Alle chemischen Reaktionen und biologischen Prozesse laufen bevorzugt in einem für sie optimalen Milieu ab. Der
pH-Wert etwa – ein Maß für den Säuregrad von Flüssigkeiten – spielt eine entscheidende Rolle bei der Funktion von
Enzymen und der Sauerstoffaufnahme in die roten Blutkörperchen.
Während der Magensaft beispielsweise einen pH-Wert zwischen 1 und 4 aufweist, liegt das Blut eines gesunden
Menschen konstant um etwa 7,4 pH. Damit es im Blutkreislauf zu keinen größeren Abweichungen des Säuregrads kommt,
gibt es komplexe Puffersysteme, die den Wert auf einem gleich bleibenden Niveau halten.
Kommt es also – durch die Ernährung, Stress oder andere Faktoren – zu einem Überschuss an Wasserstoffatomen
(sauer), so fangen die basischen Puffer diese ab.
Unser Körper hält etwa zwanzigmal so viele freie Basen bereit wie freie Säuren, um einen konstanten pH-Wert zu
gewährleisten. Erst wenn die Blutpuffer ihre Kapazität durch einen extremen Anstieg von Wasserstoffionen erreicht
haben, kommt es zu einer Übersäuerung, die in der Fachsprache als Azidose bezeichnet wird. Diese lebensbedrohliche
Erkrankung ist selten, doch auch eine Verminderung der Pufferkapazität kann sich negativ auf unsere Gesundheit
auswirken: Denn je mehr Wasserstoffatome die Puffer abfangen müssen, desto stärker verschiebt sich das Verhältnis
von freien Basen zu freien Säuren. So kann es im Laufe der Zeit von den optimalen 20:1 auf 19:1, dann auf 18:1 usw.
sinken, bis irgendwann die Pufferkapazität erreicht ist und das System nicht mehr funktioniert. Es handelt sich
also dann um keine Übersäuerung – denn der pH-Wert bleibt ja bis zu einem gewissen Grade stabil – sondern um eine
Minimierung der Pufferkapazität.
Dennoch wählte die Alternativmedizin den Begriff „Übersäuerung des menschlichen Körpers“, um
das Problem bildhafter darzustellen.
Denn ebenso wie wir uns leicht vorstellen können, dass saurer Regen für das Waldsterben verantwortlich ist,
klingt auch ein übersäuertes Milieu alarmierender für unsere Gesundheit, als wenn wir es NUR als weniger basisch
bezeichnen.
Vor allem das Bindegewebe wirkt als riesiger Puffer für Säuren, wenn diese durch ein Überangebot nicht rasch mit
dem Harn ausgeschieden werden können. Der Körper ist auf solch eine Speicherung der Säuren eingestellt.
Es können viele saure Moleküle eingelagert werden, ohne dass es direkt zu irgendwelchen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen kommt. Doch je mehr Säure sich im Bindegewebe ansammelt, desto geringer wird die Elastizität und
Durchlässigkeit, was sich nicht nur auf Bandscheiben und Gelenke negativ auswirken kann. Allerdings sind nicht für
alle Krankheiten des Bindegewebes zwingend Säureablagerungen verantwortlich, zahlreiche andere Ursachen können
ebenso in Frage kommen.
Sauerstoff, der übrigens trotz seines Namens nicht für die Bildung von Säuren verantwortlich ist, hat für
unseren Stoffwechsel eine große Bedeutung. Werden die Zellen nicht ausreichend mit diesem Element versorgt, so wäre
es fatal, würde unser Körper die Vorgänge – etwa zur Energiegewinnung – einfach abschalten. Stattdessen ändert sich
der Reaktionsweg. Hierbei wird Milchsäure als Endprodukt gebildet, die wiederum abgepuffert und anschließend
ausgeschieden werden muss. Blutarmut und Herzerkrankungen können daher das Verhältnis von Basen zu Säuren negativ
beeinflussen.
Der Handel bietet zahlreiche Teststreifen, mit denen der wir den Säuregehalt unseres Urins leicht selbst
überprüfen können. Allerdings sagt dieser Wert nicht viel über das Säure-Basen-Verhältnis im Blut aus. Denn sobald
die Säuren durch Basen abgepuffert von der Niere ausgeschieden werden, sind diese im Ergebnis nicht feststellbar.
