Wechseljahresbeschwerden: Das Klimakterium als Problem?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

In unserer "Kultur" wird den Frauen durch die Werbung (und leider oft auch durch die Ärzte) suggeriert, dass die Wechseljahre eine Krankheit seien und einer dringenden Behandlung bedürfen - meist durch synthetische Hormone, die mehr Schaden anrichten, als sie nützen.

Übrigens, auch Männer durchlaufen ein solches Stadium, sie können es bloß nicht zugeben. Das Allerwichtigste in den Wechseljahren ist, diesen neuen Lebensabschnitt akzeptieren zu können, trotz Werbung.

Als Wechseljahre (= Klimakterium) der Frau bezeichnet man die Übergangsphase zwischen dem Beginn unregelmäßiger Blutungen bis zur Erschöpfung der Eierstockfunktion. Das Klimakterium umfasst in etwa den Lebensabschnitt vom 45. bis zum 55. Lebensjahr.

In dieser Zeit kommt es zur letzten von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung (= Menopause).

Der Zeitraum (vier bis fünf Jahre) vor der Menopause wird Prämenopause genannt, der Zeitraum (ein Jahr) nach der Menopause heißt Postmenopause.

Während der Prämenopause sinkt die Östrogenproduktion der Eierstöcke ab. Östrogene sind weibliche Sexualhormone, die unter anderem die Reproduktion steuern. Es kommt zum Ausbleiben des Eisprungs oder verspätetem Eisprung. Es können Zwischenblutungen oder Dauerblutungen auftreten.

Außerdem kann es in dieser Zeit zu einigen neurovegetativen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, einer Verminderung des Sexualtriebes, Scheidentrockenheit oder -entzündungen kommen. Besonders Hitzewallungen und Schweißausbrüche werden als sehr belastend beschrieben, vor allem wenn sie nachts auftreten und so die Schlafqualität beeinträchtigen. Bis vor wenigen Jahren ging man außerdem davon aus, dass die Hitzewallungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen würden. Inzwischen ist klar: Das Gegenteil ist der Fall. Frauen, die schon zu Beginn der Wechseljahre an diesen Symptomen leiden, bekommen seltener Herz-Kreislauf-Probleme. Warum das so ist, ist noch nicht abschließend geklärt.

Jedoch: Alleine die Sichtweise, dass die Probleme nicht nur unschädlich, sondern sogar nützlich sind, kann es für viele Frauen schon leichter machen, mit ihnen umzugehen.

Bei einigen Frauen tritt auch ein Menopausensyndrom auf, das neben den genannten Beschwerden auch häufig mit Schwindel, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Leistungsabfall, Schlafstörungen, Fettleibigkeit, Arteriosklerose(= Arterienverkalkung) und Osteoporose (= Knochenschwund) einhergeht.

Auch Männer erleben Wechseljahre (= Klimakterium virile), die mit Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen, Leistungsminderung und einer Libido- und Potenzminderung verbunden sind. Die Ursache wird hier im Rückgang der Testosteronproduktion gesehen.

Sprache der Symptome

Das Klimakterium ist der Zeitpunkt, an dem der Körper nicht mehr bereit ist, neues Leben zu bilden. Frauen, die Kinder geboren haben, dürfen sich nun zurücklehnen, sie haben ihre Aufgabe biologisch gesehen "erfüllt". Frauen, die unter den Wechseljahren besonders leiden, haben möglicherweise Probleme mit dem Abschluss dieses Lebensabschnittes.

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Ursachen

Die Produktion der Eierstockhormone (Östrogene) geht langsam zurück. Während dieser Umstellung des Hormonhaushaltes kann es zu den unerwünschten Wechseljahresbeschwerden kommen.

Mögliche Symptome bei Beschwerden in den Wechseljahren

Wenn Sie nun anfangen, gegen die einzelnen Beschwerdebilder Medikamente zu schlucken, werden Sie bestimmt nicht gesünder.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Wechseljahresbeschwerden in Frage kommen können.

