Naturheilkunde

Zahnfleischschwund - Die Parodontose

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Das Parodontium beschreibt den Zahnhalteapparat (Zahnbett), der sich aus dem Zahnfleisch (Gingiva), dem Zahnzement (Cementum), der Wurzelhaut (Periodontium) sowie den Alveolarknochen zur Zahnverankerung zusammensetzt.

Parodontopathien umfassen sämtliche Erkrankungen des Zahnbetts. Dabei werden heute Parodontose als auch Parodontitis als Synonyme für eine bakterielle Entzündung verwendet, die sowohl das Zahnfleisch als auch den Kieferknochen befällt.

Schätzungen zufolge erkranken nahezu 70 Prozent aller Menschen in westlichen Industrienationen in ihrem Leben an einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Parodontose. Diese kann sich in jedem Alter ausbilden, weist jedoch eine deutliche Zunahme der Erkrankungsrate ab dem 40. Lebensjahr auf.

Ursachen

Die Ursachen für eine Parodontose sind vielfältig. Der Erkrankung geht häufig eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) voraus, die Hinweis auf eine mangelhafte Mund- bzw. Zahnhygiene sein kann.

Auch der Genuss von Nikotin fördert die Entstehung. Daneben kommen die genetische Prädisposition (Veranlagung, Vererbung), ein veränderter pH-Wert des Speichels (Veränderung von neutral in sauer), vermehrter Stress (der das Immunsystem beeinflusst), hormonelle Störungen (z.B. in der Pubertät oder Schwangerschaft), falsche Essgewohnheiten (z.B. viele Kohlenhydrate), Übergewicht, Erkrankungen des Organismus (z.B. Diabetes mellitus), die kombinierte Einnahme verschiedener Medikamente sowie das zunehmende Lebensalter in Betracht.

Was die wenigsten wissen: Der Zahnfleischschwund hat insgesamt mit dem ph-Wert im Mund zu tun. Der ph-Wert in der Mundhöhle hängt wiederum mit dem ph-Wert des Dünndarms zusammen.

Sie können sich eine Menge Zahnarztkosten sparen, wenn Sie diese Ursache berücksichtigen. Mehr dazu lesen Sie unter Übersäuerung und Darmsanierung.

Symptome

Die Parodontose führt über den vermehrten Bakterienbefall (oralpathogene Bakterien, identisch zu den Verursachern einer Karies) zu einem langsamen Abbau des Zahnfleisches mit drohendem Zahnverlust. Der Beginn ist gekennzeichnet durch einen geröteten, entzündeten Zahnfleischsaum. Zum Teil schwillt der Bereich an und reagiert bei Berührung mit Blutungen (z.B. durch eine Zahnbürste).

Das Zahnfleisch löst sich langsam vom Zahn und bildet Taschen. In diesen können sich Konkremente (harte Ablagerungen, Plaque) ansammeln, die das Zahnfleisch weiter zurückdrängen. Gleichzeitig vermehren sich die Bakterien hier besonders gut. Je weiter der Befall voranschreitet, desto mehr Substanz geht verloren. Die Zahnhälse werden freigelegt und sind schutzlos vor äußeren Einflüssen. Im langwierigen Verlauf, der Jahrzehnte andauern kann, wird neben dem Zahnfleisch auch der Kieferknochen angegriffen und zerstört. Liegt die Verankerung eines Zahns unterhalb einem Drittel des Ursprungs geht dieser verloren.

Die besondere Gefahr einer Entzündung des Zahnhalteapparates liegt in der Symptomarmut - man "merkt" einfach nichts. Blutungen des Zahnfleisches treten nur in Verbindung mit der Gingivitis auf, im späteren Verlauf sind diese eher selten. Der Rückgang des Zahnfleisches verursacht in den meisten Fällen keine Beschwerden. Auch dann nicht, wenn der Zahn bereits gelockert ist oder auszufallen droht.

Diagnose

Zur Sicherung der Diagnose steht dem Zahnarzt unter anderem eine spezielle Messsonde zur Verfügung, mit der die Tiefe der bereits gebildeten Zahnfleischtaschen ausgemessen und EDV-technisch ausgewertet werden kann (Parodontale Screening Index). Neben der Anamnese dienen auch die Röntgenaufnahme (zur Abklärung bereits zerstörter Knochensubstanz), ein Gentest (zur Ermittlung einer Veranlagung) und die Auswertung eines Abstrichs oder von Gewebeproben (zur Identifizierung des Bakterienstamms) der Diagnose.

Differentialdiagnostisch auszuschließen sind vor allem die Pulpitis (bakterielle Entzündung des Zahnmarks), Erkrankungen der Blutgerinnung (die zu Zahnfleischbluten führen können), die Mangelernährung sowie Erkrankungen, die mit einem Knochenabbau einhergehen oder den Körper allgemein beeinflussen (z.B. Diabetes mellitus).

Schulmedizinische Therapie

Je nach Ausprägung der Zerstörung versucht der Zahnarzt, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Dazu beseitigt er, unter lokaler Betäubung, den Bakterienfilm mittels einer Wurzelglättung (durch spezielle Instrumente, die den Belag abschleifen, den Zahn glätten und polieren, um den Bakterien den Halt zu nehmen). Der behandelte Bereich wird anschließend desinfiziert, z.B. mit speziellen Lösungen, Tinkturen oder auch durch einen Laserstrahl, der verbliebene Bakterien vollständig zerstören kann.

Liegt die Ursache z.B. in einer gestörten Immunabwehr, sollte diese durch geeignete Mittel (in Abstimmung mit einem Arzt oder Heilpraktiker) behandelt werden.

Je frühzeitiger eine Therapie ansetzt, desto besser gestaltet sich die Prognose. Zum einen kann hierdurch der Verlust von Zähnen verhindert werden, zum anderen steht die Entzündung seit einigen Jahren in Verdacht, ernsthafte Erkrankungen zu begünstigen, so z.B. den Herzinfarkt oder auch Kreislauferkrankungen.

weitere Beiträge zum Thema Zähne: Karies (Zahnfäule) - Parodontitis (Zahnfleischentzündung) - Zahnstörfelder - Zahnfleischbuten - wurzelbehandelte Zähne

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Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Zahnfleischschwund (Parodontose) in Frage kommen.

Aromatherapie

Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden. Fenchel, Salbei.

Ernährung

Meiden Sie Zucker unter allen Umständen. Die Bakterien im so genannten Plaque leben von Zucker! Alle Zuckerarten sind schädlich, am schädlichsten jedoch ist Saccharose (raffinierter Kristallzucker) und das ganz besonders als Bonbon.

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)

Lassen Sie sich aus folgenden Urtinkturen folgendes Mundwasser herstellen:
Je 20 ml Salbei, Kamille, Zinnkraut, Sonnenhut und Pappel. Zur Geschmacksverbesserung lassen Sie noch 10 Tropfen Pfefferminzöl dazugeben. Von dieser Mischung geben Sie 15-25 Tropfen in etwas Wasser und spülen den Mund 3 mal täglich damit. 

Gemmo-Therapie

Bis zur Linderung stündlich 1-2 Stösse Johannisbeer-Knospenmazerat in den Mund sprayen.

Orthomolekular-Medizin

Empfohlene Tagesdosis:

Vitamin C: 2000 mg; hilft, das Zahnfleisch zu reparieren. Regt das Immunsystem an. Auch lokale Anwendungen durch Einmassieren von Kalziumascorbat.

Folsäure: 1mg; eine wirksame Behandlung bei Parodontose. Erkranktes Zahnfleisch verfügt nur über wenig Folsäure.

Vitamin D: 10 µg und Kalzium: 600 mg; kann den Knochen stärken und bei dessen Wiederaufbau helfen.

Coenzym Q 10: 60 mg; bei Parodontose sinken die Q 10-Werte im Zahnfleisch und in den weißen Blutkörperchen. Q 10 beschleunigt den Heilungsprozess und vermindert Zahnfleischbluten.

 

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

 

Zahnstörfeld

Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen können bedenklich sein. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.

Schüssler Salze

siehe: Zahnfleischblutung

Sonstiges

 

Das Ölziehen ist ein Rezept, das seit einigen Jahren von vielen Zahn- oder HNO-Ärzten empfohlen wird. Mit dieser Methode kann man den gesamten Mund- und Rachenraum von Krankheitserregern befreien. Man kann die Immunkraft in den Mundschleimhäuten stärken. Die Ölzieh-Kur wirkt insbesondere gegen Parodontose.

Diese Seite wurde letztmalig am 21.07.2011 aktualisiert.

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