Tinnitus: Lästige Ohrgeräusche, Ohrensausen, Ohrenpfeifen oder Ohrenklingeln

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Mehrere Millionen Menschen sind betroffen. Es gibt in der Naturheilkunde und Alternativmedizin vieles was hilft, aber leider auch hier keine zuverlässige Heilung.

Es gibt viele Bezeichnungen für die Ohrgeräusche, den Tinnitus. Allgemein beschreibt man es auch als Ohrensausen, Ohrenpfeifen oder Ohrenklingeln. Wohl alle haben einmal ein Klingeln, Pfeifen oder Glockenläuten gehört. "Dies ist weiter nicht tragisch" sagen manche Ärzte. "Das ist die Hölle!" sagen manche Patienten, vor allem die deswegen nicht schlafen können.

In Deutschland sind bis zu 10 Prozent der Erwachsenen zeitweilig oder ständig davon betroffen. Die meisten haben sich mit dem Pfeifen im Ohr irgendwie arrangiert. Ca. fünf Prozent der Betroffenen hören einen ständigen Dauerton.

Natürlich gehen die meisten Betroffenen erst mal zu ihrem Arzt. Der weiß, dass es wichtig ist zu wissen, dass Krankheiten des Mittelohrs und des äußeren Ohres eher tiefe Töne verursachen. Krankheiten des Innenohr verursachen eher hohe Töne. Und dann bekommen Sie vermutlich zu hören, dass Ohrgeräusche selbst keine Krankheit sind, sondern ein Signal für eine andere gesundheitliche Störung...

Es gibt zudem sehr unterschiedliche Wahrnehmungen des Tinnitus. Manche Patienten beschreiben die Symptome auch so: Geräusche die verschwinden und wiederkommen, immer im Wechsel - selbst, wenn es sehr windig ist und der Luftdruck schwankt.

Als subjektiver Tinnitus wird eine Hörempfindung bezeichnet, die für andere Personen nicht hörbar ist und die keinen Informationsgehalt hat.

Beim sehr seltenen objektiven Tinnitus kommt es durch Gefäßstörungen (z.B. Verengungen, Fehlbildungen) oder Gaumensegelmuskelstörungen zu einem nur mit kleinen Mikrophonsonden messbaren Geräusch, das nur vom Betroffenen selbst, nicht aber von der Umwelt wahrgenommen wird.

Sprache der Symptome

Mein Kollege, der schweizer Naturarzt Hermann Kaufmann spricht im Zusammenhang mit Tinnitus auch vom Telefon des Jenseits. "Es klingt verrückt, aber fragen Sie einmal, ob jemand etwas von Ihnen will! Es ist schon vorgekommen, dass nach einem entsprechenden Traum das Ohrgeräusch weg war."

Mögliche Ursachen

Fast die Hälfte der Menschen beschreibt, mindestens einmal im Leben ein Ohrgeräusch erlebt zu haben. Ein Tinnitus kann in Abhängigkeit von psychischer Belastung (Stress) auftreten.

Häufig sind das pulsunabhängige sausende, brummende, klingelnde oder pfeifende Geräusche. Sind die Geräusche pulsabhängig deutet das auf einen objektiven Tinnitus durch Gefäßstörungen hin.

Kommen zum Tinnitus noch die Begleitsymptome Schwerhörigkeit, Ohrdruck und Schwindel hinzu, muss ein Hörsturz angenommen werden.

Auch Lärmbelastungen wie Diskotheken- oder Konzertbesuche oder in Ohrnähe explodierende Feuerwerkskörper können einen Tinnitus auslösen - in diesem Zusammenhang spricht man auch von einem sog. "Knalltrauma". Und weil es gar nicht so selten ist: einige Bauarbeiter halten Gehörschutz auch heute noch für überflüssig. Da muss man sich über einen Tinnitus nicht wundern.

Entzündungen des Ohrs (z.B. Otitis media, Mittelohrentzündung), Tauchunfälle (z.B. Dekompressionskrankheit) oder Medikamente, die schädlich für das Hörorgan sind, kommen ebenso in Frage. Tumore sind sehr selten, sollten aber ausgeschlossen werden.

Man unterscheidet nach der Dauer einen akuten Tinnitus (<3 Monate), einen subakuten (4-12 Monate) und einen chronischen (>12 Monate).

Eine Erkältung oder Grippe kann auch zu Ohrgeräuschen führen, dann ist es meist eine Entzündung des äußeren Gehörganges oder eine Verstopfung der eustachischen Röhre (Verbindung zwischen Innenohr und Rachenraum).

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einem Tinnitus in Frage kommen können.

Die schulmedizinische Therapie richtet sich oft danach an welchen Arzt man gerät. Zahlreiche Patienten werden zum Teil immer noch mit Infusionen behandelt. Manche HNO-Ärzte halten Tinnitus immer noch für eine gestörte Durchblutung im Innenohr.

Mit mehr "Volumen" in den Gefäßen (so die Überlegung) würde der Ton dann verschwinden. Studien zeigen allerdings, dass diese Infusionen gerade beim chronischen Tinnitus keinen Nutzen haben (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6440090)

Andere Fachärzte halten den chronischen Tinnitus eher für eine Entzündung und verordnen Kortison. Neurologen vermuten eher eine Weiterleitungsstörung zum Gehirn. Folge dieser "Uneinigkeit": Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten seit 2009 keine Medikamente zur Therapie des Tinnitus. Bei einem neueren Ansatz versucht man derzeit über eine Stimulation des Vagusnerven die Ohrgeräusche zu mindern.

Kommen wir zur Alternativen Medizin und Naturheilkunde. Ich muss gestehen, dass die Alternative Therapie des Tinnitus, bzw. von Ohrgeräuschen auch nicht einfach ist. Es kommt im Prinzip erst einmal auf die Ursache an.

Leider sehe ich viele Patienten erst, wenn der Tinnitus schon viele Jahre besteht. Oft kommen die Patienten auch wegen anderer Beschwerden und haben auch ein "Ohrensausen"...

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel

Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. Alle Meridiane, die das Ohr betreffen: Dü, DE, G 1 + 2

Anthroposophische Medizin

Apis mellifica (Wa,We)
Cochlea (Wa)
Cuprum met.praep. (We)
Onyx (We)
Solum Inject (Wa)

Blutegeltherapie Einen Versuch ist es Wert: Blutegel im Bereich des Ohres - NICHT im Ohr (wie manche meinen)

Ernährung

Nahrungsmittelunverträglichkeit (siehe auch Allergie) sollten ausgeschlossen werden.

Kaffee: Wissenschaftler sind sich zwar nicht genau darüber einig, warum ein erhöhter Kaffeekonsum die Symptome von Tinnitus lindern kann, aber Tatsache ist, dass dies tatsächlich der Wahrheit entspricht. Das konstante „Klingeln“ oder das nervige Rauschen in den Ohren von Tinnitus-Patienten könne eingedämmt werden, indem man vier oder fünf Tassen Kaffee täglich verzehrt. Patienten, die lediglich eine oder zwei Tassen des Getränks zu sich nahmen, konnten diese Besserung in dieser Form nicht feststellen. Die Forscher waren sehr erstaunt über ihre Ergebnisse, obwohl sie bereits herausgefunden hatten, dass das im Kaffee enthaltene Koffein das zentrale Nervensystem stimulieren kann. Laut anderen Studien habe das Koffein sogar einen direkten Einfluss auf die Arbeitsweise des Innenohres. Wie im „American Journal of Medicine“ nachzulesen, wurden diese wichtigen Ergebnisse in einer Studie während der „Nurses Health Study“ mit 65000 Frauen erzielt, von denen 5289 unter Tinnitus litten. Ein erhöhter Kaffeekonsum solle, und diese Vermutung liegt sehr nahe, die allgemeinen Symptome dieser Erkrankung verringern und so die Lebensqualität der Probandinnen und Probanden signifikant verbessern. Erfreulicherweise gilt dies für jede Altersgruppe, denn das Alter der Patienten hatte auf die positiven Resultate keinen Einfluss.
(Quelle: American Journal of Medicine, 2014; 127: 739-43) 

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)

Folgende Mischung ist einen Versuch wert: 50 ml Ginkgo, je 20 ml Mistel und Schafgarbe, 10 ml Immergrün. Um 9 und um 16 Uhr jeweils 15 Tropfen.

Low-Level-Lasertherapie

Studien berichten über brauchbare Ergebnisse mit der Low-Level-Lasertherapie bei Ohrensausen. Einen Versuch ist es wert. Wenn Patienten zu mir wegen Tinnitus kommen und keiner der oben erwähnten Ursachen zu finden ist, empfehle ich den Patienten erst einmal diese Methode. Die ist einfach, schmerzlos und günstig. Ich verlange dafür pro Anwendung maximal 10.-Euro. Mehr muss das nicht kosten, denn das Gerät ist nicht so teuer. Ich erwähne es auch nur deshalb, weil manche Therapeuten ein Vielfaches davon verlangen. Innerhlab der ersten drei Anwendungen sollte ein Effekt eintreten.

Orthomolekular-Medizin

Empfohlene Tagesdosis bei Tinnitus:

Vitamin A: 20.000 IE; hohe Vitamin-A-Dosierungen sollten Sie nur in Begleitung eines erfahrenen Therapeuten oder Arztes einnehmen. Eine Therapie dauert etwa 4-6 Monate.

Vitamin E: 400 mg; in Verbindung mit Vitamin A ist das eine gängige Behandlung bei Tinnitus.

Vitamin C: 1000 mg mit 100-150 mg Rutin; eine Therapie mit Rutin-Bioflavonoide, kann in Verbindung mit Vitamin C bei Hörverlust, Tinnitus und Schwindel sehr hilfreich sein.

Vitamin D: 10-20 µg mit Kalzium; Vitamin-D-Mangel senkt den Kalziumspiegel im Innenohr.

Zink: 60 mg; Zinkmangel führt zu Tinnitus und Hörverlust.

Mangan: 10-30 mg; Manganmangel führt zu Tinnitus und Hörverlust.

Psychotherapie

Habituationstraining. Dies ist ein Training zur Habituation (Gewöhnung) an den Tinnitus. Ziel ist es, den Tinnitus nicht mehr als Belastung zu empfinden, sondern als normalen Bestandteil des Lebens. Diese Therapie beseitigt natürlich nicht die Ursache, ist für Betroffene aber eine gute Hilfe.

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Schüssler-Salze

Grundsätzlich: Calcium fluoratum Nr. 1, Silicea Nr. 11. Mit Silicea können Sie eine „heisse 11“ machen.

Homöopathie

Auch die klassische Homöopathie tut sich schwer, ist aber immer einen Versuch wert. Ein einfaches Schema kann folgendes sein:

China D 4 oder Chininum sulfuricum D4, danach: Phosphorus D12, danach Lachesis D12;diese Mittel sollten je 4 Wochen eingenommen werden

zur Durchblutungsförderung: Arnica D 4 oder
Secale cornutum D 4

Wirbelsäulensegmente

Blockierung des ersten oder zweiten Halswirbels (siehe auch Wirbelsäulensegmente) sind häufig in der Praxis anzutreffen und werden nur selten diagnostiziert.
Nach meiner Erfahrung sind diese Blockierungen bei Tinnitus-Patienten so stark, dass nur sehr erfahrene und spezialisierte Chiropraktiker / Manualtherapeuten diese lösen können.

Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, die Betroffenen Muskeln der Halswirbelsäule entsprechend zu dehnen und zu bewegen. Ich bin dabei, dafür ein spezielles Programm auszuarbeiten. Wenn Sie dazu auf dem laufenden gehalten werden wollen, dann fordern Sie doch meinen kostenlosen Gesundheits-Newsletter an.

Zahnstörfeld

Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen können bedenklich sein. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen. Wenn bisherige Behandlungen durch z.B. Ihren Augenarzt, Hals-Nasen-Ohrenarzt, Neurologen etc. nicht geholfen haben, dann wenden Sie sich an den Zahnarzt Ihres Vertrauens bzw. an einen Spezialisten für Myofascialtherapie.

sontiges

Ein einfacher Tipp: Hören Sie angenehme Musik. Aber nur so laut, dass der Ton nicht mehr gehört wird - und auch die Musik nicht weiter stört.

Einen ählichen Ansatz verfolgt u.a. Benaudira. Benaudira ist eine Methode, mit deren Hilfe Tinnitus, Schwerhörigkeit, Probleme mit der Aufmerksamkeit, Sprachstörungen oder auch auditive Verarbeitungsstörungen und weitere Problemfelder positiv beeinflußt werden können.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch die TOMATIS-Methode zur Verbesserung des Gleichgewichts, des Hörens und der Kommunikationsfähigkeit.

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter von Heilpraktiker René Gräber

Diese Seite wurde letztmalig am 16.8.2014 aktualisiert.