Leberschwäche

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Für die Schulmedizin ist die Leberschwäche durch den Ausfall von Leberfunktionen gekennzeichnet. Man spricht in diesem Zusammenhang gerne auch von einer Leberinsuffizienz. Das Ganze kann soweit gehen, dass es auch zu einem akuten Leberversagen kommen kann.

Bei den meisten Patienten ist aber noch lange nicht soweit. Dennoch bleibe ich in diesem Beitrag zuerst mal etwas "medizinischer". Weiter unten beschreibe ich dann Naturheilverfahren, allgemeine Maßnahmen der Naturheilkunde und Hausmittel, die die Funktion und Regeneration der Leber unterstützen und damit auch die Selbstheilung fördern können.

Leberschwäche

Aber zunächst noch etwas zur Leber und deren möglicher Erkrankungen...

Leberprobleme

Zuerst die Leberinsuffizienz. Eben hatte ich je gerade das akute Leberversagen angeführt, was natürlich ein Notfall ist. So ein Patient sitzt natürlich nicht mehr am PC und sucht nach Leberschwäche...

Eine Leberinsuffizienz kann sich aber auch über Jahre bei chronischen Lebererkrankungen entwickeln und beruht dann auf einem narbigen Umbau des Lebergewebes (Leberzirrhose).

Ursächlich für den akuten Leberfunktionsverlust ist in ca. 65% der Fälle eine Leberentzündung (Hepatitis) infektiösen Ursprungs, meist durch Hepatitisviren: Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, seltener Hepatitis D, Hepatitis E und Hepatitis G). Aber auch Herpes-Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten können zu der Leberentzündung führen.  In ca. 30 % der Fälle verursachen leberschädliche Stoffe den Ausfall.

Das sind bestimmte Medikamente und Chemikalien (Glyphosat, Alkohol, Paracetamol-Vergiftung), Drogen (z.B. Ecstasy) oder Pilzgifte (z.B. Knollenblätterpilz).

Neue Untersuchungen an Ratten belegen auch die leberschädigende Wirkung von Alltagschemikalien. Eine Arbeit zeigt sogar, dass Glyphosat in geringsten Mengen die Leber schädigt. Wenn Alkohol und die Belastungen durch derartige Stoffe zusammenspielen, kann eine Leberzirrhose schon nach wenigen Jahren entstehen. Das ist der Grund, warum Ärzte heute nicht mehr davon überzeugt sind, dass die schrumpfende Leber nicht erst nach Jahrzehnten exzessiven Trinkens auftritt.

Doch auch ohne Alkohol droht ein Leberschaden, wenn sich ein Mensch falsch ernährt. Zu viel Fett und Zucker können die Leber ebenfalls verfetten lassen. Besonders riskant sind große Mengen Fruchtzucker (Fruktose), der im Organismus ähnlich verstoffwechselt wird wie Alkohol. „Fructose so schädlich wie Alkohol“ titelte die Deutsche Apothekerzeitung 2014.

Obstliebhaber müssen jetzt nicht erschrecken, aufmerken sollten aber all diejenigen, die gesüßte Getränke zu sich nehmen. Oft ist darin Fruktose inform von Maissirup enthalten.
Fast jede Form von Zucker, auch Stärke, endet im Stoffwechsel als Glukose (Traubenzucker). Im Überfluss konsumiert, hilft sich der Körper mit der Umwandlung der Glukose in Fruktose. Die entstehenden Mengen sind dann hochgradig giftig für die Leber. 

Bei ca. 5 % der Fälle kommen andere Ursachen wie eine Schwangerschaftsfettleber oder Durchblutungsprobleme des Lebergewebes infrage.

Symptome des akuten Leberversagens sind die hepatische Enzephalopathie (Bewusstseinsstörungen durch gehirnschädigende Substanzen, die nicht mehr über die Leber entgiftet werden (siehe auch Entgiftung über die Leber), z.B. Ammoniak; anfänglich Schläfrigkeit, Verwirrung, Konzentrationsschwäche, bis hin zum Leberausfallkoma), der Ikterus (Gelbsucht), der Foetor hepaticus (Mundgeruch nach roher Leber) und der Flapping tremor (grobschlägiges Zittern der Hände).

Durch den erhöhten Ammoniakspiegel im Blut kommt es zur Beschleunigung der Atemfrequenz. Die Leber schrumpft durch den Zerfall des Gewebes. Weil die Leber wichtige Gerinnungsfaktoren nicht mehr bilden kann, kommt es zu Gerinnungsstörungen des Blutes, was eine Blutungsneigung zur Folge hat.

In über 50 % der Fälle entstehen durch diese Gerinnungsstörungen Magen-Darm-Blutungen. Oft sind auch in der Speiseröhre Krampfadern entstanden, die besonders leicht durchbrechen. Innere Blutungen sind noch gefährlicher, weil sie nicht so schnell bemerkt werden.

Der Blutzuckerspiegel kann abfallen, da die Leber keine Glucose (Einfachzucker) mehr bilden kann. Die Niere kann mit einer akuten Schwäche reagieren (Nierenschwäche - hepatorenales Syndrom). Häufig kommt es im Verlauf zu Infektionen der oberen Luftwege oder der Harnwege bis hin zur lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis).

Bei der Leberzirrhose, die eine Spätfolge einiger Lebererkrankungen sein kann, kommt es neben der Leberinsuffizienz durch den narbigen Umbau des Lebergewebes zu weiteren Komplikationen.

Durch den Bluthochdruck in der Lebervene (portale Hypertension) bilden sich vor allem in der Speiseröhre Umgehungskreisläufe (Ösophagusvarizen), die starke Blutungen verursachen können. Außerdem sammelt sich Wasser in der Bauchhöhle an (Aszites) und durch einen Proteinmangel kommt es zu Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme).

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Sprache der Symptome

So wie die Leber unterscheidet, was für den Körper gut (Energie) ist und was nicht (Toxine), so sollte sich der Leberkranke fragen, wo er das Maß von richtig und falsch, wo das Maß zwischen Wertung und Bewertung verloren hat.

Weitere interessante Artikel:

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Naturheilkunde, Naturheilmittel und Hausmittel

Leberprobleme und eine Leberschwäche sind eine Domäne der Naturheilkunde. Die klassische Schulmedizin hat hier nicht viel anzubieten.

Da die Leberschwäche und Lebererkrankungen den Naturheilverfahren nach meiner Erfahrung gut zugänglich sind, habe ich hierzu ein Buch verfasst, in dem ich genauer auf die Therapieschema eingehe: Die biologische Lebertherapie.

Buch: Biologische Lebertherapie

Jetzt aber zur Übersicht:

Aromatherapie Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden. Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian, Zitrone.
Ernährung

Alle chemischen Zusätze in Esswaren meiden, sodass Sie wieder Lebensmittel konsumieren.

Am besten sind Bio-Produkte, die keine oder sehr wenig Pestizide wie Glyphosat enthalten.

Meiden Sie Zucker, Süßigkeiten, oxidierte Fette und Fastfood.

Alkohol ist sowieso nicht empfehlenswert.

Sinnvoll ist der Verzehr von viel grünem Blattgemüse und mageren tierischen Lebensmitteln. So kann der Bedarf der Vitamine B9 und B12 gedeckt werden. Bei Mangelzuständen der beiden Vitalstoffe ist das Risiko für Fibrose und Narbenbildung in einer vorgeschädigten Leber erhöht. Eine Unterversorgung mit Vitamin B9 (Folat) erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, Leberkrebs zu bekommen.

Keine Früchte und Süßigkeiten ab 18.00 Uhr - noch besser: Nach 18.00 Uhr bis zum Frühstück gar nichts mehr essen.

