Zahnprobleme: Karies, Parodontose, Zahnfehlstellungen... und wie diese behandelt
werden sollten.
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Die drei großen Zahnprobleme heißen:
Dazu kommt dann noch der gesamte Problemkreis Zahnfehlstellungen (Kiefermissbildungen und
Kieferfehlbildungen).
Als viertes Problem gehören eigentlich noch tote Zähne (wurzelbehandelte Zähne) dazu, die als Zahnstörfelder wirken können und das Zahnfleischbluten.
Der Zusammenhang zwischen Zahnproblemen und anderen Erkrankungen
Doch Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches wirken sich nicht nur lokal im Mundraum negativ auf die
Gesundheit aus, sondern können möglicherweise unseren gesamten Organismus betreffen. So gehen Studien davon aus,
dass sich durch eine regelmäßige Zahnsteinentfernung das Risiko für Infarkte drastisch senken lässt.
Einer veröffentlichten Untersuchung aus dem November 2011 zufolge sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt bei
einer jährlichen professionellen Entfernung der festen Auflagerungen um 24 Prozent und das Risiko für einen
Hirnschlag um immerhin 13 Prozent. Zu diesem Schluss kam die taiwanesische Kardiologin Emily Zu-Yin Chen
(Link zur Studie) nach der Durchsicht von mehr als 102.000 Krankenakten. Hierzu verglich sie
bei erwachsenen Patienten, die bis zum Jahr 2000 weder einen Herzinfarkt noch
einen Schlaganfall erlitten hatten, in den sieben Folgejahren die Inanspruchnahme
einer medizinischen Zahnreinigung. Dabei stellte die Ärztin einen klaren Zusammenhang fest: Je regelmäßiger die
Patienten ihren Zahnstein behandeln ließen, desto seltener trafen bei ihnen die oft tödlich endenden
Erkrankungen auf. Chen, die ihre Ergebnisse auf einem Kongress der American Heart Association in Orlando
vorstellte, geht davon aus, dass durch eine professionelle Zahnsteinentfernung weniger Entzündungen entstehen, was sich wiederum positiv auf das Herzkreislaufsystem
auswirkt.
Ähnliche Ergebnisse liefert die Studie von Anders Holmlund, einem Wissenschaftler der schwedischen Universität
Uppsala, der mehr als 7.600 Patienten untersuchte. Teilnehmer, die elf oder mehr Zahnlücken aufwiesen,
hatten (im Vergleich zu gleichaltrigen Personen mit vollständigem Gebiss) ein um 69 Prozent erhöhtes Risiko,
an einem Herzinfarkt zu erkranken. Auch bei einer bakteriellen Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis), ist die
Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt zu erleiden, demnach um 53 Prozent erhöht (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20350152).
Da allerdings bei beiden Studien keine weiteren typischen Risikofaktoren, wie Rauchen, Bewegungsmangel, Bluthochdruck oder Übergewicht, berücksichtigt wurden, weisen diese Ergebnisse allein noch keinen direkten
Zusammenhang zwischen der Zahngesundheit und Herzkreislauferkrankungen nach. Vielmehr kann es natürlich auch sein,
dass Menschen, die ihre Zähne nicht pflegen, auch den übrigen Körper vernachlässigen.
Allerdings gibt es mehrere weitere Studien, die eine Verknüpfung der Zahngesundheit mit dem kardiovaskulären
Systems zumindest wahrscheinlich erscheinen lassen. So befragten Londoner Wissenschaftler fast 12.000 Personen zu
ihrer Zahnhygiene. Sie stellten fest, dass Menschen, die sich nicht regelmäßig ihre Zähne putzen, signifikant
häufiger an Herzkreislauferkrankungen leiden als andere (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20508025). Zu dem gleichen Ergebnis
kam eine schottische Studie, die gleichzeitig andere Risikofaktoren analysierten. Demnach waren
Herzkreislauferkrankungen nicht nur mit mangelnder Mundhygiene, sondern beispielsweise ebenso mit Rauchen
assoziiert (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21108190).
Das ist auch Fakt den ich in der täglichen Praxis sehe: Je schlechter das Gebiss, desto häufiger entstehen
Entzündungen im Mundraum - und desto mehr weitere chronische Leiden sehe ich bei den Patienten. Hierdurch
können gesundheitsschädliche Keime überhandnehmen und über Verletzungen am Zahnfleisch in die Blutbahn
gelangen. Einige Experten gehen durchaus davon aus, dass sich die Bakterien an Verkalkungen in den
Gefäßen ansiedeln und dort zu einem Gefäßverschluss und damit zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen könnten.
Doch nicht allein das: Jede Entzündung im Körper stresst das Immunsystem. Unser Organismus schüttet verschiedene
Proteine – etwa das C-reaktive Protein (CRP) und Fibrinogen – aus, um die körpereigene Abwehr zu
aktivieren. Fibrinogen aber regt nicht nur unser Immunsystem an, sondern hilft auch bei der Verklumpung der
Blutplättchen mit, wodurch die Wahrscheinlichkeit für einen Arterienverschluss weiter
ansteigt. Obwohl beim CRP der genaue Mechanismus noch unklar ist, weiß man, dass chronisch erhöhte Werte die
Arterienverkalkung begünstigen.
Der Zahnmediziner Thomas Kocher, der seit 1997 die Auswirkungen von Zahnproblemen auf den gesamten Organismus
untersucht, vermutet, dass ein krankes Gebiss noch weit mehr negative Folgen hat. So konnte sein Greifswalder
Forscherteam zeigen, dass auch Diabetes möglicherweise durch Parodontitis ausgelöst wird
(www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19622096). Andere
Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass Demenz, chronisches Nierenversagen und Frühgeburten ebenfalls in vielen Fällen auf ein schlechtes
Gebiss zurückgeführt werden können. Die Forschungsarbeiten zu diesen Aspekten stehen allerdings noch am
Anfang.
Man braucht einen guten Zahnarzt zu dem man Vertrauen hat.
Zum einen gibt es Zahnärzte, die auf den ersten Blick ausgezeichnete Arbeit leisten, aber auch solche, wo ich
auf den ersten Blick "Ungenauigkeiten" erkenne. Dies sehe ich bereits daran, wenn ich den Patienten in den Mund
sehe. Dort fällt dann z.B. sofort die mangelhafte Füllung auf, die fehlenden Randschluss zum Zahn zeigt und
ähnliches.
Darüberhinaus gibt es Zahnärzte, die um folgende Probleme wissen: wurzelbehandelte Zähne, Amalgam, wie man Amalgam herausbohren muss,
dass man nicht verschiedene Zahnmetalle im Mund haben sollte, dass man nicht sofort mit Gold füllen sollte, wenn
vorher Amalgam im Zahn war und so weiter und so weiter.
Weitere Themen im Zusammenhang mit Zahnproblemen: Fluormangel
Weitere Beiträge zu Zahnproblemen:
- Wurzelspitzenresektion bei
Zahnwurzelentzündung?
Warum ich so etwas nicht machen lassen würde.
- Neue Erkenntnisse zum Thema koronare Herzkrankheit und Entzündungsmarker
Dr. Alexander Thompson und Prof. John Danesh von der Universität Cambridge veröffentlichten in der
Fachzeitschrift Lancet (The Lancet, Band 375, Ausgabe 9725, Seiten 1536 – 1544, 1. Mai 2010) eine Untersuchung
zum Thema „koronare Herzkrankheit und Entzündungsmarker“. Sie untersuchten 32 Studien älteren Datums mit
zusammen 79.036 Patienten auf Verbindungen zwischen dem Auftreten des Entzündungsmarkers Lp-PLA2 und dem
Auftreten von Todesfällen, koronarer Herzerkrankungen und Schlaganfällen.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Problemen mit den Zähnen in Frage kommen.
Diese Seite wurde letztmalig am 9.1.2012 aktualisiert.

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