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Krankheiten/Beschwerden, Darmprobleme

Roemheld Syndrom – Was tun? Hausmittel und Naturheilkunde

Roemheld-Syndrom mit Magen-Darm-Darstellung, Herzrhythmus und René Gräber – wenn Verdauungsbeschwerden das Herz belasten

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Krankheiten/Beschwerden, Darmprobleme / zuletzt aktualisiert: 12/07/2026

Inhaltsverzeichnis Einblenden
Wie entsteht ein Roemheld-Syndrom?
Mechanischer Druck im Oberbauch
Reizung des vegetativen Nervensystems
Reflux und Entzündungsreize
Welche Beschwerden treten auf?
Roemheld oder Herzinfarkt?
Mögliche Ursachen und Auslöser
Große Mahlzeiten und hastiges Essen
Blähende und fermentierbare Lebensmittel
Kohlensäure und Alkohol
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms
Hiatushernie und Refluxkrankheit
Stress, Angst und Schlafmangel
Diagnose: Zuerst Herz und Lunge ausschließen
Herzdiagnostik
Untersuchung des Verdauungstrakts
Warnzeichen aus dem Verdauungstrakt
Behandlung des Roemheld-Syndroms
Simeticon und Dimeticon
Säureblocker bei Reflux
Antazida und Natron
Behandlung einer Hiatushernie
Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung
Ernährung statt pauschaler Verbotslisten
Bewegung und Atmung
Psychotherapie ist nicht gleich „alles psychisch“
Mein Fazit zur schulmedizinischen Behandlung
Naturheilkunde, Alternativmedizin & Hausmittel
Colon-Hydro-Therapie
Darmsanierung und Probiotika
Ernährung
Frischpflanzentropfen (Urtinkturen)
Heilpflanzen
Homöopathie
Lycopodium clavatum
Argentum nitricum
Carbo vegetabilis
Nux vomica
Asa foetida
China officinalis
Weitere mögliche Mittel
Entscheidend ist die Reihenfolge
Neutraltherapie
Osteopathie
Säure-Basen-Haushalt
Zahnstörfeld
Sonstiges
Rene Gräber:

Das Roemheld-Syndrom, auch gastro-kardialer Symptomenkomplex genannt, beschreibt Beschwerden, bei denen Probleme im oberen Verdauungstrakt mit Herzklopfen, Herzstolpern, Brustdruck, Beklemmung oder Atemnot einhergehen.

Typisch ist, dass die Beschwerden nach größeren Mahlzeiten, bei ausgeprägtem Völlegefühl, Blähungen oder Reflux auftreten und sich nach Aufstoßen, Stuhlgang oder Entleerung des Magens wieder bessern.

Allerdings handelt es sich nicht um ein klar abgegrenztes Krankheitsbild mit einem eindeutigen diagnostischen Test. Der Begriff beschreibt vielmehr einen Zusammenhang zwischen Verdauungsbeschwerden und Herz-Kreislauf-Symptomen. Die medizinische Literatur besteht überwiegend aus Fallberichten, kleineren Beobachtungen und Übersichtsarbeiten. Das bedeutet: Der Zusammenhang ist plausibel und klinisch durchaus relevant, aber längst nicht in allen Einzelheiten geklärt.

Gerade deshalb ist eine sorgfältige Abklärung wichtig. Hinter Brustdruck, Atemnot und Herzrhythmusstörungen kann zwar der Verdauungstrakt stecken. Es können aber ebenso Erkrankungen des Herzens oder der Lunge vorliegen.

Wie entsteht ein Roemheld-Syndrom?

Die alte Erklärung lautet vereinfacht: Ein geblähter Magen drückt das Zwerchfell nach oben und anschließend auf das Herz.

Ganz so mechanisch und geradlinig ist es wahrscheinlich nicht. Heute werden mehrere Mechanismen diskutiert, die sich gegenseitig verstärken können.

Mechanischer Druck im Oberbauch

Nach großen Mahlzeiten, bei starker Gasansammlung oder bei einer ausgeprägten Hiatushernie kann der Druck im Oberbauch deutlich ansteigen.

Bei einer Hiatushernie verlagern sich Teile des Magens durch die Zwerchfellöffnung in Richtung Brustraum. Besonders größere Hernien können räumlich nahe an das Herz heranreichen und möglicherweise Herzklopfen oder Rhythmusstörungen begünstigen. In einzelnen Fallberichten verschwanden die Herzbeschwerden nach operativer Versorgung der Hernie. Das beweist keinen allgemeinen Mechanismus, zeigt aber, dass ein solcher Zusammenhang im Einzelfall real sein kann.

Bei gewöhnlichen Blähungen ist ein direkter Druck auf das Herz dagegen nicht ausreichend belegt. Wahrscheinlicher ist ein Zusammenspiel aus Druckgefühl, Zwerchfellspannung, Reflux und vegetativen Reflexen.

Reizung des vegetativen Nervensystems

Magen, Speiseröhre, Darm, Herz und Lunge stehen über das vegetative Nervensystem miteinander in Verbindung. Eine zentrale Rolle spielt der Nervus vagus.

Starke Dehnung des Magens, Reflux oder Reize aus der Speiseröhre können vegetative Reaktionen auslösen. Dazu gehören Veränderungen der Herzfrequenz, Extrasystolen, Schweißausbrüche, Übelkeit, Unruhe oder ein Gefühl der Atemnot.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Vagusnerv einfach „eingeklemmt“ oder „überreizt“ wird. Die neurovegetativen Zusammenhänge sind deutlich komplexer. Begriffe wie „Vagusblockade“ klingen griffig, erklären aber selten, was physiologisch tatsächlich geschieht.

Reflux und Entzündungsreize

Auch eine Refluxkrankheit kann Brustdruck, Brennen hinter dem Brustbein und Herzklopfen begleiten.

Dabei können Säurekontakt, Dehnung der Speiseröhre und vegetative Reflexe eine Rolle spielen. Refluxbeschwerden können einer Angina pectoris erstaunlich ähnlich sein. Umgekehrt kann sich auch ein Herzinfarkt wie Sodbrennen oder eine Verdauungsstörung anfühlen.

Genau darin liegt die Gefahr einer vorschnellen Selbstdiagnose.

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Welche Beschwerden treten auf?

Die Symptome können unmittelbar nach dem Essen oder mit zeitlicher Verzögerung auftreten.

Häufig beschrieben werden:

  • starkes Völlegefühl,
  • Blähbauch und Druck im Oberbauch,
  • häufiges Aufstoßen,
  • Sodbrennen und Reflux,
  • Herzklopfen oder Herzrasen,
  • Herzstolpern und Extrasystolen,
  • Druck oder Enge im Brustkorb,
  • Kurzatmigkeit,
  • Schweißausbrüche,
  • Schwindel,
  • innere Unruhe und Angstgefühl.

Einige Patienten berichten auch über Schulter-, Rücken- oder Nackenbeschwerden. Solche Symptome können durch Schonhaltung, Zwerchfellspannung und muskuläre Reaktionen mitbedingt sein. Eine direkte nervale Ableitung aus dem Magen lässt sich daraus jedoch nicht ohne Weiteres ableiten.

Roemheld oder Herzinfarkt?

Das Roemheld-Syndrom kann Beschwerden verursachen, die einer Angina pectoris ähneln. Es verursacht aber keine Angina pectoris im eigentlichen Sinne. Eine Angina pectoris entsteht durch eine vorübergehende Minderdurchblutung des Herzmuskels.

Neue oder starke Beschwerden im Brustkorb dürfen daher niemals vorschnell als „nur der Magen“ eingeordnet werden.

Besonders alarmierend sind:

  • anhaltender oder zunehmender Brustdruck,
  • Schmerzen mit Ausstrahlung in Arm, Rücken, Schulter, Hals oder Kiefer,
  • kalter Schweiß,
  • ausgeprägte Atemnot,
  • Übelkeit oder Erbrechen,
  • starke Schwäche,
  • Bewusstseinsstörung oder Ohnmacht.

Bei solchen Zeichen muss unverzüglich medizinische Hilfe gerufen werden. Ein Herzinfarkt kann sich durchaus wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Oberbauchdruck anfühlen.

Mögliche Ursachen und Auslöser

Nicht jeder Patient mit Blähungen entwickelt Herzbeschwerden. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen.

Große Mahlzeiten und hastiges Essen

Große Portionen dehnen den Magen und erhöhen den Druck im Oberbauch. Wer hastig isst, wenig kaut oder während des Essens viel spricht, schluckt außerdem mehr Luft.

Daher ist nicht nur entscheidend, was gegessen wird, sondern auch wie und in welcher Menge.

Blähende und fermentierbare Lebensmittel

Bei der bakteriellen Verarbeitung bestimmter Kohlenhydrate entstehen Wasserstoff, Kohlendioxid und bei manchen Menschen auch Methan.

Typische Auslöser können sein:

  • Zwiebeln und Knoblauch,
  • Kohlarten,
  • Hülsenfrüchte,
  • größere Mengen Rohkost,
  • bestimmte Obstsorten,
  • Zuckeralkohole wie Sorbit oder Xylit,
  • stark fermentierbare Fertigprodukte.

Diese Lebensmittel sind nicht grundsätzlich ungesund. Entscheidend sind individuelle Verträglichkeit, Portionsgröße, Zubereitung und Darmfunktion.

Eine pauschale Verbotsliste wäre wenig hilfreich. Wer beispielsweise Hülsenfrüchte schlecht verträgt, kann oft durch kleinere Portionen, Einweichen, längeres Kochen und langsame Gewöhnung die Verträglichkeit verbessern.

Kohlensäure und Alkohol

Kohlensäurehaltige Getränke bringen zusätzliches Gas in den Verdauungstrakt und können Aufstoßen und Druckgefühl verstärken.

Alkohol „gärt“ nicht einfach im Darm. Er kann jedoch die Schleimhäute reizen, Reflux verstärken, die Magenentleerung beeinflussen und den Schlaf sowie das vegetative Nervensystem belasten.

Bier und Sekt bringen zusätzlich Kohlensäure und teils fermentierbare Kohlenhydrate mit.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Laktose-, Fruktose- oder Sorbitunverträglichkeit können Blähungen, Bauchdruck und Durchfälle verursachen.

Auch eine Zöliakie, ein Reizdarmsyndrom, Verstopfung oder eine gestörte Darmbewegung kommen als Ursache infrage.

Nicht jede Reaktion auf Brot ist allerdings eine Glutenunverträglichkeit. Weißbrot ist auch kein „optimaler Nährboden“ für spezielle Gasbakterien. Es ist ballaststoffarm und kann bei manchen Menschen rasch gegessen werden oder größere Portionen begünstigen. Die Beschwerden können aber ebenso von Hefung, Zusatzstoffen, Fruktanen oder der Gesamtmahlzeit abhängen.

Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms

Eine Dünndarmfehlbesiedlung, kurz SIBO, kann mit Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfällen einhergehen.

Die Symptome sind jedoch unspezifisch. Blähungen allein beweisen keine SIBO. Bei begründetem Verdacht können Wasserstoff- und Methan-Atemtests eingesetzt werden. Diese Tests haben allerdings methodische Grenzen und liefern keineswegs immer eindeutige Ergebnisse.

Die heute verbreitete Tendenz, nahezu jeden Blähbauch als SIBO zu etikettieren, ist daher ebenso fragwürdig wie die frühere Neigung, alles psychisch zu erklären.

Hiatushernie und Refluxkrankheit

Eine größere Hiatushernie gehört zu den wichtigeren organischen Ursachen, wenn Verdauungsbeschwerden und Herzsymptome regelmäßig gemeinsam auftreten.

Sie kann Reflux fördern, den Druck im Brustraum verändern und in seltenen Fällen rhythmische Herzbeschwerden begleiten.

Stress, Angst und Schlafmangel

Stress verursacht das Roemheld-Syndrom nicht einfach „im Kopf“. Er verändert jedoch Verdauung, Magenentleerung, Darmbewegung, Atmung und Wahrnehmung.

Unter Stress atmen viele Menschen flacher, schlucken mehr Luft und reagieren empfindlicher auf normale Dehnungsreize.

Hinzu kommt ein typischer Kreislauf:

Bauchdruck führt zu Herzklopfen.
Herzklopfen erzeugt Angst.
Angst verstärkt Atmung, Muskelspannung und vegetative Reaktion.
Die Symptome nehmen weiter zu.

Diese Wechselwirkung ist real. Sie bedeutet nicht, dass sich der Patient seine Beschwerden einbildet.

Diagnose: Zuerst Herz und Lunge ausschließen

Eine spezielle Untersuchung, mit der sich das Roemheld-Syndrom eindeutig beweisen lässt, gibt es nicht.

Die Diagnose ergibt sich aus:

  • dem zeitlichen Zusammenhang mit Mahlzeiten oder Blähungen,
  • dem Ausschluss gefährlicher Herz- und Lungenerkrankungen,
  • der Untersuchung möglicher Ursachen im Verdauungstrakt,
  • der Besserung nach gezielter Behandlung des Auslösers.

Herzdiagnostik

Je nach Beschwerden und Risikoprofil können erforderlich sein:

  • Ruhe-EKG,
  • Langzeit-EKG,
  • Belastungs-EKG,
  • Echokardiografie,
  • Blutuntersuchungen einschließlich Troponin bei akuten Beschwerden,
  • weitere kardiologische Diagnostik.

Gerade Extrasystolen können harmlos sein. Sie können aber ebenso bei behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörungen auftreten. Deshalb gehört die erste Beurteilung nicht in die Selbstdiagnose.

Untersuchung des Verdauungstrakts

Je nach Verdacht können eingesetzt werden:

  • körperliche Untersuchung des Bauches,
  • Ultraschall,
  • Magenspiegelung,
  • Untersuchung auf eine Hiatushernie oder Refluxkrankheit,
  • Atemtests auf Laktose- oder Fruktosemalabsorption,
  • gezielte Diagnostik einer Dünndarmfehlbesiedlung,
  • Laboruntersuchungen,
  • selten weiterführende Bildgebung.

Die Auskultation bedeutet lediglich das Abhören des Bauches mit einem Stethoskop. Damit lassen sich Darmgeräusche beurteilen, aber weder „Gasbakterien“ erkennen noch Bakterien kultivieren.

Eine Magen- oder Darmspiegelung ist ebenfalls nicht bei jedem Blähbauch erforderlich. Sie sollte sich nach Alter, Beschwerden und Warnzeichen richten. Fachgesellschaften empfehlen Endoskopie oder Bildgebung vor allem bei auffälligen Begleitsymptomen, deutlicher Verschlechterung oder pathologischen Untersuchungsbefunden.

Warnzeichen aus dem Verdauungstrakt

Weiterführende Diagnostik ist besonders wichtig bei:

  • ungewolltem Gewichtsverlust,
  • Blut im Stuhl,
  • schwarzem Stuhl,
  • wiederholtem Erbrechen,
  • Schluckstörungen,
  • ausgeprägter Blutarmut,
  • nächtlichen Beschwerden,
  • anhaltendem Fieber,
  • neu aufgetretenen Beschwerden im höheren Lebensalter.

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Behandlung des Roemheld-Syndroms

Da das Roemheld-Syndrom keine einheitliche Ursache hat, gibt es auch keine allgemeingültige Standardtherapie.

Die Behandlung sollte sich nicht nur gegen das Gas im Bauch richten, sondern nach Möglichkeit den jeweiligen Auslöser berücksichtigen.

Genau hier liegt ein häufiger Schwachpunkt der schulmedizinischen Versorgung: Sie kann akute Gefahren zuverlässig ausschließen und organische Erkrankungen erkennen. Bei funktionellen Beschwerden bleibt anschließend jedoch nicht selten nur die Verordnung eines Säureblockers, Entschäumers oder der Hinweis, die Beschwerden seien harmlos.

Für den Patienten sind sie damit keineswegs erledigt.

Simeticon und Dimeticon

Simeticon und Dimeticon werden als Entschäumer eingesetzt. Sie verändern die Oberflächenspannung von Gasblasen im Verdauungstrakt, sodass kleinere Bläschen zusammenfließen und Gas leichter entweichen kann.

Diese Mittel werden praktisch nicht aus dem Darm aufgenommen und gelten deshalb als vergleichsweise nebenwirkungsarm.

Sie können bei akuten Blähungen hilfreich sein, beseitigen aber weder eine Unverträglichkeit noch eine Verstopfung, eine Hiatushernie, Reflux oder eine ungünstige Essweise.

Die Kritik sollte daher nicht lauten, diese Medikamente seien grundsätzlich schlecht. Problematisch wird es, wenn ihre Einnahme die gesamte Diagnostik und Behandlung ersetzt.

Ein Entschäumer kann Beschwerden lindern. Er beantwortet aber nicht die Frage, weshalb der Bauch immer wieder aufgetrieben ist.

Säureblocker bei Reflux

Bei nachgewiesener Refluxkrankheit werden häufig Protonenpumpenhemmer eingesetzt.

Sie können die Säurebelastung der Speiseröhre wirksam senken und sind bei Entzündungen, Geschwüren oder ausgeprägtem Reflux durchaus sinnvoll.

Allerdings wird ein Säureblocker in der Praxis mitunter vorschnell verordnet, sobald Brustdruck, Aufstoßen und Oberbauchbeschwerden auftreten.

Dabei gilt:

  • Nicht jeder Reflux ist ausschließlich ein Säureproblem.
  • Säureblocker beseitigen eine Hiatushernie nicht.
  • Sie verändern weder die Essgeschwindigkeit noch die Portionsgröße.
  • Sie behandeln Blähungen und Darmmotilitätsstörungen nur indirekt oder gar nicht.

Eine langfristige Einnahme sollte deshalb regelmäßig auf Indikation, Dosis und Notwendigkeit überprüft werden. Das reflexhafte Weiterverordnen über Jahre ist keine Therapieplanung, sondern häufig nur Verwaltungsmedizin.

Antazida und Natron

Antazida neutralisieren Magensäure kurzfristig.

Natron setzt bei der Reaktion mit Magensäure Kohlendioxid frei. Das erklärt, weshalb es häufig zum Aufstoßen kommt. Bei Patienten mit ohnehin ausgeprägtem Druckgefühl und Blähungen kann dies die Beschwerden sogar verstärken.

Natron ist damit kein ideales Dauermittel gegen gastro-kardiale Beschwerden.

Behandlung einer Hiatushernie

Eine kleine Hiatushernie wird meist konservativ behandelt. Dazu gehören:

  • kleinere Mahlzeiten,
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht,
  • kein spätes üppiges Essen,
  • Hochlagerung des Oberkörpers bei nächtlichem Reflux,
  • medikamentöse Behandlung bei Schleimhautschädigung.

Eine Operation kommt vor allem bei großen Hernien, Komplikationen oder anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter Therapie infrage.

Fallberichte über das Verschwinden von Herzrhythmusstörungen nach einer Hernienoperation sind interessant. Sie dürfen aber nicht dazu führen, jede Hiatushernie vorschnell zu operieren.

Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung

Bei tatsächlich nachgewiesener und klinisch plausibler SIBO werden häufig Antibiotika eingesetzt, insbesondere Rifaximin.

Die schulmedizinische Schwäche liegt hier weniger in der grundsätzlichen Antibiotikatherapie als in der Verkürzung auf den Keim.

Denn eine Fehlbesiedlung entsteht häufig nicht grundlos. Mögliche Hintergründe sind:

  • gestörte Darmbewegung,
  • Verwachsungen,
  • anatomische Veränderungen,
  • Medikamente,
  • Erkrankungen wie Diabetes oder Sklerodermie,
  • verminderte Säurebarriere,
  • frühere Operationen.

Wer nur Bakterien reduziert, aber die zugrunde liegende Motilitätsstörung übersieht, darf sich über Rückfälle nicht wundern.

Hinzu kommt, dass Atemtests falsch positive und falsch negative Ergebnisse liefern können. Eine antibiotische Behandlung nach dem Prinzip „Blähungen gleich SIBO“ ist daher medizinisch ebenso dünn wie der wahllose Einsatz sogenannter antimikrobieller Naturpräparate.

Ernährung statt pauschaler Verbotslisten

Die schulmedizinische Empfehlung erschöpft sich häufig in der Aussage, blähende Lebensmittel zu meiden.

Damit werden nicht selten Kohl, Zwiebeln, Vollkorn und Hülsenfrüchte gestrichen – also Lebensmittel, die grundsätzlich wertvolle Ballaststoffe und Pflanzenstoffe liefern.

Sinnvoller ist ein zeitlich begrenztes, systematisches Vorgehen:

  • Beschwerden und Mahlzeiten dokumentieren,
  • Portionsgrößen reduzieren,
  • einzelne verdächtige Lebensmittel testen,
  • langsamer essen und gründlicher kauen,
  • kohlensäurehaltige Getränke pausieren,
  • Alkohol reduzieren,
  • Verstopfung behandeln,
  • Mahlzeiten nicht zu spät und nicht zu üppig einnehmen.

Eine Low-FODMAP-Ernährung kann bei ausgewählten Patienten mit Reizdarm und Blähungen hilfreich sein. Sie sollte jedoch nicht zur dauerhaften Mangel- und Vermeidungsdiät werden. Die Wiedereinführung verträglicher Lebensmittel gehört zwingend dazu.

Bewegung und Atmung

Leichte Bewegung nach dem Essen unterstützt die Magen-Darm-Motorik und kann Gasabgang erleichtern.

Auch eine ruhige Zwerchfellatmung kann helfen, wenn flache Atmung, Luftschlucken und vegetative Übererregung beteiligt sind.

Das ist keine esoterische Nebenmaßnahme. Die Regulation von Atmung, Muskelspannung und autonomem Nervensystem kann den beschriebenen Angst-Beschwerde-Kreislauf unterbrechen.

Psychotherapie ist nicht gleich „alles psychisch“

Bei ausgeprägter Angst vor Herzbeschwerden, Panikreaktionen oder ständiger Selbstkontrolle kann eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll sein.

