Medikamente: Wirkung, Nebenwirkungen & Alternativen
Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Medikamente / zuletzt aktualisiert: 11/08/2026
Medikamente können Leben retten. Sie können Schmerzen stillen, gefährliche Infektionen beherrschen, einen entgleisten Blutdruck senken oder eine akute Krise überbrücken. Wer Arzneimittel grundsätzlich verdammt, macht es sich deshalb ebenso einfach wie jener, der für jedes Symptom sofort nach einer Tablette ruft.
Die entscheidende Frage lautet nicht: Medikamente ja oder nein?
Sie lautet:
Welches Mittel ist in dieser Situation notwendig, wie groß ist sein tatsächlicher Nutzen, welche Risiken bringt es mit sich und gibt es einen vernünftigen Weg, die Ursache der Beschwerden zu behandeln?
Genau darum geht es auf dieser Seite. Sie finden hier eine Einordnung der wichtigsten Medikamentengruppen, Hinweise zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zahlreiche vertiefende Beiträge aus meiner Naturheilpraxis.
Wichtiger Hinweis: Verordnete Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt oder in der Dosis verändert werden. Das gilt besonders für Blutdrucksenker, Betablocker, Kortison, Blutverdünner, Antidepressiva, Beruhigungs- und Schlafmittel, Antiepileptika, Opioide und länger eingenommene Magensäureblocker. Manche Mittel müssen schrittweise reduziert werden. Die folgenden Informationen ersetzen keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung.
Medikamente sind Werkzeuge, kein Gesundheitskonzept
Ein gutes Medikament erfüllt eine klare Aufgabe. Es wird aus einem nachvollziehbaren Grund eingesetzt, wirkt mit ausreichender Wahrscheinlichkeit und wird nur so lange und so hoch dosiert wie nötig.
In der Praxis sieht es leider oft anders aus. Eine Tablette wird begonnen, eine zweite soll deren Nebenwirkung ausgleichen, eine dritte kommt nach dem nächsten Facharztbesuch hinzu. Nach einigen Jahren weiß niemand mehr genau, warum welches Präparat ursprünglich verordnet wurde. Was einmal eine begründete Therapie war, wird zur Gewohnheit.
Das ist besonders bei chronischen Beschwerden problematisch. Ein Medikament kann einen Laborwert verändern oder ein Symptom unterdrücken. Damit ist die zugrunde liegende Störung aber nicht zwangsläufig beseitigt. Ein Schmerzmittel erklärt nicht, weshalb ein Gelenk ständig entzündet ist. Ein Säureblocker klärt nicht, warum der Magen rebelliert. Ein Blutdrucksenker ersetzt keine Auseinandersetzung mit Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, Schlaf, Nierenfunktion oder Stoffwechsel.
Meine ausführliche Grundsatzbetrachtung finden Sie im Beitrag Medikamente: die Guten, die Bösen und die Tödlichen.
Was auf dem Medikamentenmarkt gern miteinander vermischt wird
Nicht alles, was in einer Apotheke oder als Kapsel verkauft wird, gehört in dieselbe Schublade. Für eine sinnvolle Beurteilung muss zunächst geklärt werden, womit man es überhaupt zu tun hat:
- Verschreibungspflichtige Arzneimittel: zum Beispiel Antibiotika, Blutdrucksenker, Antidepressiva oder starke Schmerzmittel.
- Rezeptfreie Arzneimittel: etwa Ibuprofen, Paracetamol, abschwellende Nasensprays oder zahlreiche Erkältungspräparate. Rezeptfrei bedeutet nicht risikofrei.
- Pflanzliche Arzneimittel: Sie enthalten pharmakologisch wirksame Pflanzenextrakte. Auch hier sind Gegenanzeigen und Wechselwirkungen möglich.
- Homöopathische und biologische Präparate: Dazu gehören Einzelmittel, Komplexmittel und bestimmte Präparate der biologischen Medizin.
