Hilfe und Hausmittel gegen Sodbrennen oder Magenbrennen

Als Sodbrennen (gastroösophagealer Reflux) bezeichnet man einen brennenden Schmerz im Bereich des oberen Magens, der durch das Zurückfließen des salzsäurehaltigen Magensaftes in die Speiseröhre (Ösophagus) ausgelöst wird. Deswegen bezeichnen das manche auch als "Magenbrennen".

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Kommt dieser gastroösophageale Reflux ab und zu und vor allem nach fettigem Essen vor, besteht im Allgemeinen kein Krankheitswert. Auch in der Schwangerschaft ist er unbedenklich: Die meisten Schwangeren leiden ab einer bestimmten Kindsgröße unter häufigem Sodbrennen, das nach der Geburt wieder verschwindet.

Besteht ein gehäufter Reflux, spricht man von der sogennanten Reflux-Krankheit. Die häufigste Ursache für die Refluxkrankheit ist eine Schwäche des unteren Schließmuskels der Speiseröhre (Kardiainsuffizienz). Ein Zwerchfellbruch, bei dem Teile des Magens durch das Zwerchfell gleiten können, kann dies noch verschlimmern.

Sprache der Symptome

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Mögliche Ursachen

Zuviel Magensäure ist eine mögliche Ursache für die Refluxkrankheit. Auch eie Schwäche im Muskel, der die Speiseröhre vom Magen trennt und so verhindert, dass der Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, ist möglich.

Ein erhöhter Druck im Bauchraum (durch Übergewicht, Gasbauchoder Schwangerschaft) führt ebenfalls zu Sodbrennen.

Eine falsche Ernährung und ungünstige Lebensgewohnheiten können das Sodbrennen begünstigen. Dazu gehört der Konsum von Schokolade, Tabak, Alkohol oder Zitrusfrüchten. Deshalb wird Patienten mit der Reflux-Krankheit geraten, diese Stoffe und Lebensmittel zu meiden.

Wenn Sie das Sodbrennen nicht in ein paar Wochen nach der Nahrungsumstellung heilen können, gehen Sie zum Arzt und lassen feststellen, ob nicht ein Zwerchfellbruch (Hernie) dafür verantwortlich ist.

Chemische Medikamente mit Salicylsäure (Schmerz- und Fiebermittel), Antihistaminika (Mittel gegen Allergie undErkältung), sowie „die Pille“ können Sodbrennen verschlimmern.

Medikamente gegen Bluthochdruck, viele Rheuma und Asthmamittel, Nitro-Präparate bei Herz-Kreislaufproblemen können zu Sodbrennen führen. Bei Übergewichtigen presst der hohe Bauchdruck auf den Magen und drückt so den Mageninhalt nach oben.

siehe auch: Bauchschmerzen - Magenbeschwerden - Magengeschwür - Magenschmerzen - Magenschleimhautentzündung

Mögliche Folgen

Etwa 10% der Refluxpatienten entwickeln eine Refluxösophagitis (=Entzündung des unteren Speiseröhrenabschnittes). Neben dem Sodbrennen treten dabei vor allem Schmerzen hinter dem Brustbein, das Zurückfließen von Speisebrei in den Mundraum, Schluckbeschwerden und eine Symptomverschlimmerung im Liegen auf.

Durch diese Entzündung, die chronisch verlaufen kann, besteht die Gefahr einer Geschwürbildung im Bereich der unteren Speiseröhre. Ebenso ist damit ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs verbunden.

Aber auch weniger drastische Komplikationen sind möglich: Durch die viele Säure können zum Beispiel die Zähne stark geschädigt werden. Auch Husten, Asthma oder starke Schluckbeschwerden sind möglich.

Konventionelle Behandlung

Neben einer Nahrungsumstellung sollten Betroffene unbedingt Übergewicht reduzieren. Hilfreich ist auch eine Schlafposition mit erhöhtem Oberkörper.

Schulmedizinisch werden verschiedene Medikamente verordnet:

  • Antazida (Das sind frei verkäufliche Medikamente, die zu einer raschen, kurzfristigen Linderung beitragen, aber keine Dauerlösung darstellen.)
  • Histamin-H2-Antagonisten (Auch diese Medikamente sorgen nur für eine vorübergehende Linderung der Symptome.)
  • Prokinetika (Sie regen die Peristaltik im Magen an und reduzieren so die Säure. Die Wirkung ist allerdings nur von kurzer Dauer. Außerdem haben Prokinetika eine ganze Reihe von Nebenwirkungen.)
  • Protonenpumpeninhibitoren (Das sind die Standardmedikamente bei einer Reflux-Krankheit. Sie können die Beschwerden auch langfristig heilen, wirken aber nicht bei allen Patienten. Und auch bei dieser Medikamentengruppe drohen teils starke Nebenwirkungen.)

