Fieber und erhöhte Temperatur
Fieber ist keine Krankheit, sondern eine sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers. Fieber ist
also eine Folge der Selbstheilung. Sie mit chemischen Medikamenten (Antibiotika) oder Gewaltkuren zu unterbinden bedeutet, dem "inneren Arzt" ins
Handwerk zu pfuschen. Gönnen Sie sich also eine Ruhephase. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur
vernichtet der Körper die Krankheitskeime.
Damit wäre aus naturheilkundlicher Sicht also erst einmal alles gesagt. Aber da Sie ja schon einmal
auf meiner Webseite sind, darf ich Ihnen ein paar weitere Aspekte und mögliche Krankheiten anbieten, die mit
Fieber in Verbindung stehen können.
Beginnen wir mit der Körpertemperatur.
von: Rene Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Das Wesen unserer Körpertemperatur
Die physiologische Körpertemperatur des Menschen liegt im Bereich von 37°C (Celsius), wobei sie von
verschiedenen äußeren und inneren Faktoren (z.B. Alter, Konstitution, Aufenthaltsort) beeinflusst wird und von
Mensch zu Mensch variiert.
Generell fühlt man sich bei normaler Körpertemperatur fit, gesund und leistungsfähig. Eine Temperaturerhöhung
oder -erniedrigung betrifft den gesamten Organismus, es kommt zu allgemeinen Krankheitssymptomen, Leistungsschwäche, Kopfschmerzen und /oder Gliederschmerzen sowie zu allgemeinem Unwohlsein.
Ein Absinken der Körpertemperatur unter den physiologischen Wert (Untertemperatur) ist eher selten zu
beobachten. Bei Aufenthalt in großer Kälte kann der Organismus nur für einen bestimmten Zeitraum (unter anderem
auch abhängig von der Bekleidung) die normale Temperatur aufrecht erhalten. Daneben lassen sich Untertemperaturen
z.B. auch bei Durchblutungsstörungen oder dem nahenden Lebensende beobachten.
Eine Erhöhung der Körpertemperatur (Fieber, febris) tritt also weitaus häufiger in Erscheinung. Vor allem als
Begleitsymptom einer Erkältung oder als Warnsignal einer inneren Störung.
Mythos Fieber ab 40 Grad
Fieber gilt in der Bevölkerung immer noch als schwerwiegendes Krankheitssymptom, vor allem bei hohen
Temperaturen ab 40°C. Dabei ist der menschliche Organismus speziell mit der Eigenschaft zur Fieberbildung
ausgestattet, um den Selbstheilungsprozess zu fördern.
Eine Erhöhung der Körpertemperatur führt zur Aktivierung und Beschleunigung von Immunprozessen (z.B. bei
Infektionen). Die hierfür verantwortlichen Zellen (z.B. Granulozyten, Lymphozyten)
weisen bei Temperaturen zwischen 38°C und 41°C eine erhöhte Aktivität auf.
Die klassische Medizin unterteilt Fieber in vier verschiedene Stadien, abhängig von der jeweiligen
Temperatur:
- Körpertemperaturen bis zu 37,9°C werden als subfebrile Temperatur gekennzeichnet (in der Literatur beginnt
Fieber vielfach erst ab 38°C). Neben einer Immunreaktion kann es auch durch andere Prozesse zu dieser leichten
Erhöhung kommen, so z.B. durch einen Aufenthalt in der Sauna, einen starken Sonnenbrand oder aber bei ausgedehnten sportlichen Aktivitäten (= exogene oder
endogene Überwärmung), weshalb die subfebrile Temperatur häufig zu vernachlässigen ist.
- Bei einer Körpertemperatur zwischen 38°C und 38,4°C liegt mäßiges Fieber vor, bis zu 40,4°C spricht man von
hohem Fieber.
- Ab 40,5°C liegt extremes Fieber (Hyperpyrexie) vor, welches der dringlichen Behandlung bedarf, um
Schäden am Organismus zu vermeiden, ab 42°C besteht durchaus Lebensgefahr - aber sicherlich nicht, weil dann
das "Eiweiß" im Körper gerinnt (wie ich immer noch ab und zu höre).
Unterschiedliche Formen von Fieber
Fieber kann in unterschiedlichen Formen (Fiebermuster) auftreten, die zum Teil typisch für bestimmte
Erkrankungen sind.
Kontinuierliches Fieber zeigt sich über einen Zeitraum von mindestens vier Tagen und weist
dabei nur geringfügige Schwankungen auf (z.B. bei einem grippalen Infekt).
Bei remittierenden Fieber sind die Schwankungen deutlich stärker ausgeprägt (um die
zwei Grad Celsius), die physiologische (normale)Körpertemperatur wird dabei jedoch nie erreicht.
Intermittierendes Fieber ist gekennzeichnet durch extreme Schwankungen mit Phasen der
Normaltemperatur oder sogar einem Abfall auf Untertemperatur.
Wechselfieber (typisch z.B. für Malaria) weist einen Wechsel zwischen fieberfreien Tagen und
Tagen mit erhöhter Körpertemperatur auf, wobei es auch innerhalb von Stunden zu extremen Werten (41°C) kommen
kann.
Das doppelgipflige Fieber ist symptomatisch für Viruserkrankungen (z.B. Masern). Nach einem kurzzeitigen Abfall der Temperaturerhöhung fiebern Betroffene noch einmal
auf.
Fieber - ein SYMPTOM
Zu Beginn dieses Beitrags hatte ich es bereits erwähnt: Fieber ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom,
welches durch viele verschiedene Ursachen entstehen kann.
Als Auslöser sieht die Schulmedizin vor allem:
Viele bereits in der Kindheit auftretende Erkrankungen (z.B. Masern, Röteln, Windpocken) gehen mit Fieber einher.
