Untergewicht: Medizinische und andere
Gründe
von: René
Gräber, Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Während Übergewicht leicht erkannt wird und die Gesellschaft durch gezielte Information bereits hinreichend für
die Problematik sensibilisiert ist, herrscht beim Thema Untergewicht oft noch gefährliches Unwissen. Zu erkennen
ist Untergewicht mit bloßem Auge am deutlichen Hervortreten des Skelettes. Die nicht vorhandene Fettschicht und
fehlendes Muskelgewebe lassen besonders die Rippenbögen des Brustkorbs und die Knochen des Beckenbereichs deutlich
hervortreten. Noch genauer kann die BMI-Tabelle für Jugendliche Auskunft geben. Der BMI gibt das Verhältnis von
Gewicht und Körpergröße an und wird allgemein herangezogen, um Normalgewicht gegen Über- und Untergewicht
abzugrenzen.
Ursachen für Untergewicht
Unser Körperbau ist zu einem großen Prozentsatz genetisch bedingt. Wer über einen schnell funktionierenden „aktiven“ Stoffwechsel verfügt,
hat ihn möglicherweise geerbt. Menschen dieses Typs verbrennen durchschnittlich 300 bis 400 Kalorien mehr als
Menschen mit einem langsamen Stoffwechsel. Schnelle Stoffwechsel-Typen sind daher grundsätzlich
schlanker als langsame Stoffwechsel-Typen, die eher zur Bildung körperlicher Fettreserven neigen.
Häufig ist es aber auch eine unausgeglichene Lebensweise, die durch vermehrt auftretenden Stress das
Essverhalten nachteilig beeinflusst. Hunger und Appetit werden weniger deutlich wahrgenommen, der Drang zu essen
ist stark reduziert. Ist die Nahrungsaufnahme erst zur Nebensache geworden, steht am Ende dann eventuell das
Untergewicht.
Neben den bereits genannten Ursachen kann Untergewicht auch durch eine organische Erkrankung bedingt sein.
Menschen, die trotz normaler Ernährung an Untergewicht leiden, sollten die Gründe unbedingt von einem Arzt klären
lassen.
Medizinische Gründe für Untergewicht
Neben einer falschen Ernährung und genetisch bedingten Störungen können verschiedene Erkrankungen des Organismus
dafür sorgen, dass die zugeführte Nahrung falsch oder zu rasch verwertet wird.
In vielen Fällen hängt dies mit der Hormonsteuerung (z.B. beim Diabetes mellitus vom Typ I), einer Nebennierenrindeninsuffizienz, einem Morbus Simmonds
(vollständiges Fehlen aller im Hypophysenvorderlappen gebildeten Hormone) oder mit der Schilddrüse (z.B.
Überfunktion der Schilddrüse) zusammen. Diese Erkrankungen verursachen eine
Steigerung des Katabolismus (Abbaustoffwechsel).
Störungen im Eiweißhaushalt (z.B. das Eiweißverlustsyndrom, verursacht
durch Lebererkrankungen, Vergiftungen, Magentumoren (Magenkrebs), Nierenerkrankungen oder auch einer
gestörten Proteinbildung) können ebenfalls eine Gewichtszunahme verhindern.
Daneben gelten auch verschiedene Tumoren (Krebs) als Verursacher eines stagnierenden
Untergewichts. Das Insulinom (seltener Tumor des Pankreas) zeichnet sich neben einer wiederkehrenden
Hypoglykämie durch die rasche Verbrennung von Kohlehydraten aus. Eine gesteigerte Zuführung von Nahrung kann
zwar den Zuckerspiegel kurzfristig erhöhen, reicht für eine Gewichtszunahme jedoch nicht aus.
Zu den weiteren Ursachen zählen HIV, Morbus Crohn, die Zöliakie, eine gestörte Resorption von Nährstoffen im Darm, ein Befall mit Parasiten sowie
Enzymstörungen.
Postoperativ kann es durch Entfernung von an der Verdauung und Verwertung beteiligten Organen oder Strukturen
(z.B. Magenteilresektion) ebenfalls zu einer Stagnation des Gewichts (bei erhöhter Nahrungszufuhr) kommen.
Für den Fall, dass tatsächlich eine ernsthafte Essstörung wie Magersucht oder Ess-Brech-Sucht vorliegt, sollte
unverzüglich professionelle Hilfe eingeschaltet werden.
Gesundheitliche Auswirkungen des Untergewichts
Untergewicht ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Krankheit. Wer trotz ausreichender Energiezufuhr leichter
als der Durchschnitt ist, sich aber dennoch leistungsfähig und körperlich fit fühlt, für den besteht kein Grund zur
Sorge. Zeigen sich allerdings die typischen Zeichen einer Mangelernährung, kann dies (besonders bei Jugendlichen)
durchaus bedenklich sein.

Unter Mangelernährung oder Fehlernährung versteht man die unzureichende Versorgung des Körpers mit den
lebenswichtigen Nährstoffen. Fehlen Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Kohlenhydrate, wird es auf Dauer zu den unterschiedlichsten
körperlichen Symptomen kommen. Vornehmlich werden Fettgewebe und Muskelgewebe abgebaut und dadurch die
stoffwechselaktiven Zellen reduziert. Das Immunsystem kann nicht mehr wie gewohnt arbeiten. Akute Infektionen haben bei einem so geschwächten Organismus leichtes Spiel. Langfristig
steigt überdies das Risiko, später an Osteoporose zu erkranken.
Als Merkmale für eine Mangelernährung gelten Konzentrationsschwäche,
Wachstumsstörungen, Leistungsschwäche, grundlose Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Zu erkennen ist ein geschwächter Körper aber auch an trockener Haut, häufigem Frieren, an Kreislaufproblemen sowie an mattem und sprödem
Haar oder einer Neigung zum Haarausfall. Ist bei Mädchen und Frauen eine
kritische Grenze überschritten, kommt es schließlich zum Aussetzen der
Menstruation.
Circa acht Prozent aller Heranwachsenden im Alter von 6 bis 16 Jahren unterschreiten das altersgemäße
Normalgewicht um 15 Prozent oder mehr und sind damit schlicht untergewichtig. Die Nationale Verzehrstudie II zeigte u.a.: Im Alter von 17 Jahren haben fast 10 Prozent
der Mädchen Untergewicht. Und die leiden keineswegs alle an Magersucht. Fast 22
Prozent der Heranwachsenden zwischen 11 und 17 Jahren zeigen Anzeigen einer Essstörung. Mädchen neigen dabei
doppelt so oft zu gestörtem Essverhalten wie Jungen.
Nicht immer ist ein Untergewicht ernährungsbedingt zu erklären. In vielen Fällen leiden diese Menschen unter
ihrer Figur und versuchen über verschiedene Behandlungswege den Zustand zu ändern. Dabei zeigt sich auch das
Phänomen, nicht zunehmen zu können.
Tipps zum Zunehmen
Allgemein hört man den Tipp man solle einfach mehr Essen. Und da werden dann hochkalorische Dinge empfohlen wie
Milch, Diät Magarine mehr Fett oder auch mehr Fruchtzucker. Keines dieser "Nahrungsprodukte" oder Bestandteile kann ich wirklich
empfehlen.
Auch sogenannte "Weight Gainer" enthalten oftmals Zucker zu einem großen Teil.
Ich empfehle einfach eine gesunde Ernährung. Was sie allerdings sinnvoll tun können ist mit einem Krafttraining zu beginnen: Trainieren Sie aber maximal 60 Minuten.
Eine konstitutionelle Therapie mittels Homöopathie kann ich empfehlen. Hierzu sollten Sie einen klassisch arbeitenden
Homöopathen aufsuchen.
Diese Seite wurde letztmalig am 14.9.2011 aktualisiert.

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