Erkältung: Symptome, Ursachen, Hausmittel und Medikamente

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Als Erkältung (common cold) oder grippaler Infekt wird eine akute Entzündung der Schleimhäute der oberen Atemwege bezeichnet.

Erkältungen werden meist durch Viren ausgelöst, die sich durch eine kältebedingte verminderte Durchblutung der Schleimhäute des oberen Atemtrakts und eine geschwächte Immunabwehr gut vermehren können.

Auch vorgeschädigte Schleimhäute (z.B. trockene Schleimhaut durch trockene Heizungs- oder Klimaanlagenluft) sind anfällig für den Befall durch Erkältungsviren.

Erkältungskrankheiten werden häufig durch Rhinoviren ausgelöst, es können aber auch Coxsackieviren, Coronaviren, Adenoviren oder Haemophilus influenzae-Viren vorkommen.

Im Verlauf der Erkrankung können sich auf der vorgeschädigten Schleimhaut Bakterien vermehren, die dann eine Sekundärinfektion bzw. Superinfektion hervorrufen.

Die Übertragung der Viren erfolgt vorwiegend über eine Tröpfcheninfektion (z.B. durch Anhusten/Anniesen) kann aber auch über direkten Kontakt als Kontakt- oder Schmierinfektion erfolgen.

Nach dem Erregerkontakt kommt es in der Regel zu einer kurzen Inkubationszeit (ca. zwei Tage bis eine Woche) und dann zu einem meist harmlosen Infekt, der oft nach ca. einer Woche wieder ausheilt.

Symptome

Die Anfangssymptome einer Erkältung sind meist Schluckbeschwerden und Halsschmerzen. Es kommt zu Schnupfen (=Rhinitis) mit Niesreiz und anfangs klarem später schleimigem Ausfluss aus der Nase. Außerdem sind allgemein Kopfschmerzen und Gliederschmerzen typische Erkältungssymptome. Es kann eine allgemeine Müdigkeit und Appetitlosigkeit bestehen und in einigen Fällen auch zu erhöhter Temperatur oder Fieber kommen.

Unterschied zu einer Grippe

Die echte Grippe zeichnet sich durch die gleichen Symptome aus - allerdings treten diese schneller auf und sind um ein vielfaches heftiger. Die Symptome kommen fast alle gleichzeitg: hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Gliederschmerzen und Kopfschmerzen, sowie ein trockener schmerzhafter Husten. Mehr dazu von mir auch unter dem Stichwort "Grippe".

siehe auch: Heiserkeit - Husten - Infektionen - Nasenbluten -Stirnhöhlenentzündung - Viruserkrankung

Lesen Sie auch den Beitrag zur Grippeschutzimpfung und warum Sie auf diese lieber verzichten sollten.

Mögliche Ursachen

Damit eine Erkältung überhaupt entstehen kann, muss unser Immunsystem geschwächt sein. Denn andernfalls hätten die Viren nicht die Möglichkeit, sich in unseren Atemwegen zu vermehren.

Kalte Füße und nasse Kleidung können die körpereigene Abwehr negativ beeinflussen. Gleiches gilt für zu wenig Schlaf oder zu viel Stress. Ein Vitamin D-Mangel kommt ebenfalls als Ursache für eine Erkältung in Frage, schließlich reguliert die Substanz unter anderem unser Immunsystem. Typischerweise treten Erkältungen vor allem im Winter auf. Unserem Körper fehlt in dieser dunklen Jahreszeit das Sonnenlicht, aus dem er selber Vitamin D herstellen kann. Das ist jedenfalls nur einer der möglichen Gründe.

Ebenfalls scheint eine stark zucker- und getreidehaltige Ernährung mit einem geschwächten Immunsystem in Verbindung zu stehen und Erkältungen zu begünstigen.

Interessanterweise kann auch ein Bewegungsmangel dem Immunsystem nachhaltig schaden und damit zu einer gesteigerten Anfälligkeit führen. Verschiedene Studien zeigen, dass aktive Menschen, die sich regelmäßig bewegen, wesentlich seltener an Erkältungen erkranken als Sportmuffel (unter anderem www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12165677).

