ist, ist kaputt. Und das gilt gerade auch beim Emphysem.

Anders sieht es beim Lungen-Ödem aus. Hier sammelt sich Gewebswasser im Lungenraum an. Diese Flüssigkeit behindert den Gasaustausch und damit die Sauerstoffaufnahme. Ursache ist hier meistens eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), oft aber auch Infektionen oder giftige Emissionen. Auch bestimmte Medikamente aus den Gruppen der Immunsuppressiva und Antibiotika können als Nebenwirkung ein Lungenödem hervorrufen.

Asthma bronchiale ist während eines akuten Anfalls mit einer Verengung der Bronchien verbunden. Dadurch wird die Belüftung der Alveolen begrenzt, wodurch sich lebensgefährliche hypoxische Zustände einstellen. Das Krankheitsbild wird verursacht durch allergische Reaktionen auf Luftverschmutzung aller Art wie Tabakrauch, Pollen und Industrie-Emissionen.

Anämische Hypoxie    

Bei anämischer Hypoxie kann das Blut nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen. Die enorme Löslichkeit des Gases im Blut wird durch das Hämoglobin bewirkt, das an seinen eisenhaltigen Häm-Gruppen den Sauerstoff bindet. Das rote Pigment ist in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) enthalten, deren Anzahl bei einigen Krankheiten oder nach Verletzungen verringert ist. Zur Anämie gehört gleichermaßen eine zu niedrige Hämoglobin-Menge oder das vorhandene Hämoglobin ist nicht aktiv. Dazu kann es kommen, wenn zu wenig Eisen aufgenommen wird oder das Eisen nicht ausreichend aus der Nahrung resorbiert werden kann. Ebenso führt ein Mangel an den Vitaminen B12 und Folat dazu, dass der Körper nicht genug Hämoglobin bereitstellen kann.

Oft liegen unbekannte Ursachen dem beschleunigtem Erythrozyten-Abbau oder deren gestörter Neubildung zugrunde. Durch toxische Einflüsse oder Infektionen kann es zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen kommen (Hämolyse). Irreguläres Hämoglobin hat nicht die gleiche Sauerstoff-Kapazität wie gesundes. Diesen, weniger effektiven roten Blutfarbstoff, haben Menschen mit Sichelzellen-Anämie, einer Erbkrankheit, die in Malaria-Gebieten verstärkt auftritt. Bertoffene leiden zwar unter ständiger, relativ leichter Hypoxie, sind aber gegen die Blut-Parasiten immun.

Durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung wird das Hämoglobin praktisch wirkungslos. Das Gas bindet sich physiologisch genau wie Sauerstoff an das Blut-Pigment und verdrängt so den lebenswichtigen Wirkstoff. Da der O2-Transport fast vollständig erliegt ist eine Hypoxie die Folge, bei sehr hohen Konzentrationen von Kohlenmonoxid sogar eine Anoxie, die letal endet.        

Zytotoxische Hypoxie  

Die zytotoxische Hypoxie ist ein toxischer Vorgang auf Zellebene. Streng genommen handelt es sich gar nicht um Sauerstoffmangel, sondern um eine Störung der Sauerstoffnutzung. Bekannt ist der Effekt von Blausäure, die als Zyanid-Ion die Zellatmung blockiert. Die Gesamtwirkung kommt jedoch einer Hypoxie gleich. 

Vorbeugung gegen Sauerstoffarmut

Sauerstoff brauchen wir zur Oxidation („Verbrennung“) der Kohlenhydrate, Fette und (bei Bedarf) der Aminosäuren. Mit dem Prozess gewinnt der Körper die Stoffwechsel-Energie. Deswegen ist schon eine "diskrete" Hypoxie gefährlich, beziehungsweise bedenklich.

Gegen einige Ursachen der Hypoxie können wir nichts unternehmen. Genetische Faktoren sind unabänderlich und nur symptomatisch behandelbar.

In den meisten Fällen ist es jedoch unsere Lebensweise, die unseren Sauerstoffstatus-Status nachhaltig beeinflusst. Und damit wären wir wieder im Bereich der klassischen Naturheilkunde, so wie ich das auf der Startseite zu dieser Webseite in meinem Interview zur Naturheilkunde schon beschrieben habe: Luft, Bewegung, Ernährung, wären hier die Bausteine, auf die es ankommt. Und dazu finden Sie hier auf dieser Webseite ja genügend Informationen...


 

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Sauerstoffarmut oder einem Sauerstoffmangel in Frage kommen.

Ernährung 

"Gesunde" Ernährung verbessert die Fließeigenschaften des Blutes. Anregungen für eine bessere Ernährung finden Sie dazu unter dem Punkt Durchblutungsprobleme.

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenlemente und Co.

Aus dem Bereich der Orthomolekularen Medizin kommen zahlreiche Vitalstoffe in Frage, die unterstützend wirken können.

Bevor Sie ein Eisen-Präparat nehmen, sollten Sie vorgängig eine 3-monatige Zink- und Vitamin-C-Therapie durchführen. Ohne diese Vorbereitung ist Ihr Körper nicht in der Lage, das zugeführte Eisen vollständig aufzunehmen.

Sauerstoff-Therapien

Es gibt einige Verfahren die aus dem Bereich der sogenannten Sauerstofftherapien in Frage kommen. Hierzu zählen unter anderem die Sauerstoff-Mehrschritt Therapie nach Ardenne, das Sauerstoffzelt oder auch die verschiedenen Verfahren der Ozon-Therapie.

Säure-Basen-Haushalt

Jede Zelle unseres Körpers braucht Sauerstoff, um arbeiten und leben zu können. Durch die Übersäuerung wird der Sauerstofftransport behindert, was zu einem Energieabfall führt. Bevor Sie also ein teures Gerät zur Sauerstoff-Therapie kaufen, achten Sie auf Ihren Säure-Basen-Haushalt!

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 15.8.2016 aktualisiert.