Ibuprofen
Ibuprofen gegen Schmerzen und Entzündungen
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der zu den Propionsäure-Derivaten gehörende Wirkstoff Ibuprofen dient der Behandlung von
Schmerzen und Entzündungen und kann daneben
auch Fieber senken.
Anwendungsgebiete
Es handelt sich um ein Nicht-Opioid (nicht morphinhaltig, keine Wirkung auf Opioidrezeptoren des menschlichen
Organismus, daher in geringen Dosierungen frei verkäuflich), welches vor allem bei starken Schmerzen (analgetische Wirkung) im Bereich des Bewegungsapparates und bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt wird. Ibuprofen reduziert
daneben Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Zahnschmerzen oder auch Regelschmerzen, senkt durch Beeinflussung des
Temperaturzentrums im Gehirn Fieber (antipyretisch),
dämmt innere und äußerliche Entzündungen ein (antiphlogistisch) und besitzt eine abschwellende Wirkung (wird
z.B. häufig bei Sportverletzungen eingesetzt).
Dosierung
Wie viele nicht-opioide Analgetika ist Ibuprofen in geringer Dosierung gut verträglich. Je nach Einsatz
empfiehlt sich eine tägliche Dosierung zwischen 200 und 2000 mg (höhere Dosierungen z.B. bei rheumatischen Beschwerden). Durch Eingreifen in die
Prostaglandinsynthese (die durch Ausschüttung bestimmter Botenstoffe für die verschiedenen Beschwerden
verantwortlich ist) können die zuvor erwähnten Störungen und Schmerzen rasch gelindert werden. Die Plasmahalbwertszeit liegt
bei ca. zwei Stunden, der Abbau erfolgt, bedingt durch die gute Wasserlöslichkeit des Wirkstoffs, zügig und führt
zu einer Ausscheidung über Leber (Entgiftungsstation) und Nieren.
Arten von Ibuprofen
Ibuprofen ist frei verkäuflich (ab 600 mg rezeptpflichtig) und wird in Form von Tabletten, Dragees,
Injektionslösungen, Suppositorien (Zäpfchen), Salben und Gelen angeboten. Zu den bekanntesten Handelsnamen zählen
unter anderem Ibuprofen, Ibu-ratiopharm, Ibubeta, Dolormin, Aktren, Optalidon und
Vivimed. Die tägliche Dosierempfehlung sollte nicht überschritten werden, dabei ist eine Verwendung über einen
Zeitraum länger als vier Tage zu vermeiden, um keine unnötigen Nebenwirkungen zu provozieren.
Nebenwirkungen
Es ist in niedrigen Dosierungen frei verkäuflich, der Wirkstoff führt aber vielfach zu unerwünschten
Nebenwirkungen. Hierzu zählen vor allem Magenbeschwerden
und Darmbeschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung, Blähungen, Magenkrämpfe). Zusätzlich können Geschwüre (Ulzerationen)
entstehen, die bei weiterer Verwendung des Präparates zu einem möglichen Aufbrechen mit Blutungen aus Magen oder
Darm führen.
Vielfach kommt es zu einer Beeinträchtigung des Wachheitszustandes (z.B. in Form von andauernder Müdigkeit). Daneben werden vermehrt Schwindelanfälle, eine gesteigerte Reizbarkeit und Schlafstörungen beobachtet
Eher selten sind Juckreiz, Augenbrennen, Sehstörungen, Wassereinlagerungen, Blutbildungsstörungen, Ohrensausen, Beeinträchtigungen der Herzfunktion,
Entzündungen von Speiseröhre oder Bauchspeicheldrüse sowie die reduzierte Leistung von Leber und Nieren. Aktuell
wird die Entstehung eines Herzinfarktes bzw. eines
Schlaganfalls nach Verwendung des Wirkstoffs
diskutiert. Die in Einzelfällen aufgetretenen Beeinträchtigungen des Organismus sind vielfältig und sind im
Beipackzettel des Medikaments ausführlich gelistet. Hier ist eine gute Aufklärung durch das Fachpersonal von hoher
Priorität. Bei Verwendung von Suppositorien kann es zu einem brennenden Gefühl in der Afterregion kommen. Auch
Juckreiz, Rötungen und Schwellungen sind beschrieben.
In Kombination mit anderen Medikamenten kann es entweder zu einer deutlichen Verstärkung der verschiedenen
Wirkungen oder aber zu einer Herabsetzung dieser kommen. Daher sollte die zusätzliche Verwendung vor Gebrauch
ärztlich abgeklärt werden.
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
Nicht verwendet werden sollte Ibuprofen bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, bei
einer gestörten Blutbildung, Magengeschwür oder
Darmgeschwüren, Lebererkrankungen,
Nierenfunktionsstörungen, einer erhöhten Blutungsneigung oder einer Herzinsuffizienz. Bei Kindern unterhalb von sechs Monaten
ist das Medikament kontraindiziert. Ebenso ist bei bestehender Schwangerschaft der Einsatz ärztlich abzuklären.
Dieser Beitrag wurde letzmalig am 28.08.2011 aktualisiert.

|