Die Rosskastanie - Aeculus hippocastanum

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Rosskastanie ist ein Baum und wird über 30 Meter hoch. Ihre Knospen sind dick, kegelförmig und stark klebrig. An dem ca. 20 cm langem Stil befinden sich 5-7 gefingerte Laubblätter.

Ist der Baum ausgewachsen, blättert die Rinde in Schuppen ab. Die Frucht der Rosskastanie ist kugelartig, stachlig und grün aussehend. Der Samen, der sich in der Kugel befindet, hat eine glänzend braune mit einem weißen Fleck versehende Schale.

Zum ersten Mal wurde diese Pflanze 1565 abgebildet. Weit vorher war die Rosskastanie den Türken bekannt. Die Früchte wurden als Heilmittel bei dämpfigen Pferden eingesetzt. Die Linderung der Atembeschwerden setzte nach kurzer Zeit ein. Das war der Zeitpunkt, zu dem sich Wissenschaftler für die Rosskastanie als Heilmittel für Menschen interessierten und die Verbreitung in andere Kulturen ging rasant von statten.

Inhaltsstoffe der Rosskastanie

Die Rosskastanie besteht aus 3%-10% Aescin. Aescin ist ein Gemisch aus Tripeterpensaponin- Glykosiden. Außerdem beinhaltet sie Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Zucker, Stärke, Protein, Vitamnin B und C, Purine und Mineralstoffe.

Wirkung der Rosskastanie

Die Wirkstoffe der Rosskastanie verhindern, dass die kapillaren Blutgefäße zuviel Flüssigkeit aufnehmen. Bereits angesammelte Flüssigkeitsansammlungen werden aus dem Gewebe ausgeschwemmt. Die Gefäßwände werden abgedichtet. Das Venensystem erhält seine Spannkraft zurück.

Aescin hemmt das Enzym Hyaluronidase, das die Proetoglykane der Kapillarendothelien abbaut. Auch entzündungshemmende Eigenschaften, z. B. bei Hämorrhoiden, konnten nachgewiesen werden.

2007 führte das Venenzentrum der Kliniken für Dermatologie und Gefäßchirugie der Ruhr Universität Bochum eine Studie zur Wirkungsweise von systemischen Phytotherapeutika durch. Dabei wurde auch die Rosskastanie auf ihre Wirkung hinsichtlich des Venensystems untersucht. Ein Extrakt aus Rosskastanie erreicht annähernd eine Ödemreduktion, wie ein Kompressionsstrumpf nach Diuretikum.

Anwendung der Rosskastanie

Die Anwendung kann äußlich und innerlich erfolgen. Das ätherische Öl aus den Früchten, die Rinde und der Samen werden in der alternativen Medizin verwendet.

Die häufigsten Anwendungsgebiete der Rosskastanie sind:

- Hämorrhoiden
- Varizen
- Pfortaderstauungen
- Abdominalplethora
- chronische Verdauungsstörungen
- Magenschwäche
- toxische Gastritis
- Durchfall
- Nasenrachenkatarrh
- Nasenpolypen
- Gicht
- Rheuma
- Afterfissuren

Bei Venenleiden hat sich besonders eine Creme bestehend aus Weinlaub und Rosskastanie bewährt.

Eine Mischung aus Walnussschalenrinde, Rosskastanienrinde, Weidenrinde, Schachtelhalmkraut und Früchte der Judenkirsche bringt Linderung bei Gicht.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.08.2012 aktualisiert