- Nahrungsergänzungsmittel und Vitalstoffe: Sie können bei einem tatsächlichen Bedarf sehr sinnvoll sein, sind aber keine Arzneimittel und sollten nicht wahllos kombiniert werden.
- Medizinprodukte: Deren Wirkung kann vor allem physikalisch sein, etwa durch Schutz, Bindung oder Befeuchtung.
Die alte Vorstellung „Chemie gefährlich, Natur harmlos“ ist ebenso unbrauchbar wie das Gegenteil. Entscheidend sind Substanz, Dosis, Anwendungsdauer, Patient, Begleiterkrankungen und Kombinationen.
Fünf Fragen, die vor jeder längerfristigen Einnahme geklärt sein sollten
1. Warum nehme ich dieses Mittel?
„Für den Blutdruck“ oder „für den Magen“ ist zu ungenau. Welche Diagnose liegt vor? Welches konkrete Ziel soll erreicht werden? Dient das Mittel der Behandlung einer Ursache, der Vorbeugung eines Ereignisses oder lediglich der Linderung eines Symptoms?
2. Woran erkenne ich, ob es wirkt?
Das kann ein messbarer Wert sein, eine geringere Zahl von Beschwerden oder ein klar definiertes Therapieziel. Wenn sich weder Befinden noch Risiko nachweisbar verbessern, muss man die Behandlung neu bewerten.
3. Wie lange soll ich es einnehmen?
Bei manchen Medikamenten ist eine dauerhafte Einnahme begründet. Andere sind ausdrücklich für wenige Tage oder Wochen gedacht. Ein abschwellendes Nasenspray, ein Schmerzmittel oder ein Säureblocker wird schnell zum Dauergast, wenn niemand mehr nach dem Ende der Behandlung fragt.
4. Welche Nebenwirkungen passen zu meinen Beschwerden?
Müdigkeit, Schwindel, Muskelschmerzen, Verdauungsstörungen, Schlafprobleme, trockener Mund, Gedächtnisstörungen oder ein unsicherer Gang werden gerade im Alter gern der Verfassung zugeschrieben. Mitunter steht die Ursache jedoch im Medikamentenschrank.
5. Was geschieht beim Absetzen?
Einige Arzneimittel können ohne größere Probleme beendet werden, andere keinesfalls. Nach längerer Einnahme sind Rebound-Effekte, Entzugssymptome oder eine gefährliche Verschlechterung der Grunderkrankung möglich. Deshalb gehört bereits zu Beginn einer Therapie die Frage, ob und wie sie später wieder beendet werden kann.
Mehrere Medikamente: Wenn aus Einzelrisiken ein schwer durchschaubares Gemisch wird
Mit jedem zusätzlichen Präparat steigen nicht nur die möglichen Nebenwirkungen. Es wächst auch die Zahl denkbarer Wechselwirkungen. Zwei Mittel können sich gegenseitig verstärken, abschwächen oder über dieselben Abbauwege in Leber und Niere konkurrieren.
Besonders heikel wird es, wenn mehrere Ärzte verordnen, rezeptfreie Mittel hinzukommen und Nahrungsergänzungen gar nicht als Teil der Medikation genannt werden. Auch pflanzliche Präparate, Alkohol und bestimmte Lebensmittel können die Wirkung verändern.
Ein aktuelles Beispiel sind 250.000 Klinikeinweisungen wegen Medikamente-Fehlverschreibungen. Grundsätzlich zu diesem Problem lesen Sie auch:
- Medikamente und Wechselwirkungen: ein Fall für evidenzbasierte Unkenntnis
- Wechselwirkungen und Medikationspläne bei mehreren Arzneimitteln
- Nicht berücksichtigte Wechselwirkungen von Medikamenten
- Zimt kann Medikamente beeinflussen
Mein praktischer Rat: eine vollständige Medikamentenliste
Auf eine solche Liste gehören nicht nur die verschriebenen Tabletten. Notiert werden sollten:
- Handelsname und Wirkstoff,
- Dosis und Einnahmezeit,
- Grund der Verordnung,
- Beginn der Einnahme,
- verordnender Arzt,
- rezeptfreie Schmerz-, Schlaf-, Magen- und Erkältungsmittel,
- pflanzliche Präparate,
- Vitamine, Mineralstoffe und sonstige Nahrungsergänzungen.
Diese Aufstellung sollte regelmäßig überprüft werden. Die zentrale Frage lautet bei jedem Mittel: Ist die Indikation noch vorhanden, ist die Dosis noch passend und überwiegt der Nutzen weiterhin das Risiko?
Die wichtigsten Medikamentengruppen im Überblick
Schmerzmittel und Entzündungshemmer
Schmerzmittel gehören zu den am häufigsten verwendeten Arzneimitteln. Entsprechend groß ist die Gefahr, sie zu unterschätzen. Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure können den Magen-Darm-Trakt belasten, Blutungen begünstigen und je nach Wirkstoff Nieren oder Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen. Paracetamol ist nicht automatisch die harmlose Alternative, vor allem nicht bei zu hoher Dosis, Leberproblemen oder gleichzeitiger Einnahme mehrerer Kombinationspräparate.
Opioide haben bei starken Schmerzen ihren Platz. Bei unkritischer Langzeitverordnung kommen jedoch Gewöhnung, Abhängigkeit, Stürze, Verstopfung und Atemdepression hinzu.
Vertiefende Beiträge:
- Aspirin und Acetylsalicylsäure: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
- Ibuprofen: Wirkung und Risiken
- Diclofenac beziehungsweise Voltaren
- Paracetamol: Wirkung, Nebenwirkungen und Fazit
- Opioide: die unterschätzte Gefahr
- Welche entzündungshemmenden Salben gibt es?
- Der Skandal um die Vioxx-Studien
Aus naturheilkundlicher Sicht muss parallel gefragt werden: Woher kommt der Schmerz? Geht es um Überlastung, Fehlbelastung, Entzündung, Stoffwechsel, Bewegungsmangel, Muskelspannung oder eine behandlungsbedürftige strukturelle Schädigung? Wer nur die Warnlampe abschaltet, hat den Defekt noch nicht behoben.
Blutdrucksenker, Herzmedikamente und Cholesterinsenker
Ein deutlich erhöhter Blutdruck kann gefährlich sein und gehört behandelt. Fragwürdig wird es, wenn lediglich ein Messwert gesenkt wird, während mögliche Ursachen und beeinflussbare Faktoren unbeachtet bleiben. Dazu gehören unter anderem Körpergewicht, Insulinresistenz, Schlafapnoe, Stress, Bewegungsmangel, Nierenfunktion, Alkohol und bestimmte Medikamente.
Auch die Verträglichkeit muss kontrolliert werden. Zu niedriger Blutdruck, Schwindel, Stürze, Müdigkeit, Elektrolytverschiebungen oder eine Verschlechterung der Nierenwerte sind keine Nebensächlichkeiten.
Wichtige Beiträge:
- Blutdrucksenker: Was Sie vor der Einnahme wissen sollten
- ACE-Hemmer-Angioödem: gefährliche Schwellung noch nach Jahren
- Entzugsartige Beschwerden nach dem Absetzen von Betablockern
- Blutdrucksenker Valsartan: Rückruf und Verunreinigungen
- Bluthochdruck natürlich senken
- Strophanthin: das vergessene Herzmedikament
Bei Cholesterinsenkern sollte nicht nur gefragt werden, ob der Laborwert fällt, sondern wie groß der absolute Nutzen für den einzelnen Patienten ist und welche Beschwerden unter der Therapie auftreten. Dazu lesen Sie:
- Cholesterinspiegel senken, ohne Medikamente
- Machen Cholesterinsenker vergesslich?
