Zeckenbiss / Zeckenstich - Was tun?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Zeckenbisse bzw. Zeckenstiche verursachen keine Schmerzen, sind aber nicht ganz harmlos. Wenn die Rötung der Zeckenbiss- bzw. Zeckenstich-Stelle größer als eine Zwei-Euro-Münze wird, müssen Sie einen Arzt aufsuchen, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie eine Infektion haben.

Übrigens: Zecken beißen nicht, sondern stechen. Trotzdem ist der Begriff „Zeckenbiss“ verbreiteter.

Krankheiten die durch Zecken übertragen werden

Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen: Die Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis - FSME) und die Borreliose.

FSMEist eine Infektion, die bei einem Großteil der Patienten symptomfrei verläuft. Bricht sie allerdings aus, ist sie nur sehr schwer zu behandeln. Die ersten Symptome sind grippeartige Beschwerden, Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Erbrechen. Im weiteren Verlauf kann es zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungen und sogar zum Koma kommen.

Die Symptome halten oft mehrere Monate lang an. Die Behandlung der FSME ist schwierig. Spezielle Medikamente gegen die Viren gibt es nicht, sodass nur die Symptome gelindert werden können. Bei 10 bis 30% der Patienten mit einem schweren Verlauf bleiben neurologische Beschwerden zurück, zum Beispiel Lähmungen, Hörstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Epilepsie.

Nach einer überstandenen Infektion sind die Patienten allerdings ihr Leben lang immun. FSME ist in Deutschland seit 2001 meldepflichtig. Risikogebiete für FSME sind in Deutschland vor allem Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch in anderen Bundesländern kommt die Krankheit vor. Gegen die FSME gibt es eine Impfung, die allerdings umstritten ist. Für Waldarbeiter und andere Personengruppen, die sich viel in der freien Natur aufhalten, könnte die Impfung aber Sinn machen.

Unter Borreliose versteht man verschiedene Infektionskrankheiten, die von einer Bakteriengruppe namens Borrelien verursacht werden. In Deutschland ist in erster Linie die Lyme-Borreliose verbreitet. Nach dem Stich einer infizierten Zecke dauert es fünf bis 29 Tage, bis die ersten Symptome auftreten. Im ersten Stadium der Krankheit kommt es häufig (aber nicht immer!) zu einem typischen kreisförmigen Ausschlag rund um die Stichstelle, der sogenannten Wanderröte.

Auch Fieber, Kopfschmerzen und Magenbeschwerdenund oder Darmbeschwerden kommen schon im ersten Stadium vor. Typisch ist die „Borreliose-Grippe“ mit allen üblichen Grippesymptomen außer Schnupfen und Husten. Im ersten Stadium kann die Borreliose noch recht gut mit Antibiotika behandelt werden. Nach vier bis 16 Wochen tritt das zweite Stadium ein: Die Erreger verteilen sich im ganzen Körper. Die Patienten haben diffuse grippeähnliche Symptome und starke Schweißausbrüche.

Die Borrelien können nun alle Organe des Körpers befallen. Häufig setzen sie sich in Gelenken, Muskeln und im Nervensystem fest. Schwere Symptome wie Lähmungen oder Herzprobleme können auftreten. Da sich die Erreger nur kurz im Blut aufhalten und länger im Bindegewebe ausharren, können sie vom Immunsystem und auch von Medikamenten nur noch schwer abgetötet werden. Im Spätstadium der Borreliose können sich lang anhaltende oder chronische Symptome entwickeln, zum Beispiel heftige Entzündungen der Gelenke. Die Symptome können auch nach Jahren immer wieder aufflackern. Gegen Borreliose ist keine Impfung möglich.

Bei deiden Krankheiten kommt es aber grundsätzlich auf den Zustand Ihres eigenen Immunsystems an. Das Milieu ist alles, der Erreger ist nichts.

Ansonsten ist die sicherste Vorsorge gegen einen Zeckenstich bzw. Zeckenbiss das gründliche Absuchen, nachdem man sich im Wald oder im Unterholz aufgehalten hat.

Auch in Wiesen und Gärten sind die Zecken anzutreffen. Gewöhnen Sie sich deshalb in den Sommermonaten eine tägliche Kontrolle an, um Zecken vor oder kurz nach dem Beißen aufzuspüren. Es dauert einige Stunden, bis die ersten Krankheitserreger ins Blut gelangen. Je länger die Zecke Zeit hat, zu saugen, umso höher ist die Gefahr einer Infektion. Deshalb ist es wichtig, eine entdeckte Zecke sofort zu entfernen.

Vorbeugung und Tipps gegen Zecken

Lange Kleidung schützt wenig: Die Zecken kriechen unter die Kleidung und suchen oft stundenlang nach einer passenden Stichstelle. Nur mit langen Hosen, die in die Socken gesteckt werden, macht man es den Zecken schwerer. Auf heller Kleidung sind die kriechenden Zecken leichter zu erkennen.

Mein Tipp: Nehmen Sie einen Fusselroller (Kleberoller) mit auf die Wanderung und rollen Sie sich von Zeit zu Zeit ab. Sie werden erstaunt sein wie einfach man damit die Plagegeister von der Kleidung absammeln kann.

Zur Vorbeugung dient es auch, die Kleidung mir einer dünnen Lösung Pfefferminzöl einzuspühen und auch die Haut damit einzureiben.