Eine"Leberdiät" halte ich für unabdingbar. Mehr dazu finden Sie im Buch "Die biologische Lebertherapie".

Fasten  Das Fasten, bzw. Heilfasten ist ein ausgezeichnetes Naturheilverfahren um der Leber wieder bei der Regeneration zu helfen. In meinem Beitrag "Fasten bei chronischen Lebererkrankungen", habe ich mehr dazu geschrieben.
 
Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)

Folgende Urtinkturen können unterstützend wirken: 40 ml Mariendistel, (Auch als Trocken-Extrakt-Kapsel erhältlich, davon 1 bis 2 Kapseln täglich, entsprechend 150 bis 300 mg). Die Mariendistel enthält Silymarin. Das Flavonoid wirkt entzündungshemmend und leberprotektiv. Bewährt haben sich auch je 20 ml Löwenzahn, Erdrauch, Fenchel.

Medizinische Massagen Bei akuten Beschwerden können Wickel von Heublumen. Wie man einen Leberwickel macht, beschreibe ich hier.
Orthomolekular-Medizin Empfohlene Tagesdosis von meinem Kollegen Hermann Kaufmann: Vitamin A (bis 25'000 IE/Tag). Welche Vitalstoffe in Studien bei Lebererkrankungen überzeugten und sich bei mir in der Praxis bewährt haben finden Sie im Buch "Die biologische Lebertherapie"
Heilpflanzen

Für die Artischocke liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor.

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor:

Leberleiden allgemein: Tausendguldenkraut, Löwenzahn, Teufelskralle, Rettich, Ringelblume, Thymian

Fettleber
: Mariendistel, Desmodium

Regeneration: Desmodium, Mariendistel, Schwarzkümmelöl.

Lebertee (allgemein): Schafgarbe, Wacholder, Fenchel, Schöllkraut, Tausendgüldenkraut, Pfefferminze.

weitere Artikel:
Leberschutz durch Sanddorn-Extrakt und Kaffee schützt die Leber

Homöopathie

siehe auch: Hepatitis und mein Buch "Die biologische Lebertherapie". Im Buch beschreibe ich ausführliche verschiedene und wichtige homöopathische Mittel bei den verschiedensten Leberleiden.

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Schüssler-Salze

In meinem Beitrag: Schüssler Salze für die Leber, gehe ich ein wenig genauer auf die Schüssler Salze ein.

Im Folgenden dennoch eine kleine Übersicht, an welche Salze zu denken wäre:

Leberträgheit: Kalium sulfuricum Nr. 6, Magnesium phosphoricum Nr. 7, Natrium sulfuricum Nr. 10.

Leberentzündung: Kalium sulf. Nr. 6, Natrium sulf. Nr. 10.

Entzündung mit Fieber: Ferrum phos. Nr. 3.

Mit hohem Fieber: Kalium phos. Nr. 5, Natrium chloratum Nr. 8.

Spenglersan Kolloide  Bei dem homöopathischen Mittel Spenglersan Kolloid T steht das "T" für Tendenz, Toxikose sowie Tuberkulinie.
 
Spagyrik Löwenzahn, Schöllkraut, Waldmeister
Wirbelsäulensegmente Beim 4. und 5. Brustwirbel verlassen die Nerven, die für Galle und Leber zuständig sind den Wirbelkanal. Eine Fehlstellung dieser Wirbel kann Störungen in diesen Organen verursachen.
Zahnstörfeld Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam -Füllungen können problematisch sein. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.
Sonstiges

Vor jedem Essen 1 TL Artischocken-Saft in einem Glas Wasser nehmen. Scharfe Gewürze meiden.

Sie können folgende Kur machen: Kaufen Sie Edelkastanien-Honig und fügen 20 Gewichtsprozente Kastanienmehl hinzu. Davon nehmen Sie täglich 1-2 Esslöffel während 2 Monaten.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.09.2018 aktualisiert.

Bild Leberschwäche: 123rf.com - Lorelyn Medina