Halsentzündung
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Die akute Halsentzündung (Pharyngitis)
Eine akute Halsentzündung (Pharyngitis) tritt häufig im Zusammenhang
mit einer Erkältung auf. Verantwortlich für eine Erkältung, eine Grippe oder einen grippalen Infekt sind meistens
Viren, die den Infekt auslösen. Eine Entzündung und Schwellung des Rachenraumes, die mit einem Kratzen oder Brennen
im Hals und / oder Schluckbeschwerden einhergeht, ist eines der Symptome eines Infektes der oberen Atemwege.
Eine akute Pharyngitis kann jedoch auch durch eine Infektion mit Streptokokken oder Pneumokokken hervorgerufen
werden. Sie entsteht oft durch die Ausbreitung einer Infektion der Tonsillen (lymphatische Organe im Bereich von
Mundhöhle und Rachen, Mandeln), der Nase, der Gaumenmandeln oder der Nasennebenhöhlen oder auch im Verlauf von
Masern, einer Streptokokkeninfektion, einer
Diphtherie oder einer gewöhnlichen Erkältung. In seltenen Fällen kann auch eine Bluterkrankung wie Leukämie oder eine Immunschwäche wie HIV
zugrunde liegen. Gelegentlich ist das Einatmen oder Verschlucken von Reizstoffen die Ursache einer akuten
Halsentzündung.
Symptome und Diagnostik
Beschwerden wie Brennen oder Trockenheit oder der bekannte "Kloß im Hals" sind häufige Symptome einer
Halsentzündung, ebenso wie Schüttelfrost, mehr oder weniger hohes Fieber,
Schluckbeschwerden, Heiserkeit und ein Anschwellen der
Lymphknoten im Bereich des Halses. Eine auftretende Steifheit des Nackens kann auch auf eine Meningitis
(Hirnhautentzündung) hinweisen. Bei einer Halsentzündung ist die Schleimhaut des Rachens geschwollen und
gerötet.
Prophylaxe
Aufgrund bestimmter Faktoren sind manche Menschen anfälliger für eine akute Halsentzündung. Dazu gehören unter
anderem Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Diese Personengruppen sollten sich von bereits Erkrankten
fernhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden.
Aber auch Menschen, die nicht zu einer "Risikogruppe" gehören, sollten einer Erkrankung vorbeugen. Hierbei helfen
leicht umsetzbare Tipps.
Um einer akuten Halsentzündung vorzubeugen, sollte darauf geachtet werden, Kleidung zu tragen, die an die
Witterung angepasst ist. Im Winter bedeutet dies das Tragen warmer Kleidung, die den ganzen Leib bedeckt. Eine
kurze Daunenjacke über einer Hüftjeans begünstigt die Ansteckung mit Erkältungskrankheiten wie einer
Halsentzündung, da bei dieser Kombination Körperstellen unbedeckt bleiben können und die betroffene Körperpartie so
auskühlt.
Aber nicht nur im Winter sollte man sich gegen eine Ansteckung wappnen. Auch im Sommer können leichte
Unterkleider getragen werden, um ein Auskühlen des Körpers durch eine sanfte Brise zu vermeiden.
Meiden sollte man auch Zugluft durch offene Fenster oder verrauchte Räume, da hier die oberen Atemwege gereizt
werden. Bemerkt man erste Anzeichen einer Halsentzündung, ist es ratsam, auf den Genuss von Milchprodukten wie Käse
oder Joghurt zu verzichten. Auch eine ausreichende Hygiene der Hände kann prophylaktisch wirken. Vielen Menschen
ist nicht klar, wie oft sie die Hände in den Gesichts- und damit Mundbereich führen und dass dabei Bakterien und
Keime in den Mund- und Rachenraum gelangen können.
Eine umsichtige Zahn- und Mundhygiene hilft, einer Halsentzündung vorzubeugen, ebenso wie der Verzicht auf stark
säure- und / oder zuckerhaltige Lebensmittel.
Therapie
Bei schweren Halsentzündungen helfen allgemein angewandte Antibiotika. Sollte es zu einer starken Schwellung der Lymphknoten in Halsbereich kommen, kann man mit einer Eiskrawatte oder kalten
Halswickeln oft eine beträchtliche Linderung erreichen. Gegen den "rauen Hals" werden antiseptische und
schmerzbetäubende Lutschbonbons oder - pastillen gegeben.
Wichtig ist es, bei einer Halsentzündung viel zu trinken, ab besten Salbeitee oder andere Kräutertees und
stilles Wasser. Auf Obstsäfte sollte man, ebenso wie auf Kaffee verzichten, da diese einen hohen Säuregehalt
enthalten, der die entzündeten Stellen wieder reizen können.
Auf Rauchen sollte man, zumindest solange man erkrankt ist, weitgehend verzichten.
Die chronische Pharyngitis
Eine chronische Halsentzündung entsteht meist durch eine lang anhaltende Reizung benachbarter
Organe, einer Überanstrengung der Stimme und die dauerhafte Aufnahme oder Inhalation von Reizstoffen wie Alkohol,
Rauch und / oder Säuredämpfen.
In einige Fällen kann die chronische Halsentzündung eine Begleiterscheinung von Allgemeinerkrankungen wie
Syphilis oder Tuberkulose sein.
Symptomatik
Veränderungen, entweder atrophisch (schwindend, verkümmernd) oder hypertrophisch (Zunahme in der Größe) können
bei einer chronische Halsentzündung im gesamten Rachenbereich auftreten.
Bei der hypertrophischen Form erkennt man eine entzündete, gerötete Schwellung der Schleimhaut, die oft von
einer Schwellung der Follikel begleitet wird. Die Schleimhaut blutet leicht und ist oft zum Teil von dicken und
zähen Absonderungen bedeckt, die sich nur sehr schwer abhusten lassen und manchmal zu Würgen, Übelkeit und Erbrechen führen.
Eine atrophische Halsentzündung ist durch eine fortgesetzte Krustenbildung auf einer glasig erscheinenden
Schleimhaut gekennzeichnet. Chronischer Husten, Kitzelgefühl und ein Gefühl von
Trockenheit im Hals sind Symptome, die häufig bei beiden Formen der chronischen Halsentzündung vorkommen.
Therapie
Die schädigende Ursache (Zigaretten- oder Zigarrenrauch, reizende Gase oder Dämpfe, Alkohol) muss festgestellt
und ausgeschaltet werden. Dies geschieht meist bei einer ausführlichen Anamnese beim Arzt. Bei der hypertrophischen
Halsentzündung kann man einen Versuch mit einer Auspinselung des Rachens mit einer 10%igen Silbernitritlösung oder
einer Jodlösung machen. Auch das Lutschen von Pastillen und Bonbons, beispielsweise Salbeibonbons, kann Linderung
verschaffen.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 22.12.2011 aktualisiert.

|