Anti-Aging: Ewige Jugend und Gesundheit?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ewige Jugend und Gesundheit - schön wär´s! Also: Was tun gegen den Alterungsprozess? Am besten ab in einen Jungenbrunnen...

Wie solche Jungbrunnen (neuhochdeutsch Anti-Aging) funktionieren, wissen wir aus dem bekannten Gemälde von Lucas Cranach: Man steigt alt und faltig auf der linken Seite in das Becken des Brunnens, plantscht ein wenig herum und entsteigt auf der rechten Seite alsbald jung und rosig.

Aber mit diesen "Jungbrunnen" ist das auch so eine Sache. Glück haben die Menschen damit eigentlich nie gehabt, weder in der heutigen Zeit, noch in der Geschichte. In "Der Tod steht ihr gut" geht es für die stark Verjüngten (Goldie Hawn und Meryl Streep) gar nicht so gut aus.

Und auch in der Geschichte sieht es für die "Anti-Aging" Helden nicht besser aus: Der Koch Alexanders des Großen findet eine Quelle des Lebens. Mit des Wassers Hilfe verführt er die Tochter Alexanders. Leider endet dieses Abenteuer für den Koch mit einem Mühlstein um den Hals am Grunde des Meeres.

Solcherlei Geschichten interessieren Hersteller von Anti-Aging-Produkten wenig. Wenn man der Werbung Glauben schenkt, geht es da eher zu wie bei dem Jungbrunnen-Gemälde von Cranach: Aus Alt mach Neu. Zeit also für eine nüchterne Betrachtung.

Mit 38 bereits wie 61

"Der Mensch ist so alt wie sein Gefäß-System" lautet ein geflügeltes Wort einiger Mediziner. Das soll bedeuten, dass es einen Unterschied zwischen dem tatsächlichen und dem biologischen Alter gibt. Wie groß die Abweichung sein kann, hat der neuseeländische Gerontologe Daniel W. Belsky in den Ergebnissen einer Langzeitstudie dargestellt. Veröffentlicht wurden die Resultate der "Dunedin-Study" im US-amerikanischen Wissenschafts-Journal Proceedings of the National Acadamy of Sciences im Juli 2015.

In der Erhebung wurden über 1.000 Menschen von der Geburt bis zum 38. Lebensjahr beobachtet und regelmäßig untersucht. Neben internistischen Blutwerten und der kardiopulmonalen Konstitution bestimmten die Mediziner den Body Mass Index (BMI), bewerteten den Zustand des Gebisses und des Augenhintergrunds (Kapillaren!). Auch mikroskopische Chromosomen-Analysen und psychologische Parameter wie IQ-Tests flossen in die Untersuchung mit ein. Ergänzt wurden die Daten durch subjektive Kriterien: Die Forscher ließen das „optische Alter“ ihrer Probanden durch unbeteiligte Menschen abschätzen. Für jeden Probanden ermittelten die Wissenschaftler die biologische Alterung in einem chronologischen Jahr.

Bei der Mehrheit der Studien-Teilnehmer verlief die biologische Alterung entsprechend dem zeitlichen Alterungsprozess. Einige Probanden schienen praktisch gar nicht biologisch älter zu werden, andere wiederum bauten in 12 Monaten so schnell ab, als wären für sie bereits 3 Jahre vergangen. Die Einschätzung der Forscher: Das biologische Alter der 38-jährigen variierte zwischen 28 und 61 Jahren! Also wenn das kein Unterschied ist?

Im Mittelpunkt der Betrachtung stand für die Gerontologen die Frage nach den Faktoren, die bei manchen Menschen die biologische Alterung beschleunigen. Die genetische Konstitution ist dabei weniger von Bedeutung, da sie praktisch nicht beeinflussbar ist und auch wenig zum Alterungs-Prozess beiträgt. Die Zwillingsforschung konnte belegen, dass der Abbau während des Alterns zu 80 % ökologisch bedingt ist. Also spielen Ernährung, Bewegung oder zum Beispiel auch der Wohnort eine wichtige Rolle beim Altern. Diese Faktoren im Einzelnen genauer zu benennen und zu quantifizieren ist demzufolge eine Hauptaufgabe der Gerontologen.

