Juckreiz - Ursachen und Hilfe bei Hautjucken

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die menschliche Haut dient unter anderem als Schutzmantel und für taktile Empfindungsreize. Daneben ist sie ein Ausdrucksmittel für nicht-physiologische Abläufe im Organismus, die sich auf der Haut durch verschiedene Symptome und Zeichen zeigen.

Der Juckreiz (Pruritus) gilt als das häufigste Symptom an der Haut. Es handelt sich um eine Missempfindung, die den Betroffenen zum Kratzen und Scheuern der betroffenen Stelle bringt. Juckreiz kann das Wohlgefühl und die Lebensqualität sehr stark beeinflussen.

Der Juckreiz kann "unstillbar" werden, wie es in der Fachsprache heißt: Unstillbarer Juckreiz bedeutet, dass sich der oder die Betreffende selbst durch Kratzen nicht das Jucken beseitigen kann.

Probleme, die dann auftreten: Durch das Kratzen können die obersten Hautschichten geschädigt werden und so weitere Symptome wie Schmerz und Druckgefühl verursachen. Im schlimmsten Fall entstehen Entzündungen, die Narben zurücklassen.

Verschiedene Formen von Hautjucken

Der Juckreiz dient in erster Linie als Schutzmechanismus.  

Er bringt uns dazu, durch Kratzen Dinge zu beseitigen, die der Haut schaden könnten. Das Jucken kann generalisiert über den gesamten Körper verteilt oder lokal begrenzt (epikritischer Juckreiz) auftreten. Auch tritt er akut, kurzfristig oder aber lang andauernd, chronisch in Erscheinung, wobei die chronische Form häufig ein Warnsignal darstellt, welches ärztlich abgeklärt werden sollte.

Chronischer Juckreiz, vor allem wenn er an großen Körperflächen oder dem ganzen Körper auftritt, kann weitreichende Folgen haben: Viele Patienten klagen über starke Schlafstörungen, Stress und Erschöpfung. Außerdem fühlen sie sich durch das dauernde Kratzen und die sichtbaren Hautverletzungen beschämt und entstellt. Das kann manchmal so starke psychische Probleme auslösen, dass Patienten depressiv werden oder sogar Suizid begehen.

Je nach dem Zustand der Haut wird der Juckreiz (Pruritus) in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt: Beim Pruritus sine materia ist die Haut noch gesund und ohne Veränderungen. Beim Pruritus cum materia ist eine Hautkrankheit deutlich sichtbar. Und beim Pruritus mit chronischen Kratzspuren ist die Haut schon so geschädigt, dass oft gar nicht mehr ersichtlich ist, ob eine Hautkrankheit zugrunde lag.

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Ursachen für Juckreiz

Lange dachte man, Juckreiz würde von denselben Rezeptoren ausgelöst wie Schmerz. Inzwischen gibt es jedoch deutliche Hinweise darauf, dass es für den Juckreiz eigene Nervenfasern gibt, die durch Botenstoffe wie Serotonin oder Histamin angeregt werden. Das wird zum Beispiel bei der Anwendung von Opiaten sichtbar: Sie wirken zwar gegen Schmerzen, können aber Juckreiz auslösen, scheinen also auf unterschiedliche Nerven anders zu wirken.

Hauptauslöser für lästiges Jucken sind Hautkrankheiten (zum Beispiel Ekzeme, Neurodermitis oder Schupperflechte = Psoriasis) oder Reizungen des Schutzmantels, die neben sichtbaren Hautveränderungen auch den Juckreiz verursachen und zu einer vermehrten Ausschüttung von zum Beispiel Zytokinen oder auch Histamin führen (diese Stoffe sind Mediatoren bei immunologischen Prozessen). Hier können im Besonderen alle Allergieformen, Parasiten-Befall (zum Beispiel Kopfläuse), Pilzinfektionen (Mykosen) und auch die Nesselsucht (Urtikaria) genannt werden.

Auch Stoffwechselstörungen und Organerkrankungen (zum Beispiel Schilddrüsenprobleme, Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus, verschiedene Krebsleiden, Blutkrankheiten, Leberkrankheiten) weisen häufig den Juckreiz als eines der vielen Symptome auf. Bekannt sind juckende Hautausschläge bei „Kinderkrankheiten“ wie Masern oder Windpocken. (Besonders Kinder tun sich sehr schwer, dem Drang zu Kratzen zu widerstehen, was weitere Hautverletzungen nach sich ziehen kann.) Eisenmangel kann ebenfalls zu Juckreiz führen.

Und auch Reaktionen auf verschiedene Medikamente, Durchblutungsstörungen, psychische Belastung oder die Infektion mit Erregern (zum Beispiel Kopfläuse oder Würmer) zeigen sich durch unstillbaren Juckreiz. Psychische Gründe für starken Juckreiz können Waschzwänge, Halluzinationen oder Depressionen sein.

Beim After-Juckreiz können Würmer oder Hämorrhoiden die Ursache sein.

Mykosen (Hautpilze), Darmpilze oder Unverträglichkeiten gegenüber Waschmittel oder Weichspüler können ebenfalls die Auslöser sein.

Bei einem Juckreiz im Scheidenbereich der Frau sollte an eine Scheidenentzündung gedacht werden.

Insektenstiche lösen natürlich ebenfalls Juckreiz aus.


Trockene Haut ist besonders empfindlich und reagiert sehr leicht mit Jucken. Deshalb leiden viele Menschen im Winter oder im Alter häufiger an Juckreiz. Trockene Haut sollte gut gepflegt werden, um den Juckreiz und andere Probleme zu vermeiden.

Bei dieser Vielzahl an möglichen Auslösern ist es leicht ersichtlich, dass es nicht immer einfach ist, die Ursache für den Juckreiz herauszufinden. Vor allem wenn mehrere Faktoren als Auslöser infrage kommen, dauert es oft eine ganze Weile, bis die Ursache erkannt wurde und gezielt behandelt werden kann. Wenn der Juckreiz häufiger ohne ersichtlichen Grund auftritt oder von anderen Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Schwindel oder Hautveränderungen begleitet wird, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen zu klären. Erster Ansprechpartner ist meist der Dermatologe (Hautarzt).

Idealerweise sammeln Sie vor dem Arztbesuch schon Informationen, in welchen Situationen der Juckreiz auftritt. Je genauer Sie die Symptome beschreiben können, umso leichter wird der Arzt zu einer Diagnose kommen können.

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Sprache der Symptome

Viele Symptome können auch im übertragenen Sinne eine wichtige Botschaft enthalten. Bei anhaltendem Juckreiz könnten Sie sich fragen: Was juckt Sie denn wirklich? Gibt es etwas, was Sie dermaßen stört, dass es Ihnen keine Ruhe lässt?

siehe auch: Hautprobleme - Gürtelrose

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und alternativmedizinische Therapieverfahren, die bei Juckreiz infrage kommen können.

Häufig werden bei Hautkrankheiten Salben und Cremes angewendet. Aber gerade dabei sind nicht nur die WIRKstoffe wichtig, sondern auch die Hilfsstoffe und die Zusatzstoffe! Einige Hautärzte und Apotheker arbeiten deshalb eng zusammen.

Die Kommission „Neues Rezeptur-Formularium“ (NRF) hat für Apotheker entsprechende Rezepturhinweise veröffentlicht, um den Apothekern das Anmischen von Salben und anderen Medikamenten zu erleichtern und die Qualität dieser Medikamente zu sichern.

Kommen wir nun zu verschiedenen Verfahren, die infrage kommen können.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum Fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
Ernährung Beachten Sie bitte die Ernährungshinweise in den jeweiligen Kapiteln: Enzündungen, Darmpilze und Allergie.
Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Lassen Sie sich aus folgenden Urtinkturen eine Mischung herstellen: 40 ml Stiefmütterchen, je 20 ml Erdrauch, Brennnessel, Lavendel.
Heilpflanzen

Für äußere Anwendungen ist Apfelessig unverdünnt wirksam bei Insektenstichen und bei Juckreiz nach dem Kontakt mit Quallen. (Ein klassischer Apfelessig-Drink wird aus zwei Teelöffeln Honig, zwei Teelöffeln Apfelessig und einem Viertelliter Wasser zubereitet.)

Sie können auch einen Heilerdewickel zur Linderung ausprobieren.

Auch hilfreich: Brennnessel

Säure-Basen-Haushalt

Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Übersäuerung.

Eigenharntherapie

Die betroffenen Stellen mit Eigenharn betupfen.

Verzichten Sie auf Seife oder Dusch-Gels, die schaden sowieso nur der Haut. Reiben Sie sich stattdessen mit Ihrem Urin ein und duschen mit frischem, klarem Wasser. Keine Angst, niemand wird etwas riechen!

Sonstiges

Tragen Sie nur Kleider aus natürlichen Fasern: Seide, Baumwolle oder Leinen. Wolle ist oft auch schwierig – probieren Sie es aus.
Hausmittel: Morgens auf nüchternen Magen ein Glas heißes Wasser mit einem Teelöffel Honig.

Wenn Sie zu trockener Haut neigen, sollten Sie häufiges Baden, Duschen und Saunieren vermeiden und möglichst wenige Reinigungsprodukte wie Duschgel oder Seifen verwenden.

Bei akutem starkem Juckreiz helfen feuchte, kühle Umschläge mit Essig, Schwarztee oder Quark. Pflegen Sie die Haut nach solchen Wickeln gut, um sie nicht weiter auszutrocknen.

Wenn Stress bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielt, können Entspannungstechniken große Veränderungen bringen. Bei Patienten mit chronischem Juckreiz können sie auch vom Kratzen ablenken.

Homöopathie: Gut eignet sich zur örtlichen Anwendung auch die homöophatische Cardiospermum-Salbe.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 26.03.2015 aktualisiert.