Hilfe aus dem Schatz der Naturheilkunde bei akuter und chronischer Blasenentzündung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Blasenentzündungen (oder auch allgemein: Harnwegsinfektion) sind weit verbreitet: Jede zweite Frau hat im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine Blasenentzündung. Männer trifft es seltener, zumindest bis etwa zu ihrem sechzigsten Lebensjahr. Ab diesem Alter sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.

Die Blase

Die Harnblase speichert Urin und regelt den Harnabfluss. Es handelt sich um ein muskuläres Hohlorgan, das von einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Die Harnröhre führt von der Blase nach außen. Wenn eine Blasenentzündung vorliegt, ist meist die Schleimhaut in der Blase entzündet, und zwar in den meisten Fällen durch Bakterien.

Symptome

Die Symptome einer Blasenentzündung (medizinischer Fachbegriff: Zystitis) sind ausgesprochen unangenehm. Die Betroffenen haben starken Harndrang, der auch dann nicht nachlässt, wenn die Blase eigentlich schon geleert ist. Für jedes Tröpfchen müssen die Patienten „rennen“. Gleichzeitig ist das Wasserlassen schmerzhaft und verursacht starkes Brennen. Bei einer starken Blasenentzündung bleibt das Brennen auch nach dem Wasserlassen noch bestehen. Manchmal kann die Blase trotz starken Harndrangs nicht oder nicht vollständig entleert werden, was die Schmerzen noch verstärkt. Bauchschmerzen (meist im Unterleib) und Übelkeit können hinzukommen. Schließlich kann der Urin eine rötliche Farbe annehmen, da er Blutbeimischungen aus der entzündeten Blasenschleimhaut enthält. Viele Betroffene merken auch eine leichte Harninkontinenz, es gehen also kleine Mengen Urin beim Lachen, Heben oder Husten unkontrolliert ab.

Heilt die Blasenentzündung nicht vollständig ab, kann sie chronisch werden und das Gewebe in Blase und Harnröhre dauerhaft schädigen. Zu Komplikationen kann es kommen, wenn die Infektion sich aus den unteren Harnwegen in die Nieren verlegt. Dann kann sich eine Nierenbeckenentzündung entwickeln. Und von dort können sich die Keime im schlimmsten Fall im ganzen Körper verteilen und eine „Blutvergiftung“ (Sepsis) auslösen.

Bei einer chronischen Blasenentzündung sind die Symptome oft schwächer ausgeprägt. Manche Patienten spüren sie fast gar nicht. Sie bemerken nur ein Stechen, wenn sie zu wenig getrunken haben. Natürlich hat die Entzündung trotzdem sehr negative Auswirkungen auf den Körper, auch wenn sie keine starken Symptome verursacht.

Warnzeichen sind Schmerzen im unteren, seitlichen Rücken und Fieber. Bei diesen Symptomen ist davon auszugehen, dass eventuell schon eine Entzündung der Nieren vorliegt. Suchen Sie deshalb sofort einen Arzt auf, wenn Sie diese Symptome bei sich bemerken!

Diagnose

In den meisten Fällen genügt einem Arzt die Beschreibung der Symptome, um eine Blasenentzündung zu diagnostizieren. Eventuell wird der Urin untersucht, aber oft verzichtet der Arzt auch darauf, vor allem wenn die Blasenentzündung zum ersten Mal oder nach langer Zeit wieder auftritt. Ein umsichtiger Arzt prüft mit einer Abklopfmethode noch, ob die Nieren in Mitleidenschaft gezogen sind.

Wenn Sie vermuten, dass Sie eine Blasenentzündung haben könnten, können Sie aber auch selbst einen ersten Test durchführen, sofern Sie noch keine Antibiotika einnehmen (sonst wird das Ergebnis zu stark verfälscht). Holen Sie sich dafür in der Apotheke Urin-Teststreifen, mit denen Bakterien und rote und weiße Blutkörperchen nachgewiesen werden können. Verwenden Sie zum Testen am besten Morgenurin, in ihm ist die Bakterienkonzentration am höchsten. Optimal ist Mittelstrahlurin am Morgen. Dafür verwerfen Sie den ersten Teil des Urins, fangen dann eine ausreichende Menge auf und verwerden den Rest ebenfalls. Wichtig: Waschen Sie vor dem Testen gründlich die Hände und verwenden Sie zum Urinsammeln nur ein absolut sauberes Behältnis. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie den Test anderweitig verunreinigen. Stecken Sie dann den Urin-Teststreifen in den Urin und lesen Sie das Ergebnis nach einer Minute gemäß der Packungsanleitung ab. (Alternativ können Sie den Teststreifen auch gleich in den Mittelstrahlurin halten.) Zeigt die Färbung des Teststreifens eine Erhöhung von roten oder weißen Blutkörperchen im Urin oder das Vorhandensein von Bakterien, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Blasenentzündung. Ist der Test unauffällig, dann könnte es sich um eine Blasenreizung durch Verkrampfungen, aber ohne die Beteiligung von Bakterien handeln. Wenn Sie Beschwerden nicht zügig verschwinden, sollten Sie aber auch das abklären lassen.

Sind genauere Untersuchungen nötig (zum Beispiel weil ein Antibiotikum nicht wirkt und die genaue Bakterienart bestimmt werden soll), kann der Arzt intensivere Laboruntersuchungen durchführen lassen. In besonders schweren chronischen Fällen sieht sich der Arzt möglicherweise auch mit einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung die anatomischen Gegebenheiten an und schließt Ursachen wie Harnsteine oder eine vergrößerte Prostata aus.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten aus schulmedizinischer Sicht

Die gängige Theorie der Schulmedizin zur Ursache einer Blasenentzündung lautet:

Wenn Bakterien in die Harnblase eindringen, kann sich die Schleimhaut entzünden, es entsteht eine Zystitis. Diese kommt bei Frauen viel häufiger vor als bei Männern, weil Frauen einen viel kürzeren Harnleiter haben.

Als Folge dieser Theorie wird bei einer Blasenentzündung fast immer schon "reflexartig" ein Antibiotikum verordnet. Dabei ist nur in der Hälfte aller Fälle das Bakterium Escherichia Coli vorhanden, bei der anderen Hälfte können keine schädlichen Bakterien nachgewiesen werden.

Besonders problematisch: Wenn die Blasenentzündung immer wiederkommt (und das ist bei etwa der Hälfte der Betroffenen der Fall), wird nicht etwa zu einem anderen Mittel gegriffen, sondern (schon wieder) zu mehr Antibiotika. Bei chronischen Harnwegsinfektionen verschreiben viele Ärzte sogar eine Dauertherapie, bei der die Patienten monate- oder gar jahrelang täglich Antibiotika einnehmen sollen.

Als Alternative werden Impfungen propagiert, die die Blasenentzündungen ein für alle Mal beenden sollen. Ein bekanntes Mittel ist zum Beispiel das "Strovac". Ich stehe dieser "Impfung" skeptisch gegenüber, denn die Realität scheint eher so auszusehen, dass den möglichen Wirkungen auch Nebenwirkungen gegenüberstehen. Zudem wirkt die Impfung bei einer großen Zahl der Patienten nicht. Urologen sprechen aus der täglichen Erfahrung von 50% der Betroffenen, die auf die Impfung nicht ansprechen.

Aber bevor wir zum nächsten Punkt übergehen ...

Können Sie bitte folgende Frage beantworten:

Wenn eine Infektion (wie mit Escherichia Coli) für Blasenentzündungen verantwortlich sein soll und wenn Frauen häufiger Blasenentzündungen haben sollen, weil ihre Harnröhre kürzer ist als beim Mann:

Warum haben dann Säuglinge, die eine Windel tragen, so selten eine Blasenentzündung?

Schließlich liegen die ja in ihrem eigenen Kot, in dem es vor diesen Bakterien nur so wimmelt? Wenn Sie hierzu eine Antwort haben: Hinterlassen Sie diese doch bitte im Kommentar im Blog unter: Blasenentzündung und Antibiotika.

