Sonnenhut
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der Sonnenhut (Echinacea) gehört zu den Korbblütengewächsen und ist sowohl als Zierstaude in
Gärten als auch als Pflanze zur Arzneimittelgewinnung sehr beliebt. Diverse Arten wachsen bis zu 1,8 m hoch.
Besonders auffallend sind seine roten, gelben oder weißen Blütenkränze mit bis zu 4 cm langen, nach unten hängenden
Blütenblättern. In der Mitte der Blüten prangt ein bräunlicher "Igelkopf" aus Blütenpollen, weswegen der Sonnenhut
auch oft so genannt wird.
Als Heilpflanze wurde Echinacea bereits von den nordamerikanischen Ureinwohnern zur Wundversorgung verwendet.
Seit Bekanntwerden der Pflanze in Europa Anfang des 20. Jahrhunderts wird er auch in europäischen Ländern
kultiviert. Für die Heilmittelproduktion werden sowohl Extrakte aus dem Wurzelstock als auch aus dem Pflanzenkraut
verwendet.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Sonnenhut-Produkten sind:
- Polysaccharide und Glykoproteine
- Alkamide
- Kaffeesäurederivate
- Alkaloide
- Polyacytelene
- ätherische Öle
- Flavanoide
Echinacea kann als Fertigpräparat sowohl innerlich in Form von Tabletten, Kapseln, Tropfen oder Tees als auch
äußerlich in Form von Tinkturen und Salben angewendet werden.
Als Hauptwirkung soll Sonnenhut-Extrakt vor allem zur Stärkung des unspezifischen Immunsystems durch Produktion
von Antikörpern beitragen. Einer Studie von ÖKO-Test (01/2006) zufolge sollten Echinacea-Präparate allerdings nur
"unterstützend" zur Verkürzung der Krankheitsdauer bei wiederkehrenden Atem- und Harnwegsinfektionen eingesetzt
werden. Denn eindeutige Studien über die angeblich immunstimulierende Wirkung fehlen laut einer Metastudie an der
Standford-Universität (2005). Und auch die genaue entzündungshemmende Wirkung bei der Wundbehandlung wurde bis
jetzt nur bei Labortieren getestet.
Einzelne Studien weisen aber eine:
- antioxidative Wirkung (z. B. Schutz vor UV-Schäden durch Radikalenabwehr),
- antifugale Wirkung (z. B. gesenkte Rückfallrate bei Candida-Pilzerkrankungen), oder
- antivirale Wirkung (z. B. Verhinderung des Eindringens bestimmter Herpes-Viren)
für bestimmte Sonnenhut-Präparate nach.
Anwendungsgebiete sind daher vor allem:
- erste Symptome grippaler Infekte sowie von Blasenentzündungen oder Nierenbeckenentzündungen
- langsam heilende Wunden, leichte Verbrennungen,
entzündliche Hauterkrankungen
oder Geschwüre
- bestimmte Pilz- und Viruserkrankungen (z. B. Candida-Mykosen, Herpes-Infektionen)
Nebenwirkungen
Nebenwirkungen zeigen sich nur bei innerlicher Anwendung. Es wird vermutet, dass dauerhafte und
hochkonzentrierte Anwendung von Sonnenhut-Präparaten die Immunabwehr beeinträchtigt und bei Frauen zu
Unfruchtbarkeit führen kann. Sie sollten daher nicht länger als 2-3 Wochen und nur in der empfohlenen Tagesdosis
eingenommen werden. Schwangere und stillende Frauen, Kleinkinder und Personen mit Autoimmunerkrankungen sollten auf
die Einnahme ganz verzichten.
Dieser Beitrag wurde letzmalig am 28.08.2011 aktualisiert.

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