- Statine: eine antiquierte Heilmethode auf dem Prüfstand
Antibiotika und antivirale Medikamente
Antibiotika sind bei schweren bakteriellen Infektionen eine der großen Errungenschaften der Medizin. Gerade deshalb sollte man sie nicht bei viralen Infekten, aus Bequemlichkeit oder „vorsichtshalber“ einsetzen. Jede unnötige Verordnung fördert Resistenzprobleme und kann Darmflora, Schleimhäute und Stoffwechsel belasten.
Besondere Vorsicht verdient die Gruppe der Fluorchinolone. Zu ihr gehören unter anderem Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin. Bei bestimmten Patienten können schwere und lang anhaltende Nebenwirkungen an Sehnen, Muskeln, Nerven und anderen Organsystemen auftreten.
Vertiefende Beiträge:
- Der Fluch der Antibiotika
- Fluorchinolone mit gravierenden Nebenwirkungen
- Antibiotika-Verordnungen: Der Irrsinn nimmt wieder Fahrt auf
- Antibiotikaresistenz: die stille Pandemie
- Ein Teufelskreis: mehr Antibiotika, mehr Infektionen
- Antivirale Medikamente im Faktencheck 2026
- Aciclovir bei Herpes
Die naturheilkundliche Alternative besteht nicht darin, eine Lungenentzündung mit einem Kräutertee wegzudiskutieren. Sie besteht darin, Antibiotika gezielt einzusetzen und zugleich Abwehrkraft, Schleimhäute, Darmmilieu, Ernährung und Regeneration ernst zu nehmen.
Magensäureblocker, Abführmittel und Medikamente gegen Übelkeit oder Durchfall
Magen-Darm-Mittel wirken oft schnell. Genau das macht sie verführerisch. Ein Säureblocker nimmt das Brennen, ein Abführmittel erzwingt den Stuhlgang und ein Durchfallmittel bremst den Darm. Doch wenn diese Mittel dauerhaft gebraucht werden, ist eine Ursachenklärung überfällig.
Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol verändern die Magensäureproduktion. Bei längerer Einnahme sind unter anderem Nährstoffmängel, Infektionen und ein Rebound nach abruptem Absetzen zu bedenken. Metoclopramid kann bei Übelkeit helfen, besitzt aber relevante neurologische Risiken und ist nicht für eine unkritische Daueranwendung gedacht.
Weiterführende Beiträge:
- Sodbrennen trotz Pantoprazol: Gründe und Lösungen
- Metoclopramid beziehungsweise MCP-Tropfen: Wirkung, Risiken und Alternativen
- Iberogast bei Magen-Darm-Beschwerden
- Dulcolax als Abführmittel
- Imodium gegen Durchfall
- Lopedium gegen Durchfall
- Perenterol
- Lefax gegen Blähungen
Antidepressiva, Schlafmittel, Anticholinergika und Migränemittel
Medikamente mit Wirkung auf Gehirn und Nervensystem müssen besonders sorgfältig beurteilt werden. Müdigkeit, Benommenheit, Sturzgefahr, sexuelle Störungen, Gewichtszunahme, emotionale Abstumpfung, Gedächtnisprobleme und Absetzbeschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinflussen.
Anticholinerge Wirkstoffe stecken nicht nur in psychiatrischen Präparaten. Sie kommen auch in Mitteln gegen Allergien, Übelkeit, Blasenbeschwerden oder Schlafstörungen vor. Gerade bei älteren Menschen kann sich die sogenannte anticholinerge Last aus mehreren Präparaten addieren.
Lesenswert sind:
- Antidepressiva: Wirkung, Studien und Risiken
- Psychopharmaka: gefährliche Placebos?