Auch chirurgische Eingriffe können nötig werden.

Bei der laparoskopischen Fundoplicatio wird zum Beispiel der Magenfundus um die Speiseröhre geschlungen, um so den Druck auf den Übergang zwischen Magen und Speiseröhre zu erhöhen. Aber auch diese Operation garantiert keinen Erfolg.

Alternative Heilmethoden

Bei Sodbrennen muss zunächst eine Ernährungsumstellung erfolgen. Neben dem Verzicht auf Alkohol, Nikotin, Zitrusfrüchte und Schokolade empfehle ich eine insgesamt kohlenhydratarme Ernährung. Wie schon erwähnt, sollten Betroffene unbedingt Übergewicht abbauen. Oft sind die Beschwerden dann verschwunden.

Akupunktur kann die Beschwerden bei Sodbrennen drastisch reduzieren. Untersuchungen ergaben, dass sie sogar zu besseren Ergebnissen führen kann als die schulmedizinischen Medikamente, und das ohne Nebenwirkungen.

Auch ein pflanzliches Kombinationspräparat aus Kamille, Pfefferminze, Süßholzwurzel, Schleifenblume, Melisse, Schöllkraut, Mariendistel, Kümmel und Angelikawurzel hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Erhältlich ist dieses Mittel unter dem Namen STW 5 oder Iberogast.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Sodbrennen bzw. Magenbrennen in Frage kommen.

Ernährung

Alkohol (vor allem harte Schnäpse), fettiges Essen, Kaffee, Pfefferminze, scharfe Speisen, Schokolade, Schwarztee, Tomaten, Zitrusfrüchte und Zucker verursachen oder verschlimmern oftmals das Sodbrennen. Vermeiden Sie auch kohlensäurehaltige Mineralwässer. Trinken Sie aber dennoch mehr Wasser: stilles Wasser.

Nahrungsmittelallergien können das Problem verschärfen. Versuchen Sie diese ebenfalls zu lösen.

Ein weiterer Tipp: verwenden Sie Himalaya-Salz.

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)

Folgende Mischung aus Urtinkturen kann helfen:
Je 20 ml Tausendgüldenkraut, Wermut, Melisse, Kamille, Ringelblume.

Heilfplanzen

Der Aufguss mit Eisenkraut gilt als Hausmittel bei Sodbrennen

Orthomolekular-Medizin

Astaxanthin: Diese Antioxidanz konnte in Studien überzeugen, besonders wenn eine Helicobacter Infektion vorlag. Beste Resultate wurden bei einer Dosierung von 40mg täglich erzielt.

Probiotika, Nattokinase, Kefir konnten ebenfalls gute Resultate zeigen.

Ein Nahrungsergänzungsmittel bestehend aus: Melantonin, L-Tryptophan, Vitamin B6, Folsäure, Vitamin B12, Methionin und Betain zeigte in einer Studie eine überlegene Wirkung gegenüber dem "Standardmittel" Omeprazol.

Letzter Tipp aus dieser Kategorie: Optimieren Sie Ihren Vitamin D Spiegel.

Säure-Basen-Haushalt

Das Thema Übersäuerung spielt beim Sodbrennen eine Rolle. Ganz allgemein gilt: kohlenhydrat- und säurearme Ernährung.

Schüssler-Salze

bei aufsteigender Säure: Natrium phosphoricum
Trockenheitsgefühl im Rachen: Natrium chloratum
zur Heilung bei gelblichem Zungenbelag: Kalium sulfuricum

Homöopathie

hilfreiche Mitel sind:

Iris D 4
Robina pseudacacia D 3
Nux vomica D 4
Capsicum D 4
Magnesium carbonicum D 6
Phosphorus D 12
Carbo vegetabilis D 30

Diese Mittel sollten allerdings von einem Homöopathen ausgewählt werden.

Wirbelsäulensegmente

Eine Fehlstellung des 6. Brustwirbels (Th 6) kann auch Magenprobleme und Sodbrennen verursachen.

sonstiges

Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend, wirkt eine Fußrefelexzonenmassage.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 13.03.2014 aktualisiert.

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