Gleichfalls ist es möglich, dass sich die Säuren im Körper ablagern, statt ihn über den Harn zu verlassen.
Obwohl der Urin in diesen Fällen also basisch ist, heißt es nicht, dass unser Säure-Basen-Haushalt in einem
gesunden Rahmen liegt. Auf der anderen Seite erhöht beispielsweise Getreide den Säurewert des Urins. Dies bedeutet
aber nicht, dass die Körner unserem Organismus schaden, vielmehr sorgen sie für eine Entsäuerung, was sich in einem
niedrigen (sauren) pH-Wert der Ausscheidungsprodukte niederschlägt.
Wer dennoch mithilfe eines Teststreifens seinen Säure-Basen-Haushalt überprüfen möchte, kann dies auf recht
einfache Weise tun: Kaiser-Natron ist nichts anderes als unser wichtigster Blutpuffer Hydrogencarbonat. Wer morgens
einen Esslöffel davon zu sich nimmt und in den folgenden zwölf Stunden seinen Urin testet, sollte irgendwann eine
deutliche Steigerung ins Basische feststellen. Ist dies nicht der Fall, so spricht das dafür, dass unser Körper die
Puffersubstanz dringend benötigt, um sein Säure-Basen-Verhältnis zu verbessern. Eine Umstellung der
Ernährungsgewohnheiten ist dann dringend anzuraten.
Die möglichen Folgen einer chronischen Übersäuerung beeinträchtigen alle Funktionen des
Stoffwechsels und beeinflussen fast alle chronischen Erkrankungen negativ. Warum das so ist,
finden Sie unter dem Stichpunkt Bindegewebsschwäche.
Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Übersäuerung in Frage kommen.
Mein Kollege, der Schweizer Naturarzt Hermann Kaufman meint dazu:
"Ich behaupte, dass an fast allen Krankheiten die Übersäuerung hauptsächlich, wenn nicht
generell, schuld ist!Jede Therapie ist auf einem sauren Milieu nicht effizient. Und vergessen wir nicht,
alle chemischen Medikamente undArzneimittelüberfluten den Körper mit Säure,
resp. sie verbrauchen so viele Basenstoffe, dass nur mehr die Säure übrig bleibt.
Täglich kommen wir mit mehreren Tausend Chemikalien in Kontakt. Der Körper ist gar
nicht mehr in der Lage, all diesen Müll auszuscheiden, vor allem deshalb, weil wir zu wenig trinken.
Trinken ist nicht Choco-Drink, Eistee, Kaffee mit Sahne, Orangen-Saft, Cola-Getränke, aromatisierte
Mineralwässer und all das, was uns die Werbung schmackhaft machen will.
Trinken ist Neutralflüssigkeit. Neutralflüssigkeiten sind Getränke, die einen
positiven oder neutralen ph-Wert besitzen. Dazu gehören Wasser und Kräutertees. Selbst die meisten
Früchtees wirkend säuernd und sind ungeeignet. Testen Sie ihr Leitungswassser und auch Ihr bevorzugtes
Mineralwasser mit einem ph-Teststreifen aus der Apotheke.
All das übrige Zeugs belastet den Organismus zusätzlich. Nebst den so genannten
Getränken kommen noch die so genannten Esswaren (Ware zum essen) dazu. Es ist ja kaum zu glauben, was man
so in sich hineinstopft. Der reinste Müllberg."
Jedes Jahr kommt mindestens eine neue Diät auf den Markt. Warum? Weil keine hält,
was sie verspricht. Es gibt aber eine Kostform (keine Diät!), die seit 30 Jahren besteht. Warum?
Weil sie tatsächlich funktioniert. Es ist die Schaub-Kost, die der Verfasser selbst seit
Jahren befolgt.
Heilfasten ist eine sehr geeignete und einer der umfassendsten
Möglichkeiten rasch zu entsäueren und zu entschlacken. Bei chronischen Problemen und Beschwerden
muss man aber wissen was man tut und den Körper entsprechend
unterstützen.
Ganz allgemein: kohlenhydrat- und säurearme Ernährung. Besorgen Sie sich so
genannte pH-Indikator-Streifen. Wenn Ihr Morgenurin unter 7,0 liegt, ist Ihr Organismus
übersäuert.
Weitere Beschwerden und Krankheiten finden Sie auch unter der entsprechenden
Buchstabengruppe: