Vitaminmangel?
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Vitamine benötigt der Körper zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen. Er kann sie
aber nicht selbst oder nicht ausreichend herstellen. Sie müssen deshalb regelmäßig mit der Nahrung
aufgenommen werden.
Vitaminmangelerscheinungen können bei falscher oder ungenügender
Ernährung auftreten. Auch bei Darmstörungen, die die Vitaminaufnahme beeinträchtigen (z.B. Morbus Crohn), gestörter Darmflora (z.B. nach Antibiotika-Therapie),
Leberschäden oder Leberschwäche, Alkoholismus oder Schwangerschaft und Stillperiode, Krankheit oder Stress können Mangelerscheinungen vorkommen. Auch ein Vitalstoffmangel durch Medikamente ist
gar nicht so selten.
Krankheiten durch
Vitaminmangel
Der Vitamin-A-Mangel macht sich vor allem durch Nachtblindheit bemerkbar.
Fehlt Vitamin B1 (=Thiamin) kommt es zu Nervenschäden, Muskelschwund, Müdigkeit und Herzbeschwerden (=Beri-Beri
bei einseitiger Ernährung; Wernicke-Korsakow-Syndrom bei Alkoholismus).
Ein Vitamin B2-Mangel kann sich in der sog.
Ariboflavinose äußern.
Der Mangel des Vitamins B3 zeigt sich durch Hautentzündungen, Demenz, Durchfälle und
Gewichtsverlust (=Pellagra).
Beim Vitamin B6-Mangel zeigen sich Blutarmut, Nervenschäden und
Depressionen.
Vitamin B12-Mangel tritt oft nach Magen-Operationen oder bei veganer Ernährung auf. Es kommt
zu Nervenstörungen und Blutarmut.
Der Vitamin-C-Mangel ist vor allem als Seefahrerkrankheit aus früherer Zeit bekannt
(=Skorbut). Es kommt zur Leistungsminderung, Infektanfälligkeit, Blutungen und Zahnausfall.
Beim Vitamin-D-Mangel kommt es zu Knochenmineralisationsstörungen
(=Rachitis).
Vitamin-E-Mangel tritt meist nur bei Fettaufnahmestörungen auf und verursacht Hautprobleme,
Konzentrationsstörungen und begünstigt die Bildung von Arteriosklerose.
Vitamin-K-Mangel verursacht durch eine gestörte Blutgerinnung verlängerte
Blutungszeiten.
Diese "deutlichen" Erkrankungen gehen mit deutlichen Zeichen einher, die durch eine
entsprechende Vitamingabe meist auch wieder verschwinden. Solche Erkrankungen sind zum großen Teil in Europa selten
geworden.
Bei uns spielt daher die Frage eine Rolle: Kann durch zusätzliche Vitamingaben die
Leistungsfähigkeit positiv beeinflußt werden? Oder:
Kann kann ich auch einen Vitaminmangel haben, wenn ich keine dieser
"Krankheiten" habe?
Und bei der Antwort stehen sich scheinbar zwei Lager gegenüber: die Einen, die meinen
zusätzliche Vitamingaben "produzieren nur teuren Urin" - und die Anderen, die die Empfehlungen der Gesellschaften
zur Vitamingabe nur als absolute Untergrenze ansehen, um nicht an den oben angeführten Krankheiten zu
erkranken.
Und je nach Standpunkt findet man auch die eine oder die andere Studie, nach der weitere
Vitamingaben mal schädlich, in einer anderen Studie mal wieder nützlich sein soll. Diese Problematik diskutiere ich
ausführlicher unter anderem in meinem Beitrag: Nützen Vitalstoffe wirklich?
Eine weitere Frage die sich stellt: Wie bestimmt man eigentlich einen Vitaminmangel? Leider sagt die Serumkonzentration von
Vitaminen z.B. nicht sehr viel über die wahren intrazellulären Konzentrationsverhältnisse aus. Aber das Innere
der Zelle ist der Ort des Geschehens, nicht das Serum oder Blut. Das relativ neue Fachgebiet der "Mitochondrialen Erkrankungen" setzt genau dort an.
In meinem Blog zur Vitalstoffmedizin diskutiere ich übrigens regelmäßig solche Themen und Fragen,
wie zum Beispiel: Multivitamine - Ja oder Nein? oder Die zwei Vitamin D-Probleme.
Diese Seite wurde letztmalig am 12.9.2011 aktualisiert.

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