Zur inneren Einnahme rate ich zu Schwarzkümmelöl: Im Jahr 2014 fanden Schüler bei "Jugend forscht" heraus, dass Schwarzkümmelöl gegen Zecken hilft.

Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung lassen sich Zecken NICHT von Bäumen fallen, sondern werden von Büschen und Gräsern abgestreift. Um sich von einem Baum fallen zu lassen, müssten diese Insekten ihren Wirt sehen können sowie dessen Richtung und Geschwindikeit beurteilen können, um diesen dann präzise zu treffen. Eine aberwitzige Vorstellung. Zu so einer Leistung ist ein Insekt nicht fähig.

Zeckenbiss / Zeckenstich

Entfernung einer Zecke

Es gibt Ratschläge, die Zecken mittels Öl, Nagellack, Klebstoff und dergleichen zu entfernen. Lassen Sie solchen Unsinn. Das Tier wehrt sich logischerweise auf solche Attacken und verbeißt sich noch mehr. Zudem ist zu vermuten, dass durch den Abwehrkampf der Zecke noch mehr seiner Sekrete in Ihren Körper gelangen.

Die Zecke wird am besten mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte (Apotheke oder Reformhaus) herausgehebelt - NICHT gedreht.

Auch möglich: Nehmen Sie die Zecke zwischen Daumen und Zeigefinger, fassen möglichst tief und ziehen sie gerade heraus. Achten Sie darauf, die Zecke nicht zu zerquetschen, sondern können noch mehr Erreger in die Wunde geraten.

Bleibt nach dem Entfernen der Beißapparat der Zecke (oft fälschlich als Kopf bezeichnet) in der Haut zurück, muss er nicht herausgeschnitten werden. Er enthält keine Bakterien.

Es gibt in der Veterinärmedizin (Tiermedizin) ein Mittel (FRONTLINE Fipronil 0,25%), das man über die Zecke sprayt. Ein paar Minuten später fällt sie ab. Desinfizieren Sie die Einstichstelle nach dem Entfernen sorgfältig. Eine leichte Rötung mit Juckreiz in den ersten Tagen ist wie bei jedem Insektenstich völlig normal. Sie muss aber nach wenigen Tagen vollständig abklingen.

Wann zum Arzt?

Zum Arzt gehen sollten Sie, wenn Sie eine größere Rötung oder gar Entzündung an der Stichstelle bemerken. Die für eine Borreliose typische Wanderröte kann auch an anderen Körperregionen auftreten.

Wenn Sie in den Wochen nach einem Zeckenstich grippeartige Symptome entwickeln, sollten Sie Ihren Arzt unbedingt auf den Zeckenstich hinweisen!

Viele Infektionen werden durch die unspezifischen Symptome lange Zeit nicht erkannt.

Trotz aller Gefahren: Nur etwa 4% der Zeckenstiche führen (meines Wissens) zu einer Infektion. Eine prophylaktische Antibiotikagabe ist deshalb unnötig und richtet im Zweifelsfall mehr Schaden als Nutzen an.

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Zeckenbiss: Naturheilkunde und Hausmittel

Orthomolekular-Medizin Im akuten Stadium können Sie Infektionen mit täglich 800 I.E. (2 x 400 I.E.) Vitamin E und 2-3 Gramm Vitamin C begegnen.
Heilpflanzen  Schwarzkümmelöl wirkt vorbeugend gegen Zecken. Bekannter wurde dieser Tipp 2014, als Regensburger Schüler im Rahmen von "Jugend forscht" darauf hinwiesen. Hierzu scheint es zu reichen eine bereits geringe Menge Schwarzkümmelöl einzunehmen.
 
Homöopathie Der Versuch einer Therapie in chronischen Stadien mittels Homöopathie ist sicher einen Versuch wert. Folgende Mittel kommen in Frage: Apis mellifica oder Ledum.
Sanum Therapie Prophylaktisch rate ich generell zum Mittel Notakehl D5 Tropfen. Nachdem die Zecke entfernt wurde, zwei Tropfen an der Stichstelle verreiben und dies einen Tag lang mehrmals wiederholen. Gleichzeitig Notakehl Tropfen einnehmen: 3 mal täglich 5-10 Tropfen, zwei Tage lang. Zeigt sich die typische "übergroße" Rötung, besteht der Verdacht auf Borreliose.
Thermotherapie Die Thermotherapie gehört zu den wirksamsten Mitteln zur Immunstärkung und kann auch bei einer akuten Infektion eingesetzt werden. Als Faustformel gilt: Wärme wird sanft und langfristig eingesetzt (zum Beispiel durch heiße Bäder oder Einwickeln in warme Decken), Kälte als kurze und kräftige Impulse.
Photonentherapie Dringen Borrelien in die Zellen ein, verlieren diese einen Großteil ihrer Vitalität und strahlen deshalb deutlich weniger Photonen ab. Deshalb ist eine gezielte Photonentherapie hilfreich. Unter bestimmten Umständen kann eine Borreliose mit der Photonentherapie auch ohne Antibiotika geheilt werden.
Sonstiges: Entfernen von Zecken Beim Herausziehen der Zecke niemals drehen! Alle Maßnahmen, die der Stärkung des Immunsystems dienen, reduzieren auch die Gefahr von FSME und Borreliose. Wichtig ist vor allem eine gesunde Ernährung und die Reduzierung von Dauerstress.

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Diese Seite wurde letztmalig am 2.5.2017 aktualisiert.

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