Bevor ich auf die verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Muskelschmerzen komme, vorab erst einmal ein paar allgemeine Dinge zu Muskelschmerzen.

Sie kennen das, wenn Muskeln schmerzen. Irgendwas tut einem weh. Und gerade im Bereich der “Schmerztherapie” gibt es so viele Verfahren wie Bäume im Wald.

In jeder Publikumszeitschrift wird etwas angeboten – und im Fernsehen sowieso: Mal sollen wir uns den Schmerz mit einer Tablette “wegspülen” oder wir sollen eine tolle Salbe draufschmieren.

Die Schulmedizin feuert mit einem Waffen-Arsenal aus Analgetika, Antirheumatika, ja sogar mit Antidepressiva und Beruhigungsmitteln gegen die Beschwerden an. Injektionen in den Krisenherd oder Infusionen sind neben den oralen Applikationen Mittel der Wahl.

Oft sollen die Patienten auch die neueste “Wunderverfahren” in Anspruch nehmen. Massagen, Wärmepackungen mit Ultraschallunterstützung und Physiotherapie wie die Unterwassergymnastik sind hingegen sinnvoller.

Auf dieser Webseite möchte ich Ihnen zunächst einen Überblick über verschiedene Ursachen und Krankheiten geben, die mit Muskelschmerzen in Verbindung stehen. Danach stelle ich Ihnen einige Verfahren aus dem Bereich der Naturheilkunde und Alternativmedizin vor, die hilfreich sein können.

Abb. 1: Muskleschmerzen – hier im Nacken. Ein sehr häufiges Problem, aber aus meiner Sicht, muss NIEMAND damit leben… . Bildquelle: fotolia.com – artstudio pro.

Wissenswertes

Muskelzellen verfügen über Rezeptoren, die Unstimmigkeiten durch Signale wie z.B. den Schmerz weiterleiten können. Besonders Rücken- und Nackenschmerzen zeigen sich bei über 75 Prozent der Bevölkerung.

Bei der Entstehung der Muskelschmerzen wirken viele Faktoren zusammen. Grundursache ist oft die ungleichmäßige Ausprägung von Streckern und Beugern durch Fehlhaltungen und einseitige Belastung.

Dabei kommt es zur Überbelastung einzelner Muskeln, denen unterforderte Muskel-Partien gegenüberstehen. Häufig der Fall ist dies bei sitzenden oder stehenden Tätigkeiten ohne Möglichkeit der Bewegung (Ihr Körper hat einen Bewegungsapparat und keinen Sitzapparat! Das sage ich auch meinen Patienten immer wieder.)

Diese Fehlverhalten resultieren größtenteils aus Arbeits- und auch aus Freizeitstress. Doch dies trifft auf viele Menschen zu, aber nicht jeder leidet unter den Myopathien. Also müssen noch andere Faktoren hinzukommen, wenn sich die Beschwerden chronifizieren.

Dazu gehören die Schulterbeschwerden, die durch fehlerhafte Lagerung während der Nacht gefördert werden. Der Schulterschmerz kann zu Bewegungseinschränkungen und sogar bis zur Einsteifung des Gelenkes führen.

Oft sind kleinste Verletzungen, die ein unbelasteter Körper verkraftet, dann der Anstoß für die Etablierung der Symptome. Auch die Ernährung hat einen Einfluss auf die schwer arbeitende Muskulatur.

Menschen, die zu wenig Vitalstoffe aufnehmen, weil sie überwiegend Instant- und Fastfood essen, schädigen ihren Körper auf vielfältige Weise, sodass auch der Bewegungs-Apparat beeinträchtigt wird.

Schließlich wirkt sich auch Kälte ungünstig auf die Muskeln aus, das betrifft auch die Mahlzeiten, die nicht überwiegend aus kalten Speisen bestehen sollten. Gravierender ist freilich Zugluft, wie sie beim Autofahren bei heruntergekurbeltem Fenster auftritt.

Folgen sind typischerweise die bekannten Nackenschmerzen sowie Beschwerden im Bereich der Schulter und der Hüfte. Die Rückenmuskulatur reagiert besonders dann empfindlich auf Zugluft, wenn die Muskelstränge generell zu schwach ausgeprägt sind.

Oft stehen die so verursachten Muskel-Symptome auch im Zusammenhang mit Sehnenscheidenentzündungen, gereizten Faszien oder Knochenarealen.

Auch Weichteilrheuma kann bei der Erkrankung mit einer Beeinträchtigung der Sehnen, Schleimbeuteln und dem umgebenden Bindegewebe eine Rolle spielen. Durch diese Begleiterkrankungen verstärken sich die Beschwerden und breiten sich über ihren Ursprungsort aus.

Muskelschmerzen treten daher zunächst lokal auf, entwickeln sich dann aber diffus (nicht wirklich einer bestimmten Stelle zuzuordnen) mit vielfältiger Symptomatik.

Ausgangspunkte der Beschwerden sind beispielsweise der Tennisarm, das Handgelenk sowie der Bereich der Schulter und des Nackens. Typische Muskelbeschwerden zeigen sich am auch am Kniegelenk, das unterhalb der Gelenkfuge in der Kniekehle zu schmerzen beginnt.

Ein weiterer Krisenherd ist die Achilles-Sehne, die einen stechenden Schmerz in der Ferse verursachen kann. Sogar die Ansatzstellen der Rippenmuskulatur am Brustbein können auf Druck mit Schmerzen reagieren.

Die Muskulatur kann dabei Schmerzen verschiedener Qualität zeigen. Symptome sind ziehende, stechende, drückende, brennende oder auch dumpfe Schmerzen.

Der Betroffene nimmt häufig eine Schonhaltung ein, vermeidet bestimmte Bewegungen und fördert so ggf. eine Verhärtung der betroffenen Muskulatur mit fortschreitender Bewegungseinschränkung.

Eine Übersicht über Erklärungsmodelle und “Ursachen” von Schmerzen finden Sie in diesem Artikel von mir: Schmerzen – Was sind die Ursachen?

Lesen Sie auch den Artikel zu: Muskelschmerzen nach Sport oder Training

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Erkrankungen die mit Muskelschmerzen einhergehen im Überblick

Neben den einen Muskelschmerz begünstigenden Faktoren lösen auch viele Erkrankungen die beschriebenen Symptome aus.

Schauen wir uns einmal verschiedene Erkrankungen an, die mit Schmerzen in der Muskulatur einhergehen:

  • Die Fibromyalgie führt zu einer Schmerzsymptomatik des gesamten Körpers, besonders der Triggerpunkte (spezielle Schmerzpunkte). Die Traditionelle Chinesische Medizin interpretiert dieses Weichteil-Rheuma als Blockade („Bi“) der Meridiane, die von der Lebens-Energie („Qi“) durchflossen werden.
  • Auch Viren, Bakterien und Parasiten können schmerzhafte Entzündungen der Muskulatur verursachen (inflammatorische Myalgien).
  • Bei den Stoffwechselstörungen fördern vor allem die erblichen Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels die Entstehung von Myalgien.
  • Bei einer Hypothyreose wird die Muskulatur geschwächt, sie ermüdet schnell und neigt zu Krämpfen. Die degenerative Muskelerkrankung führt zu einer Schwächung der Muskulatur, die im Verlauf völlig degeneriert (z.B. Duchenne-Muskeldystrophie).
  • Auch Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) zeigen in ihrer vielfältigen Symptomatik den Muskelschmerz. Besonders erwähnenswert sind hier Morbus Parkinson, die Multiple Sklerose und Kinderlähmung (Poliomyelitis).
  • Weitere, einen Muskelschmerz auslösende Erkrankungen können DurchblutungsproblemeNierenprobleme, ein BandscheibenvorfallOsteoporoseArthrose, aber auch u.a. auch Tumoren von Knochen, Brust und Lunge sein.
  • Zudem fördern ein Alkoholabusus (übermäßiger Alkoholgenuss) oder die Tablettenintoxikation Schmerzen und Krämpfe der Muskulatur von Armen und Beinen.
  • Zu denken ist aber auch an eine Borreliose durch Zeckenstich bzw. Zeckenbiss.

Die krampfartigen Schmerzen beruhen oft auf einer Minderversorgung und einer Übersäuerung der Muskulatur. Dies führt zu einer verringerten Blut- und demzufolge zu einer verringerten Sauerstoffzufuhr.

Grundsätzlich kann ein Krampf natürlich jeden Muskel befallen, doch meistens tritt er in den unteren Extremitäten auf.