Werfen wir als nächstes einmal einen Blick auf die genrelle Lebenserwartung...

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung der Menschen ist seit 1840 um etwa drei Monate jährlich gestiegen. So kann ein heute geborenes Mädchen damit rechnen, über 100 Jahre alt zu werden, ein Junge wird eventuell über 95 Jahre alt werden. Es gibt aber auch Stimmen, die von einer sinkenden Lebenserwartung ausgehen, unter anderem:

Eine andere Untersuchung zeigt auch, dass die heute 50-jährigen "kränker" sind, als die vorhergehenden Generationen (http://hrsonline.isr.umich.edu/). Und ein Blick in die Seniorenheime oder Pflegeheime offenbart oftmals nichts Berauschendes.

Der bisherige starke Anstieg der Lebenserwartung ist unterschiedlichen Ursachen zuzuschreiben. Zunächst war die reduzierte Sterblichkeit von Säuglingen und Müttern ursächlich dafür, dass die Lebenserwartung stieg. Im Wesentlichen waren es allerdings die Einhaltung erhöhter hygienischer Standards (Wasser, Abwasser, Lebensmittelüberwachung), bessere Lebensmittelversorgung, weniger Unfälle, die verbesserten Arbeitsbedingungen (38,5 Stunden-Woche) und die guten Wohnraumbedingungen, die zu der gestiegenen Lebenserwartung führten.

Häufig werden heute als erstes der "medizinische Fortschritt", sowie die Impfungen angeführt, die im Wesentlichen dafür verantwortlich sein sollen., dass wir länger leben. Aber wenn wir uns die wirklichen revolutionären Veränderungen der letzten 100 Jahre ansehen und vergleichen, sieht man, woran es wirklich gelegen haben muss.

Durch die gestiegene Lebenserwartung hat sich in den letzten 30 Jahren zunächst die "Altersmedizin", die Geriatrie, entwickelt. Bei der Gerontologie, der Wissenschaft, die sich mit dem Alterungsprozess beschäftigt, liegt Deutschland aber hinter anderen Industrienationen zurück. Ursächlich hierfür sind angeblich die komplexen Vorgänge, die das Altern beeinflussen und dadurch nur schwierig im Rahmen experimenteller Forschungen zu ergründen seien.

Gründe für das Altern

Zurzeit gibt es drei wesentliche Hypothesen, die die Gründe für das Altern benennen. Eine Ursache könnten freie Radikale sein, die zu Störungen und Schäden an den Zellen führen. Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag: Freie Radikale und Altern.

Eine weitere Hypothese besagt, dass das Altern durch chemische Veränderungen der Proteine im Körper bedingt wird. Diese veränderten Proteine können dann ihre Funktion nur noch teilweise oder gar nicht mehr erfüllen. Eine Anmerkung sei mir hier gestattet: Regelmäßiges Fasten baut während der Vollfastentage solche funktionsuntüchtigen Proteine ab. Diesen Effekt nennen wir in der Naturheilkunde: Entschlackung.

Schließlich werden auch noch genetische Gründe genannt, die das Altern bewirken: Was viele nicht wissen ist, dass praktisch kein Mensch sein genetisches Höchstalter erreicht, welches nach heutigen "wissenschaflichen" Erkenntnissen durch die Telomere bestimmt wird.

Den Begriff "Telomer" hat der amerikanische Genetiker Hermann Muller eingeführt. Da er die Bezeichnung „Telomer“ aus den griechischen Wörtern „telos“ und „meros“ abgeleitet hat, die "Ende" und "Teil" bedeuten, kann „Telomer“ als „Endteil“ bzw. „Endabschnitt" übersetzt werden. Genau das hat der Erfinder des Begriffes gemeint, denn Telomere werden die Endabschnitte (die keine Erbinformationen tragen) der Chromosomen (Träger der Erbinformationen) genannt.

Welche Rolle die Telomere im Leben der Menschen spielen, haben genetische Untersuchungen belegt. Diese haben ergeben, dass die Telomere mit zunehmendem Alter bzw. steigender Zahl der Zellteilungen kontinuierlich kürzer werden. Daraus wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass ältere Zellen kürzere Telomere haben. Sehr alte Zellen hören irgendwann auf, sich zu teilen, sie sterben und der Mensch stirbt an Altersschwäche.

Viele Genetiker meinen, dass das Anhalten der Telomer-Verkürzung das Anhalten des Alterns erwirken kann und die Verlängerung der Telomere auch Verlängerung des Lebens der Zellen bzw. des Menschenlebens bedeutet. Andere vermuten dagegen, dass die Telomer-Verkürzung vor Zellschäden wegen ungebremsten Teilens bewahrt.

Die Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn (PhD) veröffentlichte  in einem Artikel der Onlineausgabe der Molecular Psychiatry am 29. Juli 2014 ein paar interessante Fakten über Telomere. Dabei ging es um den Zusammenhang zwischen dem Zustand der Telomere und den Auswirkungen auf die Alterung. Eine gesunde Lebensweise und Anti-Stress-Praktiken (Entspannungsverfahren!) haben nach den Untersuchungen der Forschungsgruppe um Elizabeth Blackburn positive Effekte auf unsere Chromosomen und damit auf die Alterung von Zellen. Innerhalb der Studie wurden 239 gesunde Frauen, die sich in der Postmenopause befanden, untersucht. Die Forscher an der UC San Francisco stellten bei den Frauen, die im Zeitraum des vergangenen Jahres dem ganz alltäglichen Stress und einem ungesunden Lebensstil ausgesetzt waren, einen deutlich erhöhten Rückgang der weißen Blutkörperchen und kürzere Telomere fest. Im Vergleich dazu waren jedoch in der Probandengruppe, deren Mitglieder sich bewusst gesund ernährten, viel bewegten und über einen guten Schlaf berichten konnten, erheblich weniger negativen Auswirkungen durch die alltäglichen Belastungen im Blut und an den Chromosomen feststellbar. Die weißen Blutkörperchen sind ein wichtiger Teil unseres Immunsystems. Interessant ist der Zusammenhang, dass durch eine gesunde Ernährung, Bewegung und insgesamt durch eine gesunde Lebensweise die Stresswirkung von hohen Belastungen auf unsere Chromosomen abgemildert werden kann. In meinem Artikel Telomere - Jungbrunnen der Genetik, diskutiere ich diese Thematik mit den Telomeren noch ausführlicher.

Da aber fast alle Menschen vor dem natürlichen Ende der Körperzellen sterben, gehen Altersforscher davon aus, dass das "Altern" der meisten Menschen eben auch eine Krankheit sei, die man aufhalten kann.

Obwohl die statistische Lebenserwartung zurzeit noch zu steigen scheint, ist das individuelle Alter, in dem ein Mensch stirbt, in hohem Maße variabel. Auf dieses individuelle Lebensalter kann der Einzelne in gewissen Grenzen Einfluss nehmen.

Einig scheint man sich jedenfalls zu sein, dass nur etwa ein Viertel der Alterungsprozesse genetische Ursachen hat. Die Lebensumstände, die bei einem Menschen während der ersten 50 Lebensjahre herrschten, sind für ein weiteres Viertel verantwortlich.

Es ist nun aber nicht von der Hand zu weisen, dass man gegen eine vorzeitige und beschleunigte Alterung (zum Beispiel in Folge einer Giftbelastung) etwas tun kann - was wir in der Naturheilkunde allerdings schon längst wissen.