- Anticholinerge Medikamente und Gedächtnisstörungen
- Hoggar Night als Schlafmittel
- Melatonin: Wirkung, Erfahrungen und Studien
- Triptane gegen Migräne: Risiken und Abhängigkeit
- Betablocker bei Migräne
- Medikamentenskandal Valproinsäure
Erkältungs-, Husten- und Allergiemittel
Gerade bei frei verkäuflichen Erkältungspräparaten lohnt ein Blick auf die Wirkstoffe. Kombinationsprodukte können Schmerzmittel, abschwellende Stoffe, Hustenstiller, Alkohol oder sedierende Antihistaminika enthalten. Wer zusätzlich ein Einzelpräparat nimmt, verdoppelt womöglich unbemerkt einen Wirkstoff.
Abschwellende Nasensprays wirken rasch, können bei längerer Anwendung jedoch eine medikamentös verursachte Dauerschwellung unterhalten. Dann wird das Mittel, das die Nase öffnen sollte, selbst zum Grund dafür, dass sie ohne Spray kaum noch frei wird.
Beiträge zu diesem Bereich:
- Nasenspray-Abhängigkeit: Wenn das Spray zum Problem wird
- Acetylcystein beziehungsweise ACC
- Hustensäfte im Visier
- Grippostad
- Wick MediNait
- Fenistil
- Sinupret forte
- Soledum forte
- Gelomyrtol forte
Hormone, Knochenmittel und besondere Langzeittherapien
Bei Hormonpräparaten, Osteoporosemitteln und anderen langfristigen Behandlungen reicht es nicht, nur die gewünschte Wirkung zu betrachten. Entscheidend sind Ausgangsrisiko, Behandlungsdauer, Begleiterkrankungen und die Frage, was nach Ende der Therapie geschieht.
- Hormonspirale: Vorteile, Nachteile und Nebenwirkungen
- Bisphosphonate: mehr Wirkung oder mehr Nebenwirkung?
- Hyaluronsäure bei Arthrose
- Glucosaminsulfat bei Arthrose
Bei Krebserkrankungen und anderen schweren Leiden ist eine pauschale Bewertung erst recht fehl am Platz. Nutzen und Schaden müssen individuell betrachtet werden. Meine kritischen Beiträge dazu sind unter anderem Chemotherapie: ja oder nein? und Wenn Chemotherapie Krebs erzeugt.
Naturheilmittel sind nicht automatisch nebenwirkungsfrei
Die Naturheilkunde bietet bei vielen Beschwerden sinnvolle Möglichkeiten. Heilpflanzen, Ernährung, Bewegung, Fasten, Vitalstoffe, Wärme- und Kälteanwendungen, manuelle Verfahren oder eine Ordnungstherapie können an Faktoren ansetzen, die bei einer reinen Symptombehandlung liegen bleiben.
Aber auch hier gilt: Wirksamkeit und mögliche Risiken gehören zusammen. Hoch dosierte Pflanzenextrakte sind etwas anderes als ein Gewürz in der Küche. Ätherische Öle können reizen, Mineralstoffe können sich bei Nierenschwäche anreichern und Pflanzenstoffe können Leberenzyme oder die Blutgerinnung beeinflussen.
„Natürlich“ ist kein Freibrief. Es ist eine Herkunftsangabe.
Die richtige Frage lautet auch hier: Passt das Mittel zum Patienten, zur Erkrankung, zur Dosis und zu den übrigen Medikamenten?
Grundsätzlich dazu:
- Naturheilmittel oder Medikamente der Pharmaindustrie?
- Phytotherapie: Was Heilpflanzen wirklich können
- Alternative Heilmethoden und Naturheilverfahren
Medikamente absetzen: Nicht mutig, sondern planvoll
Viele Patienten wollen Medikamente reduzieren, sobald es ihnen besser geht oder wenn Nebenwirkungen auftreten. Der Wunsch kann berechtigt sein. Ein abruptes Absetzen ist deswegen noch lange nicht vernünftig.
Besonders sorgfältig geplant werden müssen unter anderem:
- Betablocker und manche andere Herzmedikamente,
- Kortison nach längerer oder höher dosierter Anwendung,
- Benzodiazepine und bestimmte Schlafmittel,
- Antidepressiva und Neuroleptika,
- Antiepileptika,
- Opioide,
- Blutverdünner,
- Protonenpumpenhemmer nach längerer Einnahme.
Ein guter Absetzplan beantwortet vier Fragen:
- Ist die ursprüngliche Indikation noch vorhanden?
- Welche Risiken entstehen durch Reduktion oder Absetzen?
- In welchen Schritten wird die Dosis verändert?
- Welche Symptome und Messwerte werden währenddessen kontrolliert?
Das Ziel ist nicht, um jeden Preis „tablettenfrei“ zu werden. Das Ziel ist eine Medikation, die tatsächlich gebraucht wird, in der niedrigsten sinnvollen Dosis und mit einem vertretbaren Verhältnis von Nutzen und Schaden.
Warnzeichen: Wann keine naturheilkundlichen Experimente angebracht sind
Sofortige medizinische Hilfe ist unter anderem nötig bei:
- Atemnot, Schwellung von Zunge oder Rachen,
- plötzlichen Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen,
- Brustschmerz, Kollaps oder schweren Herzrhythmusstörungen,
- Bluterbrechen, schwarzem Stuhl oder einer nicht stillbaren Blutung,
- schwerer Benommenheit, Krampfanfällen oder Bewusstseinsstörungen,
- hohem Fieber mit Nackensteife oder deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands,
- Verdacht auf schwere Überdosierung oder Vergiftung.
Hier gilt nicht „erst einmal entgiften“ oder „bis morgen beobachten“. Hier zählt eine rasche Abklärung.
Aktuelle und grundlegende Beiträge aus dem Naturheilt-Blog
Arzneimittelsicherheit und Wechselwirkungen
- 250.000 Klinikeinweisungen wegen Medikamente-Fehlverschreibungen
- Medikamente: Nebenwirkung Tod
- Medikamente und Wechselwirkungen
- Wechselwirkungen und Medikationspläne
- Wie Medikamente bestimmte Viren im Körper wecken können
Auffällige Wirkstoffe und Medikamentengruppen
- ACE-Hemmer-Angioödem nach jahrelanger Einnahme
- Fluorchinolone mit gravierenden Nebenwirkungen
- Sodbrennen trotz Pantoprazol
- MCP-Tropfen: Wirkung, Risiken und Alternativen
- Nasenspray-Abhängigkeit
- Der Vioxx-Skandal
- Die Opioidkrise und die Familie Sackler
Studien, Zulassung und wirtschaftliche Interessen
- Über eine Milliarde Dollar für wissenschaftliche Gutachter
- Gekaufte Medizinstudien: bis zu 90 Prozent manipuliert?
- Sind Arzneimittel-Zulassungsbehörden ausreichend unabhängig?
- Arzneimittelstudien: noch mehr bittere Pillen
Weitere aktuelle Beiträge finden Sie im Medikamente-Archiv des Naturheilt-Blogs.
Medikamente und Präparate von A bis Z
Die folgenden Beiträge beurteilen einzelne Arzneimittel, Wirkstoffe und Präparate. Die Trennung soll die Orientierung erleichtern. Sie ist keine Aussage darüber, ob ein Mittel sinnvoll oder empfehlenswert ist.
