Kürbiskerne - Natürliches Arzneimittel für Blase und Prostata

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Kürbisse bereichern – als köstliche Zutaten in Suppen, Pickles und Gemüsepfannen – nicht nur unseren Speiseplan, sie dienen darüber hinaus auch hervorragend unserer Gesundheit.

Vor allem die Kürbiskerne mit ihren vielfältigen Inhaltsstoffen werden gerne als Naturheilmittel eingesetzt.

Dabei sind nicht nur Heilpraktiker von der positiven Wirkung für Prostata und Blase überzeugt, selbst die Schulmedizin empfiehlt Kürbiskerne bei verschiedensten Leiden.

So konnte wissenschaftlich beispielsweise nachgewiesen werden, dass die Kerne des Arzneikürbis (Cucurbita pepo) bei Blasenschwäche und Reizblase medizinisch wirksam sind.

Ebenso kommen Kürbiskernen bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatahyperplasie BPH) als Arzneimittel zum Einsatz (Kommission E: Monographie Cucurbitae peponis semen (Kürbissamen), Bundesanzeiger 223; 1985 & 11; 1991).

Deshalb kürte die Universität Würzburg den Kürbis zur Heilpflanze des Jahres 2005.

Empfohlen wird eine Einnahme von 10 Gramm Kürbiskernen täglich zur Vorbeugung oder bei akuten Beschwerden.

Eine Vergrößerung der Prostata durch BPH hat oft eine Überlaufinkontinenz zur Folge. Bei Frauen kommt es hingegen nach den Wechseljahren häufig zu einer sogenannten Stressinkontinenz, wobei immer wieder beim Niesen, Husten und Lachen kleine Mengen Urin abgehen.

Beides scheint durch ein Missverhältnis der Hormone Androgen zu Östrogen zu entstehen. Kürbiskerne können in diesen Fällen dem unkontrollierten, häufigen Wasserlassen vorbeugen oder die Symptome beheben.

Denn der Kürbiskernextrakt, in Verbindung mit Sojabohnen, führt nachweislich bei Stressinkontinenz zu einer deutlichen Linderung der Leiden. Dies stellten japanische Forscher bei einer achtwöchigen Studie an 39 Frauen fest. (Terado T. & Sogabe H.: Open Clinical Study of Effects of Pumpkin Seed Extract/Soybean Germ Extract Mixture; J Med Pharm Sci; 2001; 6(5); S. 727-737)

Allerdings führt die Einnahme der Kürbiskerne nicht zu einer Normalisierung der Prostatagröße, es lindert lediglich die Beschwerden.

Aus diesem Grund sollte die Prostatahyperplasie regelmäßig medizinisch kontrolliert werden.

Wie wirken die Inhaltsstoffe der Kürbiskerne?

Vor allem die Lignane, den Östrogenen ähnliche sekundäre Pflanzenstoffe, scheinen bei der positiven Wirkung der Kürbiskerne von besonderer Bedeutung zu sein. Hierbei unterstützen gleich mehrere Mechanismen der kürbisspezifischen Lignane Blase und Prostata bei ihren Funktionen.

Ein wässriger Kürbiskernextrakt hemmt die beiden menschlichen Enzyme 5-α-Reduktase und Aromatase. Die 5-α-Reduktase ist höchstwahrscheinlich für die Entstehung der benignen Prostatahyperplasie verantwortlich, da sie bei Männern mit zunehmendem Alter eine Umwandlung des Sexualhormons Testosteron in das stärker wirkende Dihydrotestosteron vorantreibt.

Bei Frauen hingegen wird das Testosteron durch die Aromatase in 17-β-Estradiol umgewandelt. Wird die Aromatase allerdings gehemmt, führt der erhöhte Spiegel des körpereigenen Testosterons zu einer Stärkung der Beckenbodenmuskulatur und der Blasenfunktion.

Um das häufige und unabsichtliche Wasserlassen auch im Alter zu verhindern, empfehlen viele Mediziner den Frauen die Einnahme von Kürbiskernextrakt in Verbindung mit regelmäßigen Übungen, die die Beckenbodenmuskulatur stärken.

Laborstudien zeigen darüber hinaus, dass der Extrakt aus Kürbiskernen die Bindungsaktivität der Androgenrezeptoren verbessert. Diese Rezeptoren sind für unterschiedlichste hormonell gesteuerte Funktionen bei beiden Geschlechtern nötig, so etwa für das Skelett- und das Haarwachstum, für die Sexualität und die Aufrechterhaltung der Muskelmasse.

An Mäusemodellen belegten Forscher außerdem, dass der Kürbiskernextrakt die Kapazität der Blase erhöht und damit häufiges Wasserlassen verhindert. (Schmidlin C. & Kreuter M.: Cucurbita pepo. Möglicher Einfluss auf hormonelle Ungleichgewichte bei Inkontinenz; Phytotherapie 2003; 3; S. 16-18)

Neben den Lignanen findet sich eine Vielzahl weiterer wohltuender Wirkstoffe in den Kernen von Kürbissen. So sind diese reich an Magnesium, Zink, Eisen sowie dem krebshemmenden Spurenelement Selen. Sie enthalten Vitamin A, B, C und E, aber auch ungesättigte Fettsäuren. Letztere helfen unserem Organismus dabei, den Fettstoffwechsel zu regulieren.

Fest steht außerdem, dass die Inhaltstoffe aus Kürbiskernen antioxidative Wirkung haben und in unserem Körper reaktive freie Radikale abfangen. Werden freie Radikale nicht durch Antioxidantien unschädlich gemacht, können sie mit lebenswichtigen Komponenten aus unseren Zellen reagieren und im schlimmsten Fall sogar Krebs auslösen.

Sicherlich spielen viele der genannten Inhaltsstoffe, ebenso wie bisher unbekannte Substanzen der Kürbiskerne eine zusätzliche Rolle bei der Vorbeugung und Linderung verschiedener Krankheiten. So soll Kürbiskernöl beispielsweise gegen Verstopfung, Zellulitis oder Husten helfen.

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Ganze Kürbiskerne, hochwertiges Kürbiskernöl und Arzneimittel

Lange Zeit ging die Forschung davon aus, dass die im Kürbiskernöl enthaltenen, fettlöslichen Substanzen sich positiv auf Blase und Prostata auswirken.

Erst neuere Forschungen zeigen, dass die Lignane für die Regulation unseres Hormonhaushalts verantwortlich sind. Lignane finden sich allerdings in hohen Konzentrationen im wässrigen Extrakt aus Kürbiskernen. Wer also an einer Reizblase oder an unkontrolliertem Wasserlassen aufgrund eines Hormonungleichgewichts leidet, sollte regelmäßig Kürbiskerne essen oder in Form von Tabletten, Granulat oder Extrakt zu sich nehmen.

Die flachen grünen Kerne schmecken sehr gut im Salat, im Müsli oder einfach so für Zwischendurch. Bereits ein bis zwei Esslöffel entsprechen dabei der empfohlenen Tagesdosis von etwa zehn Gramm.

Hochwertiges Kürbiskernöl gilt als Speiseöl mit dem höchsten Anteil an Antioxidantien. Daher beugt es nicht nur Krebs, sondern auch vielen Herzerkrankungen, Kreislauferkrankungen und Lungenerkrankungen vor. Bei vergrößerter Prostata und Stressinkontinenz scheint es, aufgrund der fehlenden, wasserlöslichen Lignane, nach neuestem wissenschaftlichen Stand hingegen nur bedingt wirkungsvoll zu sein.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.08.2012 aktualisiert

Weitere Literatur:

Terado T. et al: Clinical Study of mixed processed foods containing pumpkin seed extract and soybean germ extract on pollakiuria in night in elderly men; J Med Pharm Sci 2004; 52(4); S. 551-561

Yanagisawa E. et al: Study of Effektiveness of Mixed Processed Food Containing Cucurbita Pepo Seed Extract and Soybean Seed Extract on Stress Urinary Incontinence in Women; J Med Pharm Sci 2003; 14(3); S. 313-322

Hata K.: Effects of Pumpkin Seed Extract on urinary bladder function in anesthesized rats; J Med Pharm Sci 2005; 54(3); S. 339-345

Matzkin H. & Soloway M.: Immunohistochemical Evidence of the Existence and Localization of Aromatase in Human Prostatic Tissues; Prostate 1992; 21(4); S. 309-314

Ho M. H. et al: Anabolic effects of androgens on muscles of female pelvic floor and lower urinary tract; Curr Opin Obstet Gynecol 2004; 16(5); S. 405-409