Neurodermitis: Das Atopische Ekzem
Die Neurodermitis (in
der Schulmedizin eher als atopisches Ekzem bekannt), ist eine Hauterkrankung mit einem sehr typischen
Erscheinungsbild. Die
Neurodermitis tritt häufig erstmals innerhalb der ersten fünf Lebensjahre auf und zeigt sich vor allem durch
trockene Haut mit Juckreiz. Neurodermitis ist nicht
ansteckend.
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Typische
Körperstellen, an denen sich bei Kindern die Rötungen, Schuppen und Krusten
(teilweise nässend) bilden, sind das Gesicht, der Hals und die Außenseiten der Extremitäten (vor allem Ellenbogen,
Kniekehlen, Hand- und Fußgelenke).
Bei Jugendlichen und
Erwachsenen tritt das typische Ekzem vor allem an Gesicht, Hals, den Beugeseiten der Extremitäten und dem
Hand- und Fußrücken auf.
Als Komplikationen
können Hautinfektionen der vorgeschädigten Haut auftreten.
In der Schulmedizin gelten
als Ursachen einer Neurodermitis sind die genetische Veranlagung und die Reaktion auf
unterschiedliche Faktoren (z.B. Nahrungsmittel, Infektionen und psychische
Einflüsse).
Ungefähr 15-20% der Kinder in
Deutschland leiden an Neurodermitis, ein Drittel von ihnen erkrankt zusätzlich an einem allergischen Asthma (siehe
auch Atembeschwerden) oder einer allergischen Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen).
Der Verlauf der
Neurodermitis ist chronisch-phasenhaft. Bei bis zu 80% der Kinder bildet sich die Erkrankung bis zur
Pubertät zurück.
Schulmedizinische
Therapie
Leider wird aufgrund des großen Leidensdrucks in der
Regel mit "harten" Arzneimitteln behandelt. Standard-Medikamente sind Salben mit den Wirkstoffen Kortison und
Bufexamac, und diese haben eine breite Palette von Nebenwirkungen, ohne dabei eine letztendliche Heilung der
Hauterkrankung bewirken zu können. Vor allem Kortisonsalben sind
im langfristigen Einsatz überaus riskant, denn sie schwächen das Hautgewebe und erhöhen die Gefahr von
Pilzinfektionen. Von den Calcineurininhibitoren (Pimecrolimus [ELIDEL] und Tacrolimus [PROTOPIC]), die ebenfalls ab
und zu eingesetzt werden, halte ich wenig und rate zur Vorsicht: "Seit 2006 rät die europäische
Arzneimittelbehörde EMA zu größerer Vorsicht bei der Anwendung der Neurodermitis-Externa Pimecrolimus (ELIDEL) und
Tacrolimus (PROTOPIC), da ein Zusammenhang mit den darunter beobachteten Krebserkrankungen nicht auszuschließen
ist. Pimecrolimus ist seitdem nur noch als Mittel der zweiten Wahl bei Unverträglichkeit oder mangelnder
Wirksamkeit von Kortikosteroid-Externa zugelassen sowie bei atopischer Dermatitis im Gesicht, wo eine längere
Behandlung mit Kortikosteroiden nicht ratsam ist." (vgl.:www.arznei-telegramm.de)
Salben mit dem Wirkstoff Bufemax werden ja oftmals als Alternative zu Cortison eingesetzt, vor
allem weil es auch rezeptfrei erhältlich ist. Die Wirkung von Bufemax gilt (meines Wissens nach) als nicht
gesichert. Zudem hat Bufemax das nicht unerhebliche Risko für allergene Reaktionen. Laut einem Bericht aus Ökotest
(Oktober 2010) schätzt der damalige Leiter des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK), dass zischen
30.000 und 50.000 Patienten pro Jahr ein Ekzem wegen Bufemax ausbilden.
Auch Heparin wird manchmal noch zur Therapie eingesetzt; eine Wirkung ist auch für Heparin
(meines Wissens) nicht belegt.
Obwohl eine naturheilkundliche Therapie nicht ganz
einfach ist und Erfahrung seitens der Therapeuten erfordert, ist vor allem eines noch wichtiger: die Geduld der
Eltern. Vor allem wenn bereits mit Cortison behandelt wird und auf eine alternative Therapie umgestellt wird, ist
Geduld gefragt, denn das kindliche Immunsystem und die gesamte Reaktionslage wird sich ändern.
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Sprache der Symptome
Generell sehen wir in der Naturheilkunde die Haut als zusätzliches
Entgiftungsventil, vor allem wenn die anderen Entgiftungsorgane überlastet
sind.
Die Haut gilt in der Naturheilkunde aber auch als Projektionsfläche
unserer seelischen Vorgänge. Vor Scham oder Wut werden wir rot, der Schreck lässt uns erblassen. Beim
Neurodermitiker ist es meist umgekehrt. Diese Reaktion zeigt uns, dass dieses Problem eventuell auch auf der
seelischen Ebene angegangen werden sollte. Die Haut gleicht manchmal einem Schlachtfeld. Neurodermitis ist
insofern vererbbar, als die Kinder sowieso die Probleme (körperliche wie seelische) der Eltern
ausleben.
