Teufelskralle
Die Teufelskralle - Die Anti-Schmerz-Pflanze
Die Teufelskralle, wissenschaftlich Harpagophytum procumbens, ist vorwiegend in den Steppen der Kalahariwüste Südafrikas und Namibias
beheimatet. Sie gehört zur Familie der Sesamgewächse und ist wildwachsend.
Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt sie ihren holzartigen Früchten, die sich dank Widerhaken an Tieren festklammern. Durch diese Art der
Verbreitung ist der Bestand gesichert.
Sie blühen nur für kurze Zeit in leuchtenden hellrosa bis purpurrot und entwickeln Triebe, die bis zu 1,5 m lang werden und in Bodennähe
verlaufen.
Ihre heilende Wirkung wird bei Einheimischen schon lange geschätzt, wobei die Europäer erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Pflanze als
medizinisch wertvoll erkannten. Nur der unterirdische Wuchs enthält die Stoffe, die für ihre Heilkraft bekannt sind.
Jedoch dienen dem medizinischen Zweck hierfür nur die Sekundärwurzeln, die Primärwurzel bleibt bestehen und kann so neue Triebe entwickeln.
Ihre Knollen wiegen bis zu 600 g und werden nach der Ernte getrocknet und anschließend zerkleinert.
Inhaltsstoffe der Teufelskralle
Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören die für den bitteren Geschmack verantwortlichen Iridoidglykoside wie z.B. Harpagoside. Außerdem
enthält sie u.a. Acteosid, Flavonoide, ungesättigte Fettsäuren, Chlorogen- sowie Zimtsäure.
Nun zur Wirkung. Das Savannengewächs wird in Form von Tee, Salbe und Fertigarzneien verschrieben, wobei zu beachten ist, dass erst ein paar
Wochen nach Einnahme eine Besserung des Gesundheitszustandes eintritt. Dieses richtet sich außerdem nach der richtigen Dosierung der einzelnen
Inhaltsstoffe.
Anwendung und Wirkung
Die Teufelskralle ist allgemein für ihre leicht schmerzlindernden Eigenschaften bekannt, zudem wirkt sie entzündungshemmend. Sie wird
traditionell gegen rheumatische Erkrankungen, Arthrose, Verdauungsbeschwerden und Fieber eingesetzt.
Ihre Bitterstoffe sind besonders dafür geeignet die Magensäfte anzuregen, allerdings sollte man von der Einnahme bei Magengeschwüren Abstand
nehmen.
Von großer Bedeutung ist die südafrikanische Pflanze bei der Behandlung von Rückenschmerzen und Gelenkarthrose. Die Inhaltsstoffe hemmen den
Eiweißabbau im Bewegungsapparat und können so zu einer Heilung beitragen.
Studien zur Teufelskralle
In einer Studie, die von der Schmerzklinik Kiel durchgeführt wurde, konnte eindrucksvoll die Wirksamkeit der Pflanze nachgewiesen werden:
Die Testpersonen litten alle an leichten bis mittelstarken Muskelbeschwerden. Sie wurden jeweils mit einem Placebo bzw. einem Präparat aus
Teufelskralle behandelt. Dabei stellte sich heraus, dass die Schmerzen bei den Patienten, die den Teufelskrallenextrakt bekamen spürbar gelindert
wurden.
In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach der Pflanze so stark gestiegen, dass der Bedarf allein durch das natürliche Vorkommen nicht
gedeckt werden kann. Deshalb gibt es Überlegungen die Teufelskralle außerhalb Afrikas kontrolliert anzubauen, dies stellte sich allerdings als
schwierig heraus.
Erwähnt werden sollte noch, dass das Präparat an Schwangeren nicht genügend getestet wurde und deshalb dringend vor der Einnahme abgeraten
ist.
Fazit: Die Teufelskralle ist kein Wundermittel und bei akuten Schmerzen nicht hilfreich, jedoch
ist sie eine gute Alternative oder Ergänzung zu einer medikamentösen Behandlung, die immer wieder durch Nebenwirkungen negativ auffällt.
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