Nach Vorstellungen der chinesischen Medizin ist eine Erkältung zu Beginn meist ein Energie-Mangelzustand braucht nur einen kalten Hauch, um einen Energie-Leerezustand zu bewirken. Dann haben Sie eine Erkältung und keine Grippe.

Fit durch die Erkältungszeit

Eine Studie aus dem Jahr 1998 zeigt, dass ein Bewegungsprogramm zwar nicht die Dauer und die Schwere einer Erkältung vermindert, dass sie aber die individuell beschriebenen Symptome minimieren kann. So beurteilten die Teilnehmer des Sportprogramms ihre Beschwerden insgesamt weniger negativ als die Probanden, die sich während der Erkältung schonten (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9813869).

Obwohl viele Patienten Antibiotika nehmen, wenn sie erkältet sind, halte ich dies für einen völlig falschen Ansatz. Schließlich handelt es sich bei den primären Erregern um Viren, die sich mit Antibiotika nicht behandeln lassen. Die Medikamente schwächen hingegen unser Immunsystem noch zusätzlich und greifen auch nützliche Darmbakterien an.

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Aber es gibt mittlerweile Mittel gegen Viren?

Oh ja. Die gibt es. "Berühmt" wurden diese 2008 - Das Jahr der "Schweinegrippe". Auf einmal wurde ein Medikament berühmt und von Regierungen in aller Welt (die es sich leisten wollten oder konnten) millionenfach eingelagert: Tamiflu. Die Tamiflu-Kampagne spricht für sich. In vielen Ländern wurde dieses in den Medien hochgelobte, aber nebenwirkungsreiche Mittel reißend abgesetzt. Wenn Sie das Thema Tamiflu interessiert, lesen Sie unbedingt meinen Beitrag: Tamiflu - begehrt aber wirkungslos? und:Die Tamiflu - Lüge. Einfach unglaublich, was uns manchmal so alles erzählt wird...

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Im folgenden finden Sie Hilfe und Hausmittel aus der Naturheilkunde und der Alternativmedizin, die bei einer Erkältung in Frage kommen.

Bei Hausmitteln gegen Erkältung denken die allermeisten Patienten erst einmal an Mittel wie: Aspirin, Grippostad C, Doregrippin oder gar Wick MediNait. Tja, Werbung und Pharmamarketing haben es tatsächlich geschafft den Eindruck zu erwecken, dass man nur eine Tablette nehmen müsste und alles sei wieder gut. Dabei müssen selbst Experten aus dem Bereich der Pharmakologie zugeben, dass die meisten der verkauften Kombinationsprodukte gegen Erkältungskrankheiten "wenig geeignet" sind.

Zum Beispiel Grippostad C: 30% Marktanteil im Jahr 2012 bei den Kombimitteln gegen Grippe. Klar: Chlorphenamin, Paracetamol, Koffein und Vitamin C sind ja echte Naturstoffe. Das Chlorphenamin soll die Schleimhäute abschwellen lassen. Das Tablette wirkt es aber auf alle Schleimhäute im Körper, mit der (geringsten) Folge, dass man müde wird. aber dafür ist ja dann das Koffein mit drin, das putscht dann wieder auf. Es ist schon irre, was da so alles angeboten wird... Für mich ist dies das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche.

Wenn das unsere "moderne" Hochschulmedizin sein soll, dann sage ich da von Herzen: Nein Danke.

Eine naturheilkundliche Therapie versucht als Erstes dem Körper zu helfen, sodass er bestmöglich mit der Erkrankung fertig wird.

Gesunde Ernährung

Hören Sie auf Ihren Körper: wenn Sie keinen Appetit haben, lassen Sie das Essen bleiben. Vergessen Sie die gut gemeinten Worte wie: "Iss, dass Du stark bleibst." Das Gegenteil ist der Fall. Lesen Sie hierzu auch meinen Beitrag: Immunstärkung durch das Darm-Immunsystem. Sie halten ohne weiteres ein- bis zwei Tage ohne Essen aus. Fasten ist ein natürlicher Mechanismus bei bestimmten Erkrankungen - so wie auch bei Erkältungen.

Streichen Sie unbedingt Schweinefleisch, Süßigkeiten, Zucker und Weißmehlprodukte von Ihrem Speiseplan. Und: Was viele meiner Patienten nicht hören wollen: Zucker schwächt das Immunsystem!

Reduzieren Sie auch Milch und Käseprodukte - besser noch, Sie lassen diese auch weg.

Essen Sie vor jeder Mahlzeit einen Apfel und trinken Sie mehr Wasser.

Heilpflanzen

Die Heilpflanzen sind natürlich ein Klassiker der "Alternativen" Erkältungsmittel, bzw. Hausmittel.

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor: Bibernellwurzel, Holunderblüten, Lindenblüten, Sternanis, Umckaloabo

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Edeltannenöl, Engelwurzbalsam, Gundelrebe, Indigowurzel, Manukaöl und Salbeiblätter, Kapuzinerkresse.

Wenn Husten dabei ist, helfen auch die Kräuter die ich unter Husten aufgeführt habe.

Der hohe Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Enzyme der Goji-Beere wird von dem Vitaminforscher Prof. Dr. Dr. Earl Mindell bestätigt, der der Beere bescheinigt, die gesündeste Frucht zu sein.

Weitere (etwas exotischere Heilpflanzen beschreibe ich im Beitrag: Vitalstoffe für den Winter.

Homöopathie 

Die Homöopathie kennt vor allem Einzelmittel die entsprechend der Symptome und dem Stadium der Erkältung entsprechen. Im Homöopathie-Lexikon gehe ich im Beitrag Homöopathie bei Erkältung, Grippe und Fieber, auf die möglichen Mittel ein.

Es gibt auch zahlreiche homöopathische Kombinantionsmittel, die mich bei Erkältungen aber nicht wirklich überzeugen: Gripp Heel, Euphorbium comp.  und einige mehr. Am ehesten würde ich vielleicht noch zum Infludo (Weleda) tendieren.

Ein Heilpraktiker oder Arzt der sich mit Homöopathie auch nur Ansatzweise auskennt, sollte in der Lage sein, ein passendes Mittel für den Patienten zu finden. Bei Erkältungen ist es oftmals: Aconitum, Belladonna oder Gelsemium.

Orthomolekular-Medizin

Vitamin D schützt vor Erkältungen: Wie US-amerikanische Mediziner unter der Leitung von Dr. Adit Ginde von der University of Colorado in Denver herausgefunden haben, sinkt die Wahrscheinlichkeit an einem grippalen Infekt zu erkranken bei ausreichender Menge von Vitamin D im Blut.

Bekannter ist natürlich das Vitamin C. Mehr dazu finden Sie in meinem Beitrag: Der Einfluss von Vitamin C auf das Immunsystem.

Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten Beschwerden eine Rolle spielen. Auch bei Erkältungen rate ich dazu, den Säure Basen Haushalt zu prüfen und entsprechend zu korrigieren.
Sanum Therapie  Bewährt sind Notakehl D5 und Quentakehl D5 Tropfen. Beide Mittel kann man gleichzeitig einnehmen. Erwachsene zwei Mal täglich 10 Tropfen mit etwas Wasser.
 
Schüssler Salze

Sind die Rachen-Schleimhäute gerötet oder schmerzhaft sein: Ferrum phosphoricum.

Weißliche Ablagerungen auf Mund- und Rachenschleimhaut: Kalium chloratum.

Durchsichtigen, blasiger Schleim auf der Zunge: Natrium chloratum

Zahnstörfeld

Bei ständigen Erkältungen kann man auch durchaus an Störfelder denken. Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Aber bei Erkältungen denken wir generell eher an die Nasennebenhöhlen als Störfeld.
Sonstiges 

Weitere einfache Hausmittel bei Erkältungen sind: Inhalieren / Kopfdampfbad, Rotlicht, "frische Luft", Wasser trinken, Einläufe, Ölziehen und ansteigende Fußbäder.

Weitere hilfreiche Maßnahmen beschreibe ich u.a. auch im Beitrag: Immunstimulation bei Erkältung, Schnupfen, Abwehrschwäche.

 

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 21.1.2015 aktualisiert.