Bedenklich: Die Therapie mit Schmerzmitteln und sogenannten “Muskelrelaxanzien”

Die klassische Therapie mit Schmerzmitteln, wie zum Beispiel: ASS (z.B. Handelsname Aspirin), Ibuprofen (z.B. Handelsname Dolormin), Paracetamol oder Diclofenac (z.B. Handelsname Voltaren) bringen zwar eine Erleichterung, sind aber als “sinnvolle” Therapie bei chronischen Beschwerden stark zu hinterfragen.

Klassische Schmerzmittel bringen allenfalls eine kurzfristige “Erleichterung”. Zudem können zahlreiche Schmerzmittel auf Dauer eingenommen selbst Schmerzen auslösen.

Für mich ist daher völlig unverständlich, wie Millionen von Menschen dauerhaft Schmerzmittel einnehmen können?

Beliebt sind auch die sogenannten Muskelrelaxanzien (muskelentspannende Mittel), wie zum Beispiel Diazepam, Tetrazepam (z.B. Musaril), Tizanidin, Tolperison (z.B. Mydocalm).

Die Studienlage zu diesen Mitteln ist aus meiner Sicht nicht eindeutig. Selbst die Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz sieht die Muskelrelaxantien nur als “Mittel der Reserve”, die auch nicht länger als zwei Wochen angewendet werden sollten – wegen der unerwünschten Wirkungen dieser Mittel.

In der Praxis sehe ich immer wieder Patienten, die diese Mittel zum Teil MONATELANG verordnet bekommen. Und das, obwohl “offizielle” Stellen wie zum Beispiel die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine “negative Nutzen-Schaden-Bilanz” bei Tolperison (z.B. Mydocalm) unterstellen und dieses Mittel z.B. bei schmerzhaften Muskelverspannungen nicht mehr verordnet werden soll.

Mehr zum Problem der Muskelrelaxantien auch in meinem Beitrag: Muskelrelaxantien bei schmerzhaften Muskelverspannungen?

Von der Anwendung der Benzodiazepine kann ich wegen der Gefahr der Abhängigkeit grundsätzlich auch nur abraten. Der Entzug der Benzodiazepin-Abhängigkeit ist (vorsichtig ausgedrückt) keine Kleinigkeit.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Muskelschmerzen in Frage kommen können.

Bevor Sie selbst an sich herumdoktern, sollten Sie mögliche Ursachen (wie ich sie oben erwähnt habe) bedenken. Ansonsten kann man sich mit Hausmitteln ganz gut helfen.

Wichtigster Punkt ist für mich, dass man langfristig (wieder) eine sogenannte “Tensegrale Haltung” einnimmt und sich somit wieder “im Lot” befindet – im wahrsten Sinne des Wortes:

Abb.2: Tensegrale Haltung. Derart im Lot befindet sich heute fast kein Erwachsener mehr. Kein Wunder das Verspannungen und Muskelschmerzen auftreten. Weiter unten beschreibe ich unter Manuelle Verfahren Möglichkeiten wieder in die korrekte Haltung zu kommen. Bildquelle: fotolia.com – vit kitamin

Verschiedene Schmerzzustände wie KopfschmerzenMigräneRückenschmerzenRegelschmerzenNervenschmerzen, Phantomschmerzen, GelenkschmerzenDarmparasiten, Tumorschmerzen finden Sie im Übersichtsbeitrag zu Schmerzen. Bitte schauen Sie daher auch unter den anderen Beiträgen nach.

Diese Therapieform ist bei chronischen Muskelschmerzen geeignet um einen allgemeinen Ausgleich der Energie im Körper wiederherzustellen. Nach Vorstellung der APM Therapeuten kann sich ein Muskel erholen, wenn der Muskel die bedarfsgerechte Menge Energie erhält.

Akupunktur hat in mehreren Studien die Wirksamkeit bei verschiedenen Schmerzsyndromen gezeigt.

Die Reizung bestimmter Schmerzpunkte eignet sich besonders gut im Anfangs-Studium, um den Fluss der Lebens-Energie Qi wieder zu erleichtern.

Folgende Mittel können in Frage kommen:
Arnica cp./ Cuprum (We)
Arnica cp./ Formica (We)
Magnesium phos. cp. (Wa)
Rhus. tox. (Wa,We)
Solum Ol, Solum Inject (Wa)

Der Bereich der chronischen Muskelschmerzen hat meiner Erfahrung nach auch immer mit der Ernährung zu tun.

1. Als Erstes ist immer an eine Übersäuerung zu denken. Diese könnte im akuten Fall durch Basenpulver angegangen werden.

2. Streichen Sie auf jeden Fall Schweinefleisch. Dieses enthält zu viel Arachidonsäure.

3. Achten Sie auf allgemeine Regeln einer gesunden Ernährung.

4. Meiden Sie Kaltgetränke und bereiten Sie sich lieber einen warmen Tee.

Heilfasten ist für mich bei vielen Leiden das Mittel der Wahl. Allerdings sollten Sie danach schon einige Verhaltensweisen ändern, die zu den Problemen geführt haben. Mehr dazu auch im Beitrag: Fasten gegen Schmerzen

Alle Mittel aufzuzählen, die aus dem Bereich der Homöopathie infrage kommen, würde diesen Beitrag hier sprengen. In meinem Homöopathie Lexikon finden Sie aber eine Rubrik dazu: Homöopathie bei Schmerzen.

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor: Meerrettichwurzel, Pfefferminzöl, Fichtennadelöl, Paprikafrüchte; neuere Studien bestätigen auch die Wirkung von Ingwer gegen Schmerzen.

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Edeltannenöl, Manukaöl

Für Schmerzen bedingt durch Muskelkater eignet sich Arnika: entweder als Tinktur oder Salbe (z.B. DOC Arnika Salbe).

Manuelle Verfahren

Es gibt zahlreiche Manuelle Verfahren, die bei chronischen Schmerzen wirksam sind. Hierzu gehören unter anderem die ChiropraktikOsteopathieOsteopraktikPolarityShiatsu oder auch Rolfing. Das Problem für Patienten ist: die Auswahl der Methode. Denn nach meiner Erfahrung sind nicht alle Techniken bei allen Schmerzzuständen wirksam.

Wenn man die Schmerzen erst einmal im Griff hat, empfehle ich unbedingt ein vernünftiges Fitnesstraining. Was auch verordnet werden kann und effektiv ist (wenn es richtig gemacht wird): v. Leider ist das Wissen um hoch-effektive Übungen bei den meisten Therapeuten sehr begrenzt...

Es gibt eine hocheffektive Trainingsform (mit Übungen für zu Hause), die ich zusammengestellt habe und seit mehreren Jahren Patienten sehr erfolgreich zeige und auch in Gruppen unterrichte, wie zum Beispiel im Schmerzfrei-Seminar.  Wenn Sie das interessiert, sollten Sie unbedingt meinen kostenlosen Newsletter anfordern.

Klassische Massagen fördern die Blut- und Sauerstoffzufuhr der Muskulatur und senken den Muskeltonus. Bei ausgeprägten Übersäuerungszuständen und Triggerpunkten in der Muskulatur ist die Massage aber relativ unangenehm.

Muskelverhärtungen können ein Symptom für einen Mangel an Magnesium sein. Das Kombimittel Phosetamin ist auch eine Überlegung wert. Zu denken wäre auch an andere Mineralstoffmängel.

Studien zufolge kann Vitamin E Muskelschmerzen reduzieren, indem es die Muskelzellen vor Oxidationsprozessen schützt.

Ebenso kommt Vitamin B in Frage. Mehr dazu auch im Beitrag: Vitamin B und Magnesium gegen Schmerzen.

Generell würde man bei Muskelschmerzen aus dem Bereich der Schüssler Salze erst einmal an Die heiße Sieben denken.

Darüberhinaus gibt es aber ein paar "Besonderheiten", bei denen es andere Mittel sind, wie zum Beispiel:
Gliedmaßen schlafen ein: Calcium phosphoricum
Gliedmaßen zittern: Calcium phosphoricum
Gliedmaßen zucken: Silicea

Die Problematik Säure-Basen-Haushalt hatte ich bereits weiter oben angesprochen. Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen und sollte unbedingt beachtet werden.

Bei chronischen Muskelschmerzen sollte auch an verschiedene Störfelder gedacht werden. Die Neuraltherapie kann hier helfen.

Sonstiges

Es gibt viele weitere Verfahren, die bei Muskelschmerzen helfen können: TENSHypnose und selbst Sauerstofftherapien.

Wichtig finde ich generell auch die Entspannungsverfahren, mit denen sich Patienten (einmal erlernt) helfen können. Besonders wirksam: Autogenes Training und Yoga.

Praktizieren Sie Chi Gong, um ihre Muskulatur in einen ausgeglichenen Zustand zu versetzen.

Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

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