Chronische Erkrankungen und Chronische Krankheiten

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Was als chronische Erkrankung gilt ist eine Frage der Definition. Und das sehen Patienten und Betroffene manchmal ganz anders. Zeit für einen Blick auf die Millionen chronisch Erkrankter - und die werden immer mehr... Zuerst einmal ein Blick in die jüngere Geschichte:

Der medizinische Betrieb ist hauptsächlich auf Akut-Interventionen ausgerichtet. Darauf reagierte der Gesetzgeber 2002 mit der Schaffung des DMPs (Disease Management-Programm). Das Konzept sollte die Versorgung chronisch kranker Menschen verbessern, umfasst aber laut Gesetz bisher nur die 6 wichtigsten Indikationen. Obwohl eine Ausweitung des Behandlungs-Spektrums geplant ist, sind bereits weiter gehende Forderungen laut geworden: Die Behandlung chronischer Krankheiten sollte einer eigens etablierten Fachrichtung übertragen werden. Ein solcher Facharzt sollte dann einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Und dafür bräuchte er viel Zeit für Patienten-Gespräche, in denen die gesamte Lebens-Situation des Kranken berücksichtigt wird.

Mehr Zeit für ihre Patienten bräuchten alle Ärzte. Aber Zeit honoriert die Gebührenordnung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) nicht. Auch Mediziner sind ökonomischen Zwängen ausgesetzt und müssen täglich im Spannungsfeld zwischen Markt und Marktlenkung agieren. Die ausufernde Bürokratie des Gesundheits-Systems würgt gerade die Initiativen ab, die chronisch kranken Patienten zu Gute kämen.

Gehen wir einmal weg von der Bürokratie zu den Krankheiten. Krankheiten können gefährlich, unbedenklich, leicht, schlimm usw. sein.

Für einen ordentlichen Schulmediziner sind dies aber kaum ernstzunehmende Kriterien. Hier werden ganz andere Maßstäbe angesetzt, die ihrer eigenen Gesetzmäßigkeit folgen. Denn hier spricht man von akuten oder chronischen Krankheitsverläufen, wobei der interessierte Laie aber immer noch nicht weiß, ob die Krankheit für ihn jetzt schlimm oder leicht ausfällt.

Aber vielen schwant jetzt an dieser Stelle, dass die chronische Variante doch vielleicht die Form ist, die in die Kategorie "schlimm, gefährlich, bösartig usw." fällt. Es müssen also Definitionen her.

Definition "chronisch"

Aber das Verständnis von akut und chronisch richtet sich erst einmal nach dem zeitlichen Verlauf einer Erkrankung. Eine rasch zum Ausbruch kommende Erkrankung mit einer "kurzen" Dauer von maximal 14 Tagen wird der Schulmediziner als "akut" bezeichnen. Die Übergänge zur Definition von "chronisch" sind dagegen eher als fließend zu bezeichnen. Man hat sich deshalb darauf geeinigt, dass "chronisch" mit einem langsam sich entwickelnden und lang andauernden Krankheitsverlauf zusammenhängt.

"Lang andauernd" wird dabei in Deutschland als 4 Wochen und länger definiert. Andere Quellen aus dem englischsprachigen Bereich gehen dabei von einer Mindestdauer von 3 Monaten aus.

Andere Krankheitsverläufe zeichnen sich durch Anfälle, auch Schübe genannt, aus, die über einen längeren Zeitraum immer wieder auftreten. Auch diese Form wird als „chronisch“ bezeichnet. Diese Unterschiede in der Auffassung, was "chronisch" und was nur "akut" ist, zeigen wieder einmal deutlich, wie willkürlich Definitionen oft sein können. Die wissenschaftliche Attitüde solcher Definitionen verhüllt nur ihren willkürlichen Charakter.

Und da wir gerade so nett beim Definieren sind, es gibt da noch andere Dinge in der Welt der chronischen Definitionen. "Subchronisch" wird definiert als eine chronische Erkrankung, die sich durch eine schwache Symptomatik auszeichnet. Dann haben wir noch im Angebot das "chronisch-progredient", dass eine lang anhaltende Krankheit bezeichnet, deren Symptome sich von schwach zu fulminant entwickeln, bzw. wo die Zahl der Symptome zunimmt.

Um den Definitionenkatalog abzuschließen, seinen noch die Worte "prolongiert" und "transitorisch" genannt. "Prolongiert" bezeichnet eine außergewöhnlich lange Krankheitsgeschichte. "Transitorisch" dagegen bezeichnet vorübergehende gesundheitliche Probleme, die aber selten einen chronischen Charakter haben. Natürlich ist damit der "echte" schulmedizinische Definitionskatalog noch lange nicht ausgeschöpft.nAber diese Definitionen bringen nicht sehr viel für das Verständnis von chronischen Erkrankungen, sondern sind lediglich der Fachjargon des Schulmediziners, was ein gewisses Verständnis für den Sachverhalt voraussetzt.

Schauen wir uns einmal einige der chronischen Krankheiten näher an.

Die Chronischen Krankheiten

Die WHO ist eine Organisation, die sich der Gesundheit der Weltbevölkerung verschrieben hat. Dementsprechend werden die einzelnen Erkrankungen weltweit beobachtet und beurteilt. Für die WHO zählt die chronische Erkrankung zu den "NCDs", was „noncommunicable disease“ heißt oder „nichtansteckende Erkrankung“.

Laut WHO starben weltweit im Jahr 2008 57 Millionen Menschen, davon 63 Prozent an NCDs, die sich hauptsächlich aus Herzerkrankungen und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Krebserkrankungen und chronischen Atemwegserkrankungen zusammensetzten. Die WHO vermeldet auch einen „dramatischen Anstieg“ gerade dieser Erkrankungen, der besonders ausgeprägt ist in Regionen dieser Welt, die ein mittelmäßiges bis niedriges Einkommen aufweisen (http://whqlibdoc.who.int/publications/2011/9789240686458_eng.pdf).

Das ist insofern überraschend, da man diese Erkrankungen oft als „Zivilisationskrankheiten“ bezeichnet. Und Zivilisationskrankheiten kommen halt gehäuft in der Zivilisation und nicht in „3. Weltländern“ vor.

Aber die Statistik der WHO belegt, dass die überwiegende Zahl der Todesopfer aufgrund von chronischen Krankheiten zu 80 Prozent in den armen und mittel-armen Ländern dieser Erde auftreten. Afrika nimmt in diesem Zahlenspiel eine Ausnahmestellung ein. Aber auch hier wird von der WHO bescheinigt, dass die ersten alarmierenden Anzeichen für einen dramatischen Anstieg chronischer Erkrankungen zu sehen sind. Soll wird erwartet, dass im Jahr 2030 in Afrika die chronischen Krankheiten die Zahl der ansteckenden Erkrankungen, ernährungsbedingten Erkrankungen und Kindersterblichkeit überholt haben wird.

Aber Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen sind nicht die einzigen chronischen Erkrankungen, wenn auch die häufigsten und wichtigsten. Andere chronische Krankheiten sind z.B.: Akne, Allergien, Arthritis, Autoimmunerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Lupus erythematodes, Morbus Crohn usw., Blindheit, chronisches Fatigue-Syndrom, chronische Graft-versus-Host-Reaktion, chronische Hepatitis, Taubheit und Hörprobleme, Epilepsie, Osteoporose, Sichelzellanämie und Störungen im Hämoglobinhaushalt etc. Alle genetisch bedingten Erkrankungen gehören laut oben erklärter Definition in die Kategorie der „chronischen Erkrankung“, denn sie bestehen seit der Geburt des Betroffenen und enden mit seinem Tod.

Damit ist auch schon ausgesagt, dass es für viele chronische Erkrankungen lauf Definition der Schulmedizin keine Heilung gibt. Dies soll aber keine Entschuldigung für die Schulmedizin sein, dass diese im Prinzip diesen Erkrankungen gegenüber ohnmächtig wäre.

Aber Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sind bisher nicht zufriedenstellend in den Griff zu bekommen. Die Ursachen für den Hochdruck und seine Entstehung liegen in Bereichen, die bei der Behandlung durch die Schulmedizin leider zu wenig betrachtet werden. Und was für den Hochdruck gilt, gilt auch für fast alle anderen chronischen Krankheiten, mit Ausnahme der genetischen Erkrankungen.

Wenn ich mich weigere, die Ursachen für das Ungemach zu beseitigen, dann kann ich auch keine Heilung erwarten. Ich kann dann nur versuchen, die Symptome so gut nur eben möglich kurz zu halten.

