Bindegewebsschwäche und Bindegewebsstörung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Zwei Sätze kursieren unter Patienten & Therapeuten: "Sie haben eine Bindegewebsschwäche" und "Sie haben eine Bindegewebsstörung".

Beide Dinge werden von Patienten oftmals gar nicht verstanden. Und das hat bestimmte Gründe, denn das Bindegewebe gehört zu den am meisten missverstandenen "Organen".

Das liegt auch daran, dass unser Bindegewebe das Organ ist dem in der Medizin wohl die geringste Bedeutung beigemessen wird. Dabei sind viele Patienten überrascht, wenn ich Ihnen sage, dass das Bindegewebe ein Organ wie Herz, Leber oder Lunge ist. Das Bindegewebe ist natürlich nicht so kompakt - und Sie können es auch nicht "herausnehmen", weil es nämlich Ihren gesamten Körper durchzieht.

Das Bindegewebe ist ein wichtiges Transportmedium in Ihrem Körper und es kann die unterschiedlichsten Formen annehmen. Grundsätzlich besteht das Bindegewebe aus den Bindegewebszellen und der sog. Matrix, in die die Zellen "eingebettet" sind.

Die Bindegewebsmatrix wäre bei einem Haus das Gerüst, nämlich Wände, Pfeiler, Decken. Nur wenn diese Matrix stimmt fühlen Sie sich in Ihrem Haus wohl.

Die Ernährung beeinflußt den Zustand des Bindegewebes erheblich. Das ganze hängt mit dem Thema Übersäuerung und Säure-Basen-Haushalt zusammen. Durch ein Übermaß an Eiweißprodukten und Einfachzuckern kommt es zu Ablagerungen von Stoffwechselendprodukten im Bindegewebe. Damit wird das Bindegewebe weniger durchlässig für Nährstoffe, aber auch für den Abtransport von "Schlackestoffen", die in den Zellen beim Stoffechsel anfallen -- es kommt zu einer regelrechten "Versulzung" des Bindegewebes.

Das Bindegewebe verliert dadurch seine Elastizität, sowie die Fähigkeit, hormonelle und zwischenzelluläre Reize zu übertragen. Damit verliert es die Eigenschaft als Kommunikationsnetz und als Nährstofftransporter.

verwandte Themen: Entschlackung - freie Radikale -Hautprobleme - Hautpflege - Hautalterung - Lymphstau - Tränensäcke

Mögliche Folgen einer Bindegewebsstörung

Patienten mit Bindegewebsstörungen haben eine Neigung zu Blutergüssen nach Anstoßen oder Anschlagen. Dabei werden die unter der Haut liegenden winzigen Blutgefäße (Kapillaren) verletzt, wobei die Haut ansonsten unversehrt bleibt.

Eine weitere Folge ist das häufige Umknicken und andere Gelenkerkrankungen wie z.B. ein Knorpelschaden und vorzeitiger Gelenkverschleiß.

Das Hauptproblem ist aber sicherlich vor allem für Frauen die Orangenhaut, bzw. Zellulitis. Und in dem Beitrag Zellulitis (siehe Link), gehe ich auf genauer auf diese Begriffe ein, denn die werden auch fortlaufend verwechselt oder falsch gabraucht.

Mögliche Ursachen

Mit zunehmendem Alter spielt der Faktor Übersäuerung eine wesentliche Rolle, sodass dadurch fast alle chronischen Krankheiten negativ beeinflusst werden.

Die Genetik scheint eine Rolle zu spielen. Manche Menschen (und vor allem Frauen), haben von Haus aus ein schwächeres Bindegewebe und neigen somit auch mehr zu einer Bindegewebsschwäche beziehungsweise Bindegewebsstörung.

Eine genetische Disposition ist wahrscheinlich auch die Ursache der Autoimmunkrankheiten. Dieser Selbstangriff der Körperabwehr auf eigene Gewebe und Organe betrifft auch viele Störungen des Bindegewebes. Derartige Krankheiten werden unter dem Begriff Kollagenosen zusammengefasst. Die Beteiligung genetischer Faktoren wies eine US-amerikanische Studie nach, die eine überproportionale Erkrankung bei Afro-Amerikanern belegt. Auch die Ausprägung der Arteriosklerose als gravierendste Folge der Kollagenosen kam in dieser Bevölkerungsgruppe überdurchschnittlich häufig vor. Dies weist aber auch darauf hin, dass chronische Entzündungen mit Durchblutungsstörungen und Arteriosklerose generell in Zusammenhang stehen (Quelle: Sciencedaily).