Daneben können z.B. auch verschiedene Medikamente, Drogen, Störungen im metabolen
Stoffwechsel, Darmbeschwerden oder eine beeinträchtigte Drüsenfunktion (z.B. Hyperthyreose) zu erhöhten
Körpertemperaturen führen. Bei einer Blinddarmreizung (Appendizitis) zeigt sich das Phänomen der deutlichen Temperaturdifferenz zwischen der
rektalen und der axillären Messung von gut einem Grad Celsius.
Fieber messen
Zur Messung der Körpertemperatur stehen verschiedene Körperstellen zur Verfügung, wobei die rektale Messung (im
Po) immer noch als die genaueste Messung gilt, da hier keine zusätzlichen Faktoren (z.B. Schweiß) den
Wert beeinflussen können.
Die Technik ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass die früher gebräuchlichen Quecksilberthermometer fast
vollständig verschwunden sind. Heute werden Digitalthermometer genutzt, die zügig einen exakten Wert ermitteln.
Das in den Anfängen nur bei Säuglingen und Kleinkindern verwandte digitale Ohrthermometer erfreut sich
mittlerweile einer zunehmenden Beliebtheit in der Bevölkerung, wobei die Messung im Ohr (aurikulär) nach wie vor
nicht den genauesten Wert ermittelt.
Weitere Möglichkeiten der Temperaturmessung bieten die Achselhöhle (axillär), der Mund (oral), die Stirn (durch
spezielle Teststreifen mit Farbumschlag) sowie medizinische Zugänge (z.B. der Blasenkatheter oder die Sonde in der
Leiste).
Wann sollte man Fieber abklären lassen?
Fieber sollte immer beobachtet werden. Ein ärztlicher Rat ist dann angezeigt, wenn:
- es sich um ein Kind oder alte Menschen handelt
- wenn die Körpertemperatur nicht eigenständig wieder sinkt
- länger als vier Tage andauert
- es zu extremen Werten kommt
Allerdings muss ich sagen, dass ich zu viele Patienten sehe (auch Mütter mit kleinen Kindern), die dem eigenen
Körper fast nichts mehr zutrauen und jede Art von Fieber für eine Katastrophe halten.
Der Vollständigkeit halber muss ich aber auch erwähnen, dass hohe Körpertemperaturen durchaus das
Bewusstsein trüben können bis hin zum Delir.
Durch sehr starkes Schwitzen verliert der Körper u.a. vermehrt Salze, eine
Elektrolytverschiebung droht (weshalb eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder salzige Brühen sehr wichtig sind),
die unter anderem auch das Herz in Mitleidenschaft ziehen kann. Und auch die Eiweiße (Proteine) des Körpers sind
betroffen, wodurch es zu Organschäden kommen kann. Ein durch Fieber bedingter tödlicher Verlauf
ist extrem selten.

Im Folgenden finden Sie Hilfe und Hausmittel aus
der Naturheilkunde und der Alternativmedizin, die bei Fieber oder erhöhte Temperatur in Frage
kommen.
Fieber dient der Unterstützung des Heilungsprozesses. Vielfach können gebräuchliche Hausmittel (z.B.
Wadenwickel, Bettruhe) oder Antipyretika (fiebersenkende Medikamente) der hohen Temperatur entgegenwirken,
hierdurch wird der Autoimmunprozess jedoch in seiner Wirkung beeinflusst.
Mit der richtigen naturheilkundlichen Strategie können Sie auf Schmerzmittel wie Aspirin oder Dolormin (die häufig zur Fiebersenkung gegeben werden)
getrost verzichten.
| Ernährung |
Während der Fieber-Phase einem
Kranken kein Essen aufzwingen - nach dem Motto "Du musst doch etwas essen um wieder zu kräften zu
kommen!"
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| Homöopathie |
ansteigendes Fieber: Aconitum D30
weitere Mittel wären: Belladonna D30,
Ferrum phosphoricum D12,
Gelsemium D4
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| Heilpflanzen |
Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor.
Fichtennadelöl, Fichtentriebe, Holunderblüten, Huflattichblätter, Kamillenblüten, Kiefernnadelöl,
Kiefernsprossen, Knoblauchzwiebel, Mädesüßblüten, Pupursonnenhutkraut- wurzel,
Spitzwegerichkraut
Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Anis, Basilikumöl,
Eisenhutknollen, Indigowurzel, Klettenwurzel, Lindenblätter
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| Orthomolekular-Medizin |
Empfohlene Tagesdosis:
Vitamin C: 3-4 Kapseln C-1000 =
3-4 Gramm pro Tag.
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen
akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| Schüssler-Salze |
Unter 39º: Ferrum phosphoricum Nr. 3 alle 10 Minuten 1 Tablette.
Über 39º: Kalium phosphoricum Nr. 5 alle 10 Minuten 1 Tablette.
Beim Zahnen der Kinder: Ferrum phosphoricum Nr. 3 im Wechsel mit dem Mittel Nr. 11 Silicea stündlich 1 Tablette.
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| Sonstiges |
Durch die Hitze und das Schwitzen braucht der
Körper viel Flüssigkeit, also viel trinken.
Die guten, alten Essigsocken wirken sanft
und effizient: 1 Paar Leinensocken (mangels Leinensocken nehmen Sie halt Wollsocken, ist immer noch
besser als „Nichtstun“) und 1 Paar Wollsocken, die bis unter das Knie reichen. Die trockenen
Wollsocken müssen die Leinensocken überdecken. In etwas kaltes Wasser geben Sie 1 EL Essig und
legen die Leinensocken kurz ein, auswringen und anziehen. Die Wollsocken überziehen. Die Prozedur
wiederholen Sie etwa 2mal am Tag.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 13.03.2012 aktualisiert.

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