Das Wort "Therapie" ist hier eigentlich fehl am Platz. Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich beim Klimakterium und der Menopause nicht um eine therapiebedürftige Erkrankung, sondern um einen natürlichen, biologischen Vorgang. Wenn aber dieser biologische Vorgang zu unerträglichen Begleiterscheinungen, sprich Symptomen führt, die die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verschlechtern, dann ist eine symptomatische "Therapie" durchaus angezeigt.

Ziel der Behandlung wird aber nicht sein, die Menopause zu verhindern, sondern nur seine nicht tolerierbaren Symptome zu lindern oder zu beseitigen.

Lange Zeit war die Schulmedizin der Ansicht, dass über einen Ersatz der nachlassenden Hormone eine Therapie des Klimakteriums durchgeführt werden müsse. Es wurden also (und werden zum Teil auch noch) Ersatzhormone verabreicht, die der Körper in dieser Konzentration gar nicht mehr benötigt. Ausführlicher beschreibe ich dieses Problem im Beitrag: Wie Frauen mit Hormonen abgefüttert werden und was jede Frau zur Hormonersatztherapie wissen sollte.

Hormone für Frauen
Abb1: Was jede Frau zur Hormontherapie wissen sollte!

Heute weiß man, auch in der Schulmedizin, dass dieser Gedankenansatz teilweise böse Folgen für die betroffenen Patientinnen haben kann bzw. gehabt hat.

Presomen (in den USA Premarin) ist ein Östrogen, das aus dem Urin schwangerer Stuten gewonnen wird. Heute ist bekannt, dass eine Hormonersatztherapie (HET) mit diesem Präparat das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen für die behandelten Frauen deutlich erhöht. Obwohl eine Therapie mit diesem Wirkstoff sich als effektiv in der Abschwächung von Symptomen der Menopause herausstellte, zeigte sich zudem ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und eine Erhöhung des Insulinspiegels.

Depo-Clinovir Provera ist ein synthetisches Gestagen (Progesteron), das häufig als Ovulationshemmer (also zur Verhinderung des Eissprungs) zum Einsatz kommt (in der Antibabypille oder Dreimonatsspritze). Es kam aber auch häufig zur Behandlung von Symptomen der Menopause zum Einsatz. Heute weiß man, dass dieser Wirkstoff eine Reihe von Nebenwirkungen hat. Die bekannteste davon ist die erhöhte Bereitschaft zur Bildung von Blutgerinnseln.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Langzeitstudien, die einen Zusammenhang von HET mit Brust- und Eierstockkrebs aufzeigen (zum Beispiel http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22694828; http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22296377).

Gleiches gilt auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22424090; http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20518194).

Aber hier spielen offensichtlich eine Reihe von Faktoren wie Genetik, Verabreichungsform, Behandlungsdauer etc. eine weitere Rolle und machen den Sachverhalt noch unübersichtlicher. Diese komplizierten Zusammenhänge sind der Grund für die Protagonisten der HET, diese als unschädlich und nützlich zu bewerben. Dies mag sogar in extremen Fällen, wo alternative Mittel nicht mehr greifen, stimmen. Aber ich denke, dass man nicht in jedem Fall sofort mit der Kanone auf alle Spatzen schießen, sondern der Schwere des Falls angemessen vorgehen sollte.

Denn was die Protagonisten der HET gerne verschweigen ist, dass man die Symptome der Menopause oft auch ohne Chemie und Pharmakologie günstig beeinflussen kann. Und hier treffen wir wieder auf einen alten Bekannten: die Ernährung. Hier ein paar Vorschläge für eine angepasste Ernährung, bevor ich auf die naturwissenschaftliche Einschätzung dazu eingehe.

  • Phytoöstrogene: Dies sind sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen Lignane und Isoflavone zählen. Allerdings handelt es sich hier nicht um „wirkliche“ Östrogene, sondern sie besitzen gewisse strukturelle Gemeinsamkeiten mit den Östrogenen. Diese Gemeinsamkeiten ermöglicht es den Phytoöstrogenen, ebenfalls an die Östrogenrezeptoren des Organismus anzudocken und eine östrogenähnliche Wirksamkeit zu entfalten. Jedoch ist die Stärke der Wirkung häufig nicht mit der der originalen Östrogene gleichzusetzen.

    Die bekanntesten Phytoöstrogene sind Daidzein, Genistein, Coumestrol etc. Pflanzen, die relativ hohe Konzentrationen an Phytoöstrogenen enthalten, sind Sojabohnen, Rotklee, Leinsamen, Hülsenfrüchte, Getreidekleie, Luzerne, Lakritze, Salbei, Obst und Gemüse, Samen, Hopfen, Tee, Bier und Wein. Damit wäre es denkbar, eine auf Nahrungsmittel basierte HET zu betreiben, die gleichzeitig auch noch eine Fülle an anderen Nährstoffen zuführen würde. Da die Wirksamkeit der Phytoöstrogene in der Regel nicht so stark ausgeprägt ist, wären auch weniger therapiebedingte Nebenwirkungen zu erwarten. Damit könnte man leichtere bis mittelschwere Beschwerden kontrollieren. Zudem wird in der naturwissenschaftlichen Literatur auch die Möglichkeit einer krebsverhindernden Wirksamkeit der Phytoöstrogene diskutiert, gänzlich im Gegensatz zur HET mit synthetischen Östrogenen (http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9187225; http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12557810).
  • Maca(Lepidium meyenii) stammt aus den peruanischen Anden und gehört zur Gattung der Kressen. Die Wurzeln enthalten eine Reihe von nützlichen Nährstoffen wie Proteine, Zink, Eisen, Kalzium, Magnesium, Kohlenhydrate, Phosphor, Mineralstoffe, Zucker und etliche Vitamine. Darüber hinaus enthält die Wurzel ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe mit östrogenähnlicher Wirksamkeit. Maca-Pulver wird daher auch als natürliches Potenzmittel verkauft. Es gibt Berichte und Fallbeispiele, wo Probanden von einer gesteigerten sexuellen Lust, einer gesteigerten körperlichen Leistungsfähigkeit, einem besseren Immunsystem, weniger Depressionen und einem Nachlassen von chronischer Müdigkeit berichtet haben. Für den Einsatz bei Frauen mit menopausalen Problemen gibt es bislang nur zwei Arbeiten, die sich dieses Themas annehmen (http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18784609; http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21840656).

    Beide Arbeiten sehen einen positiven Effekt von Maca auf die Symptome während der Menopause. Allerdings schränken sie ein, dass die untersuchte Probandenzahl für definitive Aussagen noch zu gering ist. Aber auch hier lässt sich abschließend resümieren, dass ein Versuch mit Maca mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu unangenehmen oder gar ernstlichen Nebenwirkungen führen wird.
    • Heilpflanzen: Aus dem Bereich der Heilpflanzen kommen einige Pflanzen in Frage. Da wären zum Beispiel das Geraniumöl oder auch so "einfache" Dinge wie Grüner Tee. Dieser Tee enthält Polyphenole, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Diese Polyphenole sind sogar teilweise noch wirksamer als die im Rotwein. Außerdem haben sie eine starke anti-oxidative Wirksamkeit. Grüner Tee scheint sich aber auch für die „Bekämpfung“ von menopausalen Symptomen zu eignen. Es gibt hierfür (leider nur) drei Arbeiten, die dies eindrucksvoll belegen können (http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21143878; http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9507508; http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22710666).
  • Ätherische Öle: Die sekundären Pflanzenstoffe können mit verschiedenen Applikationen hilfreich sein. Zur sanften Bauch-Massage bereite man ein Öl mit fünf Tropfen reinem Extrakt von Pfefferminze, Lavendel, Muskatnuss und Zypresse auf 30 Milliliter Jojoba- oder Kokosöl. Bewährt hat sich auch die Zubereitung aus drei Tropfen Kamille, Wacholder und Salbei auf 30 Milliliter Trägeröl. Die Trägeröle verdünnen die recht intensiven ätherischen Öle, die auch als Badezusatz nicht zu hoch konzentriert sein dürfen. Drei bis fünf Tropfen Öl von Lavendel, Kamille, Geranie und Salbei kommen auf einen Esslöffel Trägeröl. Eine Handvoll Epsom-Salz ergänzt den Badezusatz. Zu Förderung der hormonellen Balance eignet sich eine Kombination aus Ylang Ylang, Geranie und Salbei.Ätherische Öle können auch als Raumluft-Aroma die Beschwerden in den Wechseljahren lindern. Im Handel sind Öl-Diffusoren erhältlich, die ätherische Öle in die Raumluft zersteuben.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese Form der Fettsäuren gehört zur Gruppe der ungesättigten Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren können vom Organismus nicht selbst hergestellt werden und müssen somit über die Nahrung aufgenommen werden. Eine Reihe von verschiedenen Omega-3-Fettsäuren sind für den Organismus lebensnotwendig. So sind z.B. die beiden Vertreter, die Docosahexaensäure und die Eicosapentaensäure, integrale Bestandteile der Zellmembranen, ohne die es kein Leben gäbe. Diese beiden Fettsäuren sind in der Lage, Zellfunktionen zu modulieren. Von daher haben sie eine „Latte“ an verschiedenen Funktionen. Sie wirken anti-arrhythmisch, sowohl supraventrikulär als auch ventrikulär (im Vorhof und der Kammer des Herzens). Sie stabilisieren Gefäße und Zellverbände, die zu einem Infarkt neigen. Sie senken Triglycerid-Konzentrationen im Blut. Sie wirken anti-atherosklerotisch und haben noch viele weitere Wirkungen. Damit verbessern sie die Gefäßfunktion, den Blutdruck und wirken entzündungshemmend, indem sie die Produktion von Arachidonsäure hemmen, die einen entzündungsfördernden Effekt aufweist.

    Omega-3-Fettsäuren sind in einer Reihe von Pflanzenölen enthalten, zum Beispiel Leinöl, Chiaöl, Leindotteröl, Perillaöl, Hanföl, Rapsöl, Walnussöl etc. Viele Fische enthalten ebenfalls Omega-3-Fettsäuren, die sogar eine bessere Bioverfügbarkeit aufweisen als die aus pflanzlichen Quellen.

    Schattenseite der Fische ist die Belastung mit Schwermetallen, was im besonderen Maße für die längerlebigen Raubfische gilt, die weiter oben an der Spitze der Nahrungskette stehen und bei denen sich die Schwermetalle akkumulieren.

    Als optimaler Ausweg bietet sich hier Krill Öl an. Krill ist ein kleiner Leuchtkrebs, der sich von Phytoplankton ernährt. Krill hat einen deutlich höheren Omega-3-Fettsäuren-Anteil als Fisch, da jener sich entweder von Krill oder Plankton ernährt und somit erst einmal signifikante Mengen aufnehmen muss, bevor er eine Omega-3-Fettsäuren-„Quelle“ werden kann. Als nächsten Vorteil umgeht der Konsument der Belastung mit Schwermetallen. Dazu kommt noch, dass die Omega-3-Fettsäuren in Studien einen guten Effekt auf die menopausalen Symptome gezeigt haben (http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21037490; http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19034052).

