Vitaminmangel? Was tun?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Sache mit dem Vitaminmangel: Ist das mehr Hype oder Fakt? Brauchen wir mehr Vitamine? Und wie stellt man einen Mangel eigentlich fest?

Das sind alles gängige Fragen, die ich in der Praxis gestellt bekomme. In diesem Beitrag möchte ich ihnen eine Übersicht bieten.

Zunächst ein paar Dinge zu den Vitaminen...

Die Vitamine

Vitamine benötigt der Körper zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen. Einen ausführlichen Beitrag dazu finden Sie von mir auf meiner Webseite: http://www.vitalstoffmedizin.com/vitamine/

Der Körper kann zahlreiche Vitamine nicht selbst herstellen, oder zumindest nicht in ausreichender Menge. Sie müssen deshalb regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden oder wie im Falle des Vitamin D mit Hilfe der Sonne gebildet werden.

Da stellt sich natürlich sofort die Frage, was passiert, wenn ich nicht genügend Vitamine bekomme oder habe?

Klar ist: Vitaminmangelerscheinungen können bei falscher oder ungenügender Ernährung auftreten.

Auch bei Darmstörungen, die die Vitaminaufnahme beeinträchtigen (z.B. Morbus Crohn), gestörter Darmflora (z.B. nach Antibiotika-Therapie), Leberschäden oder Leberschwäche, Alkoholismus oder Schwangerschaft und Stillperiode, Krankheit oder Stress können Mangelerscheinungen vorkommen.

Auch ein Vitalstoffmangel durch Medikamente ist gar nicht so selten.

Auswertung des Vitaminmangel bei Männern und Frauen in Prozenten

Krankheiten durch Vitaminmangel

Der Vitamin-A-Mangel macht sich vor allem durch Nachtblindheit bemerkbar.

Fehlt Vitamin B1 (=Thiamin) kommt es zu Nervenschäden, Muskelschwund, Müdigkeit und Herzbeschwerden (=Beri-Beri bei einseitiger Ernährung; Wernicke-Korsakow-Syndrom bei Alkoholismus).

Ein Vitamin B2-Mangel kann sich in der sogenannten Ariboflavinose äußern.

Der Mangel des Vitamins B3 zeigt sich durch Hautentzündungen, Demenz, Durchfälle und Gewichtsverlust (auch in Folge einer Pellagra).

Beim Vitamin B6-Mangel zeigen sich Blutarmut, Nervenschäden und Depressionen.

Vitamin B12-Mangel tritt oft nach Magen-Operationen oder bei veganer Ernährung auf. Es kommt zu Nervenstörungen und Blutarmut. Bei den meisten Menschen reicht die körpereigene Vitamin B12 Reserve für ca. 5 bis 6 Jahre. Viele Patienten merken daher die ersten Symptome gar nicht, wie etwa Müdigkeit, kribbeln in den Händen und Füßen.

Der Vitamin-C-Mangel ist vor allem als Seefahrerkrankheit aus früherer Zeit bekannt (=Skorbut). Es kommt zur Leistungsminderung, Infektanfälligkeit, Blutungen und Zahnausfall.

Beim Vitamin-D-Mangel kommt es zu Knochenmineralisationsstörungen (=Rachitis). Außerdem ist die Sterblichkeitsrate bei Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel deutlich erhöht. Besonders die Gefahr, an Krebs, Atemwegserkrankungen oder Herzerkrankungen und oder Kreislauferkrankungen zu sterben, ist erhöht (http://ajcn.nutrition.org/content/97/4/782). Gerade das Vitamin D rückte in den letzten Jahren ja näher in der Fokus, seitdem bekannt ist, dass viel mehr daran hängt, als nur die Sache mit den Knochen. Ausführlich berichte ich dazu übrigens in meinem Buch die Vitamin D Therapie.

Vitamin-E-Mangel tritt meist nur bei Fettaufnahmestörungen auf und verursacht Hautprobleme, Konzentrationsstörungen und begünstigt die Bildung von Arteriosklerose.

Vitamin-K-Mangel verursacht durch eine gestörte Blutgerinnung verlängerte Blutungszeiten.

Die meisten Menschen denken immer noch wie zahlreiche Ärzte, dass ein Vitaminmangel mit "deutlichen" Erkrankungen und Zeichen einhergehen muss, frei nach dem Motto: Wenn die Zähne ausfallen sollte man einmal an Skorbut denken. Allerdings sind solche extremen Erkrankungen bzw. Mangelerscheinungen in Europa selten geworden. Womit wir es eher zu tun haben, sind die ganzen subakuten Beschwerden und Erkrankungen, sowie die chronischen Erkrankungen, von denen wir heute (immer noch) nur erahnen können, dass diese mit einem Vitamindefizit zusammenhängen könnten.

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Heute spielt daher eher die Frage eine Rolle: Kann durch zusätzliche Vitamingaben die Leistungsfähigkeit positiv beeinflußt werden? Oder:

Kann ich auch einen Vitaminmangel haben, wenn ich keine dieser "Krankheiten" habe?

Und bei der Antwort stehen sich scheinbar zwei Lager gegenüber: die Einen, die meinen, zusätzliche Vitamingaben "produzieren nur teuren Urin" - und die Anderen, die die Empfehlungen der Gesellschaften zur Vitamingabe nur als absolute Untergrenze ansehen, um nicht an den oben angeführten Krankheiten zu erkranken.

Und je nach Standpunkt findet man auch die eine oder die andere Studie, nach der weitere Vitamingaben mal schädlich, in einer anderen Studie mal wieder nützlich sein soll. Diese Problematik diskutiere ich ausführlicher unter anderem in meinem Beitrag: Nützen Vitalstoffe wirklich?

Eine weitere Frage, die sich stellt: Wie bestimmt man eigentlich einen Vitaminmangel? Leider sagt die Serumkonzentration von Vitaminen z.B. nicht sehr viel über die wahren intrazellulären Konzentrationsverhältnisse aus. Aber das Innere der Zelle ist der Ort des Geschehens, nicht das Serum oder Blut. Das relativ neue Fachgebiet der "Mitochondrialen Erkrankungen" setzt genau dort an.

In meinem Blog zur Vitalstoffmedizin diskutiere ich übrigens regelmäßig solche Themen und Fragen, wie zum Beispiel: Multivitamine - Ja oder Nein? oder Die zwei Vitamin D-Probleme.

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Diese Seite wurde letztmalig am 11.02.2015 aktualisiert.