Eine mögliche Antwort lautet: Es sind nicht nur die Colibakterien, die eine Rolle spielen. Auch Streptokokken und Staphylokokken können sich bei einer Blasenentzündung als ungebetene Gäste breitgemacht haben. Auf eine weitere Möglichkeit bin ich auch erst in den letzten Jahren gestoßen: Parasiten. Vor allem Schistosoma hämatobium (ein Egel, Erreger der Bilharziose) kann Blasenentzündungen auslösen. Man fängt sich den Egel vor allem bei Fernreisen ein: Südafrika, Ägypten, Indonesien und andere Länder bergen die Gefahr einer Infektion. Dieser Parasit nistet sich gerne in der Blasenschleimhaut ein und kann auch von Zeit zu Zeit Blutungen verursachen.

Neben diesem Parasiten würde ich auch auf jeden Fall nach Madenwürmern fahnden, denn die sind gar nicht so selten. Vor allem, wenn Sie Mutter (oder Vater) kleiner Kinder sind, sollten Sie hier aufmerksam sein: Man geht davon aus, dass ca. 30 - 50% aller Kinder mit Würmern befallen sind.

Ferner würde ich bei chronischen und/oder immer wiederkehrenden Blasenentzündungen auch an eine übermäßige Belastung mit Hefepilzen denken (Candida). Eine Darmpilzbelastung kann zum Beispiel über eine "ansteigende Mykose" auch eine Schwäche der Blasenschleimhäute bewirken.

Zu fragen ist auch, warum die Krankheitserreger überhaupt so einfach in die Harnröhre eindringen können. Hat der Körper dafür keine Schutzmechanismen? Natürlich hat er diese, aber nur solange er über eine gesunde Abwehr verfügt. Ist das Immunsystem geschwächt, fallen auch diese Schutzmechanismen aus und öffnen den Keimen, Parasiten und Pilzen Tür und Tor.

Macht man sich diesen Zusammenhang klar, wird deutlich, dass eine Behandlung wie so oft beim Immunsystem ansetzen muss. Und es wird auch klar, was die dauernde Antibiotikagabe anrichtet: Antibiotika zerstören die Scheidenflora und Darmflora. Damit setzen sie nicht nur die Schutzmechanismen direkt am Harnleiter außer Kraft, sondern schädigen das komplette Immunsystem, das ganz erheblich von einer gesunden Darmflora abhängt. Kein Wunder, wenn die Infektionen immer wiederkehren.

Bei vielen Frauen treten direkt nach einer Antibiotikatherapie Scheidenpilze auf. Sie finden sich daher schnell in einem unangenehmen Kreislauf wieder: Die Blasenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Diese schädigen die Scheidenflora und führen zu einem Scheidenpilz, der wiederum mit einem Antimykotikum (Antipilzmittel) behandelt wird. Dieses schädigt die Scheidenflora weiter, was schnell wieder einen Harnwegsinfekt zur Folge hat, der wiederum mit Antibiotika behandelt wird. Herzlichen Glückwunsch.

Als Hauptursache für eine Blasenentzündung muss also ein schwaches Immunsystem angesehen werden, lokal oder generell. Die Gründe dafür sind allerdings vielfältig.

Bakterielle Versteckspiele bei Blasenentzündungen

Bakterien haben viele Tricks entwickelt, um sich vor Antibiotika zu schützen. Bekanntestes Beispiel sind Resistenzen, die die Medikamente auf molekularem Weg unwirksam machen. Einen ganz anderen, sehr speziellen Mechanismus haben Wissenschaftler beim Darmbakterium Escherichia coli entdeckt. Dringen die Keime über die Harnwege in die Blase ein, verursachen sie dort die schmerzhaften Entzündungen. Dazu hatte ich ja weiter oben bereits geschrieben. 

Eine Frage blieb bisher aber immer noch offen: warum die Coli-Stämme im Milieu des Ausscheidungs-Systems so hartnäckig sind. Und diese Frage scheinen Forscher bei Experimenten mit Mäusen beantwortet zu haben:

Eine Schutzmaßnahme der Bakterien ist die gemeinsame Bildung eines Biofilms auf der Blaseninnenwand. Diese Matrix schützt die Erreger davor, dass sie mit Antibiotika in Kontakt kommen. Über diesen Bakterienrasen berichtete Dr. Anderson bereits 2003 im Fach-Journal „Science“ im Jahr 2003.

Noch raffinierter ist ein anderer Trick der winzigen Einzeller. Sie nutzen einen Mechanismus der Endothelzellen der Blase, um ins Innere dieser Zellen zu gelangen. Das „Endothel“ ist die Innenhaut, die die Blase innen auskleidet. Dieses Gewebe kann sich dehnen, wenn die Blase große Urinmengen aufnehmen muss. Dieser Vorgang beruht nicht nur auf der Elastizität der Blase und des Endothels, sondern auch auf der Fähigkeit der Endothelzellen zur spontanen Vergrößerung. Dazu müssen die Zellen nicht nur Wasser aufnehmen, sondern auch ihre Zellmembran vergrößern, um nicht zu platzen. Im Inneren der Endothelzellen bilden sich Nano-Vesikel, kleine membranumschlossene Bläschen, die an die Zelloberfläche wandern. Dort verschmelzen sie mit der Außen-Membran, wodurch diese vergrößert wird. Wenn die Endothelzellen nach der Entleerung der Blase wieder schrumpfen, stülpen sich die Vesikel ins Zell-Innere zurück, denn die Zell-Membran muss an Fläche verlieren, da auch das Zell-Volumen abnimmt.

In dem Moment, in dem die Vesikel in die Zelle versinken, haften sich die Coli-Bakterien an deren Oberfläche. So nutzen sie die Nano-Tröpfchen als Transport-Behälter in den intrazellulären Raum. Dort sind die fremden Einzeller sicher vor den Antibiotika.

Die Vesikel-Bildung und den gesamten Vorgang der Endothelzellen-Vergrößerung steuert unser Körper mit dem Mediator cAMP. Ein Anstieg des cAMP-Spiegels löst die Vesikel-Entleerung (Vergrößerung der Zell-Membran) aus. Dann können auch die Erreger mit dem Urin ausgeschieden oder durch Antibiotika abgetötet werden. Eine Erhöhung des cAMP-Spiegels können die Mediziner mit einem Naturheilmittel erzielen: Forskolin, ein Inhaltsstoff der indischen Pflanze Coleus forskolii.

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Sprache der Symptome

Wenn wir mal physiologische Betrachtungen außer Acht lassen, können wir auch nach der Sprache des Symptoms fragen. Immer wiederkehrende Blasenentzündungen deuten vielleicht auf ein unerledigtes Problem hin. Etwas pathetisch ausgedrückt: Die Blase weint die Tränen, die man sich zu weinen nicht zugesteht. Der psychische Druck wird nach unten in die Blase geschoben. Fragen, die man sich stellen könnte, wären zum Beispiel: Wodurch stehe ich unter Druck? Welchen Ballast schleppe ich noch mit mir herum? Auch ein Partnerschaftskonflikt (vor allem im Bereich der Sexualität) ist zu prüfen.

Kommen wir aber wieder zu physiologischen Zusammenhängen …

Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Risikofaktoren (nicht Ursachen) für eine chronische Blasenentzündung und rezidivierende (wiederkehrende) Harnwegsinfekte sind: Stress (siehe auch: Stressabbau), falsche Intimhygiene, bestimmte Sexualpraktiken (bei denen Darmbakterien in die Scheide gelangen), Schwangerschaft, Zuckerkrankheit, Harnabflussstörungen (Blasensteine, Prostatabeschwerden), Blasen-Dauer-Katheter und andere neurologische Störungen, aber (wie bereits erwähnt) auch eine Antibiotikatherapie oder Pilzerkrankungen.

Tritt die Blasenentzündung nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer Antibiotikatherapie auf, ist die Gefahr groß, es mit antibiotikaresistenten Keimen zu tun zu haben. Schulmedizinisch wird dann mit verschiedenen weiteren Antibiotika gearbeitet, bis sich eines findet, das noch wirkt. Welche Konsequenzen das für neue Resistenzen und das Immunsystem hat, muss ich wohl nicht genauer erläutern. Untere Harnwegsinfekte gehören übrigens zu den häufigsten Krankheiten, die man sich im Krankenhaus einfangen kann.

Lesen Sie auch den Beitrag zu: Blasenschmerzen

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Im Folgenden finden Sie Hausmittel und alternativemedizinische Therapieverfahren, die bei einer Blasenentzündung infrage kommen.

Zuerst möchte ich erwähnen, dass Frauen mit Spirale (Kupferspirale) und mehreren Amalgamfüllungen in den Zähnen (die zudem auch "schlecht gemacht" sind) aus meiner Sicht  "schwerer" zu therapieren sind. Deutliche Besserungen sind immer möglich, aber bei diesen Patienten scheint das Problem einer wiederkehrenden Blasenentzündung nicht ganz zu verschwinden.

Mit einer alternativen Therapie lässt sich aber (nach meiner Erfahrung fast immer) die Gabe von Antibiotika verhindern. Außerdem verlängern sich die Intervalle der Entzündungen und auch die Stärke der Symptome. Damit sind die allermeisten Patienten schon sehr zufrieden.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum Fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. Nur geeignet bei wiederkehrender chronischer Blasenentzündung - nicht geeignet bei akuter Blasenentzündung.
Akupunktur

Bei Harnwegsinfektionen und Blasenentzündung sind folgende Alarmpunkte und Zustimmungspunkte druckempfindlich:
KG 3 - Alarmpunkt der Blase
KG 4 - Alarmpunkt des Dünndarms
B 28 - Zustimmungspunkt des Blasenmeridians
B 23 - Alarmpunkt des Nierenmeridians

Aromatherapie Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden.
Bachblüten Liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde, können Bachblüten helfen. Zur Akuttherapie sind die Bachblüten meines Erachtens aber ungeeignet.
Darmsanierung  Vor allem wenn Sie schon häufiger wegen Blasenentzündungen Antibiotika nehmen mussten, ist davon auszugehen, dass die Darmflora gestört ist. Auch eine unentdeckte chronische Darmentzündung kann eine Ursache für immer wiederkehrende Blasenentzündungen sein. In beiden Fällen ist eine Darmsanierung anzuraten, um das Immunsystem wieder auf Vordermann zu bringen und den Teufelskreis (Blasenentzündung – Antibiotika – kaputte Darmflora – Blasenentzündung – Antibiotika …) zu durchbrechen.
 
Ernährung

Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge mit neutraler Flüssigkeit: Wasser und Kräutertee (siehe weiter unten unter dem Stichwort Heilpflanzen). Im Allgemeinen wenigstens 30 bis 40ml pro Kilogramm Körpergewicht. Trinkmenge langsam steigern.

Zusätzlich eine "reizarme Kost" - ohne Kaffee, Alkohol (vor allem kein Rotwein) und ohne scharfe Gewürze.

Vermeiden Sie wie bei allen Entzündungen vor allem Zucker, Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Milch und Schweinefleisch.

Blasenreizungen ohne Bakterienbeteiligung können auch durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgelöst und „befeuert“ werden. Lassen Sie sich bei immer wiederkehrenden Problemen dahingehend untersuchen.

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Die Mischung folgender Tinkturen kann helfen: je 20 ml Kamille, Zinnkraut, Storchenschnabel, Sonnenhut, Pappel.

 

Homöopathie

Hinweis zur "Selbstbehandlung"

Um eine akute Entzündung zu heilen, muss die richtige Arznei zügig zum Einsatz kommen. Sie sollten keinen Tag mit erfolglosem Ausprobieren von Arzneien verstreichen lassen. Nach der ersten, spätestens aber nach der zweiten Arzneiwahl muss es zu einer deutlichen Besserung und danach zu einer zügigen Ausheilung der Beschwerden (nach ein bis zwei Tagen) kommen. Ist dies nicht der Fall, wenden Sie sich an einen homöopathischen Fachmann.

Folgende homöopathische Mittel können infrage kommen:

Apis D12: Sie können keine Wärme ertragen, haben keinen Durst. Häufig trifft zu: Ihnen ist schnell zu warm, Sie vertragen keine warmen geschlossenen Zimmer und sind sehr berührungsempfindlich. Sie haben aufgedunsene Tränensäcke, Druck in der Blase, Harndrang, stechend brennende Schmerzen beim Urinieren, Mund und Hals sind trocken, Sie haben aber keinen Durst.
Das kann sein: Sie sind geschäftig, ruhelos, ungeschickt, lassen Sachen fallen und neigen zu Eifersucht.

Einnahme: Apis D12 3-mal halbstündlich 5 Globuli, anschließend 3-mal stündlich, danach bei Bedarf alle 2 bis 3 Stunden; am folgenden Tag noch 3-mal über den Tag verteilt.

Cantharis D12: starker Harndrang bei heftig brennendem Schmerz in Blase oder Harnröhre; der Urin geht jedoch nur tropfenweise ab.
Das kann sein: Sie sind überempfindlich gegen Berührung; trotz brennendem Durst mögen Sie nichts trinken. Cantharis D12 3mal halbstündlich 5 Globuli, anschließend 3mal stündlich, danach bei Bedarf alle 2 bis 3 Stunden; am folgenden Tag noch 3-mal über den Tag verteilt.

Nux vomica D12: Sie sind geräuschempfindlich, verkrampft, angespannt, gereizt und wütend. Sie können die Beschwerden nicht ertragen, weil Sie auch sonst keinerlei Einschränkungen ertragen können.
  Häufig trifft zu: Sie haben starken Druck und Schmerzen in der Blase, es gehen jedoch nur wenige Tropfen ab. Der Harndrang ist schlimmer in der Kälte, bei Konzentration und nach Kaffee; Wärme lindert und entspannt. Nux vomica D12 3mal halbstündlich 5 Globuli, anschließend 3-mal stündlich, danach bei Bedarf alle 2 bis 3 Stunden; am folgenden Tag noch 3-mal.

Sarsaparilla D12: heftige Schmerzen zum Ende des Wasserlassens. Sie sind sehr kälteempfindlich. Die Beschwerden treten auf, wenn Sie nass geworden sind. Sarsaparilla D12 3-mal halbstündlich 5 Globuli, anschließend 3-mal stündlich, danach bei Bedarf alle 2 bis 3 Stunden; am folgenden Tag noch 3-mal.

Orthomolekular-Therapie  Um das Immunsystem zu stärken, kommen verschiedene Mikronährstoffe infrage, zum Beispiel Zink, Selen, Magnesium, Vitamin A, Vitamin B5, Vitamin C und Vitamin E. Auch Vitamin D kann gute Wirkungen zeigen.
 
Phytotherapie

Tee: 30 g Bärentraubenblätter, 20 g Kamillenblüten, 20 g Gundelrebenkraut, 20 g Pestwurz, 20 g Goldrutenkraut. Pro Tasse 1 TL, 5 Minuten ziehen lassen.

Kürbiskerne knabbern ist bei chronischer Blasenentzündung sehr zu empfehlen.

Preiselbeersaft (3x tägl. 100 ml) wirkt stark entzündungshemmend auf die Schleimhäute (auch im Mund), erschwert den Bakterien das Einnisten in der Blasenwand und fördert deren Ausschwemmung. Preiselbeersaft gilt als gute Langzeitvorbeugung gegen Blasenentzündungen (erhältlich im Bio-Laden).

Auch Meerrettich und Kapuzinerkresse helfen sehr gut gegen Blasenentzündung. Bauen Sie diese in Ihren Speiseplan ein oder nehmen Sie entsprechende Fertigarzneimittel (z.B. Angocin) zu sich.

Oben hatte ich ja bereits das Forskolin angesprochen, der eine Erhöhung des cAMP-Spiegels bewirkt. Forskolin ist ein Inhaltsstoff der indischen Pflanze Coleus forskolii.

Säure-Basen-Haushalt Einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt halte ich bei einer Blasenentzündung für sehr wichtig, da basischer Urin den Bakterien ein schlechteres Wachstumsmilieu bietet. Mehr dazu unter dem Stichpunkt "Übersäuerung". In akuten und chronischen Fällen können Basenpulver die Therapie sehr gut unterstützen.
Schüsslersalze

Am ersten Tag der Blasenentzündung sollten Sie Ferrum phosphoricum einnehmen (mit dem behandelnden Arzt absprechen). Vom zweiten Tag an nehmen Sie dann Natrium phosphoricum. Bei einem chronischen Blasenkatarrh kommt Silicea in Frage.

Spagyrik Brennessel, Hirtentäschchen, Löwenzahn, Schachtelhalm, Spitzwegerich, Tartarus, Uva ursi, Wacholder.
Störfelder

Bei einer chronischen Blasenentzündung sollte grundsätzlich auch an Störfelder gedacht werden. Potenzielle Störfelder sind: Zähne, Nasennebenhöhlen und auch Narben. Bei Narben zuerst im Bereich der Meridiane denken.

Sonstiges

Kolloidales Silber wird auch immer gerne empfohlen. Es wirkt in der Tat wie eine Art natürliches Antibiotikum und dämmt das Bakterienwachstum ein. Es werden im Allgemeinen drei Mal ein Teelöffel kolloidales Silber eingenommen und möglichst lange im Mund behalten. Abstand zu den Mahlzeiten halten und zur Einnahme nichts trinken! Ich rate vom Kolloidalen Silber eher ab und würde nur im "Notfall" dazu greifen.

Auf warme Füße achten! Wenn Sie das Problem von chronisch kalten Füßen bei einer chronischen Blasenentzündung abstellen, ist das schon fast die halbe Miete. Ich empfehle hierzu täglich (abends) das ansteigende warme Fußbad. Wie dieses ausgeführt wird, habe ich hier beschrieben: yamedo.de/heilverfahren/
baeder_baederheilkunde.html

Vermeiden Sie außerdem das längere Sitzen auf kalten Untergründen. Unsere Großmütter hatten recht, wenn sie uns davor warnten: Die Unterkühlung des Unterleibs scheint die Gefahr einer Blasenentzündung deutlich zu erhöhen.

Zur Prophylaxe eignet sich auch gut die  D-Mannose.

Wer vor allem nach dem Sex häufig Blasenentzündungen bekommt, sollte sich angewöhnen, nach dem Sex rasch  die Toilette aufzusuchen, um Wasser zu lassen. Trinken Sie dann zwei Gläser Wasser, um die Blase zusätzlich durchzuspülen.

Blasenentzündungen und -reizungen (und viele andere Probleme) können auch durch Stress verursacht sein. Einerseits entleert sich die Blase durch die Daueranspannung nicht vollständig und bietet mit dem Restharn den Bakterien ein gutes Wachstumsmedium. Zum anderen setzt dauernder Stress auch das Immunsystem herab. Versuchen Sie, in Ihrem Leben Stress zu reduzieren und sich regelmäßig zu entspannen.

Um das Milieu im Intimbereich nicht zu zerstören, ist die richtige Intimpflege wichtig: Verzichten Sie so weit wie möglich auf Chemikalien! Warmes Wasser genügt in den meisten Fällen. Wenn Sie schon ein Reinigungsprodukt verwenden wollen, dann kaufen Sie ein spezielles, möglichst natürliches Intimpflegemittel. Übrigens: Auch Duftstoffe in Damenbinden oder Slipeinlagen können das Scheidenmilieu stören!

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.01.2016 aktualisiert.