Medikamente - Arzneimittel - Tabletten und Co.
Ziel dieser Webseite
Ich schreibe hier über häufig verwendete Medikamente und zwar über Medikamente:
- die Ihr Arzt verordnet
- die ich in der Praxis häufig verordne und empfehle
- die sich die Patienten selbst verordnen - die sog. freiverkäuflichen Arzneimittel
Doch bevor ich auf die einzelnen Präparate näher eingehe, erst einmal eine allgemeine Sache:
Die wenigsten neu zugelassenen Arzneimittel bringen Fortschritt
Obwohl jedes Jahr unzählige neue Medikamente den Markt überschwemmen, geht die Arzneimittelkommission der
deutschen Ärzteschaft davon aus, dass lediglich 10 bis 30 Prozent besser sind als bereits etablierte Präparate.
Dennoch war es bisher den Pharmaunternehmen selbst überlassen, die Preise für neue Medikamente zu bestimmen.
Neues Gesetz soll Arzneimittelmarkt verbessern
Doch jetzt soll eine unabhängige Prüfstelle jedes Arzneimittel, das in Deutschland neu zugelassen wird, auf
seinen tatsächlichen Nutzen prüfen. Dies beschloss die Koalition in ihrer jüngsten Arzneireform. Demnach dürfen
Präparate nur dann mehr als vergleichbare Mittel kosten, wenn sie dem Patienten auch wirklich besser helfen als
diese.
Pharmaindustrie gerät unter Druck
Natürlich sind die Pharmaunternehmen über diese Entwicklung alles andere als begeistert. Birgit Fischer, die
Geschäftsführerin des Pharmaverbands vfa warnt, laut Greenpeace, davor, dass hierdurch den Patienten in Deutschland
möglicherweise erstmals Medikamente nicht zur Verfügung stehen werden, die andernorts in Europa verfügbar sind.
Auch hält sie die Vergleichbarkeit von Medikamenten für wissenschaftlich umstritten.
Von Seiten der Pharmaindustrie kommen Vorwürfe, dass die Prüfstelle für die Vergleichstherapie besonders
günstige oder ältere Präparate nutze, um so Kosten zu sparen. Dies wird aber von Rainer Hess, dem Vorsitzenden des
Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), als abwegig dementiert.(1)
Zum Wohle der Patienten!
Während die Pharmakonzerne bemängeln, dass durch die Prüfung eine Barriere für neue Therapieansätze entstehe,
die zulasten der Patienten geht, spricht die Arzneimittelkommission der Ärzte von dem genauen Gegenteil.
Schließlich geraten die Pharmaunternehmen nun mehr und mehr unter Druck, wirklich nützliche Mittel zu
entwickeln.
Bisher wurden häufig Medikamente produziert, die im Gegensatz zu Vorläufermodellen nur wenig verändert waren,
aber dennoch als kostspielige Neuerungen verkauft werden konnten. Der Arzneiverordnungs-Report 2011 geht davon aus,
dass die Krankenkassen durch die neue Regelung zwischen fünf und zwölf Milliarden Euro sparen können, ohne dass den
Patienten hierdurch ein Nachteil entsteht.
Prüfung aller Medikamente ist zeitaufwendig und langwierig
Doch bevor die Kosten wirklich nennenswert gesenkt werden können, ist es ein weiter Weg. Schließlich müssen
hierfür nicht nur die neuen Medikamente genau untersucht werden, sondern zudem auch alle bereits auf dem Markt
zugelassenen. „Die Bewertung des Bestandsmarktes ist ein langfristig angelegtes Großprojekt“, so Hess. Es sei
bisher nicht abzusehen, wann ein nennenswerter Teil drankomme, so der Gremienchef des G-BA weiter.

(1) Vergleiche: g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/
arzneimittel/nutzenbewertung35a/
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