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Heilpflanzen-Lexikon

Nachtkerzenöl: Anwendung, Wirkung und Studien

Die seit mehreren hundert Jahren in Europa bekannte Nachtkerze kommt ursprünglich aus Nordamerika und ist mit unserem heimischen Weideröschen und der Fuchsie verwandt. Sowohl im kosmetischen wie auch medizinischen Bereich findet das Öl dieser Pflanze aufgrund seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren vielfache Anwendung.

Vor allen Dingen das Öl der Nachtkerzensamen hat mit einundsiebzig Prozent einen sehr hohen Anteil an ungesättigter Fettsäuren.

Diese können nicht vom Körper selbst erzeugt werden, sondern müssen diesem über die Nahrung zugeführt werden. Eine ausreichende Versorgung mit ungesättigten Fettsäuren ist eine hervorragende Prophylaxe für die verschiedensten Erkrankungen. Bei Kindern wird so der Entstehung von Hautproblemen (z.B. Ekzeme), bei Erwachsenen der Volkskrankheit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt.

Entsprechend ergibt sich natürlich auch die Anwendung im Krankheitsfall.

Bei Patienten mit Neurodermitis wurden durch die Gabe von Nachtkerzenöl sehr gute Erfolge erzielt, wie auch Prof. Dr. Michael Meurer von der Münchner Dermatologischen Klinik bezeugt. Er schreibt den Pflanzenölen der Nachtkerze (vor allem der Gammalinolensäure) eine gute Wirkung bei Asthma und auch Neurodermitis zu. So konnten mehr als zwei Drittel der an Neurodermitis Erkrankten durch die Anwendung von Nachtkerzenöl eine Symptomlinderung erzielen, manche Ekzeme verschwanden auch ganz und bei jedem Dritten wurde eine Stabilisierung erreicht.

Im Cancer Immuno-Biology Labaratory Ohio wurde die Nachtkerze auf eine mögliche Reduzierung des Wachstums von Tumorzellen bei Krebs-Patienten hin untersucht. Allerdings sind sich hier die Experten noch nicht sicher, weshalb Prof. Dr. Walter Dorsch aus München zunächst zu einer gemäßigten Erwartungshaltung rät.

Fest steht aber, dass die Nachtkerze (bzw. die in ihrem Öl enthaltene Gammalinolensäure) sog. Prostaglandine aufbaut. Diese Prostaglandine tragen dazu bei, dass der Stoffwechsel der Haut, insbesondere die Talgabsonderung positiv beeinflusst wird, sie wirken sich erweiternd auf die Gefäße aus und bewirken eine gesteigerte Muskelfunktion wie auch eine Regulation der weiblichen Sexualhormone.

Kosmetisch kann man durch die Anwendung von Nachtkerzenöl brüchige Fingernägel, Haarproblemen (z.B. Haarausfall) und trockene Haut (Hautalterung) positiv beeinflussen. Das Öl sollte hier in Form von Masken und Kapseln verwendet werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat sich dafür ausgesprochen, dass man dem Körper täglich 10 Gramm Linolsäure zuführen sollte.

Dabei, so Dr. Ehmann, sei es nicht wichtig von welchem Hersteller das Präparat ist. Auch preisgünstige Anbieter liefern gute Qualität.

Eine Kur mit Nachtkerzeöl beinhaltet die Einnahme von 6-10 Ölkapseln pro Tag, die mit möglichst viel Flüssigkeit, am besten Wasser, genommen werden sollen.

Weder sollten aber Wunder noch sofortige Wirkung erwartet werden. Ein bisschen Geduld muss sein, denn die Nachtkerze entfaltet ihre Wirkung erst innerhalb einiger Wochen.

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