    Hier zeigten sich vor allem Verbesserungen bei Depressionen, Hitzewallungen und Lebensqualität.
  • Akupunktur. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass auch Akupunktur bei Wechseljahresbeschwerden sehr hilfreich sein kann. Die weiblichen Hormone scheinen sich durch die Akupunktur sehr gut ansprechen zu lassen. Bei den behandelten Patientinnen stiegen die Östrogenwerte, die Hitzewallungen und andere Symptome der Wechseljahre besserten sich spürbar.
    • Homöopathie. Die Wechseljahre können als Umstellungsprozess verstanden werden, bei dem Dysbalancen zu den genannten Beschwerden führen. Homöopathische Komplexmittel können die Regulationskräfte des Körpers anregen und so die Hormone schneller wieder ins Gleichgewicht bringen. Möglich ist zum Beispiel Cypripedium (Frauenschuh), vor allem in Kombination mit Baldrian, Traubensilberkerze und Passionsblume. Weitere vielversprechende Mittel: Mönchspfeffer, Sepia oder Buschmeister (Lachesis).

Ernährung und Menopause

Laut wissenschaftlicher Erörterung scheint es einen signifikanten Zusammenhang zu geben zwischen metabolischem Syndrom und Problemen während des Klimakteriums. Das metabolische Syndrom wiederum wird im Wesentlichen durch die Ernährung beeinflusst:

Lin et al.
Cardiovascular Center and Health Management Center, National Taiwan University Hospital, Yun-Lin Branch, Dou-Liou City, Taiwan.
„Sex, menopause, metabolic syndrome, and all-cause and cause-specific mortality--cohort analysis from the Third National Health and Nutrition Examination Survey“
J Clin Endocrinol Metab. 2010 Sep;95(9):4258-67.
https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20534759

Diese Studie beurteilte das Mortalitätsrisiko in Abhängigkeit vom metabolischen Syndrom für Teilnehmer der Third National Health and Nutrition Examination Studie. Untersucht wurde die Mortalität von 1364 Männern und 1321 Frauen in einem Alter von 40 und mehr Jahren. Alle Teilnehmer zeigten erhöhte Cholesterinwerte zu Beginn der Studie.

Probanden, die Insulin, orale Antidiabetika, Antihypertensiva oder Lipidsenker benutzten, wurden von der Studie ausgeschlossen.
Gemessen wurde die Mortalität aufgrund allgemeiner, kardiovaskulärer, kardialer und nicht-kardiovaskulärer Ursachen. Die Daten stammen aus einer Nachfolgebeobachtung der oben erwähnten Studie seit dem Jahr 2000.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für das metabolische Syndrom lag bei 33 Prozent für Männer und 29 Prozent für Frauen. Bei den männlichen Probanden ergab sich keine signifikante Korrelation zwischen metabolischem Syndrom und einer erhöhten Mortalität. Bei den Frauen zeigte sich das metabolische Syndrom als ein unabhängiger Risikofaktor für die allgemeine, die kardiovaskuläre, kardiale und nicht-kardiovaskuläre Mortalität. Der Korrelationsfaktor wurde stärker bei der Analyse der Daten von Frauen in der Postmenopause. Für Frauen in der prämenopausalen Phase ergaben sich keine Korrelationen. Der geschlechtsspezifische Korrelationsfaktor blieb unverändert unabhängig vom Status des metabolischen Syndroms.

Die Autoren schlossen daraus, dass das metabolische Syndrom ein signifikantes Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko für Frauen in der Postmenopause darstellt. Selbiges trifft für Männer und Frauen in der Prämenopause nicht zu. Das Geschlecht ist somit ein wichtiger Modifizierer für allgemeine und spezifische Todesursachen.

Eine neuere Arbeit „schlägt in die gleiche Kerbe“:

Gallon et al.
Universidade de Caxias do Sul, Caxias do Sul, RS, Brasil.
„Nutritional status and quality of life of climacteric women“
Rev Bras Ginecol Obstet. 2012 Apr;34(4):175-83.
https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22584814

Das Ziel dieser Arbeit war, die Lebensqualität von Frauen im Klimakterium in Beziehung zu setzen mit ihrem Ernährungsstatus. Bei der Studie handelte es sich um eine Querschnittsstudie mit 200 klimakterischen Frauen zwischen 40 und 65 Jahren. Die Probandinnen wurden über sozioökonomische Faktoren befragt, sowie über die aktuelle und vergangene Krankengeschichte der Probandin und ihrer Familie. Des Weiteren wurden Body-Mass-Index (BMI), Umfang der Taille (UT) und das Verhältnis von Taille zur Hüfte für anthropometrische Berechnungen ermittelt. Für die Beurteilung der Lebensqualität wurde ein spezifischer Fragebogen zur Menopause und Symptomen benutzt.

Der durchschnittliche BMI betrug 30,1 Kilogramm pro Quadratmeter. Dies entspricht dem Adipositas Grad 1. Der Taillenumfang lag bei 99 Zentimeter, was auf ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen hindeutet. Es wurde ein erhöhter Konsum an Proteinen beobachtet und ein gleichzeitig verringerter Konsum an Ballaststoffen, Kalzium und Vitamin D. Die häufigste Erkrankung war Bluthochdruck mit 48,5 Prozent der Frauen unter einer Therapie gegen kardiovaskuläre Probleme und 23 Prozent unter Antidepressiva. Bezüglich der Lebensqualität ergaben sich signifikante Ergebnisse in Bezug auf BMI und Blutdruckwerte.

Die Autoren schlossen, dass eine Umstellung der Ernährung, mit dem Ziel, die anthropometrischen Werte über die Ernährung zu verbessern, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in gesundheitlichem Nutzen für Frauen im Klimakterium resultiert. Die Häufigkeit von Übergewicht ist mit einer schlechteren Lebensqualität, sowie einer höheren Mortalität und Morbidität assoziiert. Diese Beobachtung unterstreicht die Notwendigkeit, Frauen im Klimakterium auf die besondere Bedeutung der Ernährung hinzuweisen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die Autoren einer anderen Arbeit (http://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18677156).

Fazit

Das Klimakterium und die Menopause sind bedeutende, aber natürliche Einschnitte in das Leben einer Frau, die unter Umständen zu „Nebenwirkungen“ führen. Abhängig vom Ernährungsstatus scheinen die Symptome zuzunehmen, wenn die Betroffene übergewichtig ist. Darüber hinaus stellt Übergewicht direkt und indirekt ein erhöhtes Risiko für die Mortalität und Morbidität in der postmenopausalen Phase dar.

Die praktische Konsequenz aus diesen Einsichten ist nicht der Lauf zur Apotheke, um sich hier mit Präparaten der Pharmaindustrie zu versorgen. Oft hilft schon eine Ernährungsumstellung, besonders der Verzicht auf Zucker und industriell verarbeitete Lebensmittel mit Lebensmittelzusatzstoffen. Ratsam ist auch ein vorsichtiger Umgang mit den Genussgiften, die unseren Alltag begleiten. Sport und Entspannungsübungen (Yoga, Meditation) unterstützen die Selbsthilfe in den Wechseljahren ebenfalls. Bewegung an frischer Luft sorgt auch für genügend Sonneneinstrahlung und fördert die Vitamin-D-Bildung. Der Bedarf an dem Vitalstoff ist in der schwierigen Zeit erhöht.

Der Gang zum Arzt wird natürlich immer dann notwendig, wenn die Symptomatik einen außerordentlichen Leidensdruck verursacht. Bei weniger ausgeprägten Symptomen hilft häufig eine Umstellung der Ernährung. Dieser Weg hat den weiteren Vorteil, dass in der Folgezeit nicht nur die Symptomatik, sondern auch das Risiko für Mortalität und Morbidität gesenkt wird. Selbiges ist von einer HET nicht bekannt, im Gegenteil.

Erst wenn Ernährung und die oben aufgezählten natürlichen Alternativen (Phytoöstrogene, Omega-3 etc.) nicht greifen, kann aus meiner Sicht die Einnahme von synthetischen Hormonen in Betracht gezogen werden, und auch nur kurzfristig.


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Diese Seite wurde letztmalig am 16.10.2017 aktualisiert.