Hausmittel und Mittel aus der Natur zur Unterstützung der
Wundheilung
Bevor wir uns den Naturheilmitteln zuwenden zuerst etwas über den "normalen" Ablauf einer Wundheilung.
Die wichtigste Funktion der Haut ist der Schutz vor äußeren Einflüssen (z.B. Hitze, Kälte, Sonne, schädigende
Substanzen, Flüssigkeiten, Infektionen, Verletzungen).
Die häufigsten akuten Schäden der Haut entstehen durch Schürfwunden, Schnittverletzungen,
allgemeine Unfälle, Erfrierungen und Verbrennungen.
Bei den chronischen Hautläsionen treten vor allem das Ulkus
cruris (Geschwür am Unterschenkel), das Dekubitalgeschwür (durch Druck von
außen entstandenes Geschwür) und die arterielle Gangrän (Gewebsnekrose mit Zelluntergang) vermehrt auf.
Wundheilung in mehreren Stadien
Nach einem Hautdefekt reagiert der Organismus durch die Aktivierung der Wundheilungskaskade,
die sich in drei bis fünf Stadien (je nach vorliegender Literatur) unterteilt und bei
leichten Verletzungen ohne äußeres Zutun zu einem Wundverschluss mit Abheilung führt (= primäre Wundheilung).
Die sekundäre Wundheilung beschreibt Heilungsprozesse, die durch Infektion oder
Manipulation (z.B. unsaubere, ausgefranste Wundränder, die nicht ordentlich adaptieren) mit einer Störung der
Stadien einhergehen und die erst nach Behandlung und Beseitigung der Störfaktoren zu einer Ausheilung führen.
Stadium I setzt sich aus Hämostase und exsudativer (inflammatorischer) Phase zusammen
(werden in der Literatur auch als zwei Stadien beschrieben). Mit der Verletzung kommt es durch Vasokonstriktion
(Gefäßverengung) und einsetzender Blutgerinnung zu einem Unterbinden weiterer Blutungen. Das umliegende Gewebe
reagiert mit Rötung und Erwärmung. In den ersten drei bis vier Tagen nach Verletzung führt die anschließende
Vasodilatation (Gefäßerweiterung) zu einem erhöhten Ausschwemmen von Blutplasma ins Interstitium
(Zwischenzellraum). Hierdurch können die an der Immunabwehr beteiligten Granulozyten aktiv werden. Sie sondern
Zytokine, Interleukine und Proteasen ab und führen über die Bildung von Makrophagen zu einem Abbau des zerstörten
(nekrotischen) Gewebes und hierdurch zu einem antibakteriellen Milieu.
Es schließt sich das Stadium der Proliferation und Granulation an. Durch übermäßige
Proliferation (Zellwachstum, Zellvermehrung) von Fibroblasten und Epithelzellen wird das geschädigte Gefäß
verschlossen, der im Gewebe entstandene Defekt wird behoben. Das bei der Blutstillung entstandene Fibrinnetz dient
als Matrix zur Einlage von Kollagenvorstufen. Durch Wiederherstellung der Gefäßstruktur soll eine ausreichende
Versorgung mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen gewährleistet werden, die für eine Regenerierung des geschädigten
Areals notwendig sind. Zusätzlich bilden sich feine Kapillaren aus, die die Durchblutung unterstützen. Durch das
Kollagen kommt es zur Granulation, die Wunde verkleinert und festigt sich, das genutzte Fibrin wird mittels
Phagozytose beseitigt.
Das Stadium der Differenzierung beinhaltet die Raparation und Epithelisierungsphase. Nach
ca. sechs bis zehn Tagen haben sich die Kollagenvorstufen in funktionsfähige Kollagenfasern umgebildet. Die Wunde
kontrahiert (zieht sich zusammen), es bildet sich langsam eine Narbe, die durch eine hohe Wasserundurchlässigkeit
und Gefäßarmut gekennzeichnet ist. Im Unterschied zum umliegenden Gewebe besitzt der Narbenbereich keine
funktionsfähigen Drüsen, Pigment- und Nervenzellen sowie Haarwurzeln mehr. Zeitgleich ist eine Vermehrung der
Epithelzellen zu beobachten. Hierdurch erscheint die Narbe in der ersten Zeit erhaben (ca. ein bis zwei Millimeter
über dem umliegenden Hautniveau). Sie senkt sich jedoch meist im Verlauf der nächsten Monate angleichend durch
Zellabbau ab. Die anfängliche Rötung des Wundbereichs geht in eine Weißfärbung über, nach ca. drei Monaten ist die
endgültige Festigkeit der Narbe erreicht.
Eine übermäßig ausgebildete Narbe wird schulmedizinisch oft durch eine sog. "angleichende Operation"
(Ausschneiden der Narbe, Neuadaption der Wundränder) oder verschiedene Hilfsmittel (z.B. „Höllenstein“, Ätzstift
auf Silbernitratbasis) behandelt.
Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Wundheilung in Frage kommen.
Der Organismus schließt normalerweise unnatürliche Körperöffnungen (Wunden) mit der
Blutgerinnung innerhalb von wenigen Minuten, um ein Eindringen körperfremder Stoffe zu verhindern. Die
nachfolgende Reparaturarbeit dauert dann allerdings etwas länger. Allerdings sollte selbst ein tiefer Schnitt
innerhalb von 10-15 Tagen verheilt sein.