Beim Thema Anti-Aging sind auch folgende Themen interessant, entweder, weil diese Faktoren das Altern beschleunigen oder weil es sehr häufige Alterskrankheiten sind: Alzheimer - Augenringe - freie Radikale - Cholesterin - Darmsanierung - Energielosigkeit - Entgiftung - Entschlackung - Rekonvaleszenz - Stoffwechselstörung - Schwermetallbelastung - Tränensäcke - Übersäuerung

Weitere interessante Artikel zum Thema:

  • Bedenkliche Medikamente für ältere Menschen
    Ein Forscherteam der Universität Witten-Herdecke hat unter der Leitung von Frau Prof. Petra Thürmann eine Liste mit 83 Wirkstoffen zusammengestellt, die für ältere Menschen ein erhöhtes Risiko darstellen.
  • Vitalstoffmangel durch Medikamente
    Unbekannt bleibt oft, dass häufig verschriebene Medikamente zu einem Vitalstoffmangel führen können. Medikamente können dabei auf verschiedenste Weisen zu einem Nährstoffdefizit führen. Entweder stören sie die Vitalstoffaufnahme im Darmtrakt oder sie fördern die Ausscheidung über den Urin.
  • Freie Radikale und Altern
    Vergleichende Tierstudien mit verschiedenen Altersstufen haben gezeigt, dass die Rate der Sauerstoffradikalproduktion in den Mitochondrien (den sogenannten Energiekraftwerken der Zelle) direkt in Verbindung steht mit den DNA-Schädigungen in den Mitochondrien.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und alternativmedizinische Therapieverfahren, die für eine Anti-Aging-Therapie und somit im Kampf gegen das Altern und den Alterungsprozess in Frage kommen.

Die Schulmedizin beschränkt sich bei der Anti-Aging-Therapie im Wesentlichen auf Hormone und Vitalstoffe (Vitamine etc.).

Bei einer biologischen und naturheilkundlichen Anti-Aging-Therapie sind aber viele verschiedene Systeme zu betrachten: die Arterienwände (siehe: Arterienverkalkung) genauso wie die Leberzellen (siehe: Leberfunktion), der Magen-Darm-Trakt genauso wie die Nierenfunktion (Harnausscheidung, Bauchspeicheldrüse, Darmschleimhaut …). Insgesamt sollte auch das gesamte Redoxsystem beachtet werden.

Ein großer Teil des Alterungsprozesses, nämlich rund die Hälfte, kann durch die Lebensweise jenseits des 50. Lebensjahres beeinflusst werden. Hier tragen eine ausgewogene Ernährung, Sport und gesunde Lebensumstände zur Erreichung eines höheren Lebensalters maßgeblich bei.

Wie einige Studien es ja bereits belegen (siehe oben): Die Ernährung spielt beim "Anti-Aging" eine entscheidende Rolle. Vor allem der "Verzicht". Ich stelle diesen Punkt besonders heraus, weil unter dem Stichwort „Anti-Aging“ häufig verschiedene Pülverchen und ähnliches angeboten werden, die zusätzlich eingenommen werden sollen. Stattdessen ist es wichtiger, auf ungesunde Nahrungsmittel und ein Übermaß an Kalorienzufuhr zu verzichten. In folgenden Beiträgen habe ich mehr dazu geschrieben:

Auf der anderen Seite kommt es aber bei Personen, die älter als 70 Jahre sind, sehr häufig zu einem krankhaften Gewichtsverlust. Das Hungergefühl sinkt, während das Sättigungsgefühl länger anhält und das Verdauungssystem langsamer arbeitet. Eine skandinavische Studie belegt, dass die tägliche Nahrungsaufnahme im Alter innerhalb von sechs Jahren um etwa 600 Kilokalorien sinkt. Gerade in Kliniken und Altenheimen liegt die Menge weit unter dem täglichen Bedarf.

Bei der krankheitsbedingten Gewichtsabnahme verlieren die Betroffenen sehr viel Muskelmasse, der relative Fettanteil nimmt dementsprechend zu. Im Gegensatz zu jungen Menschen tritt bei ihnen kein Jo-Jo-Effekt auf, der Gewichtsverlust wird also nicht ausgeglichen. Was zunächst vielleicht harmlos klingt, ist ein ernstes Problem: Die Sterblichkeit ist im Vergleich zu Normalgewichtigen erhöht.

Obwohl zahlreiche Botenstoffe bekannt sind, die das Hunger- und Sättigungsgefühl bestimmen, gibt es bisher keine Möglichkeit, eine Gewichtszunahme betagter Patienten durch Medikamente anzukurbeln.

Hingegen ist es wichtig, die mit dem Gewichtsverlust einhergehenden Erkrankungen zu behandeln. Sehr häufig – und doch weitgehend unbeachtet – ist die Altersdepression. Auch kommt es bei Alleinlebenden viel häufiger zu einer abnormen Gewichtsreduktion als bei Menschen, die in Gesellschaft sind.

Auch Schluckstörungen, die den Betroffenen oft selber nicht bewusst sind, können den Gewichtsverlust herbeiführen. Entzündliche Darmerkrankungen und Magengeschwüre kommen in der Altersklasse ebenfalls häufig vor und gehen oft mit einem Gewichtsverlust einher.

Bestimmte Nahrungsmittel sind so ungesund, dass man tatsächlich von einer Reduktion der Lebenserwartung sprechen kann, wenn man sie (im Übermaß) zu sich nimmt. Im Umkehrschluss heißt das: Auf solche Nahrungs- und Genussmittel zu verzichten, verlangsamt das Altern und erhöht die Lebenserwartung. Konkret spreche ich von folgenden Nahrungsmittelgruppen:

  • zu viel Zucker: Wer zu viel Zucker zu sich nimmt, der riskiert eine ganze Reihe von Krankheiten, die lebensgefährlich sind oder doch zumindest die Lebensqualität und Gesundheit erheblich einschränken: Diabetes und Herzinfarkt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Außerdem macht Zucker natürlich dick, und auch die Folgen von Übergewicht sind drastisch: In Amerika steht jeder fünfte Todesfall mit Übergewicht und dessen Folgen in Zusammenhang. Und was das Altern angeht: Professor Cynthia Kenyon (eine Nobelpreisträgerin für ihre Arbeit zum Anti-Aging) konnte eine bestimmte Wurmart alleine dadurch mehrere Monate länger leben lassen, dass sie ihnen keine Kohlenhydrate zu fressen gab. Besonders interessant: Die Würmer lebten nicht nur länger, sondern auch gesünder und fitter. Mein Anti-Aging-Tipp ist deshalb: Verzichten Sie so weit wie möglich auf Zucker und reduzieren Sie auch andere Kohlenhydrate.
  • künstliche Süßstoffe: „Kein Problem“, mag mancher da denken, „dann verwende ich eben Süßstoffe.“ Doch damit tun Sie sich überhaupt keinen Gefallen: Süßstoffe bringen im Körper eine Menge durcheinander und sorgen zum Beispiel für Stoffwechselstörungen. Studien haben außerdem ergeben, dass die Gefahr einer Insulinempfindlichkeit (also auch einer Entstehung von Diabetes) durch Süßstoffe sogar noch höher ist als durch Zucker. Weiterhin stören Süßstoffe die Darmflora und lösen dort eine Unzahl an weiteren Problemen aus. Es wird jedoch noch besser: Süßstoffe stehen im Verdacht, Alzheimer auszulösen. Meinen Anti-Aging-Tipp in diesem Zusammenhang können Sie sich also denken, oder? Genau: Verzichten Sie am besten vollständig auf künstliche Süßstoffe!
  • Trans-Fettsäuren: Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass gesättigte Fettsäuren zu Herzerkrankungen führen können. Die Nahrungsmittelindustrie reagierte darauf und ersetzte die gesättigten Fettsäuren in ihren Produkten durch Trans-Fettsäuren, mit fatalen Folgen: Trans-Fettsäuren können Zellschäden verursachen, und zwar schon in kleinsten Mengen. Sie lösen Blutgerinnsel aus, verstopfen die Arterien und fördern Herzkrankheiten. Zusätzlich werden sie mit Demenz in Verbindung gebracht. Mein Anti-Aging-Tipp lautet also, auf Trans-Fette zu verzichten. Leider ist das aber gar nicht so einfach, weil sie in der Zutatenliste versteckt sein können. Generell gilt: Lebensmittel, die in teilweise hydriertem Pflanzenöl gekocht wurden, enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Trans-Fettsäuren.

Zur Abwechslung gibt es aber auch etwas, von dem Sie gerade im Alter viel mehr haben sollten: Vitamin D. Das Problem: Es wird durch die Ernährung bei Weitem nicht ausreichend zugeführt. Der Körper produziert Vitamin D vor allem durch Sonnenlicht. Leider sind gerade viele Senioren aber nicht häufig genug an der frischen Luft, schon gar nicht in Bewegung. Und hier kommen wir schon zum nächsten Punkt:

Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch im Alter die Bewegung. 75% der Deutschen treiben keinen Sport. Und so ist es kein Wunder, dass Untersuchungen zum Beispiel ergeben, dass mit einem regelmäßigen Fitnesstraining Milliarden im Gesundheitswesen gespart werden könnten. Und es zählt immer noch zu den Mythen, dass ein Krafttraining oder Ausdauertraining im Alter nichts mehr bringen würden. Im Gegenteil! Für ebenso wichtig halte ich aber auch ein Beweglichkeitstraining: Hervorheben möchte ich hier vor allem Formen wie Yoga, QiGong oder Tai Chi.

Weitere Verfahren, die interessant sein könnten:

Heilpflanzen

Mit den Heilpflanzen ist das so eine Sache. Effekte haben diese Pflanzen sicher, aber in welchem Maße, das ist immer die entscheidende Frage. Ginkgo und Ginseng werden Anti-Aging-Eigenschaften nachgesagt, was ich so nicht gelten lassen würde. Diese beiden Pflanzen würde ich generell bei Altersbeschwerden ins Auge fassen, ebenso wie das Helmkraut (Scutellaria baicalensis). Schon viel eher als Anti-Aging-Pflanze kommt da zum Beispiel das Jiaogulan infrage.

Medizinische Massagen Massagen fördern den Stoffwechsel und die Blutzirkulation und verhindern damit eine vorzeitige Alterung. Im Alter selbst ist die Berührung ein wichtiger Faktor.
Orthomolekular-Medizin

In der Orthomolekularmedizin gibt es zahlreiche Präparate, denen eine "Anti-Aging"-Wirkung zugeschrieben wird, unter anderem: Resveratrol (und einige weitere Polyphenole), Chrom, Ornithin, Alpha-Liponsäure, Coenzym Q10, Glutamin, Vitamin D, Prolin, Silizium, Glutathion;

Wenn man sich auch die ältere Studienlage ansieht, findet man gerade bei älteren Menschen mit geschwächtem Immunsystem zum Teil sehr niedrige Eisenwerte, Zinkwerte, Folsäurewerte, Proteinwerte, sowie Vitamin B12-Spiegel. Nach Gabe der fehlenden Vitalstoffe wurde ein sprunghafter Anstieg von Abwehrzellen festgestellt.

Säure-Basen-Haushalt Verschlackung des Bindegewebes sorgt ebenfalls für eine vorzeitige Alterung. Dieses Thema ist eng mit dem Thema Übersäuerung verknüpft. Ganz allgemein gilt: Eine kohlenhydrat- und säurearme (fleischarme) Ernährung hält gesund.
Sanum-Therapie

Je nach sonstigen Beschwerden erfolgt die Mittelwahl. Generell für jeden Patienten kommt in der Sanum-Therapie folgende Mischinjektion einmal wöchentlich in Frage: Chrysocor 2,0ml; Cystein-Injeel (Heel); Procain 1,0ml; zusätzlich bei Frauen: Ovarium comp. (Heel), bei Männern: Testis comp. (Heel); Dazu: Utilin schwach alle vier Wochen.

Schüssler-Salze Gegen frühzeitige Alterung hilft Calcium fluoratum Nr. 1 und Silicea Nr. 11.

Wärmeanwendungen  Aud die Sauna schwören ja einige Menschen. Eine Studie der Universität in Ostfinnland will zum Beispiel belegen, dass Männer, die statt einmal in der Woche, zwei bis dreimal in die Sauna gehen ihr Herzinfarkt-Risiko um 22% senken. Wer vier bis siebenmal in die Sauna geht soll ein um 63% verringertes Risijo haben. Ich persönlich bin von den Effekten der Infrarotsauna mehr überzeugt, als von der klassischen Sauna.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 5.1.2017 aktualisiert.