Während Übergewicht leicht erkannt wird und die Gesellschaft durch gezielte Information bereits hinreichend für die Problematik sensibilisiert ist, herrscht beim Thema Untergewicht oft noch gefährliches Unwissen.
Zu erkennen ist Untergewicht mit bloßem Auge am deutlichen Hervortreten des Skelettes. Die nicht vorhandene Fettschicht und fehlendes Muskelgewebe lassen besonders die Rippenbögen des Brustkorbs und die Knochen des Beckenbereichs deutlich hervortreten. Noch genauer kann die BMI-Tabelle für Jugendliche Auskunft geben. Der BMI gibt das Verhältnis von Gewicht und Körpergröße an und wird allgemein herangezogen, um Normalgewicht gegen Über- und Untergewicht abzugrenzen.
Ursachen für Untergewicht
Unser Körperbau ist zu einem großen Prozentsatz genetisch bedingt. Wer über einen schnell funktionierenden „aktiven“ Stoffwechsel verfügt, hat ihn möglicherweise geerbt. Menschen dieses Typs verbrennen durchschnittlich 300 bis 400 Kalorien mehr als Menschen mit einem langsamen Stoffwechsel. Schnelle Stoffwechsel-Typen sind daher grundsätzlich schlanker als langsame Stoffwechsel-Typen, die eher zur Bildung körperlicher Fettreserven neigen.
Häufig ist es aber auch eine unausgeglichene Lebensweise, die durch vermehrt auftretenden Stress das Essverhalten nachteilig beeinflusst. Hunger und Appetit werden weniger deutlich wahrgenommen, der Drang zu essen ist stark reduziert. Ist die Nahrungsaufnahme erst zur Nebensache geworden, steht am Ende dann eventuell das Untergewicht.
Neben den bereits genannten Ursachen kann Untergewicht auch durch eine organische Erkrankung bedingt sein. Menschen, die trotz normaler Ernährung an Untergewicht leiden, sollten die Gründe unbedingt von einem Arzt klären lassen.
Medizinische Gründe für Untergewicht
Neben einer falschen Ernährung und genetisch bedingten Störungen können verschiedene Erkrankungen des Organismus dafür sorgen, dass die zugeführte Nahrung falsch oder zu rasch verwertet wird.
In vielen Fällen hängt dies mit der Hormonsteuerung (z.B. beim Diabetes mellitus vom Typ I), einer Nebennierenrindeninsuffizienz, einem Morbus Simmonds (vollständiges Fehlen aller im Hypophysenvorderlappen gebildeten Hormone) oder mit der Schilddrüse (z.B. Überfunktion der Schilddrüse) zusammen. Diese Erkrankungen verursachen eine Steigerung des Katabolismus (Abbaustoffwechsel).
Störungen im Eiweißhaushalt (z.B. das Eiweißverlustsyndrom, verursacht durch Lebererkrankungen, Vergiftungen, Magentumoren (Magenkrebs), Nierenerkrankungen oder auch einer gestörten Proteinbildung) können ebenfalls eine Gewichtszunahme verhindern.
Daneben gelten auch verschiedene Tumoren (Krebs) als Verursacher eines stagnierenden Untergewichts. Das Insulinom (seltener Tumor des Pankreas) zeichnet sich neben einer wiederkehrenden Hypoglykämie durch die rasche Verbrennung von Kohlehydraten aus. Eine gesteigerte Zuführung von Nahrung kann zwar den Zuckerspiegel kurzfristig erhöhen, reicht für eine Gewichtszunahme jedoch nicht aus.
Zu den weiteren Ursachen zählen HIV, ein Befall mit Parasiten sowie Enzymstörungen. Eine gestörte Verdauung und mangelhafte Resorption von Nährstoffen im Darm können ebenfalls zu Unter- und Mangelernährung führen. Beispielsweise Morbus Crohn und Zöliakie sind derartige Krankheiten, die mit Untergewicht einhergehen.
An deren Entstehung ist eine Störung der Darmflora beteiligt, deren Rolle für eine optimale Nährstoff-Aufbereitung und Resorption zunehmend erkannt wird. So fanden Forscher bei afrikanischen Kindern deutliche Abweichungen der Darmbesiedlung im Falle einer Unternährung im Vergleich zu normal entwickelten Kindern.
Ähnliche Ergebnisse zeigten sich Experiment mit Mäusen. Überraschenderweise konnte eine Unterernährung der Nager rückgängig gemacht werden, wenn sie Darmbakterien gut ernährter Kinder erhielten. Dies zeigt, wie tief verwurzelt die Funktion des Mikrobioms im Säugetierstoffwechsel ist.
Entsprechend gravierend sind die Auswirkungen, wenn die Zusammensetzung der Darmflora auch nur geringfügig abweicht. Der erste Effekt ist ein negativer Einfluss auf den Ernährungs-Status.
Eine weitere Ursache für Untergewicht ist die reduzierte Nährstoff-Resorption nach Entfernung von an der Verdauung und Verwertung beteiligten Organen oder Strukturen (z.B. Magenteilresektion). Es kommt zur Stagnation des Gewichts trotz erhöhter Nahrungszufuhr. Aber das sind Sonderfälle und eher selten und auch den betroffenen klar.
Für den Fall, dass tatsächlich eine ernsthafte Essstörung wie Magersucht oder Ess-Brech-Sucht vorliegt, sollte unverzüglich professionelle Hilfe eingeschaltet werden.
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Gesundheitliche Auswirkungen des Untergewichts
Untergewicht ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Krankheit. Wer trotz ausreichender Energiezufuhr leichter als der Durchschnitt ist, sich aber dennoch leistungsfähig und körperlich fit fühlt, für den besteht kein Grund zur Sorge. Zeigen sich allerdings die typischen Zeichen einer Mangelernährung, kann dies (besonders bei Jugendlichen) durchaus bedenklich sein.
Unter Mangelernährung oder Fehlernährung versteht man die unzureichende Versorgung des Körpers mit den lebenswichtigen Nährstoffen. Fehlen Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Kohlenhydrate, wird es auf Dauer zu den unterschiedlichsten körperlichen Symptomen kommen. Vornehmlich werden Fettgewebe und Muskelgewebe abgebaut und dadurch die stoffwechselaktiven Zellen reduziert. Das Immunsystem kann nicht mehr wie gewohnt arbeiten. Akute Infektionen haben bei einem so geschwächten Organismus leichtes Spiel. Langfristig steigt überdies das Risiko, später an Osteoporose zu erkranken.
Circa acht Prozent aller Heranwachsenden im Alter von 6 bis 16 Jahren unterschreiten das altersgemäße Normalgewicht um 15 Prozent oder mehr und sind damit schlicht untergewichtig. Die Nationale Verzehrstudie II zeigte u.a.: Im Alter von 17 Jahren haben fast 10 Prozent der Mädchen Untergewicht. Und die leiden keineswegs alle an Magersucht. Fast 22 Prozent der Heranwachsenden zwischen 11 und 17 Jahren zeigen Anzeigen einer Essstörung. Mädchen neigen dabei doppelt so oft zu gestörtem Essverhalten wie Jungen.
Nicht immer ist ein Untergewicht ernährungsbedingt zu erklären. In vielen Fällen leiden diese Menschen unter ihrer Figur und versuchen über verschiedene Behandlungswege den Zustand zu ändern. Dabei zeigt sich auch das Phänomen, nicht zunehmen zu können.
Tipps zum Zunehmen
Allgemein hört man den Tipp man solle einfach mehr Essen. Und da werden dann hochkalorische Dinge empfohlen wie Milch, Diät Magarine, mehr Fett oder auch mehr Fruchtzucker. Keines dieser „Nahrungsprodukte“ oder Bestandteile kann ich wirklich empfehlen.
Auch sogenannte „Weight Gainer“, die gerne im Sportbereich eingesetzt werden, enthalten oftmals Zucker zu einem großen Teil.
Ich empfehle einfach eine gesunde Ernährung, sowie die richtige Vitalstoffzufuhr (Mineralien, Vitamine usw.). Darüberhinaus rate ich dazu, sich um die Darmfolra zu kümmern. Die Zusammenhänge zwischen Darmflora und Untergewicht sind sehr deutlich. Zum Aufbau eignen sich bestimmte Lebensmittel, als auch bestimmte Probiotika.
Eine konstitutionelle Therapie mittels Homöopathie kann ich ebenfalls empfehlen. Hierzu sollten Sie einen klassisch arbeitenden Homöopathen aufsuchen.
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Beitragsbild: 123rf.com – PAPAN-SAENKUTRUEANG
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