Die übliche schulmedizinische Fehlleistung besteht dabei darin, zwischen „organisch“ und „psychisch“ zu trennen, als könne ein Mensch immer nur eines von beidem haben.

Ein Patient kann gleichzeitig Reflux, Extrasystolen und eine Angstreaktion entwickeln. Die Angst ist dann nicht eingebildet, sondern die verständliche Folge realer Symptome. Sie kann diese Symptome anschließend allerdings weiter verstärken.

Mein Fazit zur schulmedizinischen Behandlung

Die Stärke der Schulmedizin liegt beim Roemheld-Syndrom eindeutig im Ausschluss gefährlicher Erkrankungen.

Sie kann feststellen, ob eine koronare Herzkrankheit, eine relevante Rhythmusstörung, eine Lungenembolie, eine Hiatushernie, eine Schleimhautentzündung oder eine andere organische Erkrankung vorliegt.

Ihre Schwäche beginnt dort, wo alle Einzelbefunde als „nicht dramatisch“ gelten, der Patient aber weiterhin täglich Beschwerden hat.

Dann werden häufig Symptome einzeln behandelt:

  • der Reflux mit einem Säureblocker,
  • die Blähung mit Simeticon,
  • das Herzklopfen mit einem Betablocker,
  • die Angst mit einem Beruhigungsmittel.

Jedes Mittel kann im Einzelfall begründet sein. Aus vier symptomatischen Verordnungen entsteht aber noch kein Verständnis der Erkrankung.

Die entscheidende Frage lautet:

Warum treten die Beschwerden gerade nach bestimmten Mahlzeiten, bei bestimmten Belastungen oder in bestimmten Körperlagen auf?

Erst wenn diese Frage ernst genommen wird, kann aus bloßer Symptombekämpfung eine wirkliche Behandlungsstrategie werden.

Naturheilkunde, Alternativmedizin & Hausmittel

Wo die konventionelle Behandlung häufig bei Säureblockern, Entschäumern oder anderen symptomatischen Maßnahmen stehen bleibt, setzt die Naturheilkunde an den möglichen Auslösern an: Verdauung, Darmbewegung, Ernährung, Zwerchfellspannung und vegetative Regulation. Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und alternativmedizinische Verfahren, die beim Roemheld-Syndrom sinnvoll ergänzen können.

Colon-Hydro-Therapie

Die Colon-Hydro-Therapie kann den Dickdarm entleeren und dadurch vorübergehend Druck, Völlegefühl und Blähungen vermindern. Eine gezielte Entfernung bestimmter „Gasbildner“ lässt sich damit jedoch nicht erreichen. Auch die anschließende Einnahme von Probiotika führt nicht automatisch zu einer dauerhaften Ansiedlung erwünschter Bakterien. Ob Probiotika sinnvoll sind, hängt vom Beschwerdebild, vom verwendeten Stamm und von der individuellen Verträglichkeit ab.

Darmsanierung und Probiotika

Der Begriff „Darmsanierung“ wird häufig verwendet, ist medizinisch jedoch nicht klar definiert. Gemeint ist meist eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Regulierung des Stuhlgangs, Unterstützung der Darmschleimhaut und gegebenenfalls dem gezielten Einsatz von Prä- und Probiotika.

Beim Roemheld-Syndrom sollte zunächst geklärt werden, weshalb es überhaupt zu Blähungen und Druck im Bauch kommt. Mögliche Ursachen sind unter anderem:

  • Verstopfung
  • Reizdarmsyndrom
  • Laktose- oder Fruktosemalabsorption
  • starke Fermentation bestimmter Kohlenhydrate
  • Dünndarmfehlbesiedlung
  • gestörte Magen- oder Darmbewegung
  • einseitige, stark verarbeitete Ernährung

Eine pauschale „Darmflora-Kur“ mit irgendeinem Mehrstammpräparat ist selten sinnvoll. Probiotika wirken stammbezogen. Ein Präparat, das bei Durchfall untersucht wurde, muss bei Verstopfung oder Blähungen keineswegs denselben Nutzen haben.

Die Studienlage ist uneinheitlich. Einige Untersuchungen zeigen eine Besserung von Blähungen und Beschwerden bei Reizdarm, andere finden keinen überzeugenden Nutzen. Fachleitlinien sprechen deshalb keine pauschale Empfehlung für Probiotika bei allen Patienten aus. Neuere Übersichten kommen zu dem Ergebnis, dass einzelne Stämme oder Kombinationen hilfreich sein können, die Unterschiede zwischen den Präparaten und Studien aber erheblich sind.

Praktisch bedeutet das: Ein Probiotikum sollte gezielt ausgewählt und zunächst über einen begrenzten Zeitraum getestet werden. Werden Blähungen, Druck oder Unwohlsein deutlich stärker, sollte das Präparat nicht aus falsch verstandener Konsequenz weitergenommen werden.

Auch Präbiotika wie Inulin, Fructooligosaccharide oder resistente Stärke können nützliche Darmbakterien fördern. Bei stark blähungsempfindlichen Patienten können sie anfangs jedoch erhebliche Gasbildung auslösen. Die Dosis sollte deshalb sehr langsam gesteigert werden.

Zur Darmsanierung gehört außerdem die Stuhlregulation. Ein Darm, der nur alle drei oder vier Tage entleert wird, bietet reichlich Gelegenheit für Gärung, Druck und Rückstau. Ausreichende Flüssigkeit, Bewegung, verträgliche Ballaststoffe und gegebenenfalls Flohsamenschalen können hier oft mehr bewirken als das nächste hochpreisige Mikrobiompräparat.

