Gesunde Ernährung
Besser Essen und Gesund Essen: Gesunde Ernährung
was ist das?
von: Heilpraktiker R.
Gräber
Ich meiner täglichen Praxis spreche ich fast immer mit den
Patienten über gesunde Ernährung und wie man besser essen, bzw.
gesünder Essen kann.
Und wenn ich meine Patienten frage und die Antworten
höre.... "JAAA - gesund esse ich, kaum Wurst, wenig Fleisch und
Süßigkeiten fast gar nicht, trinken tue ich bestimmt genug und
immer reichlich Obst und Gemüse."
Ich möchte dann schon fast in meinen Stuhl versinken, weil
es meine Patienten anscheinend besser machen als ich.

Fakten und Zahlen zu unserer
"gesunden Ernährung"
Schauen wir doch einmal ein paar Realitäten ins Auge:
Betrachtet man die Verbraucherstatistiken im Wandel der
letzten 50 Jahre, so stieg der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an
Zucker von 2kg auf 34kg, an Fleisch von 37kg auf 100kg, an Obst
von 51kg auf 126kg, an Gemüse von 50kg auf 82kg, während der
Verbrauch an Kartoffeln von 186 kg auf 72 kg sank, jener an
Getreide von 99kg auf 74 kg, jener an Milch von 99 Liter
auf 122 Liter.
Diese auf den ersten Blick unauffälligen Zahlen bedeuten,
dass wir heute etwa 45 % (d.h. beinahe die Hälfte) unseres
Energieverbrauchs durch vorwiegend raffinierte, also praktisch
mikronährstofffreie, Kohlenhydrate decken.
Vereinfacht
ausgedrückt decken wir beinahe die Hälfte unseres
täglichen Nahrungsbedarfes durch
Zucker.
UND:
raffiniertes Mehl ist chemisch nichts anderes als
polymerisierter, also chemisch verknüpfter Zucker - und es hat
auf den Blutzuckerspiegel eine ähnliche Wirkung.
Unser täglicher Zuckerkonsum beträgt etwa 110 g
(entsprechend ca. 15% unserer täglichen Gesamtenergiezufuhr) in
Form von Süßigkeiten, Zuckerbeigaben, Limonaden und
Cola-Getränken. Zusätzlich bombardiert die Industrie mit sog.
"Functional Food".
Der Anteil an Proteinen tierischer Herkunft beträgt etwa 65
% der gesamten Proteinzufuhr, jener an Fett etwa 36% der
Gesamt-Energiezufuhr, jener an Alkohol etwa 5% und jener an
Energie tierischer Herkunft etwa 35%. Mehr zum Thema Fleisch
lesen Sie auch im Artikel von meinem Kollegen Hermann Kaufmann:
"Fleisch essen oder nicht Fleisch
essen?"
Obwohl wir die Möglichkeit hätten, uns aufgrund des
vielfältigen Nahrungsmittelangebotes vernünftig und
ausgeglichen zu ernähren, so tun wir dies offensichtlich
nicht.
Wir essen zu viel - und dann auch
noch das FALSCHE.
Zuviel an wertlosen Kohlenhydraten, zu fett sowieso und viel
zuviel an tierischen Nahrungsmitteln.
Die Fakten sind uns allen doch mehr oder weniger - 40 Jahre
"Ernährungsaufklärung sind doch wohl an niemandem spurlos
vorübergegangen... oder doch?
Die meisten denken bei "ungesunder Ernährung" an die
Tatsache, dass wir das eine oder andere Kilo Körpergewicht
zuviel mit uns herumschleppen.
Doch das ist nur ein sichtbares Symptom.
Die Folgen jahre- bzw. jahrzehntelanger Fehl- und
Mangelernährung gehen viel tiefer!
Die gesundheitlich viel größeren Gefahren lauern in der
Tatsache, dass wir unseren Körpern durch die energiereiche
(aber nährstoffarme Ernährung), täglich wichtige Nährstoffe
vorenthalten - lebensnotwendige Nährstoffe, die für einen
reibungslosen Ablauf in unserem Stoffwechselgeschehen
unentbehrlich sind.
Der „Brennwert” unserer Nahrung sagt
nichts über deren gesundheitlichen Wert aus!
Untersuchungen und Tabellen zeigen, dass sich die
lebensmittelverarbeitende Industrie sehr einseitig entwickelt
hat. Unser heutiges Nahrungsmittelangebot besteht überwiegend
aus den Makronährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. (Hier
finden Sie übrigens eine Vitamintabelle und eine Mineralstofftabelle)
Der Energiegehalt
unserer Nahrung ist aber nur eine Qualitätskenngröße. Die Zahl
der Kalorien sagt also NICHTS darüber aus, wie gesund die
Ernährung ist.
Man kann zwar ein Stück Zucker und einen Löffel Weißmehl
verbrennen wie ein Stück Holz und daraus seinen Kalorienwert
errechnen, erhält damit aber nur den theoretischen
Brennwert.
Wenn wir unseren Körper vorwiegend mit den isolierten
Bau- und Brennstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten, ohne für
die ausreichende Zufuhr von Zellaktivatoren zu sorgen, so
müssen wir uns nicht über die Folgen wundern.
Die Wissenschaft diskutiert lange und breit über die Folgen
falscher Ernährung. Sie scheint sich weitgehend darüber einig
zu sein, dass unsere sog. Zivilisationskrankheiten in einem
hohen Maß durch die Ernährung bedingt sind. Dazu gehören
u.a.:
In allen oben angeführten Fällen gilt es als sicher, dass
die Ernährung eine mehr oder weniger große Rolle
spielt.
Bei mangelhafter Ernährung läuft die biologische Oxidation
(Nährstoffverbrennung) ungenügend ab, die Schlackenbildung
nimmt zu, es entsteht ein Übermaß an sauren
Stoffwechselprodukten, Oxidations-Zündfunken (Radikale,
Peroxide) werden enzymatisch unzureichend abgefangen und
zerstören körpereigenes biologisches Material.
Die Realität unserer
„gesunden” Ernährung ist geprägt durch ein tägliches Übermaß an
leeren Proteinen, leeren Fetten und leeren
Kohlenhydraten.
Der Gehalt an jenen Nährstoffen, die wir nur in geringen
Mengen (Mikronährstoffe), aber ebenso lebensnotwendig
benötigen, wird durch lebensmitteltechnologische Einflüsse
drastisch reduziert. Unsere Nahrungsmittel verlieren von
Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr an Nährstoffdichte und an
biologischer Qualität.
Die Frage ist: Was ist zu tun?
Besser Essen und Gesund
Essen
Mein Kollege der schweizer
Naturarzt Hermann Kaufmann schreibt dazu:
"Das Ziel einer Ernährungsberatung ist es, die Leute
selbst zum Nachdenken zu bringen, Zusammenhänge zu erkennen
und nicht blindlings irgendwelchen Diäten zu folgen.
Dr. Max O. Bruker, der gerne als "Vollwertpapst"
bezeichnete Ernährungswissenschafter, sagte einmal: "Es ist
ein tragisches Kapitel menschlicher Geschichte, dass der
Mensch sich so weit hat beeinflussen lassen,
dass er der Nahrung umso mehr zutraut, je unnatürlicher und
künstlicher sie ist."
Diäten haben den unbestrittenen Vorteil, dass man
dadurch die Verantwortung dem "Erfinder" eben dieser
zuschieben kann. Doch so einfach geht's nicht, jeder trägt
die Verantwortung für sich selbst. Wir essen vor allem zu
viel, zu fett und zu süß. Zurück zur einfacheren Ernährung
würde viel bringen. Mit einem 5-Gang-Menü erreichen wir
genau das Gegenteil von dem, was eigentlich geplant ist,
wir belasten unseren Körper, anstatt ihm Gutes zu tun. Es
geht auch nicht darum, ob Fleisch oder nicht Fleisch, das
muss jeder mit sich selbst vereinbaren, es geht aber sehr
wohl um die Menge und die Art und Weise der
Fleischerzeugung.
Fehler in der Ernährung sind relativ einfach zu
beseitigen, wenn man den Richtlinien des
Säure-Basen-Gleichgewichts folgt. Mangelzustände von
Vitaminen, Spurenelementen und anderen Vitalstoffen
resultieren meist aus falscher Zusammenstellung der
Nahrungsmittel. Eine grossartige Pionierarbeit in dieser
Richtung hat Milly und Paul Schaub (Schaub-Kost) aus Zürich (Schweiz)
geleistet. Sie haben erkannt, dass mit der richtigen
Ernährung das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder hergestellt
werden kann, so es dann nicht zu spät ist und rigorosere
Massnahmen zu ergreifen sind."
Übersäuerung - eine
Zivilisationskrankheit
Unsere moderne Lebensweise mit allem möglichen Überfluss hat
auch eine Kehrseite. Müdigkeit,
Energielosigkeit, Schlafstörungen und Erschöpfung sind häufige
Begleiterscheinungen.
Wir sagen dem im Alltag einfach "Stress" doch letztlich
liegt das Problem viel tiefer. Heute ist wissenschaftlich
erwiesen, dass häufig konkrete Ursachen für diese Symptome
existieren: die zunehmende Übersäuerung unseres Körpers.
Wissenschafter und Ärzte haben die zentrale Bedeutung des
Säure-Basen-Haushalt für den
menschlichen Stoffwechsel und damit für unser Wohlbefinden und
unsere Gesundheit entschlüsselt.
Zur Ernährung gehört aber auch die Verdauung. Der Mensch
lebt nicht von dem was er isst, sondern von dem, was er verdaut
und letztlich auch aufnimmt (verstoffwechselt). Grosse
Aufmerksamkeit muss man folglich auch der Darmflora und dem
Stoffwechsel, resp. dessen Abfallprodukten widmen. Auch hier
ist zu sagen, dass der Stoffwechsel nur in einem basischen
Milieu optimal stattfindet, außer da, wo Säure gebraucht wird,
nämlich im Magen. In diesem Zusammenhang sind auch die häufig
erwähnten Themen der Naturheilkunde: Entschlackung und Entgiftung zu verstehen,
Ernährungsberatung macht nur Sinn, wenn der Beratene die
Zusammenhänge auch begreift und die Verantwortung für
seine Gesundheit selbst übernimmt!
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