Kommen wir einmal zu einzelnen ausgewählten Erkrankungsbildern.

Chronisch 1 – Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Laut WHO fordert der Bluthochdruck jährlich weltweit 7,5 Millionen Todesopfer, was ungefähr 12,8 Prozent der jährlichen weltweiten Gesamtsterblichkeit entspricht. Da aber ein Bluthochdruck an sich kein Problem darstellt und zudem auch nicht weh tut, gibt es eine große Grauzone an Betroffenen, die möglicherweise noch nichts von ihrem „Unglück“ wissen.

Denn: Der Hochdruck schädigt das Gefäßsystem im gesamten Körper. Davon sind besonders betroffen die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren und die Blutbahnen, speziell die Arterien. Ein unbehandelter Hochdruck ist damit nicht selten die Ursache für Folgeschäden, wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen, Niereninsuffizienz, Augenleiden usw. Und das Risiko, an einer dieser Erkrankungen zu erkranken, steigt um das Doppelte wenn sich der Blutdruck um 20/10 mmHg erhöht.

2008 hatten 40 Prozent der Weltbevölkerung über 25 Jahre einen erhöhten Blutdruck. Laut WHO fiel die Prozentzahl der Erkrankten von 1980 bis 2008 leicht, aber aufgrund des Bevölkerungszuwachses und Alterung stiegen die Gesamtzahlen von 600 Millionen in 1980 auf 1 Milliarde in 2008. In Europa liegt die Zahl der Betroffenen bei 40 Prozent für beide Geschlechter kombiniert.

Auch wenn uns die Statisten (äh Verzeihung...) die Statistiker glauben machen wollen, dass das Problem mit dem Bluthochdruck im Allgemeinen und den Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Speziellen kurz vor der Lösung zu stehen scheint (da ja die Prozentzahlen eindeutig eine Abnahme verkünden), dann verkünden die eben erwähnten gestiegenen Gesamtzahlen eine andere Mär.

Die ist auch als möglicher Grund dafür anzusehen, dass z.B. die Zahl der Schlaganfälle in den USA zwischen 1995 und 2008 von 15- bis 44-Jährigen um 37 Prozent angestiegen ist. Die Ursache für einen Schlaganfall muss nicht unbedingt und ausschließlich in einem Hochdruck liegen. Aber laut Analysen litt jeder dritte 15- bis 34-Jährige, der einen Schlaganfall erlitt, auch an Hochdruck. Bei den etwas Älteren (35- bis 44-Jährige) war es schon jeder Zweite, der einen Hochdruck aufwies.

Eine weitere chronische Erkrankung, die einen Schlaganfall begünstigt, ist der Diabetes. Jeder Vierte der bis zu 44-Jährigen mit Schlaganfall war auch Zuckerkrank. Damit zeichnet sich nicht nur ein Trend nach „mehr“, sondern auch ein qualitativer Trend in Richtung „mehr und jünger“ ab. Es ist anzunehmen, dass das mit dem konstanten Auftreten von Bluthochdruck alleine nicht erklärt werden kann. Andere Risikofaktoren und Begleiterkrankungen werden bei der Pathogenese (Krankheitsentwicklung) eine bedeutende Rolle spielen müssen, wie z.B. Diabetes.

Chronisch 2 – Diabetes

Eine aus den Bahnen geworfene Glukosetoleranz und entgleiste Blutzuckerwerte sind laut WHO die entscheidenden Risikofaktoren für die Entwicklung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bestimmte Altersgruppen haben als Diabetiker ein doppelt so hohes Schlaganfallrisiko. Und Diabetes ist vor allem die wichtigste Ursache für die Entstehung von Nierenversagen.

Andere Diabetes-assoziierte Probleme sind Gefäßerkrankungen, die möglicherweise in einer Amputation von Gliedmaßen enden. Unterschenkelamputationen sind 10 mal so häufig bei Diabetiker als bei Gesunden. Aber nicht nur die Extremitäten werden vom Diabetes ungünstig beeinflusst. Gleiches erfolgt auch mit den Augen. Auch hier ist Diabetes einer der wichtigsten Gründe für die Entstehung von Sehstörungen und Erblindung. Auch hier haben Gesunde ein dreifach reduziertes Risiko für diese gesundheitlichen Probleme. Die WHO vermutet, dass ca. 15 Prozent der Krankenkassenleistungen nur für Diabetes und deren Folgeschäden ausgegeben werden.