Ernährung

Zuviel essen, zu viel trinken, zu viel reden beim Essen, von allem zu viel: Das sind die Hauptursachen für das Roemheld-Syndrom. Wir sollten uns im wahrsten Sinne des Wortes wieder etwas mäßigen. Wenn Ihrem Körper alles zu viel wird, können Sie die Nahrung nicht mehr verdauen und es sie beginnt, in den Därmen zu gären. Durch den Gärprozess entstehen Gase und Alkohol. Statt über Nacht den Körper zu entgiften, muss die Leber zuerst diese Giftstoffe entsorgen. Kein Wunder, dass viele morgens wie erschlagen aufwachen.

Eine dauerhafte Ernährungsumstellung und auch ein Heilfasten können die Beschwerden enorm reduzieren. Ungesüßte Tees von Fenchel, Kümmel, Melisse und Pfefferminze fördern die Verdauung und eine gesunde Darmflora durch ätherische Öle. Tees von Wermut, Enzian, Ingwer, Schafgarbe und Galgant beeinflussen die Darmtätigkeit günstig durch Bitterstoffe.

Patienten rate ich generell auch erst einmal zu einer Schonkost. Wie diese aussehen kann, beschreibe ich im Beitrag zur Schonkost

Frischpflanzentropfen (Urtinkturen)

Je 20 ml Melisse, Herzgespannkraut, Fenchel und Erdrauch, je 10 ml Wermut und Tausendgüldenkraut. Zu empfehlen sind auch Kombi-Präparate mit den alkoholischen Auszügen von Kamille, Kümmel und Pfefferminze (Pascoventral). Carminativum-Hetterich enthält zusätzlich den Extrakt von Fenchel und Schalen von Citrusfrüchten. China-Tinktur mit den Auszügen von Enzian, Pomeranze, China-Rinde und Zimt ist eine weitere Alternative (AMARA Pascoe).

Daneben angewendet werden kann der wässrige Extrakt aus Enzian, Ingwer, Schwarzem Pfeffer, Wermut und Kalmus (WALA Enzian Magentonikum).Verdünnte ätherische Öle (Melisse, Kümmel) eignen sich auch zur äußerlichen Anwendung.

Der Auszug aus Weißdorn mit Glycerol und Propylenglycol (Crataegutt Herz-Kreislauf-Tropfen) unterstützt das eingeengte Herz.

Heilpflanzen

Bei ausgeprägten Blähungen, Völlegefühl und krampfartigen Beschwerden kommen vor allem sogenannte Karminativa infrage. Dabei handelt es sich um Heilpflanzen, deren ätherische Öle die Verdauung unterstützen, die glatte Muskulatur entspannen und den Abgang von Gasen erleichtern können.

Zu den bewährten Mitteln gehören:

  • Kümmel
  • Fenchel
  • Anis
  • Pfefferminze
  • Melisse
  • Kamille

Besonders Kümmel wird traditionell bei Blähungen und Völlegefühl eingesetzt. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur erkennt Kümmelöl aufgrund seiner langjährigen Anwendung zur Linderung von Blähungen und Flatulenz an. Pfefferminzöl kann krampfartige Bauchschmerzen und Blähungen lindern, ist bei ausgeprägtem Reflux allerdings nicht immer günstig, da es den unteren Speiseröhrenschließmuskel entspannen und Sodbrennen verstärken kann.

Eine klassische Teemischung kann beispielsweise aus Kümmel, Fenchel und Anis bestehen. Die Samen sollten vor der Zubereitung leicht angestoßen werden, damit die ätherischen Öle besser freigesetzt werden.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilpflanzen-Newsletter dazu an. Darin geht es im Wesentlichen um Heilpflanzen und wie ich diese bei verschiedenen Beschwerden einsetze:

Bei Völlegefühl und träger Verdauung können zusätzlich Bitterstoffpflanzen sinnvoll sein, etwa:

  • Enzianwurzel
  • Wermut
  • Schafgarbe
  • Tausendgüldenkraut
  • Löwenzahnwurzel
  • Artischockenblätter

Bitterstoffe regen Speichelfluss, Magensaftsekretion und Verdauungsreflexe an. Sie eignen sich allerdings nicht für jeden Patienten. Bei Gastritis, Magengeschwüren oder starkem Reflux können intensive Bittermittel die Beschwerden verschlechtern.

Auch Ingwer kann bei verlangsamter Magenentleerung, Übelkeit und Völlegefühl hilfreich sein. Hier genügt häufig bereits ein dünn aufgegossener Tee aus frischer Ingwerwurzel.

Wichtig ist die Auswahl nach dem Beschwerdebild. Wer vor allem unter Reflux leidet, braucht nicht automatisch dieselben Pflanzen wie ein Patient mit Verstopfung, Darmkrämpfen und massiver Gasbildung.

Homöopathie

Auch die Homöopathie kennt eine Reihe von Mitteln, bei denen starke Blähungen, Druck im Oberbauch, Herzklopfen und vegetative Beschwerden zum Arzneimittelbild gehören. Generell versuche ich Patienten mit diesen Symptomen über Ernährung und Homöopathie zu behandeln – vor allem wenn sich ein Mittelbild klar zeigt. Dann kann der „Spuk“ sehr rasch vorbei sein!

Die Auswahl erfolgt allerdings nicht allein nach der Diagnose „Roemheld-Syndrom“. Entscheidend sind die genaue Art der Beschwerden, ihre Auslöser, Begleitsymptome und Modalitäten. Und man braucht eigentlich einen Homöopathen dazu…

Aber ich will mal ein paar Mittel erwähnen.

Lycopodium clavatum

Lycopodium gehört zu den wichtigsten Mitteln bei ausgeprägtem Blähbauch und Völlegefühl.

Typisch sind:

  • bereits nach kleinen Mengen ein stark gefüllter Bauch
  • Druck und Gasbildung vor allem am Nachmittag und Abend
  • Beschwerden nach Zwiebeln, Kohl oder Hülsenfrüchten
  • Aufstoßen ohne ausreichende Erleichterung
  • eher rechtsseitige Beschwerden
  • Verschlechterung durch enge Kleidung

Der Patient ist häufig hungrig, fühlt sich aber schon nach wenigen Bissen überfüllt. Der aufgeblähte Oberbauch kann Druck auf Zwerchfell und Brustkorb ausüben und Herzklopfen oder Beklemmung begleiten.

Argentum nitricum

Argentum nitricum kommt besonders infrage, wenn Blähungen mit Nervosität, Erwartungsangst und innerer Unruhe verbunden sind.

Typisch sind:

  • lautes Aufstoßen
  • starke Gasbildung
  • Druck unter dem Zwerchfell
  • Herzklopfen und Beklemmung
  • nervöse Durchfälle
  • Verschlechterung durch Süßigkeiten
  • Beschwerden vor Terminen, Reisen oder belastenden Situationen

Der Bauch reagiert gewissermaßen schneller als der Verstand. Schon die Erwartung eines Ereignisses kann Verdauung, Atmung und Herzschlag durcheinanderbringen.

Carbo vegetabilis

Carbo vegetabilis ist ein klassisches Mittel bei massiver Gasansammlung, Aufstoßen und Kreislaufschwäche.

Hinweisend sind:

  • stark gespannter Oberbauch
  • Bedürfnis, enge Kleidung zu öffnen
  • reichliches, aber wenig erleichterndes Aufstoßen
  • Schwäche, kalter Schweiß und Luftbedürfnis
  • Wunsch nach frischer Luft oder Zufächeln
  • Beschwerden nach fettem, schwerem Essen

Gerade das Zusammentreffen von Blähbauch, Atemnotgefühl und Kreislaufschwäche erinnert deutlich an das Roemheld-Beschwerdebild.

Nux vomica

Nux vomica passt eher zu Patienten, bei denen üppiges Essen, Alkohol, Kaffee, Stress, Schlafmangel und sitzende Lebensweise zusammenkommen.

Typisch sind:

  • Völlegefühl und krampfartige Beschwerden
  • erfolgloser Stuhldrang
  • Reizbarkeit und Überempfindlichkeit
  • Sodbrennen und saures Aufstoßen
  • Beschwerden nach Genussmitteln
  • deutliche Verschlechterung am Morgen

Es ist das klassische Mittel für den überarbeiteten, angespannten Menschen, der tagsüber keine Zeit zum Essen hat und abends den Stoffwechsel mit einer großen Mahlzeit überfällt.

Asa foetida

Asa foetida ist bei starker Gasbildung, aufsteigendem Druck und krampfartigem Aufstoßen zu bedenken.

Charakteristisch sind:

  • das Gefühl, als steige alles nach oben
  • kräftiges, teilweise geräuschvolles Aufstoßen
  • Druck im Oberbauch und hinter dem Brustbein
  • Globusgefühl im Hals
  • ausgeprägte nervöse Begleitsymptome

China officinalis

China kann angezeigt sein, wenn bereits geringe Nahrungsmengen zu massiver Aufblähung führen und das Aufstoßen kaum Erleichterung bringt.

Hinzu kommen häufig:

  • Schwäche und Erschöpfung
  • Empfindlichkeit auf Berührung
  • Beschwerden nach Flüssigkeitsverlusten
  • stark gespannter Bauch
  • periodisch auftretende Symptome

Weitere mögliche Mittel

Je nach Arzneimittelbild kommen außerdem infrage:

  • Colocynthis bei krampfartigen Schmerzen, die sich durch Zusammenkrümmen und festen Druck bessern
  • Magnesium phosphoricum bei krampfenden Beschwerden mit Besserung durch Wärme
  • Pulsatilla nach fetten Speisen, mit wechselhaften Beschwerden und fehlendem Durst
  • Robinia bei stark saurem Reflux und brennendem Sodbrennen
  • Spigelia bei ausgeprägter Wahrnehmung des Herzschlags und stechenden Herzbeschwerden

Die homöopathische Behandlung sollte nicht nach einer simplen Liste erfolgen. Zwei Patienten können dieselbe Diagnose tragen und dennoch völlig unterschiedliche Mittel benötigen.

Für eine spezifische Wirksamkeit der Homöopathie beim Roemheld-Syndrom liegen keine belastbaren klinischen Studien vor. Sie ist daher als individuelle ergänzende Behandlung einzuordnen und darf bei Brustdruck, Atemnot, Herzrhythmusstörungen oder Ohnmacht niemals die notwendige kardiologische Abklärung ersetzen.

Entscheidend ist die Reihenfolge

Bei einem Patienten mit Roemheld-Beschwerden würde ich nicht wahllos Tee, Probiotika und Globuli gleichzeitig einsetzen. Sinnvoller ist ein geordnetes Vorgehen:

Zuerst müssen Herz- und Lungenerkrankungen ausgeschlossen werden. Danach werden die wahrscheinlichen Auslöser im Verdauungstrakt gesucht. Erst dann folgt eine gezielte naturheilkundliche Behandlung.

Heilpflanzen können akute Krämpfe, Blähungen und Völlegefühl lindern. Eine Darmtherapie kann sinnvoll sein, wenn Stuhlgang, Ernährung oder Mikrobiom tatsächlich auffällig sind. Die Homöopathie richtet sich schließlich nach dem individuellen Gesamtbild.

Naturheilkunde bedeutet nicht, möglichst viele Verfahren gleichzeitig anzuwenden. Sie bedeutet, das passende Verfahren zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.

Neutraltherapie

Die nervalen Verschaltungen der mittleren Brustwirbel beeinflusst der Osteopath mit der High-Velocity-Low-Amplitude-Technique (HVLA).

Die Neuraltherapie bewirkt eine Tonisierung der Spinalnerven durch subkutane Injektionen mit dem Lokal-Anästhetikum Procain. Diese „Quaddelung“ wird entlang der Wirbelsäule appliziert. Ein Punkt im Oberbauch wird mit dem homöopathischen Präparat Sensiotin Steigerwald (Atropinum sulfuricum D5, Hypericum perforatum D5) gequaddelt. Damit werden über das Sonnengeflecht alle Organe des Oberbauches erreicht.

Zur Unterstützung des Herzens empfehle ich Aurum/Cardiodoron (Weleda), dreimal täglich 20 Tropfen. Bei Kreislauf-Problemen mit Blutdruckabfall ist Skorodit (WALA) angezeigt (2 bis 3 mal täglich 8 Globuli). Zu empfehlen sind auch Amara-Tropfen (Weleda) in einer Dosierung von 30 Tropfen dreimal am Tag oder 25 Tropfen Digestodoron (Weleda) oder 2 Tabletten dreimal pro Tag.

Osteopathie

Die osteopathische Behandlung richtet sich beim Roemheld-Syndrom nicht nur auf den Darm, sondern auf das Zusammenspiel von Bauchorganen, Zwerchfell, Brustkorb und vegetativem Nervensystem.

Sanfte viszerale Techniken können dazu dienen, Spannungen im Oberbauch zu vermindern und die Beweglichkeit von Magen, Darm und angrenzenden Geweben zu verbessern. Entlang des Dickdarms ausgeführte manuelle Griffe können die natürliche Darmbewegung unterstützen und bei Verstopfung oder ausgeprägtem Blähgefühl entlastend wirken. Eine gezielte „Ausleitung“ von Gasen lässt sich dadurch allerdings nicht garantieren.

Besondere Aufmerksamkeit gilt häufig dem Zwerchfell. Ist seine Beweglichkeit eingeschränkt, kann dies das Druckgefühl im Oberbauch, die Atmung und die vegetative Reizlage beeinflussen. Über Atemführung, Mobilisation des Brustkorbs und sanfte manuelle Techniken soll die Zwerchfellbewegung verbessert werden.

Je nach Befund werden auch Übergänge zur Brustwirbelsäule, Rippen, Halsregion und der Verlauf vegetativer Nerven einbezogen. Ziel ist nicht ein unspezifisch „verbesserter Lymphfluss“, sondern eine bessere Beweglichkeit der beteiligten Strukturen, eine ruhigere Atmung und eine Entlastung funktioneller Spannungsmuster.

Säure-Basen-Haushalt

Der Begriff „Übersäuerung“ wird in der Naturheilkunde häufig verwendet, ist aber missverständlich. Der pH-Wert des Blutes wird vom Körper sehr eng reguliert. Eine echte Übersäuerung des Blutes ist ein medizinischer Notfall und nicht das, was im naturheilkundlichen Alltag meist gemeint ist.

Beim Roemheld-Syndrom geht es eher um eine Stoffwechsel- und Ernährungssituation, die Blähungen, Völlegefühl und eine gereizte Verdauung begünstigen kann. Eine stark verarbeitete, zuckerreiche, alkohollastige und ballaststoffarme Ernährung kann die Darmtätigkeit verändern, Verstopfung fördern und damit den Druck im Oberbauch verstärken. Genau dieser Druck kann dann die typischen Beschwerden wie Herzklopfen, Beklemmung und Kurzatmigkeit triggern.

Eine pflanzenbetonte Ernährung mit Gemüse, Kräutern, gut verträglichen Ballaststoffen sowie ausreichend Magnesium und Kalium kann hier sinnvoll sein. Der Nutzen liegt allerdings weniger in einer angeblichen „Entsäuerung“ des Blutes als in einer besseren Verdauung, einer günstigeren Darmbewegung und einer insgesamt ruhigeren Stoffwechsellage.

Bei ausgeprägten Blähungen sollte die Ernährung trotzdem individuell angepasst werden. Große Mengen Rohkost, Hülsenfrüchte oder schwer verdauliche Kost sind nicht automatisch hilfreich, nur weil sie als „basisch“ gelten. Entscheidend ist, was der einzelne Patient tatsächlich verträgt.

Zahnstörfeld

Chronische Entzündungen im Zahn-, Kiefer- und Parodontalbereich den Körper belasten und über Entzündungsmediatoren auch außerhalb der Mundhöhle Wirkungen entfalten können.

Bei unklaren oder hartnäckigen Beschwerden kann daher eine zahnärztliche Untersuchung bei einem darauf spezialisierten Zahnarzt sinnvoll sein. Dabei sollte insbesondere auf wurzelbehandelte Zähne, Entzündungen an der Wurzelspitze, chronische Parodontitis, Kieferzysten und andere unbemerkte Entzündungsherde geachtet werden.

Sonstiges

Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend wirkt eine Fußreflexzonenmassage. Mehrere Patienten haben mir berichtet, dass Ihnen diese Anwendung gut hilft.

Ausgleichend auf die gestresste Psyche wirkt auch die Heileurythmie.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 6.7.2026 aktualisiert.

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