Mögliche
Ursachen
Allergien wie bestimmte Nahrungsmittel, Tierhaare, Amalgam, Chlor, Leitungswasser, Schimmelpilze, Kuhmilch. Ausscheidung
der Stoffwechselendprodukte ist nur noch über die Haut möglich. Fehlbesiedlung der Darmflora:
Wer Hautprobleme hat, hat auch meist auch Darmprobleme. Als
eine wichtige Maßnahme wäre die Sanierung der Darmflora
anzusehen. Mangel an Gammalinolensäure
(Nachtkerzenöl).
Symptome
Juckreiz und Rötung der Haut,
Schuppenbildung (auch nässende), Krusten an Ellenbeugen, Kniekehlen, Wangen, Stirn, Händen und Füssen.
Magenbeschwerden, Anschwellen der
Lymphknoten.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei einer Neurodermitis in Frage kommen.
| Aromatherapie |
Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet
werden. In Frage kommen Majoran, Rosmarin oder z.B. Zypresse.
|
| Bachblüten |
Wenn seelische Probleme der Neurodermitis zu Grunde liegen (vor allem bei
Erwachsenen) kann die Bachblütentherapie unterstützend und ausgleichend wirken.
|
| Ernährung |
Für Erwachsene ist Fasten
eine der besten Methoden, den Körper zu entschlacken und entgiften. Viele Schulmediziner
halten die Ernährungsumstellung bei Neurodermitis für nicht notwendig, ich betrachte diese
aber als sehr sinnvoll.
Einzelne hilfreiche Lebensmittel sind:
|
| Entspannung |
Negativer Stress wirkt sich bei Neurodermitikern generell schlecht aus. Versuchen Sie
ein Bewegungs- oder Entspannungsverfahren zu finden, das Ihnen zusagt. Zum Beispiel: Yoga, Qi Gong, Tai Chi, 5
Tibeter, Autogenes Training, Meditation.
|
| Orthomolekular-Medizin |
Grundsätzlich gilt die selbe Empfehlung wir für Psoriasis. Hohes Interesse erregte im
Oktober 2009 der Beitrag zur Vitamin B12 Creme Regividerm.
|
| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
|
| Schüssler-Salze |
Kalium chloratum Nr. 4,
Kalium sulfuricum Nr. 6
Natrium phosphoricum Nr. 9
|
| Homöopathie |
Die klasssiche Homöopathie ist immer einen Versuch wert. Meiner Erfahrung nach
ist diese aber nur wirksam (und deren Erfolg zu beurteilen), wenn keine Cortisonpräparate
eingesetzt werden.
|
| Wirbelsäulensegmente |
Folgende Wirbelfehlstellungen können
eine Ausscheidung behindern: 3. Lendenwirbel für die Blase, 1. Lendenwirbel für den Dickdarm.
Der 10. und 11. Brustwirbel für die Nieren und meist ist auch der 3. Brustwirbel (Lu)
blockiert. Der Besuch bei einem versierten Chiropraktiker oder Manualtherapeuten ist deshalb
immer empfehlenswert.
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| Sonstiges |
In einen Esslöffel fettreicher Crème mischen Sie 5 Tropfen der
Lapacho-Urtinktur (erhältlich in der Drogerie).
Nach einer Studie der Rehaklinik Graal-Müritz soll Stutenmilch das Hautbild bei Neurodermitis ganz erheblich
bessern.
Das viel beworbene "Tote-Meer-Badesalz" bringt nach meinen Beobachtungen nur
wenig. Ein Bad mit gleicher Salzkonzentration wie im Toten Meer benötigt mehrere
Kilogramm Salz.
Verwenden Sie keine Weichspüler. Ich rate auch dringend dazu nur Waschmittel
zu verwenden, die von Ökotest mit "gut" oder "sehr gut" getestet wurden. Das Gleiche gilt für
Duschgels, Haarshampoos, Seifen und Kosmetika.
Meiden Sie auch Wasch- und Putzmittel mit Triclosan. Auf den
Packungen werden diese auch als Irgasan DP300, Cloxifenol
oder Trichlorhydroxydiphenylether oder 5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)phenol
angegeben.
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| Salben |
Patienten mit Neurodermitis möchten generell eine Salbe, bzw. etwas zum
cremen. Auch ich kann nicht von vornherein sagen, welche Creme / Salbe am besten
hilft oder auch vertragen wird. Folgende Salben können ausprobiert
werden:
zur Heilung:
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Harnstoffsalben z.B. Basodexan Soft
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Salben mit Nachtkerzenöl: z.B. Lipoderm
-
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Salben mit Cariospermum: z.B. Halicar
nachfettende Salben:
z.B. Linola Fettsalbe (bei sehr trockener Haut), auch die Calendula Salbe von Weleda leistet dabei
dehr gute Dienste und nimmt bei einigen Patienten den Juckreiz.
Achten Sie bei allen Salben und
Cremes darauf, dass diese keine Zusatzstoffe wie Formaldehyd oder Formalaldehydabspalter,
allergieauslösende Duftstoffe (z.B. Eichenmoos, Baummoos, Isoeugenol, Cinnamal), PEG oder PEG
Derivate, Diethylphthalat, Paraffine, Erdölprodukte oder Silikone in der Lipidphase
enthalten.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 23.8.2012 aktualisiert.

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