Die Symptome der Kollagenosen sind entsprechend der Verteilung des Bindegewebes im ganzen Körper außerordentlich facettenreich:

  • Systemischer Lupus erythematodes: (SLE): Nierenentzündungen, Gelenkeinschränkungen, Haarausfall, schmerzhafte Durchblutungsstörungen, Lichtüberempfindlichkeit, Krampfanfälle und psychiatrische Krankheiten wie Psychosen
  • Sjögren-Syndrom: Lymphknoten-Schwellungen bis zur Verhärtung oder Entartung, Trockenheit des Mundes und der Augen
  • Antiphospholipid-Syndrom (APS): Gefäßverschlüsse, Fehlgeburten
  • Sklerodermie: Bindegewebsverhärtungen in der Haut und inneren Organen, arthritische Gelenk-Deformationen, Durchblutungsstörungen der Extremitäten, Nekrosen,
    CREST-Syndrom (Verkalkungen der Haut, Schluckbeschwerden, Erweiterungen der Hautgefäße)
  • Polymyositis: Schmerzhafte Muskelverhärtungen mit Lähmungserscheinungen, manchmal Dermatosen (Dermatomyositis) und Mitbeteiligung von Herz und Lunge
  • Sharp-Syndrom: Misch-Kollagenose, die all diese Symptome umfassen kann

Behandlung der Kollagenosen in der Schulmedizin

Die schulmedizinische Behandlung der Kollagenosen zielt auf eine Dämpfung der Entzündungen ab, die im Rahmen der Autoimmun-Reaktion auftreten.

Die Schulmedizin bedient sich dazu in erster Linie der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Dazu gehören in der Therapie der Kollagenosen die Coxibe. Das sind sogenannte COX-2-Hemmer, die in die enzymatische Reaktions-Kette der Entzündung eingreifen. Coxibe blockieren die Cycoloxygenase-2 („COX-2“). Leider ist die Medikation mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. So sollen Coxibe sogar Herzinfarkte verursachen können. Zur Bekämpfung der Schmerzen gilt bei Kollagenosen in der Schulmedizin Ibuprofen als probates Mittel.

Nach meiner Erfahrung sind aber selbst schwere Kollagenosen durch eine naturheilkundliche Therpaie gut zu bessern. Das erfordert selbstverständlich mehr Aufwand, als "nur" drei Mal eine Ibuprofen einzunehmen oder irgendein anderes Medikament der Sorte "Hammer" (mit entsprechenden Nebenwirkungen). Und noch ein Aspekt kommt dazu: Die Kollagenosen "heilen" ein, denn durch die Medikamente der "Schulmedizin" findet keine wirkliche Heilung statt. Eine wirkliche Heilung würde ja bedeuten, dass der Patient wieder seine jugendliche Vitalität hat und KEINE Mittel mehr einnehmen muss.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie doch einfach meinen kostenlosen Praxis-Newsletter an:

Naturheilkunde & Alternativmedizin

In der Naturheilkunde können unterschiedliche Verfahren zur Anwendung kommen. Vor allem bei einer genetisch bedingten Bindegewebsschwäche sind Homöopathie und Schüssler Salze sinnvoll. Bestehen Schmerzzustände (wie bei Kollagenosen usw.), geht es meiner Erfahrung nach nicht ohne eine Ernährungsumstellung, Vitalstoffe (Orthomolekulare Medizin), sowie eine "vernünftige" Manualmedizin, bzw. Training. Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag zum Thema Schmerzen und Muskelrheuma.

Ernährung

Insgesamt eine gesunde Ernährung, bei der keine oder nur wenig saure Valenzen (siehe Übersäuerung) anfallen. Ein wichtiger Aspekt: Streichen Sie Schweinefleisch komplett.

Homöopathie

Aus dem bereich der Homöopathie kommen sehr viele Mittel infrage. Hier möchte ich nur einmal exemplarisch die klassischen "Bindegewebsmittel" erwähnen:

Stärkung des Bindegewebes, der Bänder und Gelenkkapseln: Calcium fluoratum D 6 oder / anschließend Calcium fluoratum D 12

Medizinische Massagen Klassische Massage und Bindegewebsmassagen helfen, die Stoffwechselendprodukte, die sich im Bindegewebe abgelagert haben zu lösen.
Orthomolekular-Medizin

Gegen die Entzündungserscheinungen bieten sich bei Kollagenosen Kombinationspräparate an, die unter anderem Vitamin C und die Aminosäuren Prolin und Lysin, sowie das Flavonoid Cetechin an. Das Cetechin ist u.a. vom grünen Tee bekannt. Die Wirkung dieser Kombination ist in Versuchen an Gewebekulturen mit glatten Muskelzellen belegt (JCP).

Eine weitere Studie mit einer ähnlich zusammengesetzten Wirkstoff-Kombination, die zusätzlich Quercetin und Hesperidin enthielt, kommt zu dem selben Ergebnis (IJMM).

Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Schüssler-Salze

Grundsätzlich: Calcium fluoratum Nr. 1, Silicea Nr. 11, Calcium sulfuricum Nr. 12

Entzündung: Ferrum phosphoricum Nr. 3, Natrium phos. Nr. 9, Natrium sulf. Nr. 10

Störfelder Bei therapieresistenten Kollagenosen und starken Beschwerden immer auch an Störfelder (z.B. Zahnstörfleder) denken.
Training / Fitness Es gibt eine hocheffektive Trainingsform (mit Übungen für zu Hause), die ich zusammengestellt habe und seit mehreren Jahren Patienten sehr erfolgreich zeige und auch in Gruppen unterrichte. Ich bereite dazu gerade ein Buch / Video vor. Wenn Sie das interessiert, sollten Sie unbedingt meinen kostenlosen Newsletter anfordern.

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter von Heilpraktiker René Gräber

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 1.9.2016 aktualisiert.