Weltweit, so schätzt die WHO, gibt es etwa 10 Prozent aller Erwachsenen, die älter sind als 25 und an Diabetes leiden. Spitzenreiter sind unter anderem die Amerikaner mit 11 Prozent, während Europa als „Schlusslicht“ fungiert mit immerhin noch 9 Prozent. Das hört sich im Vergleich zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hochdruck noch relativ moderat an. Aber die WHO warnt, dass die Folgeschäden von Diabetes, entgleistem Nüchternblutzuckerwert und anderen Abnormalitäten der Glukoseintoleranz weitaus höher liegen als die 9 bis 11 Prozent bzw. 10 Prozent weltweit.

Chronisch 3 – Chronische Schmerzen

Kommen wir zu einer chronischen Krankheit, die ich so gar nicht in den Statistiken finde, dafür aber täglich in meiner Praxis. Eine der "beliebtesten" Schmerzformen ist der Rückenschmerz. Denn inzwischen leiden rund zwei Drittel der Deutschen an ihnen. Und alleine Aussagen von chronischen Schmerzpatienten wie "Ich gebe mir bald die Kugel" oder "So will ich nicht weiterleben" - verdeutlichen die Dramatik dieses Schmerzproblems. Klar: an den Schmerzen selbst stirbt man nicht. Aber für viele Patienten wird das Leben unerträglich.

Und nicht nur mir kommt es so vor, also würde das mit den Schmerzen immer weiter zunehmen: Wenn man sich die Statistik anschaut, dann wird man feststellen, dass vor etwa 10 Jahren "nur" ein Drittel der Deutsche Rückenschmerzen hatte. Eine chronische Form der Rückenschmerzen verdoppelte sich ebenfalls seit 1998 von 17 auf über 30 Prozent. Damit sind noch nicht ganz, aber bald die Werte für den Bluthochdruck erreicht.

Rückenschmerzen sind nicht nur äußerst unangenehm, sondern oft auch hartnäckig beständig gegen die verschiedenen Formen der Behandlung. Immerhin versagen die Behandlungen zu mehr als 80 Prozent, so dass der Patient schon nach einer Woche wieder beim Arzt vorstellig wird. Das ändert auch nichts an der Tatsache, dass diese Rückenschmerzen oft nur "gelegentlich" auftreten, denn laut Statistik gehören 70 Prozent der Bevölkerung zu denen, die nicht chronisch von Rückenschmerzen betroffen sind. Die signifikante Zunahme an Rückenschmerzen wird in Zusammenhang gebracht mit einer Vermehrung von sitzenden Tätigkeiten, wie Computerarbeit.

Auch hier sagt uns die Statistik, dass vor 10 Jahren schon 40 Prozent der Betroffenen Schmerzen hatten aufgrund eine schlechten Körperhaltung. Heute sollen es über 60 Prozent sein. Ob das wirklich der Weisheit letzter statistischer Schluss ist, bleibt zu fragen.

Ich erinnere mich, dass früher (in den 70er und 80er Jahren) die Leute zum Arzt gingen, weil ihre Rückenschmerzen vom schweren Heben kamen. Wenn es also stimmt, dass sitzende Arbeit und Arbeit in Bewegung signifikante Zahlen an Rückenpatienten schafft, dann kommt es nicht auf das Sitzen oder das Stehen oder Heben an, sondern auf die Natur der Arbeit. Oder: Arbeiten ist an sich ungesund bzw. risikoreich in Sachen Gesundheit. Statistisch käme allerdings alles wieder ins Lot, wenn die Kugelschreiber und Bleistifte der Büroangestellten 50 Kilogramm wögen. Denn dann müssten sie schwere Sachen heben, die "ins Kreuz schießen".

Auch der Hinweis des Leiters des Rückenzentrums in Berlin, Dr. Marnitz: "Massagen, so wohltuend sie für den Moment auch sein mögen, bringen bei chronischen Rückenschmerzen gar nichts", lässt Raum für die Vermutung, dass die wahren Ursachen für die Probleme nicht in schwerer oder sitzender Arbeit zu suchen sind. Hier werden Gründe herbeigezaubert, um nicht die Statistik umsonst aufgestellt zu haben.

Auch die rapide Zunahme der Rückenprobleme ist ein Hinweis auf die falsche Schuldzuweisung an die verschiedenen Formen von Arbeit. Ich will nicht behaupten, dass die Arbeitsbedingungen vollkommen schuldlos am Entstehen von Rückenproblemen sind. Aber ich bezweifele, dass sie die alleinige Ursache darstellen.

Warum? Wenn es nur die Arbeit ist, die den Rücken strapaziert, dann dürften alle Arbeitslosen hoffnungslos glücklich sein. Und auch die Kinder, denn Kinderarbeit gibt es nicht in Deutschland. Aber ausgerechnet bei dieser Bevölkerungsgruppe sehen wir immer mehr Probleme mit den Rückenschmerzen: Laut Krankenkasse lassen 65 Prozent der Ärzte verlauten, dass die Zahl der Kinder mit Rückenproblemen in den letzten 10 Jahren um 17 Prozent gestiegen sei. Über die Hälfte dieser Kinder hat ein Alter zwischen 11 und 14 Jahren.

Gründe für diese Beobachtung können nun schlecht zu schwere Kugelschreiber in der Schule sein oder permanentes Sitzen vor Computern, obwohl letzteres einen gewissen Beitrag leisten mag. Laut Krankenkasse spielen hier noch Übergewicht und Bewegungsmangel (also doch zu lange vor dem Computer gehockt) eine wichtige Rolle.

Die Probleme treten bei den Kindern dann auch deutlich schneller auf als vergleichsweise bei Erwachsenen. Im Alter zwischen 6 und 8 Jahren gibt es die ersten gesundheitlichen Einschränkung aufgrund von Übergewicht. Motorische Veränderungen treten schon im Alter zwischen 3 und 5 Jahren auf. Dazu kommt dann noch eine Ernährung mit Fertiggerichten, ohne nennenswerte Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe etc. und schon ist die Basis für die Entwicklung von Langzeitschäden gelegt.

Chronisch 4 – Krebs

Wenn wir der Marketingabteilung der Pharmaindustrie Glauben schenken dürfen, dann würden spätestens nächstes Wochenende alle Krebsformen ausgerottet sein.

Denn die Pharmaindustrie feiert einen medizinischen Durchbruch nach dem anderen, wenn es um die medikamentöse Therapie von Krebs geht. Aber diese Marktschreierei scheint das auch die notwendige Begleitmusik für ein für die Pharmaindustrie interessantes Phänomen zu sein: Die deutliche Zunahme an Krebserkrankungen in Europa. Hier warten potentielle Kunden auf teure Behandlungen, die Profite verheißen. Das nur am Rande.

Laut Statistik der Internationalen Krebsforschungsagentur liegt die Zahl der jährlichen Krebs-Neuerkrankungen in Europa im Jahr 2004 bei ca. 2,9 Millionen und 1,7 Millionen Krebstoten. Wer hat Schuld laut Agentur? Das Alter bzw. der größer werdende Prozentsatz alter Menschen.

Auch die WHO sagt voraus, dass Krebs die Morbidität und Mortalität in den nächsten Jahrzehnten weltweit deutlich erhöhen wird. Und auch die WHO sieht das Älterwerden der Menschen als den größten Übeltäter an. Von daher sieht die Organisation einen Anstieg der Neuerkrankungen von 12,7 Millionen in 2008 auf 21,4 Millionen in 2030.

Brustkrebs und Prostatakrebs sind die häufigsten Krebsarten, gefolgt von Lungenkrebs und Dickdarmkrebs. Die Häufigkeit dieser und anderer Krebsarten, wie Gebärmutterhalskrebs, Leberkrebs, Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs, variieren hier auch wieder zu Ungunsten der Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen.

Damit scheint auch Krebs keine „Zivilisationserkrankung“ zu sein, sondern ein Problem der Armut (und weniger des Alterns). Andere Erklärungen für das Auftreten bestimmter Krebsformen sind Infektionen.

So vermutet man das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs als Folge einer Infektion mit dem humanen Papillomvirus - und hat dafür auch eine (umstrittene) Gebärmutterhalskrebsimpfung parat. Aber auch hier tappt die Schulmedizin im Dunkel der selbst gebastelten Vermutungen. Denn eine Infektion bedeutet nicht, dass die Infizierte übermorgen an Krebs erkrankt. Es dauert seltsamerweise oft mehrere Jahrzehnte, bis dass eine Erkrankung "ausbricht". Ob die dann immer auf eine Infektion vor langer Zeit zurückgeführt werden kann, ist mehr als fraglich. So sollen die HPV (humanen Papillomviren) für 5 Prozent aller weltweit vorkommenden Krebsformen verantwortlich sein. Hepatitis-B-Viren und Hepatitis-C-Viren sind für bis zu 85 Prozent aller Formen von Leberkrebs verantwortlich. Und der Helicobacter pylori ist der Verantwortliche für 80 Prozent der Magenkrebse.

Chronisch 5 – psychische Erkrankungen

Die Welt wird immer verrückter, verlautete schon damals mein Großvater. Und vielleicht hatte er sogar recht? Denn immer mehr Menschen entwickeln psychische Störungen, die sie ins Krankenhaus bringen.

Zunahme dieser Entwicklung: Fast 130 Prozent in den letzten 20 Jahren. Laut Statistik der Krankenkassen gab es 1990 0,37 Prozent betroffene Versicherte. 2010 waren es dann schon 0,85 Prozent.

Depressionen scheinen hier der absolute Spitzenreiter zu sein, denn die stiegen seit dem Jahr 2000 um 117 Prozent. Und Patienten mit psychischen Problemen werden häufig „rückfällig“. Etwa 30 Prozent der Patienten kommen innerhalb von 2 Jahren nach Entlassung aus dem Krankenhaus wieder mit den gleichen Problemen zurück. Bei fast 40 Prozent liegt eine weitere oder andere psychische Erkrankung vor. Fast die Hälfte der behandelten Patienten kommt schon nach 3 Monaten wieder zurück und knapp ein Drittel steht im Folgemonat wieder auf der Matte.

Der Grund für diese katastrophalen Misserfolge in der Behandlung wird in der mangelnden Zeit des behandelnden Arztes für seine Patienten gesucht. Argument: Wenn der Arzt wenig Zeit hat, dann kommt der Patient dafür umso öfter. Wenn das so richtig sein sollte, dann versucht der Arzt nur das zu machen, was jeder Geschäftsmann auch macht: Umsatz. Je mehr Patienten er durchschleust, desto mehr kann er bei den Kassen abrechnen. Und der Einsatz von bequemen Therapiehilfen, wie Antidepressiva, garantiert den sicheren und leicht verdienten Erfolg der Behandlung. Aber sind psychische Erkrankungen wirklich mit ein paar Pillchen zu therapieren?

Eine andere Ursache für schlechte Prognose von stationär behandelten Patienten ist im Sparprogramm der Krankenhäuser begründet. Diese müssen aus Kostengründen die Liegezeiten verkürzen. 1990 betrug die Verweildauer mehr als 2 Wochen. 2010 war sie auf 8,3 Tage gesunken. Der Schuss ging dann sofort nach hinten los, denn das baldige Wiedersehen mit den Patienten steigerte die damit verbundenen Behandlungstage deutlich um 17 Prozent. Die Zunahme der Depressionen und Schizophrenien dagegen stellt für die Pharmaindustrie einen Markt mit Wachstumspotential dar. Nicht umsonst wird an der Entwicklung von neuen und neuartigen Antidepressiva gearbeitet.

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Chronisch 6 – Medikamentöse Nebenwirkungen

Chronisch krank durch Medikamente? Wenn man versucht, in der WHO-Statistik, wie oben angegeben, nach tödlichen Nebenwirkungen zu fahnden, dann geht man mit leeren Händen nach Hause. Denn die aufgeführten Statistiken sind Todesfälle aufgrund von Erkrankungen.

Aber Todesfälle durch Medikamente, falsche Diagnosen mit anschließend falscher Behandlung und nosokomiale Infektionen gelten nun mal nicht als Krankheiten, wobei es für die Betroffenen auf das Gleiche hinausläuft: Man ist nicht weniger oder mehr tot aufgrund von tödlichen Erkrankungen oder Behandlungsfehlern. Ein bisschen tot gibt es nicht.

Prof. Frölich von der Universität Hannover verweist auf 58.000 Tote jährlich in Deutschland nur durch Medikamenten-Nebenwirkungen. Und er sieht diese Zahl nur als die Spitze des Eisberges an. Dazu kommen noch ca. 30.000 Tote durch nosokomiale Infektionen in den Krankenhäusern, so dass wir jährlich schon auf 88.000 Tote kommen, die die ärztliche Heilkunst uns beschert. Dass diese enormen Zahlen nicht sofort aufstoßen, liegt daran, dass entweder die wahre Todesursache nicht als solche erkannt wird oder aber bewusst „umetikettiert“ wird.

Da wird aus einer missachteten Kontraindikation, wie z.B. eine dekompensierte Herzschwäche, die dennoch unbedachterweise mit einem Betablocker behandelt wurde, um Tachykardien z.B. zu vermeiden, ein Todesfall aufgrund von Herzversagen. Der wahre Grund aber lag in der falschen Medikation durch die Gabe des Betablockers.

Nicht selten kommt es auch vor, dass Virusinfektionen mit Antibiotika behandelt werden - gerne mit der Begründung, dass man eine Superinfektion vermeiden wolle. Kann man machen, halte ich aber generell für fragwürdig.

Um wie viel mehr Verständnis ist gefordert, wenn es um wesentlich komplexere Erkrankungen geht? Und da die Ausbildung der meisten Ärzte in Biochemie (und auch meine) fast gegen Null geht und es für die Pharmakologie nur wenig besser aussieht, ist es nicht verwunderlich, dass eine solch hohe Zahl an Problemen mit und ohne tödlichen Ausgang in der medikamentösen Therapie zustande kommt. So muss ich auch bei einigen Patienten erst einmal wegen deren Medikamente Rücksprache mit einem mir bekannten Pharmakologen oder Apotheker halten.

Besonders kritisch wird es, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig gegeben werden. Denn hier gibt es nicht nur Nebenwirkungen, auf die man zu achten hat, und natürlich die einschlägigen Kontraindikationen. Hier treten auch noch oft unübersehbare Wechselwirkungen zwischen den eingesetzten Arzneien auf, die teilweise üble Folgen haben können.

Dies kann sein, dass Medikament A die Wirkung von B herabsetzt, so dass es zu einem therapeutischen Ausfall kommt. Ober aber A verstärkt B so stark, dass es zu überproportional starken Nebenwirkungen kommt, die für ein Medikament, wie Digitalis z.B. mit lebensbedrohlichen Zuständen verbunden sind. Nicht selten können zwei Medikamente für sich allein relativ gut verträglich sein, aber in der Kombination leber- oder nierentoxisch werden.

So scheint es nur logisch, wenn Prof. Frölich argumentiert, dass 10 Prozent der Krankenhausliegezeit auf diese Nebenwirkungen zurückzuführen sind. Bei den älteren Patienten sind es sogar 15 Prozent der Krankenhausaufnahmen, die durch medikamentöse Nebenwirkungen verursacht werden. Die Schlussfolgerung des Professors aus Hannover lautet: Medikamentöse Nebenwirkungen ist die häufigste Krankheit, die es überhaupt gibt.

Fazit

Es gibt noch eine lange Liste an chronischen Erkrankungen, wie Eingangs schon angeführt. Es würde hier zu weit führen, alle diese Erkrankungen unter die Lupe zu nehmen.

Man kann mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich das Bild der hier diskutierten chronischen Leiden auch bei den meisten hier nicht besprochenen Leiden wiederfinden lässt.

Anhand der chronischen Erkrankungen zeigt die Schulmedizin ihr wahres Gesicht. Sie ist entweder nicht willens oder unfähig, diese in den Griff zu bekommen. Um nicht als vollkommen unfähig dazustehen, werden Statistiken über Todesfälle durch Medikamente versteckt oder verschönt.

Kein Wunder, dass einige Vertreter Schulmedizin und der Pharmaindustrie einen vehementen Kampf gegen alternative Konzepte führen, da sie wissen, dass diese oft wirksamer sind als sie selbst.

Und wenn man den Kampf nicht mit Mitteln des fairen Wettbewerbs gewinnen kann, was man ja immer als so erstrebenswert hochhält, dann werden Machtmittel zur Hilfe genommen und Verbote erlassen. Je mehr Verbote erlassen werden, umso deutlicher wird, dass die alternativen Konzepte die Besseren sind.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 26.2.2016 aktualisiert.