Oberflächliche Wunden heilen normalerweise rasch wieder ab, so dass man
sie nach einer Weile kaum noch sieht. Es bildet sich neue Haut, und die verletzte Stelle sieht wieder fast so aus
wie früher.
Viele Naturheilkundige raten von den häufig angewendeten Wund- oder Heilsalben (wie zum
Beispiel die bekannte Bepanthen Wund und Heilsalbe)
ab. Die in der Regel relativ fetthaltigen Salben schliessen die Wunde fast luftdicht ab, wodurch wird das
Abfliessen des Wundsekrets eher behindert wird. Es besteht zudem die Gefahr, dass anaerobe Keime gedeihen
können. Die meisten Salben sind ohnehin nur für intakte, aber wunde Haut geeignet.
Um den Heilungsprozess der Wundheilung zu beschleunigen sollten Sie alle
Nahrungsmittel weglassen, die das Immunsystem und die Reperaturprozesse im Körper
beeinträchtigen.
Dazu gehören Schweinefleisch, Weißmehlprodukte und alle Arten von Süßigkeiten.
Essen Sie vermehrt frisches Obst und Gemüse.
In der "Kriegsmedizin" wurde eine uralte Therapie der Wundversorgung wieder
aufgenommen. Diese naturheilkundliche Methode wurde angeblich schon von den Ureinwohnern
Australiens und den Maya-Indianern angewandt. Dabei werden sterile Fliegenmaden auf chronische Wunden gesetzt. Die Maden
beginnen nun, das absterbende Gewebe und die Wundsekrete zu fressen, lassen das gesunde
Gewebe aber unbehelligt.
Weil im abgestorbenen Gewebe keine Nervenenden mehr sind, läuft das alles
völlig schmerzlos ab. Die speziell für diese Aufgabe gezüchteten Maden wirken
entzündungshemmend, antibakteriell, desinfizierend und heilungsfördernd.
Die Wunde wird mit einem feuchten aber luftdurchlässigen Verband abgedeckt.
Nach ein paar Tagen haben die Maden, von ursprünglich einigen Millimeter Länge, ihr
Körpervolumen verzehnfacht und werden abgelesen. Diese Methode ist speziell geeignet für
diabetische Gangrän (fressendes/faulendes Geschwür), Wundliegen, offene Beingeschwüre,
Wundinfekte arterieller Verschlusskrankheiten und vor allem bei Antibiotika-Resistenzen oder
-Allergien und wundgelegenen Stellen (Dekubitus).
Diese Therapie ist echte Naturheilkunde! Und weil die Schulmedizin es nicht besser kann (was
diese hier endlich einmal zugibt) greifen auch Schulmediziner auf diese Methode zurück. Das Eingste
Problem: Sie müssen Ihren Ekel überwinden.
Fördert die Bildung von Kollagen (festes Gerüsteiweiss der Sehnen,
Knochen und des Bindegewebes) und Elastin (elastisches Gerüsteiweiss der Sehnen
und Blutgefässe).
Vitamin B1
(Thiamin)
Ein Mangel von Vitamin B1 kann die Biosynthese von Kollagen
stören.
Vitamin A
bzw. Betacarotin
Sorgt für ein "starkes" Narbengewebe.
Vitamin E
Ist besonders heilsam bei wund gelegenen Stellen, diabetischen
Geschwüren und Geschwürbildung nach Operationen.
Frische, offene Wunden: Heilpflanzen zur äußerlichen Behandlung kommen
generell erst zur Anwendung, wenn sich bereits etwas neues Gewebe gebildet
hat.
Verwenden Sie für Wunden nur wässrige Heilpflanzenauszüge. Diese kommen
idealerweise als Umschläge oder Auflagen zur Anwendung. Fetthaltige Salben sind ungeeignet,
weil sie einen fettigen Film über die Wunde legen und die sog. "Wundatmung"
verhindern.
Generell bewährt und wenn Sie gar nicht wissen, was Sie nehmen sollen, haben
sich Umschläge mit Ringelblumen-Tee (Blüten und / oder
Kraut)bewährt. Besser sind auf jeden Fall die Blüten.
Weitere Pflanzen die in Frage kommen und gut wirken: Hamamelis (Blätter und /
oder Rinde), Johanniskraut, Kamillenblüten, Pappelknospen,
Ganz allgemein: kohlenhydrat- und säurearme Ernährung. Besorgen Sie sich so
genannte PH-Indikator-Streifen. Wenn Ihr Morgenurin unter 7,0 liegt, ist Ihr Organismus
übersäuert.
Aus der Volksmedizin ist auch immer noch die Zuckertherapie bekannt, die auch
noch immer zur Wundversorgung bei offenen Wunden (nicht Verletzungen!) eingesetzt wird. Ebenso die
"Versorgung" mit Honig. Ich kann hier keine Erfahrungen berichten. Die Meinungen bzgl. Zucker und
Honig in Wunden ist geteilt.
Andere Kollegen schwören unter anderem auf ozonisiertes Olivenöl.In der Praxis hat sich als Therapie die Beutelbegasung mittels Ozon bewährt (siehe auch
Ozontherapie).
Weitere Beschwerden und Krankheiten finden Sie auch unter der entsprechenden
Buchstabengruppe: