Die Vorteile des Stillens

Generell wissen die meisten Menschen, dass es für ihr Kind von Vorteil ist, wenn es von der Mutter gestillt wird. Dass die Umkehrung ebenfalls richtig ist, wissen dagegen nur die wenigsten:

Auch die Mutter profitiert davon, wenn sie ihr Kind stillt.

Die Vorteile des Stillens für das Kind

Die Muttermilch ist die beste Nahrung, die ein Säugling bekommen kann.
Sie enthält Antikörper, die das Kind resistent gegen die Krankheiten machen, welche die Mutter bereits gehabt hat. Aber der Schutz beinhaltet nicht nur die Infektionserreger, welche die Mutter schon bezwingen konnte: Wenn das Neugeborene einem Erreger ausgesetzt wird und erkrankt, steckt es die Mutter während des Stillens an.

Das Immunsystem der Mutter reagiert und entwickelt Antikörper, die den Eindringling attackieren. Über die Muttermilch werden die Antikörper an das Kind weitergegeben und helfen auf diese Weise, die Krankheit des Neugeborenen zu besiegen.

Neben den Antikörpern werden durch das Stillen auch die notwendigen Vitamine, Mineralien, Proteine und Fette an das Kind weitergegeben, die dieses braucht, um sich zu entwickeln, aber damit enden die Vorteile nicht.

Mehrere Studien haben mittlerweile gezeigt, dass durch das Stillen auch positive Langzeitwirkungen für das Kind entstehen, die sich insbesondere um Gehirn und Darm des Kindes drehen.

Verantwortlich dafür sind die neurothrophinen Faktoren der Muttermilch. Neurothrophine sind sogenannte „Nervennährstoffe“. Gemeinsam mit den Zytokinen (spezielle Proteine) beeinflussen sie das Wachstum bestimmter Zellen des Immunsystems, die eine Rolle in der zellulären Kommunikation und ihrem Verhalten (wie sie wachsen und sich entwickeln) spielen. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21809438)

Durch das Stillen wird die gesamte Entwicklung des Nervensystems des Neugeborenen positiv beeinflusst.

Dies beinhaltet auch das Gehirn, das bekanntlich der Mittelpunkt des zentralen Nervensystems ist und den Darm, dessen zellulärer Aufbau dem Hirn sehr ähnlich ist. Beide sind über mehrere Nervenbahnen miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig:

Durch das Stillen werden beide gestärkt, was langfristig zu einer stabileren Gesundheit des Kindes führt. Eine Langzeitstudie der Universität von Bristol wies zudem einen Zusammenhang zwischen dem Stillen und der Intelligenzentwicklung nach.

Kinder, die gestillt wurden, steigen demnach 41 Prozent häufiger über den Stand ihrer Eltern hinaus auf, als ihre Altersgenossen, die nicht gestillt wurden.

Die Vorteile des Stillens für die Mutter

Durch das Stillen entsteht das Hormon Oxytocin.

Dies löst in der Mutter zum einen Glücksgefühle aus, zum anderen bewirkt es aber auch ein Zusammenziehen des Uterus, wodurch der Wochenfluss verstärkt und die Rückbildung der Gebärmutter gefördert wird. Tatsächlich empfinden Mütter diese Effekte anfangs nicht als positiv, weil sie schmerzen können. Dieser Eindruck verändert sich jedoch rasch.

Durch die Ausschüttung des Hormons wird zudem die Bindung zwischen Mutter und Kind gefördert.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.10.2011 aktualisiert.

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