Konventionelle und rezeptfreie Arzneimittel
- Acetylcystein (ACC)
- Aciclovir
- Acimethin
- Aspirin beziehungsweise Acetylsalicylsäure
- Antidepressiva
- Antidepressiva gegen Migräne
- Anticholinerge Medikamente
- Bepanthen
- Betablocker bei Migräne
- Bisphosphonate
- Blutdrucksenker
- Diclofenac beziehungsweise Voltaren
- Dolormin
- Dulcolax
- Faktu akut
- Fenistil
- Formigran
- Grippostad
- Hoggar Night
- Hormonspirale
- Hustensäfte
- Iberogast
- Ibuprofen
- Imodium
- Lefax
- Lopedium
- Metoclopramid beziehungsweise MCP-Tropfen
- Paracetamol
- Opioide
- Perenterol
- Psychopharmaka
- Triptane
- Wartner gegen Warzen
- Wick MediNait
Pflanzliche, biologische und naturheilkundliche Präparate
- Angocin
- Apimanu
- Arnika-Salbe
- Blutsalzkur
- Borax und Bor
- Crataegutt
- DMSO
- Dona 200 S beziehungsweise Glucosaminsulfat
- Froximun
- Gelomyrtol forte
- Gingium intens
- Wasserstoffperoxid (H2O2)
- Hepar SL forte
- Hepatodoron
- Homviotensin
- Hyaluronsäure
- Klosterfrau Melissengeist
- Lavylites
- Lebertran
- Lugol’sche Lösung
- Meditonsin
- Medivitan
- Melatonin
- Metastasin
- NDF-Salbe
- Phosetamin NE
- Regenaplexe
- Retterspitz
- Sanum-Therapie
- Schwedenbitter und Schwedenkräuter
- Sinupret forte
- Soledum forte
- Spenglersan-Kolloide
- Strophanthin
- Strovac
- Syxyl
- Telcor Arginin Plus
- Traumeel S
- Unizink
- VeenVeen
- Vitasprint B12
- Wobenzym
- Zell Oxygen Immunkomplex
- Zinksalbe
Hersteller und Firmenporträts
- Cefak
- Deutsche Homöopathie-Union
- Dr. Loges
- Dr. Wolz
- Heel
- Lomapharm
- Madaus
- meta Fackler
- Nestmann Pharma
- Pascoe
- Phönix Laboratorium
- Sanorell Pharma
- Steierl Pharma
- Steigerwald
- Wala Heilmittel
- Weleda
Mein Fazit
Medikamente sind weder Heilsbringer noch Teufelszeug. Sie sind wirksame Werkzeuge, und genau deshalb verdienen sie Respekt. Respekt bedeutet nicht blinden Gehorsam, sondern eine saubere Indikation, eine passende Dosis, eine begrenzte oder klar begründete Behandlungsdauer und regelmäßige Kontrolle.
Ich halte wenig von der Routine, für jeden auffälligen Wert und jedes neue Symptom eine weitere Tablette zu verordnen. Ebenso wenig halte ich davon, notwendige Medikamente aus Prinzip abzulehnen. Beides ersetzt das Denken durch ein Glaubensbekenntnis.
Eine vernünftige Medizin fragt daher immer zweigleisig:
Was braucht der Patient jetzt, um Schaden abzuwenden oder Beschwerden zu lindern?
Und:
Was muss sich verändern, damit die Ursache behandelt wird und die Abhängigkeit von dauerhafter Symptombekämpfung möglichst kleiner wird?
Erst wenn beide Fragen gestellt werden, wird aus Medikamentenverordnung tatsächlich Therapie.
Rene Gräber:
Ihre Hilfe für die Naturheilkunde und eine menschliche Medizin! Dieser Blog ist vollkommen unabhängig, überparteilich und kostenfrei (keine Paywall). Ich (René Gräber) investiere allerdings viel Zeit, Geld und Arbeit, um ihnen Beiträge jenseits des "Medizin-Mainstreams" anbieten zu können. Ich freue mich daher über jede Unterstützung! Helfen Sie bitte mit! Setzen Sie zum Beispiel einen Link zu diesem Beitrag oder unterstützen Sie diese Arbeit mit Geld. Für mehr Informationen klicken Sie bitte HIER.


Rene Gräber:






