Der menschliche Körper stirbt nicht an Krebs, Diabetes oder Arthrose. Er stirbt daran, dass seine Regulationssysteme versagen. Und eines der empfindlichsten dieser Systeme ist unscheinbar klein: der pH-Wert.
Seit Ende der 1990er-Jahre begegnet mir in der Praxis immer wieder dasselbe Muster. Menschen mit Schmerzen, Erschöpfung, schlechter Regeneration, diffusen Beschwerden – schulmedizinisch „unauffällig“. Laborwerte meist okay, der Blut-pH stabil. Und doch stimmt etwas nicht. Das Problem liegt fast nie im Blut. Es liegt im Milieu.
Übersäuerung ist deshalb kein Schlagwort und kein Wellnesskonzept. Sie beschreibt einen Zustand, in dem der Körper zwar nach außen stabil wirkt, intern aber permanent kompensiert. Über Puffersysteme, Mineralstoffreserven, Gewebe und Ausscheidungsorgane. Das funktioniert – eine Zeit lang. Dann häufen sich die Symptome.
In diesem Beitrag geht es nicht um Mythen, Basenwunder oder pauschale Verbote – es geht um Physiologie. Es geht um den pH-Wert, um Ernährung, um Messmethoden, um sinnvolle Korrekturen – und auch um Grenzen. Natron, Basensalze, Ernährungsumstellung.
Wer verstehen will, warum der Körper leicht basisch sein muss, warum schon kleine pH-Verschiebungen große Folgen haben – und weshalb Übersäuerung real ist, ohne das Blut jemals „sauer“ zu machen – der sollte weiterlesen. Denn hier entscheidet sich oft nicht Krankheit oder Gesundheit.
Beginnen wir mit dem ph Wert…
Der pH-Wert – klein, unscheinbar, biologisch mächtig
Der pH-Wert beschreibt die Konzentration freier Wasserstoffionen. Wichtig ist dabei:
Er wird logarithmisch gemessen.
Das bedeutet:
pH 6 ist nicht „ein bisschen saurer“ als pH 7
sondern zehnmal saurer
pH 5 bereits hundertmal saurer
Unser Blut liegt unter gesunden Bedingungen sehr stabil bei etwa 7,35–7,45. Schon geringe Abweichungen sind messbar – größere wären nicht überlebensfähig. Das ist keine Meinung, sondern Physiologie.
Interessant am Rande: Auch Meerwasser liegt bei etwa pH 7,4. Zufall? Vielleicht. Aber biologisch bemerkenswert.
Übersäuerung – was damit wirklich gemeint ist
Wenn in der Naturheilkunde von „Übersäuerung“ gesprochen wird, ist nicht das Blut gemeint. Das wäre lebensgefährlich.
Gemeint sind vielmehr:
das Gewebe
der Interzellularraum
die Puffer- und Ausscheidungssysteme
Kurz gesagt:
Der Körper hält den Blut-pH stabil – um den Preis, dass Säuren zwischengelagert, gebunden oder verschoben werden. Und genau hier beginnt das Problem.
Typische Folgen:
Muskel- und Gelenkbeschwerden
verminderte Leistungsfähigkeit
erhöhte Reizbarkeit
schlechtere Regeneration
Keine Krankheit im klassischen Sinn – aber ein Milieu, in dem Beschwerden gedeihen.
Ernährung verschiebt das Milieu – nicht das Blut
Der Organismus arbeitet mit Puffersystemen. Diese Puffersysteme brauchen Mineralien: Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium.
Eine Ernährung, die dauerhaft
stark verarbeitet
eiweißlastig
mineralarm
stressbegleitet
ist, fordert diese Systeme permanent heraus. Irgendwann wird nicht das Blut sauer – sondern die Regenerationsfähigkeit schlechter.
Kann man das messen? Ja – aber richtig
Der Urin-pH ist kein Blut-pH. Er zeigt, wie gut der Körper Säuren ausscheidet.
Praktisch:
pH-Teststreifen aus Apotheke oder Drogerie
Messung im Morgenurin (nicht der erste, sondern der Mittelstrahl)
Was sagen die Werte?
unter 6,5: hohe Säurelast
6,8–7,2: physiologisch
dauerhaft über 7,5: Hinweis auf Blockaden oder Überkompensation
Ein einzelner Wert sagt wenig. Verläufe sind entscheidend.
Was sinnvoll ist – und was nicht
Eine Ernährungsumstellung ist der zentrale Hebel. Keine Diät, kein Dogma, sondern:
mehr Gemüse
mineralstoffreiche Kost
weniger industrielle Produkte
Basenpräparate können unterstützen, ersetzen aber keine Ernährung.
Zum Thema Natron
Natriumbicarbonat ist kein Lifestyle-Supplement, sondern ein medizinisch wirksamer Stoff. Kurzzeitig kann es Puffersysteme entlasten. Dauerhaft und unkritisch eingesetzt gehört es nicht in jede Küche.
Wer damit experimentiert, sollte wissen:
Natron ersetzt keine Basensalze
es ist keine Dauerlösung
es gehört nicht unreflektiert eingenommen
Naturheilkunde heißt nicht: viel hilft viel. Sondern: richtig, gezielt, begrenzt.
Fazit: Übersäuerung ist kein Mythos – aber auch kein Allheil-Erklärmodell
Der Körper ist ein Meister der Regulation. Doch er ist kein Wunderautomat.
Wer ihm dauerhaft:
Mineralien entzieht
Stress auflädt
Regeneration verwehrt
muss sich nicht wundern, wenn Beschwerden entstehen, die schulmedizinisch „nichts haben“ – sich aber sehr real anfühlen.
Genau hier setzt eine kluge, nüchterne Naturheilkunde an.
Zum Weiterlesen
Eine kurze Sequenz aus meiner Online-Sprechstunde zum Thema “Die biologische Entgiftungstherapie” in der ich über das Thema “Übersäuerung & Entsäuerung” spreche:
Mehr zum Thema auf dieser Webseite auch unter: Übersäuerung
Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:
Rene Gräber:
Ihre Hilfe für die Naturheilkunde und eine menschliche Medizin! Dieser Blog ist vollkommen unabhängig, überparteilich und kostenfrei (keine Paywall). Ich (René Gräber) investiere allerdings viel Zeit, Geld und Arbeit, um ihnen Beiträge jenseits des "Medizin-Mainstreams" anbieten zu können. Ich freue mich daher über jede Unterstützung!
Helfen Sie bitte mit! Setzen Sie zum Beispiel einen Link zu diesem Beitrag oder unterstützen Sie diese Arbeit mit Geld. Für mehr Informationen klicken Sie bitte HIER.
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu
Wir können Cookies anfordern, die auf Ihrem Gerät eingestellt werden. Wir verwenden Cookies, um uns mitzuteilen, wenn Sie unsere Websites besuchen, wie Sie mit uns interagieren, Ihre Nutzererfahrung verbessern und Ihre Beziehung zu unserer Website anpassen.
Klicken Sie auf die verschiedenen Kategorienüberschriften, um mehr zu erfahren. Sie können auch einige Ihrer Einstellungen ändern. Beachten Sie, dass das Blockieren einiger Arten von Cookies Auswirkungen auf Ihre Erfahrung auf unseren Websites und auf die Dienste haben kann, die wir anbieten können.
Notwendige Website Cookies
Diese Cookies sind unbedingt erforderlich, um Ihnen die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen zur Verfügung zu stellen.
Da diese Cookies für die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen unbedingt erforderlich sind, hat die Ablehnung Auswirkungen auf die Funktionsweise unserer Webseite. Sie können Cookies jederzeit blockieren oder löschen, indem Sie Ihre Browsereinstellungen ändern und das Blockieren aller Cookies auf dieser Webseite erzwingen. Sie werden jedoch immer aufgefordert, Cookies zu akzeptieren / abzulehnen, wenn Sie unsere Website erneut besuchen.
Wir respektieren es voll und ganz, wenn Sie Cookies ablehnen möchten. Um zu vermeiden, dass Sie immer wieder nach Cookies gefragt werden, erlauben Sie uns bitte, einen Cookie für Ihre Einstellungen zu speichern. Sie können sich jederzeit abmelden oder andere Cookies zulassen, um unsere Dienste vollumfänglich nutzen zu können. Wenn Sie Cookies ablehnen, werden alle gesetzten Cookies auf unserer Domain entfernt.
Wir stellen Ihnen eine Liste der von Ihrem Computer auf unserer Domain gespeicherten Cookies zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen können wie Ihnen keine Cookies anzeigen, die von anderen Domains gespeichert werden. Diese können Sie in den Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers einsehen.
Andere externe Dienste
Wir nutzen auch verschiedene externe Dienste wie Google Webfonts, Google Maps und externe Videoanbieter. Da diese Anbieter möglicherweise personenbezogene Daten von Ihnen speichern, können Sie diese hier deaktivieren. Bitte beachten Sie, dass eine Deaktivierung dieser Cookies die Funktionalität und das Aussehen unserer Webseite erheblich beeinträchtigen kann. Die Änderungen werden nach einem Neuladen der Seite wirksam.
Google Webfont Einstellungen:
Google Maps Einstellungen:
Google reCaptcha Einstellungen:
Vimeo und YouTube Einstellungen:
Datenschutzrichtlinie
Sie können unsere Cookies und Datenschutzeinstellungen im Detail in unseren Datenschutzrichtlinie nachlesen.