Paracetamol

Paracetamol -

Fiebersenkend -Schmerzlindernd und Entzündungshemmend

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Das Anilin-Derivat Paracetamol gehört den nicht-opioiden Analgetika an. Anilin-Derivate stehen in Verdacht, besonders nierenschädigend zu sein, weshalb nur noch Paracetamol mit seiner unverändert guten Verträglichkeit für den Organismus als einziger Wirkstoff Bestand hat. 

Paracetamol zeichnet sich durch seine antipyretische (fieber-senkend), eine abgeschwächte analgetische (schmerzlindernd) und sehr dezente antiphlogistische (entzündungshemmend) Wirkung aus. Daher wird es besonders bei fiebrigen Erkältungskrankheiten angewendet. Es kann daneben leichte Schmerzen lindern oder Beschwerden des Nasen-Rachenraums mildern.

Verschiedene Darreichungsformen + Dosierung

Medikamente auf Basis von Paracetamol werden in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Neben den üblichen Tabletten und Dragees sind dies vor allem Lösungen zur Injektion, Zäpfchen (Suppositorien), Salben, Tinkturen oder Gele. Die Dosierung variiert zwischen 500 und 1000 mg, wobei es eine gute und verträgliche Wirkung aufweist, die sogar den Einsatz bei Kleinkindern erlaubt. Die Plasmahalbwertszeit beträgt ca. drei Stunden. Die Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt führt zu einer nahezu vollständigen Umwandlung (Biotransformation) des Wirkstoffs, wobei die entstehenden Substanzen verträglich ausgeschieden werden. Vom reinen Paracetamol verbleiben nur gut drei Prozent im Organismus, deren Ausscheidung über die Nieren erfolgt. Bis zu einer Darreichungsform von zehn Gramm sind Medikamente mit Paracetamol frei verkäuflich. Darüber liegende Formen bedürfen, neben der strengen ärztlichen Überwachung, der Verschreibung. Insgesamt sollte der Wirkstoff nicht länger als an drei Tagen in Folge oder an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wie die meisten nicht-opioiden Präparate greift auch Paracetamol in die Prostaglandinsynthese ein und hemmt spezielle Enzyme, die (über einen komplizierten Wirkmechanismus) vor allem der Entstehung von Fieber dienen. Prostaglandine provozieren zudem Entzündungen. Paracetamol führt vor allem im Bereich des Gehirns und des Rückenmarks zu einer Unterdrückung der dafür notwendigen Signale. Die nur geringe Schmerzreduktion des Wirkstoffs liegt in der Tatsache begründet, dass dieser die übrigen Regelmechanismen des Organismus kaum beeinflusst.

Die im Handel angebotenen Medikamente auf Basis von Diclofenac werden unter verschiedenen Namen angeboten (z.B. Diclofenac, ben-u-ron). Daneben findet sich der Wirkstoff auch häufig in geringer Dosierung in Heißgetränken gegen Erkältungen oder unterstützenden Präparaten, wie z.B. Grippostad Heißgetränk, Enelfa Saft, Contac Erkältungstrunk oder Vivimed gegen Kopfschmerzen.

Nebenwirkungen

Jedes Medikament, das in Regelmechanismen des Organismus eingreift, kann neben den gewünschten auch unerwünschte Wirkungen verursachen. Hierzu zählen unter anderem Hautirritationen (z.B. in Form von Rötungen oder Ausschlägen), eine gesteigerte Schweißproduktion oder auch Übelkeit. Insgesamt sind die Nebenwirkungen aber gering. In sehr seltenen Fällen kann es zu Beeinträchtigungen der verschiedenen Blutbestandteile kommen (z.B. Abbau weißer Blutkörperchen, Blutarmut).

Die Einnahme des Wirkstoffs über einen längeren Zeitraum führt unter Umständen zu Müdigkeit, Benommenheit, Nervosität, Muskelschmerz oder Kopfschmerzen. Bei regelhafter Überdosierung (mehr als zehn Gramm täglich) kann eine Schädigung von Leberzellen oder Nierenzellen nicht ausgeschlossen werden.

In Kombination mit anderen Medikamenten ist eine deutliche Verstärkung der Wirkungen möglich. Dies führt unter anderem dazu, dass bestimmte Substanzen für den Organismus giftig werden und ernsthafte Schäden verursachen können. Eine gute Aufklärung durch den verordnenden Arzt oder den Apotheker ist daher besonders wichtig.

Die Einnahme Paracetamol-haltiger Präparate ist kontraindiziert bei Störungen der Leber- oder Nierenfunktion, bei bekanntem Alkoholabusus und Morbus Meulengracht (genetisch bedingte Anhäufung des roten Blutfarbstoffs, die zu nicht lebensbedrohlichen Symptomen wie z.B. Schweißausbrüche/Schwitzen und regelmäßige Kopfschmerzen führt). Bei vorliegender Schwangerschaft sollte die Einnahme ärztlich abgeklärt werden.

Dieser Beitrag wurde letzmalig am 28.08.2011 aktualisiert.

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